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Veröffentlicht am 30.12.2024

Schreibstil top, die Protagonistinnen für mich flop.

Muffins und ein bisschen Rache
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Wie ich auf das E-Book aufmerksam wurde:

Ich wurde ganz klassisch geinfluenced. Als ich selbst nicht bei der Frankfurter-Buchmesse dabei sein konnte, sah ich in den Stories so vieler befreundeter Buchbloggerinnen, ...

Wie ich auf das E-Book aufmerksam wurde:

Ich wurde ganz klassisch geinfluenced. Als ich selbst nicht bei der Frankfurter-Buchmesse dabei sein konnte, sah ich in den Stories so vieler befreundeter Buchbloggerinnen, dass sie dieses Buch kauften, dass ich direkt nachsehen musste, ob es das bei der Netgalley als Rezensionsexemplar gab. Und ich hatte Glück: Gefunden, angefragt und genehmigt!

Handlungsüberblick:

Die gutmütige Muffinbäckerin Olivia wurde von all ihren Exbeziehungspersonen ausgenutzt. Die letzte Exfreundin bringt schließlich das Fass zum Überlaufen, als sie ihren geliebten ausgestopften Glückspinguin stielt.

Nachdem Olivia am schwarzen Brett des Krimi-Buchladens, in dem sie einmal wöchentlich ihren Buchclub abhält, einen Aushang nach einer Komplizin für ihren Rachefeldzug angepinnt und alle Bewerber:innen sorgsam geprüft hat, entscheidet sie sich für Margeret, die mysteriöse und eiskalte, aber eben auch wunderschöne und überaus intelligente Besitzerin des Buchladens. Na, wenn das mal gut geht...

Mein E-Book-Eindruck:

Wie ihr ja vielleicht wisst, spielt in meinen eigenen Büchern »Kopfloskunstvoll« und »Herzvollziellos« ein gelber Bulli eine Rolle. Daher hat mich das Cover direkt mit seinem süßen Bulli gecatcht. Ich mag außerdem, dass das Cover einige der wichtigsten Elemente des Buches direkt nach außen kehrt. Die Gestaltung ist mir allerdings ein kleines Bisschen zu simpel. Mein romantisches Herz hätte sich die beiden Protagonistinnen mit auf's Cover gewünscht. Wie sie knutschend an dem Bus lehnen oder in ihm sitzen. Einmal natürlich für's Herz, aber auch, um gleich die lesbische Thematik nach außen zu kehren, damit das Buch schneller seine Zielgruppe findet. Repräsentation ist alles! Eine kleine lesbische Fahne kann auch nie schaden.

Mein Leseeindruck:

Ich liebte Olivias Bulli und Margeretes Buchladen und hätte mir noch mehr Szenen an beiden Orten gewünscht, aber ich sehe auch, dass durch die Ausführung der Rachpläne die Möglichkeiten dafür sehr begrenzt waren.

Insgesamt fühlte ich mich von dem Buch gut unterhalten und musste auch oft schmunzeln, weil es sehr viele urkomische Szenen gab, die sehr bildlich beschrieben wurden. Während der gesamten Lektüre hatte ich viele Bilder im Kopf, was ein ziemlich cooles Leseerlebnis war und weswegen ich denke, dass sich das Buch auch hervorragend als Grundlage für einen Film eignen würde.

Darüberhinaus gefiel mir, dass neben dem Humor trotzdem auch wichtige ernstere Themen bahandelt wurden, wodurch das Buch mehr Tiefe erhielt.

Allerdings war ich überrascht, dass ich keine der beiden Figuren besonders sympathisch fand. Auf der einen Seite war es schön, zwei nicht ganz so perfekte Protagonistinnen zu haben, mit Ecken und Kanten, die aus dem Leben gegriffen wirkten, anderseits hat es mir gefehlt, mich beim Lesen ein Bisschen mit in die Figuren zu verlieben. Leider hat weder Olivia noch Margeret für mich Bookgirlfriend-Potential, weil mich einige ihrer Eigenschaften nervten, an ehemalige Dates erinnerten, aus denen (zum Glück) nichts geworden ist oder an manchen Stellen sogar wütend machten, wodurch es mir auch schwerfiel, ihnen ihre Liebesgeschichte abzukaufen.

Trotzdem denke ich, dass das Buch anderen Leser:innen inhaltlich super gut gefallen könnte, denn zum Glück wünschen sich ja nicht alle die gleichen Eigenschaften für ihre Bookgirlfriends oder überhaupt ein Bookgirlfriend.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Ich mochte sehr, dass es zwei Erzählperspektiven gab. So können sich Leser:innen von beiden Protagonistinnen ein Bild machen. Und das Beste war, dass sich beide Erzählperspektiven nicht nur flüssig lasen, sondern sich auch stark voneinander unterschieden, wodurch man wirklich zwei komplett andere Persönlichkeiten spürte. Während ein personaler Erzähler über Olivia berichtet, besteht Margerets Perspektive aus Tagebucheinträgen in der Ich-Perspektive und auch der Schreibstil ist durch den eher umgangssprachlichen Erzählton des personalen Erzählers und der eher bildungssprachlichen Tagebucheinträge unterschiedlich und genau passend zu den beiden Figuren. Diese unterschiedlichen Textsorten und Schreibtile habe ich bei so vielen anderen Büchern vermisst und in »Muffins und ein Bisschen Rache« einfach total gefeiert. Ich selbst schreibe ja auch meine Bücher mit zwei Erzählperspektiven immer eine in Gedichtform und eine in Prosaform, um genau diesen Effekt von zwei wirklich verschiedenen Erzählstimmen zu erzielen. Der Schreibstil ist für mich echt eine 10 von 10!

Abschlussfazit:

»Muffins und ein Bisschen Rache« konnte mich zwar nicht ganz mit seinen Protagonistinnen überzeugen, dafür aber 100 Prozent mit seinem Schreibstil.

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Zu wenig bittersüße Tiefe

Was wir im Stillen fühlten
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Handlungsüberblick:

»Was wir im Stillen fühlten« ist der erste Band der Problems-Reihe.

Yara hat sich zwar endlich von ihrem treulosen Mann getrennt, jedoch will er sie unbedingt zurückgewinnen und macht ...

Handlungsüberblick:

»Was wir im Stillen fühlten« ist der erste Band der Problems-Reihe.

Yara hat sich zwar endlich von ihrem treulosen Mann getrennt, jedoch will er sie unbedingt zurückgewinnen und macht ihr das Leben schwer. Als Chief hat er einen gewissen Einfluss in der Kleinstadt Honey Creek, in der beide wohnen, und verbietet anderen Männern, Yara zu daten. Zudem eröffet gegenüber von ihrer Hundepension der genauso unwiderstehliche wie unausstehliche Sternekoch Alex ein neues Restaurant und die Beiden geraten immer wieder aneinander. Erst nach einer aufrichtigen Entschuldigung entwickelt sich zwischen ihnen eine Freundschaft. Bald bietet Yara Alex ihre hunderfahrene Hilfe an und als Gegenleistung fake-datet Alex Yara, um ihrem Ex ein klares Zeichen zu setzen. Doch wie fake ist diese Liebe wirklich?

Mein E-Book-Eindruck:

Ich mag den magischen Nachthimmel auf dem Cover total gerne und finde auch, dass er hervorragend zum Titel passt. Optisch lohnt es sich, durch den zauberschönen Farbschnitt definitiv eher das Buch zu kaufen als das E-Book.

Ich bin keine große Klappentextleserin und entscheide meistens durch die ersten Sätze eines Buches, ob ich die Geschichte lesen möchte, aber als ich den Klappentext las, um meinen Handlungsüberblick für die Rezension zu schreiben, fiel mir auf, dass der Klappentext ein paar irreführende Informationen beinhält. Das kannte ich bisher von meinem Lieblingsverlag nicht und finde ich sehr schade. Andere Informationen, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Yara eine Hundepension führt, habe ich hingegen im Klappentext vermisst. Durch diese Info könnten sich Hundemenschen direkt angesprochen fühlen und Menschen, die Hunde nicht besonders mögen, im Buchladen zu einem anderen Buch greifen.

Mein Leseeindruck:

Ich muss leider zugeben, dass ich mir von dem Buch mehr versprochen hatte und auch sehr viel erwartet hatte, da ich die bisher von Brittainy C. Cherry veröffentlichten Bücher sehr mochte

»Was wir im Stillen fühlten« las sich wie die anderen Bücher von ihr sehr schnell, allerdings fand ich es sehr viel weniger bittersüß als ihre bisherigen Bücher. Ich vermisste diese Bittersüße und auch die Tiefe der Figuren, die durch das Teilen dieser schlimmen und besonders schönen Momenten einherging. Brittainy C. Cherrys neues Buch hat dahingehen sehr viel mehr Wohlfühlromanvibes und Kleinstadtcharme. Aus diesem Grund war »Was wir im Stillen fühlten« für mich eher ein nettes Buch für zwischendurch. Die Geschichte von Alex und Yara hat mich gut unterhalten, aber viel weniger berührt als zum Beispiel die Geschichten der Paare aus der Romance-Elements-Reihe, auch, wenn der Grund, warum Alex genau dort sein Restaurant eröffnet hat, eigentlich sehr romantisch ist.

Ich konnte zwar mit den Figuren mitfühlen, mich aber nicht ganz so gut in sie einfühlen, einfach, weil ich nicht sehr viel mit ihnen gemeinsam habe. Ich kann weder mit dem Thema "Kochen", noch mit dem Thema "Hunde" sehr viel anfangen. Und auch das Thema "Kleinstadt" ging mir manchmal mehr auf die Nerven, als dass ich mich in dem von Brittainy C. Cherry beschriebenem Kleinstadtcharme wohlfühlte.

Darüber hinaus ging mir der Umschwung vom Grumpy-Guy zum Traummann etwas zu schnell, weswegen Alex auf mich etwas unglaubwürdig wirkte.

Der Vater von Yara und ihre Schwestern waren mir hingegen sehr sympathisch. Gerne hätte ich auch etwas mehr über Yaras Schwestern erfahren, weil ich die Familiengeschichte von Yara interessant fand. Aber die Schwestern blieben leider etwas ungreifbar. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass sie jede noch ihr eigenes Buch in der Reihe bekommen werden. Und man so natürlich neugieirig auf sie ist.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

In »Was wir im Stillen fühlten« gibt es zwei Perspektiven und auch ein paar eingeflochtene Rückblenden, die für Abwechslung sorgen und durch welche man einen besseren Zugang zu den Figuren finden kann.

Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr flüssig, wodurch die Seiten nur so dahinfliegen, aber er ist ebenso wie die Geschichte weniger bittersüß als ich es von Brittainy C. Cherry kenne.

Mein Lieblingszitat:

Viele Stellen habe ich in »Was wir im Stillen fühlten« nicht markiert. An einer Stelle im Buch sprach mir allerdings der Vater von Yara aus der Seele. Diese zitiere ich hier:

Er beugte sich vor und sagte: »Kehre niemals zu den Menschen zurück, die dich tief verletzt haben. Sie haben immer noch dieselben Messer im Schrank, mit denen sie dir vorher schon wehgetan haben, selbst wenn sie lächeln und behaupten, es wäre nicht so. Und manchmal haben sie ihre Messer sogar noch zusätzlich geschärft.« (»Was wir im Stillen fühlten«, S. 177)

Mein Abschlussfazit:

»Was wir im Stillen fühlten« hat weniger bittersüße Tiefe und ist mehr Wohlfühlbuch mit Kleinstadtcharme.

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Veröffentlicht am 12.10.2022

Bindungsängste und die Hoffnung, diese mit jemandem gemeinsam zu überwinden.

Up to Date – Drei Dates machen noch keine Liebe – oder doch?
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Mir hatten die bisher von Beth O'Leary erschienenen Bücher gefallen, daher fragte ich »Up to date« beim Bloggerportal als Rezensionsexemplar an und freute mich sehr, ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Mir hatten die bisher von Beth O'Leary erschienenen Bücher gefallen, daher fragte ich »Up to date« beim Bloggerportal als Rezensionsexemplar an und freute mich sehr, als ich es im Briefkasten fand.

Handlungsüberblick:

»Up to date« erzählt auf mehreren Zeitebenen über drei Frauen, die alle am Valentinstag von Joseph Carter versetzt werden. Warum warten die erfolgreiche Geschäftsfrau Siobhan, die naturverbundene Miranda und die schüchterne Buchliebhaberin Jane vergebens auf ihr Date? Und welcher der Drei gehört heute Josephs Herz?

Mein Bucheindruck:

Ich mag es sehr, dass man gleich auf den ersten Blick erkennt, dass es sich um ein weiteres Buch von Beth O'Leary handelt, da das Cover-Design den bereits erschienenen Büchern ähnelt.

Mein Leseeindruck:

Ich hatte von dem Buch etwas anderes erwartet.
Zunächst hatte ich mir von »Up to date« mehr Witz versprochen, wie es bei den ersten veröffentlichten Büchern von Beth O'Leary der Fall war. Allerdings hätte ich diese Erwartungshaltung ablegen können, denn es ließ sich ja bereits bei den bereits veröffentlichten Büchern eine klare Entwicklung erkennen, während "Love to share" und "Time to love" noch witzige Wohlfühlbücher waren, wurde "Drive me crazy" schon sehr viel ernster. "Up to date" ist nun noch einmal tiefgründiger.
Außerdem hatte der Klappentext mich denken lassen, dass sich die drei Frauen begegnen und sich gemeinsam gegen den Mann verbünden würden und es zu witzigen Verwicklungen kommen würde. Dies geschieht jedoch nicht, weil es mitunter verschiedene Zeitebenen sind.
Einen Großteil der Lektüre über war ich verwirrt, weil ich nicht verstand, wie genau die Geschichten der drei Frauen zusammenhingen und nicht wusste, was ich von Joseph Carter halten sollte. Er blieb bis zu den letzten Seiten ungreifbar und erst ganz am Ende gab es eine Auflösung.
Am besten hat mir der Epilog gefallen, der aus Josephs Perspektive erzählt ist und ihn etwas greifbarer und vor allem sehr viel sympathischer machte. Ich bedauerte etwas, dass nicht der ganze Roman so einen Wohlfühlmoment bei mir erzeugt hatte wie der Epilog. Tatsächlich zieht sich durch den Roman eine Schwere, die nichts für schwache Gemüter ist. Ich mochte diese bittere Süße, hätte mir aber noch mehr im Buch verteilte Wohlfühlmomente als Gegenpol gewünscht.

Die Frauen lernt man im Verlaufe des Buches sehr viel besser kennen als Joseph. Besonders mit Siobhan konnte ich mich gut identifizieren. Ihre Ängste vor einer tiefen Bindung konnte ich nur zu gut nachfühlen, daher stammen auch die meisten meiner Lieblingsstellen aus den Seiten, die von ihr erzählen.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Der Schreibstil ist flüssig. Allerdings habe ich den Wohlfühlzauber, der "Love to share" und "Time to love" innewohnte, in diesem Buch vermisst. Die Erzählstimmen heben sich bei den verschiedenen Figuren leider auch nicht so sehr voneinander ab, wie es bei "Love to share" der Fall war, was vor allem daran liegt, dass nicht aus der Ich-Perspektive erzählt wird.

Mein Abschlussfazit:

»Up to date« ist ein ernstes Buch über Verlust, Bindungsängste und die Hoffnung, diese mit jemandem gemeinsam zu überwinden.

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Veröffentlicht am 12.07.2022

Schnelle Beats über eine Frau, dessen heimlicher Geliebter kurz nach einem Streit bei einem Verkehrsunfall stirbt.

Verheizte Herzen
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Die Bücher, die ich bisher von Sarah Crossan gelesen habe, begeisterten mich sehr. Ich liebe ihre Beatpoesie. Aus diesem Grund wollte ich natürlich unbedingt ihr ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Die Bücher, die ich bisher von Sarah Crossan gelesen habe, begeisterten mich sehr. Ich liebe ihre Beatpoesie. Aus diesem Grund wollte ich natürlich unbedingt ihr neues Buch lesen und war super dankbar, dass mir Kiepenheuer & Witsch ein Rezensionsexemplar genehmigten.

Handlungsüberblick:

Der Roman ist in schnellen Beats geschrieben und erzählt die Geschichte von der Anwältin, Mutter und Ehefrau Ana, dessen heimlicher Geliebter kurz nach einem Streit bei einem Verkehrsunfall stirbt. Ana hatte sich immer mehr von der Affäre erhofft und erfährt von Connors Tod ausgerechnet von seiner Frau Rebecca, in der Rolle der Testamentsvollstreckerin. Um mit ihrer Trauer nicht allein zu sein, sucht sie schon bald auch im Privaten die Nähe zu Rebecca, bis es an Besessenheit grenzt und Ana ihre eigene Familie vernachlässigt. Dabei stellt sich Ana unaufhörlich Fragen: War Rebecca wirklich so unerträglich, wie Connor immer behauptet hat? Hatte er überhaupt vor, sie irgendwann zu verlassen? Und vor allem: Wie kann sie sich und ihm jemals verzeihen?

Mein Bucheindruck:

Mir gefällt, dass das Originalcover beibehalten wurde, hätte mir aber gewünscht, dass der deutsche Titel näher am Originaltitel geblieben wäre. Durch die Titeländerung lassen sich die Bienen auf dem Cover nicht mehr gut erklären. Im Englischen lautet der Titel "Here is the Beehive", also wörtlich übersetzt "Hier ist der Bienenstock/Bienenkorb". Der Originaltitel verweist auf ein Kinderlied, in dem es um einen Bienenstock geht und Bienen, die sich zunächst in ihm verstecken; ein Lied, das die Kinder von Ana im Buch auch singen. Der Originaltitel kehrt also in Verbindung mit dem Cover eines Aspekt des Buches nach außen, der bei der deutschen Ausgabe verloren geht.


Mein Leseeindruck:

Dass das Buch ein eher ernstes Thema behandelt, verrät ja schon der Klappentext, trotzdem hatte ich wenigstens zum Ende hin etwas Optimismus erwartet, aber die deprimierte Grundstimmung riss bis zum Ende nicht ab.

Die Protagonistin blieb mir leider bis zum Ende unsympatisch. Es fiel mir schwer, mich in sie einzufühlen und ihre Reaktionen konnte ich nur schwer nachvollziehen. Ich erwischte mich immer wieder bei dem Gedanken, dass ich an ihrer anders gehandelt hätte. Allerdings war ich natürlich noch nie in einer ähnlichen Situation.

Insgesamt war ich etwas enttäuscht von »Verheizte Herzen«, sagte mir aber auch, dass ich bisher vor allem Jugendbücher von Sarah Crossan gelesen und geliebt hatte. Vielleicht war ich einfach noch nicht die richtige Zielgruppe. Meiner Meinung nach entsprechen verheiratete oder geschiedene Frauen ab 40 vermutlich eher der Zielgruppe, als eine 29-jährige noch ledige Studentin. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch Frauen, die sich mit dem Thema des Buches und der Protagonistin stärker identifizieren können, besser gefallen würde.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Ich flog nur so durch die schnellen Beats von Sarah Crossan und las »Verheizte Herzen« innerhalb eines Tages aus. Ich mag die Sarah Crossan eigene Beat-Poesie, trotzdem habe ich anders als bei ihren vorhergehenden Büchern weniger Textstellen markiert und fand den Schreibstil weniger kreativ. Die einzige Markierung war der Neologismus "Freitagsfuror" auf Seite 33. Allerdings habe ich mich auch gefragt, ob das vielleicht auch an der Übersetzung lag. Als Französischstudentin weiß ich, dass Poesie zu übersetzen wirklich nicht einfach ist.

Mein Abschlussfazit:

»Verheizte Herzen« erzählt in schnellen Beats die Geschichte einer Frau, dessen heimlicher Geliebter kurz nach einem Streit bei einem Verkehrsunfall stirbt.

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Veröffentlicht am 24.11.2021

Ein Buch voll Parisflair für Zwischendurch.

Love Paris Dance
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Ich bin durch eine Leserunde bei Lovelybooks auf das Buch aufmerksam geworden. Bücher, die in Paris spielen, machen mich immer neugieirg, also musste ich mich natürlich ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Ich bin durch eine Leserunde bei Lovelybooks auf das Buch aufmerksam geworden. Bücher, die in Paris spielen, machen mich immer neugieirg, also musste ich mich natürlich für die Leserunde bewerben. Nochmal ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle dafür, dass ich dabei sein durfte.

Handlungsüberblick:

Mia möchte Profitänzerin werden und ist auf dem Weg zu dem Ferienprogramm des Pariser Balletts. Der Sommer verspricht unvergesslich zu werden, nicht nur, weil auch ihre Erzfeindin mit dabei ist, sondern auch, weil Mia in Paris noch ein Familiengeheimnis lüften will und schon bald den süßen Louis kennenlernt...

Mein Bucheindruck:

So schön, wie ich den Bucheinband mit dem Buchschnittschutz am Anfang fand, während des Lesens fand ich ihn leider ziemlich hinderlich. Es ließ sich nicht gut als Lesezeichen nutzen und auch nicht gut zur Seite wegklappen. Im Laufe des Lektüre hat er bei mir leider unschöne Knicke bekommen. Ansonsten ist das Cover sehr passend zum Inhalt des Buches gestaltet. Durch die Silhouette der Tänzerin, die das I im Titel formt und die Silhouette des Eiffelturms, der das A formt, weiß man sofort, dass es um Paris und Tanz geht.

Mein Leseeindruck:

Ich bin super gut im Buch angekommen, mir hat es sehr gefallen, dass die Handlungs direkt an Fahrt aufnahm und man gleich mittendrin war. Das Erzähltempo ist insgesamt recht flott und passt gut zu der aufregenden Zeit, die Mia erlebt. Das schnelle Erzähltempo sorgte dafür, dass ich nur so durch die Seiten flog und die Spannung bis zum Ende anhielt.

Mia war mir schon von der ersten bis zu letzten Seite sehr sympathisch. Ihre leichte Unsicherheit machte sie sehr menschlich und authentisch. Sie ist alles andere als eine verbissene Tänzerin, voll Konkurrenzdenken, für die nur das Ballett zählt. So viele Bücher und Filme sind schon erschienen, in denen thematisiert wurde, dass man als professionelle Balletttänzerin kein Leben hat und der Leistungsdruck die Tänzerinnen zerfrisst. Vor allem muss ich dabei immer an den Film "Black Swan" mit Natalie Portman denken. Es war schön zu lesen, dass es auch anders geht. Ich fieberte mit Mia mit und freute mich, sie in Paris begleiten zu können. Im Gegensatz dazu blieb mir Louis leider bis kurz vor dem Ende suspekt. Beim Lesen wartete ich fast schon darauf, dass er einen Fehler machen würde. Irgendwie traute ich ihm nicht so recht, er war mir etwas zu perfekt.

Am besten gefiel mir an dem Buch, dass die typischen Pariser Orte in die Geschichte eingeflochten werden, so kommt direkt ein Bisschen Paris-Flair nach Hause! Ich habe ein Jahr in Paris gelebt und vermisse die Stadt noch heute ziemlich oft, daher freut es mich sehr, mit Hilfe des Buches gerade etwas gegen mein Fernweh tun zu können. Außerdem hat es mich gefreut, dass ich trotz meines Auslandsaufenthaltes noch von einen neuen Ort erfahren konnte. Die Promenade plantée kannte ich bisher noch nicht und ich freue mich schon, sie bei meinem nächsten Paris-Besuch zu entdecken.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Das Buch ist nur aus einer Perspektive geschrieben, nämlich aus der von Mia. Somit bleiben Louis Absichten und Gedanken bis zum Ende im Verborgenen. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das nur aus einer Perspektive geschrieben wurde, vielleicht fiel es mir deswegen so schwer, Vertrauen zu Louis zu fassen. Durch die Lektüre von »Love Paris Dance« ist mir klar geworden, dass ich lieber Bücher mit zwei Perspektiven lese.

Am Schreibstil hat mir gefallen, dass die Autorin versucht hat, Französische Wörter und Redewendundungen mit in die Dialoge einzubauen. Doch leider gelang ihr das nicht durchweg korrekt. Einige der eingefügten französischen Ausdrücke sind offenbar nicht korrekturgelesen worden. Durch andere Symbole ersetzte Apostrophe (S. 87), falsche Verbkonjugationen (S. 90), fehlende Akzente (S. 90) oder in einer anderen Schriftart eingefügte cédilles [ç] (S. 54) ärgerten mich als Französisch-Studentin. Das hätte im Korrektorrat überarbeitet werden müssen. Für mich ging an diesen Stellen leider einiges an Authentizität verloren, was ich sehr schade fand.

Auch erschien es mir nicht logisch, dass Notre Dame in der Mitte des Buches als durch einen Brand geschädigt beschrieben wurde, obwohl sie bereits am Anfang des Buches ohne die Schäden Erwähnung fand, und der Brand nicht im Laufe der Handlung stattfand. Für mich wäre das Buch in sich schlüssiger gewesen, wenn Notre-Dame beide Male gleich beschrieben worden wäre oder der Brand während Mias Aufenthalt in Paris stattgefunden hätte. So entstand bei mir der Eindruck, dass das Buch im Nachhinein aktueller gestaltet werden sollte und dann die erste Stelle bei der Aktualisierung vergessen wurde. Möglicherweise wollte die Autorin aber nicht am Anfang die perfekte Paris-Idylle kaputt machen.

Mein Abschlussfazit:

Ein Buch voll Parisflair für zwischendurch.

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