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Veröffentlicht am 04.12.2021

Stimmmagie

Die Füchse von Hampstead Heath
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Die Welt des Peter Grant und des Folly wächst weiter! Abigail Kamara 13 Jahre, Peter Grants Cousine ist fest entschlossen auch ins Folly aufgenommen und in die Geheimnisse der Magie eingeführt zu werden. ...

Die Welt des Peter Grant und des Folly wächst weiter! Abigail Kamara 13 Jahre, Peter Grants Cousine ist fest entschlossen auch ins Folly aufgenommen und in die Geheimnisse der Magie eingeführt zu werden. Abigails jüngerer Bruder Paul leidet unter einem schweren, fortschreitenden Syndrom und bedarf ständiger Betreuung. Mittlerweile kann er nicht mal mehr sprechen. Daher ist Abigail meist sich selbst überlassen und macht jetzt in den Sommerferien Hampstead Heath unsicher. Dort fühlt sie sich in letzter Zeit immer häufiger beobachtet. Aber das seltsamste ist, als plötzlich ihre ehemalige Klassenkameradin Natalie, vor ihrer Tür steht und sie zu einem Event im Park einlädt. Kurz darauf wird sie vermisst und als sie wieder auftaucht, kann sie sich an nichts erinnern. Dem will sie auf den Grund gehen und forscht nach. Dabei lernt sie den gleichaltrigen Simon kennen, einen Jungen aus guten Hause, mit einem umwerfenden Lächeln, voller Enthusiasmus, aber geistig etwas begrenzt. Er bleibt ebenso an ihr dran, wie die sprechenden Füchse, die ihr durch den Park folgen. Die Füchse haben in ihre ihre magisch-menschliche Kontaktperson erkannt und Abigail muss feststellen, dass sie gemeinsam weiter kommen, auch wenn man auf Simon ganz schön aufpassen muss.

Sehr gut gefällt mir, dass Ben Aaronovitch immer wieder erstaunlich interessante Details aus seinem umfangreichen London-Wissen einfließen lässt. Sei es die Geschichte der Badeseen in der Kulturgeschichte von Hamstead Heath oder über die Flüsse, die immer wieder als Elementgöttinnen ebenso betörend wie mächtig und magisch sind.

Dietmar Wunders Stimme ist zum Niederknien! Da hört man einfach wie gebannt zu, wenn dieses männliche Timbre voller Ausdruckskraft jede noch so unbedeutende Nebenfigur zum Leben erweckt. Meine jüngste Tochter (12) fragte sofort nach, was ich denn da höre. Da sich die Reihe mit Abigail Kamara deutlich verjüngt, war dieser Spin-off auch durchaus für ihre Ohren geeignet. Allerdings stellte sie durchaus noch einige Fragen zur Welt des Follys und Peter Grant. Es lohnt sich definitiv mit magischen Vorkenntnissen in diese Reihe zu starten. Abigail ist unglaublich clever und nimmt die Dinge und Personen so wie sie sind, allerdings nicht ohne über sie nachzudenken. Das finde ich unglaublich sympathisch. Ihre Lebensumstände sind ganz schön fordernd, aber sie ist ehrgeizig und versucht das Beste daraus zu machen. Mal nutzt sie ihre Freiheiten ganz schön aus, mal kümmert sie sich aber auch beherzt um ihren kleinen Bruder, den sie sehr liebt, auch wenn ihr klar ist, dass die Zeit, die ihnen zusammen bleibt nur noch sehr begrenzt ist. Dieser selbstverständliche Umgang mit Behinderung und Tod, die Abigail so annimmt, wie sie nun mal sind, ist absolut hörenswert. Abigail ist keine Heilige, aber sie hat das Herz am rechten Fleck!

Ich muss ja zu geben, dass ich nicht alle Folgen der Peter Grant Reihe kenne, aber die Vorkenntnisse sind echt hilfreich. Dennoch konnte ich nicht allen mystisch magischen Twists, besonders in der Auflösung, folgen. Es war mir nicht immer ganz klar, in welcher Sphäre sich Abigail gerade befindet. Wenn man den Mix aus Kriminalfall, Paranormalität und britischen Humor liebt, ist es auch nicht immer tragisch, wenn man der Logik der Sphären nicht immer ganz folgen kann. Da hilft es, die Hörbücher mehrmals zu hören und nach und nach nimmt die Welt, wie Peter Grant und Co. sie sehen, immer mehr Kontur an. Ich bin ja gespannt, ob wir noch mehr von Abigail hören werden!

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Veröffentlicht am 13.11.2021

Jetztzeit trifft finsteres Mittelalter im Kampf der Hexenmeister!

Merdyns magische Missgeschicke – Zaubern will gelernt sein!
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Im Jahre 511 n. Chr. steht Hexenmeister Merdyn vor einem Tribunal, angeklagt wegen unerlaubter Verwendung schwarzer Magie. Dass er dies mit guten Absichten tat, weiß keiner und interessiert keinen. Sein ...

Im Jahre 511 n. Chr. steht Hexenmeister Merdyn vor einem Tribunal, angeklagt wegen unerlaubter Verwendung schwarzer Magie. Dass er dies mit guten Absichten tat, weiß keiner und interessiert keinen. Sein ärgster Rivale Jeremiah Jerabo ist nur zu froh das Urteil zu vollstrecken. Dabei unterläuft ihm jedoch ein Fehler und Merdyn wird vom Strom der Zeit in die Jetzt-Zeit transportiert und landet ausgerechnet bei der unglücklichen Rosie und ihrer trostlosen Familie. Rosie ist gerade mit ihren Gesangskünsten krachend in einem Talentwettbewerb gescheitert. Merdyn verspricht ihr, einen Sangeszauber, sofern sie ihm hilft a) sein magisches Zepter zurückzuerlangen und b) ins Jahre 511 zurückzukehren. Rosie weiß zwar noch nicht wie, ist aber fest entschlossen diese Aufgabe zu bewältigen.

Ehrlich, anfangs war mir gar nicht zum Lachen zumute, da mir Rosie viel zu leid tat. Ihr geliebter Vater gestorben, ihre Mutter verbringt die Tage depressiv vor dem Fernseher und futtert Pralinen, ohne sich um ihre Kinder zu kümmern und Bruder Chris interessiert sich nur für Mode und sein Aussehen. Rosie mit ihrem wirren roten Kraushaar, Brille und Sommersprossen hält ihre Optik nicht für ihre Stärke, doch ihr Vater war fest davon überzeugt, dass in ihr etwas ganz Besonderes steckt. Überzeugt davon, dass er sich nicht irrte, kam Rosie zum dem trügerischen Schluss, dass es wohl ihr Gesangstalent sei, immerhin beschwert sich Meerschweinchen Pupsie nicht, wenn sie ihm vorsingt... In der neuen Schule wird sie nur gehänselt, aber Rosie ist wirklich unerschütterlich und gibt nicht auf. Selbst als der komische Hexenmeister vor ihr steht, sieht sie noch eine Chance. Auch Merdyn ist kein Held für die große Liebe auf den ersten Blick. Dennoch steckt mehr in ihm, als er auf Anhieb preisgibt und davon ist nicht nur Rosie überzeugt. Gemeinsam werden sie die Welt auf den Kopf stellen, na ja, geplant war das ja eigentlich nicht.

Merdyn und seine Sprechweise erinnerte mich immer wieder an den britischen Klassiker Catweazle, allerdings durch den Strom der Zeit in eine noch schnelllebigere Zeit getragen. Die Verblüffung über die heutige Technik funktioniert immer wieder gut, ebenso wie das Erstaunen über die sprachliche Ausdrucksweise des möglicherweise, geisteskranken Hexenmeisters. Sehr schön finde ich daher immer wieder, wenn Jürgen von der Lippe beherzt den jungen Zuhörern erklärt, was denn Merdyn da so von sich gibt. Meistens erklärt er den Ursprung und die Bedeutung heute nicht mehr gebräuchlicher Begriffe, aber bisweilen geht es auch um Gepflogenheiten des finsteren Mittelalters, bzw. warum das finstere Mittelalter eigentlich finsteres Mittelalter heißt. Mit Licht und Sonne hat das wenig zu tun. Das erzählt er so vergnüglich, dass echt was hängenbleibt. Gut bei den altmodischen Beleidigungen hilft wiederholtes Anhören. Wer an diesem skurrilen Abenteuer so viel Vergnügen hat, wie Jürgen von der Lippe selbst, wird es sicherlich auch mehr als einmal hören. Zwischen einzelnen Kapiteln rappt der Comedian kurze Einsichten und Ansichten des Hexenmeisters im Merdyn-Style. Ich wage mal zu behaupten, dass er als Rapper ähnlich erfolgreich wäre, wie Rosie als Beyoncé-Nachfolgerin...

Dies ist das erste Kinderbuch des britschen Comedian und Drehbuchschreibers Simon Farnaby. Neben den kleinen Schlaumeiereien zum Mittelalter gelingt es ihm zwischen den Gags auch noch einige Weisheiten in Merdyns Raps einzubauen, die vom Mittelalter bis heute an ihre Gültigkeit nicht verloren haben. Um etwas Besonderes zu sein, braucht man kein berühmter Popstar zu werden, oder anderen hinterher zu eifern. Lieber sollte man ganz tief in sich hineinhorchen um auf eventuell verblüffende Talente zu stoßen. Oder auch mit Merdyns Worten „Wird man über Nacht zum Star, sieht man erstmal nicht mehr klar.“. Diese Kombination aus Ernsthaftigkeit und britischem Humor ist schon etwas ganz Besonderes.

Empfohlen wird es als Buch ab 8 Jahren, als Hörbuch ab 7 Jahren. Tatsächlich würde ich das Alter höher ansetzten. Mit 7 Jahren kannte meine Tochter derartige TV-Shows noch nicht und auch einiges andere, worauf hier humorvoll Bezug genommen wird, ist Kindern aus lesenden Haushalten oft erst später bekannt. Empfohlen wird dieses skurril magische Abenteuer für Fans von David Williams. Ich kenne lediglich Gangsta-Oma und fand die Grundsituation in der der Junge aufwuchs so freudlos und deprimierend, dass mir das Lachen im Halse stecken blieb. Anfangs ging es mir ähnlich, aber Rosie ist pfiffig, sie schafft es sich nicht unterkriegen zu lassen und gibt nicht auf. Es ist der unerschütterliche Glaube ihres verstorbenen Vaters an sie, der ihr Halt gibt. Sie erkennt in Merdyn das Unmögliche und so geht es nach und nach mit ihrem Leben bergauf, am Ende ist wirklich alles gut, na ja, fast. Es ist wirklich ein gutes Ende und kein kitschiges. Aber davor lassen es die zwei Hexenmeister gehörig krachen und das ist ganz schön dramatisch und aufregend.

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Veröffentlicht am 30.10.2021

Sehr spannend und beängstigend

Der neunte Arm des Oktopus
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„Greta Thunberg ist keine Spinnerin – sie hat nur keine Macht!“ so oder ähnlich lautet es in „Der neunte Arm des Oktopus“ dem apokalyptischen Klimakatastrophenthriller von Dirk Rossmann. Um die Klimakatastrophe ...

„Greta Thunberg ist keine Spinnerin – sie hat nur keine Macht!“ so oder ähnlich lautet es in „Der neunte Arm des Oktopus“ dem apokalyptischen Klimakatastrophenthriller von Dirk Rossmann. Um die Klimakatastrophe noch aufzuhalten muss man diese nicht nur erkennen, man braucht auch Macht! Also schrieb Dirk Rossmann einen Thriller über das erträumte Gedankenspiel, was passieren würde, wenn die drei mächtigsten Nationen China, Russland und die USA sich verbündeten und durchgriffen: Neue Klimastandards würden diktiert und deren Missachtung mit harter Hand, auch militärisch, abgestraft! Natürlich würde dies den anderen, bislang souveränen Staaten nicht passen, dass diese drei sich in ihre inneren Angelegenheiten einmischen. Eine geheime Gegenbewegung entsteht, um diese 3 Mächtigen die G3 aufzuhalten. Das hört Caterer Ricardo mit an, der aufgrund seines Äußeren, gerne unterschätzt wird. Als Diplomatensohn versteht er nicht nur muttersprachlich Chinesisch, sondern begreift das ungeheuerliche Ausmaß dessen, was er belauscht hat. Obwohl er eigentlich immer nur kochen wollte, muss er nun die Welt retten, wer soll es denn sonst tun?

Mit Perspektiv- und Zeitwechseln zeigt Dirk Rossmann einerseits auf, woran wir erkennen, dass die Klimakatastrophe kein abstraktes Hirngespinst ist, sondern schon ganz konkret Leben auslöscht, im Jetzt und Hier und er springt in die Zukunft, als die 3 G die Geschicke der Welt an sich reißen. Er erzählt aus der Sicht der Klimaopfer, aber auch der 3 Mächtigen, ihrer Gegenspieler und Opportunisten und immer mehr aus Sicht des Kochs, der da irgendwie hinein geraten ist... Alles beginnt 2018 und verdichtet sich dann im ganz großen Konflikt 2025 als Handeln der einzige Ausweg ist, um unsere Welt zu retten. Doch muss es unbedingt so sein? Ist es wirklich erforderlich, dass die drei mächtigsten Nationen den übrigen die Regeln diktieren? Da wird einem unbehaglich, wenn man aber bedenkt, welch Despoten in einigen Ländern, mit viel Einfluss auf unser Klima, am Ruder sitzen, kommt man ins Grübeln. Putin, Xi und Harris (ja, Joe Biden ist 2025 nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten) sind noch am Ruder, der brasilianische Präsident, der unser aller Zukunft riskiert ist jedoch ein anderer, nicht weniger egomaner Charakter. Auch für ihn steht sein Prestige und das Wahren seines Gesichtes über dem Wohl der Allgemeinheit. Seine verbissene Entschlossenheit bringt die ganz Welt in Gefahr, da er das zwingende Angebot der G3 nicht annehmen will. Gut, dass der Koch Ricardo im Rahmen eines Auftrage belauscht, wie eine Allianz im Untergrund sich gegen diese Pläne zur Umweltrettung formt und was sie planen. Doch was kann ein Koch alleine schon ausrichten. Ricardo daSilva ist weder gut aussehend, noch sonst irgendwie bemerkenswert, außer als Koch, denn in seiner Arbeit ist er überragend und daher hat er zwar keine besonderen Beziehungen, keine Nahkampfausbildung, aber die besten Messer, die es auf dem Markt gibt... Ich wußte, das gute Messer teuer sind, aber so teuer?! Spannend, faszinierend und irgendwie anders. Aber richtig Mut für die Zukunft macht dieser Endzeitthriller nicht!

Sowohl in die Schilderung der politischen Geschehnisse, als auch der Folgen von Armut, Umweltzerstörung, unkontrolliertem Bevölkerungswachstum fließen jede Menge gut recherchierte Fakten und wissenschaftliche Hintergrundinfos ein. Beim Hören ist das manchmal etwas sehr geballt, da habe ich einfach einige Passagen mehrfach gehört. Das ist zwar untypisch für Thriller, aber ich wollte auch keine entscheidenden Infos überhören. Ja, es wird auch immer wieder auf den namensgebenden Oktopus eingegangen und auf den 9. Arm des Oktopoden... mit einigen verblüffenden Resultaten. Ich muss zugeben, dass die Tiere deutlich interessanter sind, als ich dachte!

Sprecher Ralf Hoppe ist übrigens Journalist und Mitautor der Fortsetzung, seine seriöse Stimme verleiht der Lesung Dringlichkeit, Sachlichkeit und Spannung durch Authentizität! Er ist nicht mehr der Jüngste, aber gerade das erhöht das Gefühl Einblick in politische Vorgänge zu nehmen und auch die wissenschaftlichen Fakten, die immer wieder miteinfließen, zur Begründung des Geschehens klingen hierdurch noch wissenschaftlicher.

Was mich etwas störte war der Epilog, der zwar als Nachwort vielleicht ganz interessant gewesen wäre, zumindest was die Hintergründe zum Schreiben des Buches betrifft, aber so viel Altkanzler Gerhard Schröder brauche ich auch nicht. Für mich hatte er nicht wirklich etwas in der Geschichte verloren. Man kann diesen Teil aber auch einfach ausschalten oder nicht lesen, denn bis dahin hat Koch Ricardo ja schon die akute Gefahr gebannt. Das ist wirklich spannend, spannender als ein Skatabend mit Gerhard Schröder ;) Für den ziehe ich tatsächlich einen Stern ab. Weil so ein Nervfaktor am Ende eines guten Buches echt stört

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Veröffentlicht am 13.10.2021

Der Feenschwur!

Ruby Fairygale. Das Tor zur Feenwelt
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Ruby Fairygale lebt mit ihrer Ziehmutter Nana und dem ein Jahr älteren Noah auf der abgeschiedenen windumtosten Insel Patch Island in der irischen See. Gemeinsam kümmern sie sich um verletzte magische ...

Ruby Fairygale lebt mit ihrer Ziehmutter Nana und dem ein Jahr älteren Noah auf der abgeschiedenen windumtosten Insel Patch Island in der irischen See. Gemeinsam kümmern sie sich um verletzte magische Tiere und Wesen. Früher geschah dies im Verborgenen, inzwischen völlig offen. Doch irgendwas scheint aus dem Gleichgewicht geraten zu sein. Immer mehr Magische kommen auf die Insel und breiten sich aus. Sehr zum Missfallen von Brenda der Wirtin. Sie sind etwas ratlos, da bekommt Noah eine Einladung des Feenrates, ohne die er nicht in diese eintreten könnte, da er anders als Ruby kein magisches Blut in seinen Adern hat. Der Hohe Rat der Feen ist besorgt über die wachsende Ablehnung der Einheimischen gegenüber den Magischen und bindet Ruby und Noah durch ein Versprechen, dass den Magischen kein Leid zugefügt werden darf und sie in der Pflegestation stets bestens versorgt werden. Auweia, ein solches Versprechen gegenüber den Feen kann ganz schön gefährlich werden!

Noah ist völlig erschlagen von all den Aufgaben, die er für seine Prüfung in einer Woche im Fernstudium lernen muss. Fernunterricht verlangt viel Disziplin und ist viel schwieriger als erwartet, aber wenn er diese Prüfung nicht schafft, muss er doch ins Internat und darf nicht auf Patch Island bleiben. Damit hat Noah gleich die Sympathie aller Homeschooling geplagter Zuhörer auf seiner Seite! Selbst Noah kann nicht alles sofort, sondern hat bisweilen Schwierigkeiten. Auch das Problem, dass die Inselbewohner sich von der plötzlichen Schwemme an Magischen völlig überfordert und überrollt fühlen ist nachvollziehbar. Zum Glück gibt es die Fee Felicity, die Ruby und Noah hilft diesem Phänomen auf den Grund zu gehen, während Nana zum Großeinkauf auf dem Festland ist. Mit ihrer Hilfe und Einladung kann auch Noah einzelne Portale in die Feenwelt und aus dieser heraus betreten. Irgendetwas oder irgendjemand scheint zahlreiche von ihnen zu blockieren!
Auch dieser Band bietet uns ein Wiedersehen mit bereits bekannten Insulanern und Magischen und die Geschichte entwickelt sich weiter. Es kommen aber auch völlig neue Aspekte hinzu, wie die ständig über ihnen schwebende Gefahr den Schwur gegenüber dem Hohen Rat der Feen zu brechen, wenn auch trotz aller Anstrengungen! Durch diesen recht frühen Aufbau dieser Spannungssituation empfinde ich den vierten Band als den spannendsten bisher. Allerdings wird aus diesem Spannungsbogen für meinen Geschmack nicht genug gemacht, wobei es sein kann, dass er erst im nächsten Band aufgelöst wird. Dieses Mal wird er durch einen weiteren Spannungsbogen überlagert und überholt, der sich zum großen Showdown aufbaut und auflöst. Die akute Gefahr hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, doch leider gilt dies nicht für alle Probleme auf Patch Island und so endet dieser Band für uns mit gemischten Gefühlen. Dadurch, dass dieses Abenteuer auch wieder in der Ich-Form aus Rubys Sicht erzählt wird, spürt man sämtliche Gefahren noch viel unmittelbarer, aber auch ihre Freude und Sorgen. Sehr schön finden wir, dass sich einige bisherige Bösewichte tatsächlich zum Guten gewendet haben, während andere leider unbelehrbar bleiben.

Auf dieser Aufnahme wird für mein Empfinden die Atmosphäre durch noch mehr keltische Klänge und Instrumentals des „Celtic Tradition“ Ensembles verdichtet. Die typisch irischen Weisen lassen vor dem inneren Auge grüne Hügel und eine raue See heraufbeschwören. Julia Nachtmann spricht dazu alle Charaktere mit ihrer warmen wandelbaren Stimme, so lebendig, als wäre man bei ihnen. Selbst die magischen Geschöpfe bekommen ihre eigenen, z.T. doch recht frechen Stimmen, z.T. Schaurig-hohl wie bei den Ghoulen.

Auch dieses Buch ist wieder außerordentlich liebevoll gestaltet, mit bedruckten Tonträgern und Zitat aus dem Buch im Booklet. Dieses enthält natürlich auch die Trackliste.

Ein magisches Abenteuer um Freundschaft, Loyalität und Vorurteile, ebenso wie die Offenheit gegenüber allem was auf dieser Welt möglich und unmöglich erscheint! Ab 10 Jahren.

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Veröffentlicht am 27.09.2021

Ein Quell der Inspiration in der Küche

Mein grünes Familienkochbuch
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Gesunde, vitaminreiche Ernährung, die auch im Alltag gelingt und der ganzen Familie schmeckt, das klingt doch fast nach der berühmten Eier-legenden-Wollmilchsau! Die Autorin ist Ärztin und selbst Mutter, ...

Gesunde, vitaminreiche Ernährung, die auch im Alltag gelingt und der ganzen Familie schmeckt, das klingt doch fast nach der berühmten Eier-legenden-Wollmilchsau! Die Autorin ist Ärztin und selbst Mutter, hat also Erfahrung mit den Schwierigkeiten unterschiedliche Geschmäcker unter einen Hut zu bekommen und dabei an die Nährstoffversorgung des Nachwuchses zu denken.

Damit dies gelingen kann gibt es erst einmal nach dem Vorwort Besser-Esser-Wissen. Dabei wird nicht nur auf Ernährungsbasics, sondern auch Tipps für den Familienalltag eingegangen z.B. wie man die Zuckermengen im Alltag reduzieren kann und vom Industriezucker durch Alternativen wegkommen kann. Wenn alle Tipps bis dahin noch nicht geholfen haben, gibt es immer noch die Rubrik „was mache ich wenn...“ Hier finde ich Hilfen, wenn meine Lieben, nicht so leicht zu überzeugen sind. Einiges kennt man schon, bei anderem ist es gut daran erinnert zu werden oder man hätte ja auch selbst drauf kommen können... Na und, es hilft, und das ist doch die Hauptsache. Na ja, nicht immer, aber immer wieder mal (also wenn jemand eine Zutat gar nicht mag, da diskutiere ich auch nicht lange, dann wird sie ausgetauscht, gegen was anderes).

Beim Durchblättern ist mir auch direkt so einiges aufgefallen, was wir unbedingt ausprobieren mussten und müssen. So kam das Trinkmüsli so gut an, dass ich direkt nachlegen musste, für die Müsli-Esser unter uns, die 50 % der Familie ausmachen. Also hatte ich das Rezept halbiert, um es dann noch ein 2. Mal zu machen... In der Leserunde waren die Overnight-Oats der Hit, aber als Haferflockenmuffel, hatten sie bei mir keine Chance. Die Pancakes-Variationen sind aber super für die Butterbrotdose an langen Schultagen. Die Apfelpancakes kamen als Neuerung zu den üblichen Pancakes sehr gut an und lassen sich auch gut am Abend zuvor vorbereiten. Ach ja, es lässt sich einiges ganz gut schon vorher vorbereiten. Daher gibt es auch zu diesem Aspekt Hilfen. Welche Lebensmittel halten sich wie und wo, wie lange? Wie kann ich Mahlzeiten schon am Abend zuvor vorbereiten? Es gibt wirklich sehr ansprechend aussehende Vorschläge für Schichtsalate im Glas, die bei mir aber so gut ankommen wie Haferflocken (ja, irgendwo müssen die Kinder ihre eingeschränkte Essensauswahl ja herhaben...). Dafür waren die Dinkelecken prima, auch wenn ich mir die Mühe des eckigen Formens erspart habe, so dürfen sie künftig häufiger auf den Tisch, gelingen, sind lecker und gesund. Sehr lecker schmeckt dazu auch der Hummus aus dem Rezeptteil Snacks & Extras. Prima zum Dippen auch von Gemüseschnitten gegen den kleinen Hunger zwischendurch. Die Mini-Omeletts sind sehr praktisch, da sie auch sehr gut variabel an den jeweiligen Geschmack angepasst werden können. Sie werden einfach in Muffinförmchen gegossen und kommen in den Ofen. Dadurch kann man dann in einigen Förmchen z.B. auf die Frühlingszwiebeln verzichten... passen auch prima in die Butterbrotdose. Dort können sie auch auf die gefüllten Pizzabrötchen mit Mozzarella und Zucchini treffen, ein Rezept, das meiner Nachbarin mit Zucchini-Überangebot sehr gelegen kam. Es lassen sich übrigens einige Rezepte mit Zucchini finden, sogar im Zitronenkuchen und das schmeckt ganz anders, als gedacht...
Die Lunchbox-Mix-Tipps und die Butterbrot-Variationen gefielen dafür meiner Freundin umso besser, die meinte, dass ihre Jungs immer nur das Gleiche mitnehmen würden. Einfach mal der Kreativität freien Lauf lassen.

Sehr verheißungsvoll klang für mich die Schüttelpizza, als echte Alternative gegenüber Tiefkühlkost. Dummerweise lehnen beide Töchter Champignons ab und eine auch noch Mais und Zucchini.... rote Paprika und Eier sind denn irgendwie etwas einsam für dieses Rezept. Dafür kam das Bananeneis um so besser an. Tja, wir sind halt wohl eher so Bruncher und Nachtischler... wer braucht schon das dazwischen drin?

Je kulinarisch aufgeschlossener die Familienangehörigen sind, desto mehr wird man hier an Rezepten für den Alltag finden und desto nachhaltiger wird sich wohl auch die Ernährung umstellen lassen. Aber auch wenn wir echt langweilige Esser sind, wie meine Oma zu sagen pflegte, haben wir doch reichlich Tricks und Tipps erhalten, um doch schon einiges zu ändern und auch einige Rezepte, denen wir treu bleiben werden. Meine Große möchte nun unbedingt die vegane Schokoladencreme nachmachen.... Ich räume derweil die Küche...

Ein Quell der Inspiration, der sich in vielen Bereichen auch gut umsetzen lässt, vor allem bei experimentierfreudigen Familien. Aber vielleicht hilft dieses Buch ja auch so manch einer Familie ein wenig offener kulinarischen Neuerungen gegenüber zu werden und den Fleisch und Zuckerkonsum zu reduzieren. Ich hätte mehr Suppen- oder Eintöpfe erwartet bei gesunden Gemüsegerichten ohne Fleisch, aber da ich mit solchen schon bestens ausgestattet bin, kamen wir auf unsere Kosten. Es werden viele Anregungen für vegane Möglichkeiten gegeben, die für mich immer wieder erstaunlich bis befremdlich sind, dann aber doch immer wieder genüsslich überraschen, wenn ich mich überwinde es zu probieren.

Ich habe meine Rezeptpalette definitiv erweitert und werde auch viele Tipps immer wieder und hoffentlich öfter beherzigen.

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