Traf nicht meinen Lesegeschmack
Pirlo - Gegen alle RegelnPirlo, Strafverteidiger aus Düsseldorf, verliert seinen Job und richtet sich eine Wohnzimmerkanzlei ein. Er erhält einen lukrative Strafverteidigung, denn eine Unternehmergattin ist des Mordes angeklagt. ...
Pirlo, Strafverteidiger aus Düsseldorf, verliert seinen Job und richtet sich eine Wohnzimmerkanzlei ein. Er erhält einen lukrative Strafverteidigung, denn eine Unternehmergattin ist des Mordes angeklagt. Diese kommt gerade recht, denn er soll für seinen Bruder Schulden begleichen. Den Preis dafür bezahlen, dass er sich von der Familie losgesagt hat. Dazu muss er den Fall gewinnen und gemeinsam mit Sophie Mahler arbeiten er an einem Freispruch.
Meine Meinung: "Pirlo Gegen alle Regeln" ist der erste Fall für Strafverteidiger Pirlo. An den Schreibstil musste ich mich zunächst gewöhnen. Er ist zwar leicht und einfach, allerdings fand ich die Aneinanderreihung derart vieler kurzer Sätze über das gesamte Buch als störend, genauso wie die Definitionen aus dem Strafrechtskommentar.
Auch zu den Charakteren fand ich am Anfang des Buches überhaupt keinen Zugang. Pirlo selbst wirkte unsympathisch, überheblich und unorganisiert und auch seine Mandantin war nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Sophie hingegen, die Pirlo als junge und ambitionierte Anwältin zur Seite gestellt wird, wirkte authentisch und vor allem der Einblick in Sophies Privatleben beeinflusste die Story positiv.
Das Buch beginnt natürlich erst zu einem Zeitpunkt als der Mord schon geschehen ist und Pirlo als Strafverteidiger beauftragt wird.
Hier haben mir die Ermittlungen und vor allem die Szenen im Gerichtssaal gut gefallen. Gerade die Vernehmungen der Zeugen und das strategische Vorgehen fand ich spannend und hiervon hätte ich gerne noch mehr gelesen. Der Rest der Story traf nämlich leider nicht meinen Lesegeschmack und vor allem der Handlungsstrang rund um das Privatleben von Pirlo und seinen Brüdern war meines Erachtens nach völlig überflüssig und unrealistisch, vor allem das Ende. Zudem werden im Buch für meinen Geschmack zu viele Klischees bedient... Clanleben, Frauenbild, Highsociety Düsseldorfs und die attraktive Polin, die sich einen reichen Unternehmer angelt...Das fand ich insgesamt sehr oberflächlich dargestellt.
Für mich daher ein Justizkrimi, den man lesen kann, aber nicht unbedingt muss