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Veröffentlicht am 02.12.2021

Im Reich der Toten

Disney. Twisted Tales: Dunkle Schatten
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Als es auf dem Pass im Gebirge zu der einzigartigen Konfrontation mit den Hunnen kommt, schnappt sich Mulan die letzte Kanone und schießt damit anstatt auf den Hunnenkönig Shang-Yu auf einen Felsen über ...

Als es auf dem Pass im Gebirge zu der einzigartigen Konfrontation mit den Hunnen kommt, schnappt sich Mulan die letzte Kanone und schießt damit anstatt auf den Hunnenkönig Shang-Yu auf einen Felsen über der Hunnenarmee. Dadurch löst sie eine Lawine aus, die die meisten der Angreifer hinwegfegt. Doch Shan-Yu kann noch ein letztes Mal sein Schwert schwingen - statt jedoch Mulan trifft er Li Shan, den Hauptmann der Chinesen. Obwohl Mulan also für die Vernichtung der Hunnen verantwortlich ist, macht sie sich große Vorwürfe, dass ihretwegen der Mann, den sie heimlich liebt, verletzt wurde und im Sterben liegt. Sie würde alles tun, um ihn zu retten - selbst wenn das bedeutet, in die Unterwelt zu gehen und um sein Leben zu kämpfen. Selbst wenn sie dabei ihr eigenes verliert ...

Den Disney-Film Mulan kennt (und liebt) wohl fast jeder. Da ich auch dazugehöre, kam ich natürlich an dieser Twisted Tale nicht vorbei, habe mich aber lange nicht getraut, zu dem Buch zu greifen, weil ich schon das andere Buch der Autorin nicht sonderlich berauschend fand. Andererseits: Mulan! Was sollte da schon schiefgehen?

Nun ja. Das Problem ist, dass die Autorin nicht wirklich gut schreiben kann. Es wird nur dadurch kaschiert, dass sie sich exotische Schauplätze auswählt. Ich kann nur absolut keine Steigerung in ihrem Schreibstil erkennen und das macht die Geschichte zäh. Es gibt zwar ein Widersehen mit Mulan und ihren Soldatengefährten, aber wirklich die Persönlichkeit der Beteiligten hat Lim weder erfassen noch beschreiben können. Ihre Ideen sind nett - nicht mehr, nicht weniger. Das reicht aber nicht für eine Geschichte, die auf Mulan beruht. Und die ganze Zeit das Mädchen selbst von ihren Feinden über den grünen Klee loben zu lassen, ist einfach nur peinlich. Am schlimmsten jedoch waren die "Actionszenen". Das kann die Autorin einfach überhaupt nicht. Mal davon abgesehen, dass die meisten rein physikalisch nicht funktionieren, nicht mal in einer Art Unterwelt, werden sie abgehandelt wie eine Einkaufsliste und lesen sich daher auch genauso spannend. Da fällt mir ein, der Zucker ist alle ... Ja, so in etwa.

Schade. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 03.11.2021

Mord am Polarkreis

Mordlichter
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Anelie Anderson ist Polizistin am schwedischen Polarkreis und wünscht sich schon fast, dass ein Verbrechen passiert, damit ihre Polizeistation erhalten bleibt, die aus wirtschaftlichen Erwägungen gestrichen ...

Anelie Anderson ist Polizistin am schwedischen Polarkreis und wünscht sich schon fast, dass ein Verbrechen passiert, damit ihre Polizeistation erhalten bleibt, die aus wirtschaftlichen Erwägungen gestrichen werden soll. Doch dann wird ein Jugendlicher von einem Holzlaster überfahren und bei den Untersuchungen seiner Leiche stellt sich heraus, dass ihm vorher noch etwas anderes passiert sein muss. Jemand hat ihn gefangen gehalten. Und Anelie stößt bei ihren Nachforschungen darauf, dass immer wieder in den letzten Jahren Männer in einem bestimmten Gebiet verschwanden. Trotz der Widerstände von ihren Vorgesetzten beginnt sie zu ermitteln und gerät bald in eine eisige, tödliche Gefahr.

Das Positive vorneweg: Ich konnte mir das Leben in der eisigen Kälte, die dort oben bald acht Monate anhält, sehr gut vorstellen und in dieser Hinsicht hat das Autorenpaar vieles richtig gemacht. Auch die teilweise kritischen Anmerkungen zum Schließen von Polizeistationen aus wirtschaftlichen Gründen oder dem Bau von Minen auf Sami-Land fand ich gut. Aber ... Und es ist ein ganz schön dickes Aber. Die Darstellung und geradezu Beweihräucherung von Anelie als Supercop war anstrengend. Zumal sie gerade im letzten Drittel jegliche Vernunft und gesunden Menschenverstand vermissen ließ, die die Lobeshymnen auf sie gerechtfertigt hätten. Fast noch schlimmer war der Superman, mit dem sie liiert war. Der konnte selbst im Schneesturm perfekt verdeckten Fährten folgen und allein durch seinen Instinkt alles finden und entdecken. Von ihm hätte Winnetou noch lernen können. Den Kitsch zwischendurch mit "sein Blick aus stahlblauen Augen" oder "die Liebe seines Lebens" hätte man sich auch gern ersparen können.

Was ich auch als extrem übel empfand war das schlechte Korrektorat. Ich glaube, ich habe seit dem letzten Aufsatz eines Nachbarskind in der siebten Klasse selten so viele Fehler auf einem Haufen gesehen. Das ist wirklich eine Schande für einen großen Publikumsverlag. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 24.07.2021

Valensina on the rocks

Crave
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Nach dem Tod ihrer Eltern ist Grace gezwungen, vom heißen Texas ins eiskalte Alaska zu ziehen. Dort ist ihr Onkel der Direktor eines megaelitären Internats. So ziemlich als Ersten begegnet sie auf der ...

Nach dem Tod ihrer Eltern ist Grace gezwungen, vom heißen Texas ins eiskalte Alaska zu ziehen. Dort ist ihr Onkel der Direktor eines megaelitären Internats. So ziemlich als Ersten begegnet sie auf der Katmere Academy Jaxon Vega. Er spricht zwar mit ihr, als wäre sie der Dreck unter seinen Füßen, aber weil er hübsch und gefährlich ist, macht das gar nichts. Dass er sich selbst widerspricht und ihr rät, sie solle hier unter Radar fliegen, aber eine Sekunde später selbst dafür sorgt, dass sie Aufmerksamkeit auf sich zieht, macht auch nichts, schließlich ist er hübsch und gefährlich. Der hübsche und gefährliche Supermann ist übrigens nicht nur ein hübscher und gefährlicher Junge von nebenan, sondern Edward aus Alaska. Er glitzert zwar nicht, riecht aber nach Orangensaft und Eis - also quasi nach Valensina on the rocks.

Auch beim stärksten Nachdenken fallen mir eigentlich keine weiteren bedeutsamen Eigenschaften von Jaxon ein, die mir erklären könnten, warum er solche Faszination auf Grace ausübt. Eigentlich ist Grace die ersten paar Seiten gar nicht so uncool, denn sie weiß tatsächlich mal kurz im Gespräch zu kontern. Doch spätestens, als sich ihr Mantra - hübsch und gefährlich - in ihre Gehirnwindungen schleicht, verliert sie die wichtigsten grauen Zellen. Das erklärt auch, warum sie ihren Onkel nicht mal darauf anspricht, dass sie am ersten Abend zwei Typen aus der Schule mal eben umbringen wollten, weil sie es lustig fanden. Und sie auch ansonsten nicht allzu viel hinterfragt. Jacob heißt hier übrigens Flint und heult nur, wenn seine Pläne schiefgehen. Finstere Antagonisten dürfen auch nicht fehlen, andererseits ist Jaxon dermaßen übermächtig mit Supermannkräften ausgestattet, dass es nur spannend wird, wenn Grace mal allein ist. Ansonsten wird in dem Buch furchtbar viel geschmachtet und die Handlung nur selten vorangetrieben, sodass man sich über die fast 700 Seiten nicht wundert. Immerhin lassen die sich mega schnell lesen und wahrscheinlich genauso mega schnell vergessen. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 20.06.2021

Ermüdend

Triff mich auf der letzten Seite
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Maddie hat vor einem Dreivierteljahr eine unangenehme Trennung von ihrem jetzigen Ex hinter sich. Seitdem lebt sie allein in dem kleinen, kuscheligen Ort Orion und betreibt dort den genauso kleinen, kuscheligen ...

Maddie hat vor einem Dreivierteljahr eine unangenehme Trennung von ihrem jetzigen Ex hinter sich. Seitdem lebt sie allein in dem kleinen, kuscheligen Ort Orion und betreibt dort den genauso kleinen, kuscheligen Buchladen. Außerdem schreibt sie heimlich und unter Pseudonym Bücher und ihr Erstes steht kurz davor zu erscheinen. Da findet sie eine Vorabrezension, in der ihr ein Blogger namens Silver Fox nur 3 Punkte gibt, weil er findet, dass ihre Liebesszenen keine Gefühle haben. Wütend schreibt sie ihm und nach und nach entwickelt sich zwischen ihnen ein Kontakt, der immer freundschaftlicher wird. Im real life hingegen wird alles chaotischer. Maddies Ex nimmt wieder Kontakt zu ihr auf, eine alte Flamme kehrt zurück, ein heißer Professor sitzt jeden Tag in ihrem Büchercafé und dann ist da noch ihr Jugendfreund Max. Ob einer von ihnen der Darcy zu ihrer inneren Elizabeth sein kann?

Mir war bei dem Wetter wirklich mal nach was Leichtem, bei dem man abschalten und sich nur berieseln lassen konnte. Und das hätte eigentlich gut funktionieren können, wenn die Autorin sich auf einen oder zwei Stränge verlassen und nicht versucht hätte, ein halbes Dutzend Dinge unterzubringen, die alle auf dasselbe rauflaufen: Maddie ist ein sexy thing, weiß es natürlich nicht, aber fast alle Männer sind scharf auf sie. Stattdessen sucht sie nach dem perfekten Bookboyfriend. Vorhersehbar geht der Reigen los und auch zu Ende und richtig genervt hat mich, dass Maddie am liebsten jeden der Männer einmal gern besprungen hätte. Hormone müssen schon echt eine Sache sein, die man auf keinen Fall unter Kontrolle haben kann. Jedenfalls war die Geschichte für mich dann doch zu leicht, zu anstrengend und schablonenhaft die Charaktere und die Lösung ging so: DAS geht so auf keinen Fall. Oh? Ach, das geht dann jetzt halt doch. Na dann. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 13.06.2021

Who dares, wins

Das Lied der Wölfe
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Der exzentrische schottische Milliardär Alistair MacKinley hat vor, Wölfe in Schottland (wieder) anzusiedeln und sucht sich daher die junge, deutsche Wolfsforscherin Kaya aus, um das Projekt zu leiten. ...

Der exzentrische schottische Milliardär Alistair MacKinley hat vor, Wölfe in Schottland (wieder) anzusiedeln und sucht sich daher die junge, deutsche Wolfsforscherin Kaya aus, um das Projekt zu leiten. Ein ehrgeiziges Projekt, denn die Schotten hassen alles, was ihren Schafen gefährlich werden könnte, und äußern das auch lautstark. Kaya hat keine einfache Aufgabe und dass Alistairs gleichaltriger Sohn Nevis im Herrenhaus wohnt, macht die Aufgabe nicht einfacher. Er torpediert alles: die Pläne seines Vaters, seine Genesung von einer schweren Kriegsverletzung, die Annäherung der jungen Deutschen.

Was soll ich sagen? Ich mag Rena Fischers Fantasybücher. Sie hat einen eigenen, sehr angenehmen Schreibstil und neigt normalerweise nicht zu Kitsch, weshalb ich zu diesem Buch gegriffen habe, obwohl das nicht so ganz mein Genre ist. Zum Positiven: Es waren schon interessante Infos über Wölfe dabei. Auch die Kriegseinsätze und Traumata hat sie gut recherchiert. Der Rest jedoch war mir persönlich zu viel Kitsch und Drama und wie sich jemand in ein Ar... wie Nevis verlieben kann, ist mir rätselhaft. Aber hier hilft natürlich wieder mal das heiße Aussehen. Charakter egal, wenn einer nur heiß ist. Bei Nevis hat mich alles abgestoßen. Er behandelt Kaya wie Dreck, aber egal. Er ist schuld an dem Tod eines Wolfes. Aber egal. Ach ja, er ist natürlich ein schottischer Soldatenheld, der Schottland am Hindukusch oder sonstwo in der Welt gegen Terroristen verteidigt hat. Offizier ja, Gentleman nein. Aber egal. Er ist heiß. Außerdem gab es mehr Drama als bei Supermodels und mit der Logik war es auch nicht immer weit her. In einem Moment noch ist Kaya ein Störfaktor, im nächsten schreibt Nevis beinahe Gedichte über ihre Schönheit. Und wie praktisch, dass Kaya dauernd Leute hat, die ihr sagen, wie heiß sie ist.

Ginge ja nicht an, dass ein graues Mäuschen mit einem heißen Milliardässohn rummacht. Sie hat natürlich auch ihr Päckchen zu tragen. Alle schleppen also einen Rattenschwanz an Problemen mit sich rum, die sich aber genauso leicht lösen wie die Schleife um ein Geburtstagsgeschenk. Konnte mich daher nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen und ich bleibe wohl zukünftig bei den Fantasybüchern der Autorin. 2,5/5 Punkten.