Platzhalter für Profilbild

Enzian

Lesejury Profi
offline

Enzian ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Enzian über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2021

In ewiger Zwietracht

In ewiger Freundschaft (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 10)
0



Das Buch beginnt mit einem Prolog, der uns in den Sommer des Jahres 1983 führt, auf eine französische Atlantikinsel. Mehrere Freunde verbringen dort ihren Urlaub. Dieser scheint aber doch nicht ...



Das Buch beginnt mit einem Prolog, der uns in den Sommer des Jahres 1983 führt, auf eine französische Atlantikinsel. Mehrere Freunde verbringen dort ihren Urlaub. Dieser scheint aber doch nicht so friedlich zu verlaufen, wie es zunächst den Anschein hat. Laut Ansicht eines nicht namentlich genannten Protagonisten fehlen selbst in diesem Paradies die Schlangen nicht. Im Taunus wird die Lektorin Heike Wersch vermisst. Ihr Haus wirkt verlassen, nur ihr dementer Vater ist dort zurückgeblieben. Die Kommissare Pia Sander und Oliver Bodenstein nehmen die Ermittlungen auf, die bald in einen bekannten Frankfurter Buchverlag führen, zum Verleger Carl Winterscheid und einigen seiner Kollegen führen. Dann wird die Leiche von Heike Wersch gefunden und die Ermittlungen laufen auf Hochtour. Carl Winterscheid erhält in einem Umschlag ohne Absender ein Manuskript seiner toten Mutter. Er selbst liest es allerdings nicht, sondern übergibt die Unterlagen einer Lektorin. Inzwischen taucht ein Verdächtiger auf, der Autor Severin Velten. Er bezichtigt sich selbst, Heike Wersch getötet zu haben. Pia Sander und Oliver Bodenstein haben daran aber erheblichen Zweifel. Dann stirbt ein weiterer Mitarbeiter des Verlags und enger Vertrauter der Toten: Alexander Roth. Nach und nach ergeben sich auch neue Informationen zu Heike Wersch selbst: Sie war nicht nur stur, sondern konnte andere Mensch richtig schikanieren. Pia hegt den Verdacht, dass ihr Tod vielleicht gar nichts mit ihrer Tätigkeit im Verlag zu tun hat. Nach und nach geraten mehrere Personen in Verdacht, Heike Wersch getötet zu haben, Beweise hierfür ergeben sich jedoch nicht. Zum Ende des Buches gehen Pia und Oliver Spuren auf der französischen Atlantikinsel nach und die Ereignisse überschlagen sich.

Wie gewohnt schickt Nele Neuhaus auch in diesem Krimi die Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein ins Rennen. Spannung kommt in diesem Buch mit viel Verzögerung erst im zweiten Teil auf. Die Geschehnisse im und rund um den Frankfurter Verlag und seine Protagonisten sind teilweise sehr langatmig gestaltet. Ich musste mich teilweise wirklich zum Weiterlesen zwingen. Die Autorin hat sehr viele, aus meiner Sicht zu viele Protagonisten geschaffen, die aber schon mit interessanten Charakteren ausgestattet waren. Sehr sympathisch fand ich Carl sowie die Lektorin Julia, beide waren dem Ermittlerteam vor allem zum Endes des Buches immer eine Spur voraus. Ans Herz gewachsen ist mir besonders der Hund von Pia, Beck's, der mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat.
Auch das Privatleben der Ermittler, insbesondere von Oliver von Bodenstein, kommt in diesem Krimi nicht zu kurz. Nele Neuhaus hat in diesem Krimi viele unterschiedliche Spuren gelegt, zum Ende des Buches wird aber eine Brücke zurück in die Vergangenheit geführt. Ich vergebe für dieses Buch, das aus meiner Sicht hinsichtlich Thematik und Spannung hinter den anderen Büchern der Autorin zurückblieb, drei Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.04.2025

Drei Frauengenerationen

Die Summe unserer Teile
0

Der Roman beginnt im Jahr 2014 in Berlin, als die Informatikstudentin Lucy einen Steinway-Flügel in ihrem kleinen WG-Zimmer vorfindet. Ihre Mutter Daria hat den Transport veranlasst. Lucy hat darauf als ...

Der Roman beginnt im Jahr 2014 in Berlin, als die Informatikstudentin Lucy einen Steinway-Flügel in ihrem kleinen WG-Zimmer vorfindet. Ihre Mutter Daria hat den Transport veranlasst. Lucy hat darauf als Kind gespielt. Mit dem Klavier taucht auch der Name ihrer Großmutter Lyudmila auf. Kurz entschlossen begibt sich Lucy auf die Reise nach Sopot, dem letzten Wohnort, bevor die Großmutter in den Libanon ausgewandert ist.

Mit „Die Summe unserer Teile“ hat Paola Lopez ihren Debütroman vorgelegt. Der Roman umfasst drei Generationen von Frauen, die abwechselnd zu Wort kommen. Die Autorin zeichnet ihre Protagonistinnen detailliert und überzeugend. Die familiäre Situation der Mütter und Töchter ist komplex und konfliktreich. Jede der Frauen führt ihr eigenes Leben, leider kommt die Kommunikation dabei zu kurz. Vor allem habe ich den Mut von Großmutter Lyudmila bewundert, Polen als junge Frau alleine zu verlassen und im Libanon Chemie zu studieren. Lyudmila bewahrt aber auch Geheimnisse, die sie daran hindern, eine intensivere Beziehung zu Tochter Daria aufzubauen. Davon erfährt Daria erst Jahre später nach dem Tod der Mutter. Aber auch das Verhältnis zwischen Daria und Tochter Lucy ist angespannt. Ich konnte nachvollziehen, dass sich Lucy nach Sopot begibt, um mehr über das Leben ihrer Großmutter zu erfahren. Mit der Erzählung ist Paola Lopez aus meiner Sicht kein herausragender Roman gelungen, aber dennoch eine lesenswerte Erzählung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2025

Landleben pur

Hier draußen
0

Ingo und Lara ziehen mit ihren Kindern aus der Großstadt Hamburg hinaus aufs Land , nach Fehrdorf. Die erhoffte Idylle erweist sich bald als trügerisch. Die Familie hat Schwierigkeiten, sich in die Dorfgemeinschaft ...

Ingo und Lara ziehen mit ihren Kindern aus der Großstadt Hamburg hinaus aufs Land , nach Fehrdorf. Die erhoffte Idylle erweist sich bald als trügerisch. Die Familie hat Schwierigkeiten, sich in die Dorfgemeinschaft einzufügen. Darüber hinaus ist Ingo von der täglichen Fahrt in sein Büro nach Hamburg genervt. Unglücklicherweise fährt er eines Abends eine weiße Hirschkuh an. Ein Tier, das für die Dorfgemeinschaft so gut wie heilig ist. Einem Aberglauben zufolge hat jemand, der solch ein Tier tötet, nur noch ein Jahr zu leben.

Vorliegend handelt es sich um den Debütroman von Martina Behm, die bislang als Strickdesignerin bekannt war.
Lara und Ingo lassen ihre ungeliebte Wohnanlage in Hamburg hinter sich und begeben sich mit ihren zwei Kindern in die kleine Ortschaft Fehrdorf. Aus meiner Sicht haben sich die beiden sehr blauäugig für ein altes, viel zu großes Haus entschieden. Der Resthof lässt sich im Winter nur mangelhaft beheizen, frieren und warme Socken sind angesagt. Aber auch das Dorfleben ist für die Stadtmenschen alles andere als einfach. Die Bewohner leben auf ehemaligen Bauernhöfen und bleiben gerne unter sich. Eine Ausnahme bilden Dorffeste, die aber strengen Regeln unterworfen sind. Aber längst nicht alle sind mit ihrem Leben zufrieden. Als Ingo eine weiße Hirschkuh anfährt, teilt ihm Dorfjäger Ingo mit, dass jemand, der das Tier tötet, nur noch ein Jahr zu leben hat. Der Leser darf bis zum Ende des Buches gespannt sein, ob diese Vorhersage eintrifft.
Die Autorin punktet zwar mit einem klaren, sachlichen Schreibstil. Die Leseprobe hat mir durchaus zugesagt, die weitere Erzählung war für mich jedoch enttäuschend. Ich habe mir Zeit genommen, mich in das Buch einzulesen, was mir nicht gelungen ist. Die Episoden rund um die Nebenprotagonisten waren langatmig, ebenso wie der Lesefluss. Das Buch konnte mich nicht überzeugen, ich vergebe noch drei Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.06.2024

Frauenmorde in der Provence

Verräterisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 10)
0

Remy Eyssen hat auch seinen 10. Roman um den Rechtsmediziner Leon Ritter und die stellvertretende Polizeichefin Isabelle Morell im idyllischen Ferienort Lavandou angesiedelt. Die Idylle wird jedoch durch ...

Remy Eyssen hat auch seinen 10. Roman um den Rechtsmediziner Leon Ritter und die stellvertretende Polizeichefin Isabelle Morell im idyllischen Ferienort Lavandou angesiedelt. Die Idylle wird jedoch durch grauenhafte Frauenmorde gestört, die in ihren Ausmaßen an einen Mord erinnern, der vor vielen Jahren schon einmal an einer Frau verübt wurde. Die Zeit läuft den Ermittlern davon und auch Isabelle und Leon geraten in Gefahr.

Vorliegend handelt es sich mit „Verräterisches Lavandou“ um den zweiten Roman, den ich von Remy Eyssen gelesen habe. Ich musste feststellen, dass sich der Autor nicht durch Einfallsreichtum auszeichnet. Dieser Krimi erinnert nicht nur an einen der Vorgänger, „Mörderisches Lavandou“, er ähnelt diesem nahezu. Wieder schlägt der Mörder seinen Opfern Körperteile ab, die er so platziert, dass sie schnell gefunden werden. Wiederum befindet sich der Mörder in einigen Fällen bereits auf dem Rücksitz des Autos seines Opfers. Es kommt in der Folge zu weiteren Wiederholungen, auch Isabelle befindet sich wieder an einem finsteren Ort und muss gerettet werden. Mehr an Wiederholungen möchte ich nicht aufführen, um nicht zu viel zu verraten. Ständig wiederkehrend ist außerdem, dass die Protagonisten allzu oft ein falsches Lächeln aufsetzen. Die Hauptprotagonisten Leon und Isabelle sind durchaus sympathisch, ihr Privatleben nimmt sehr viel Raum ein. Obwohl der Autor falsche Spuren legt, ist das Ende vorhersehbar. Der Krimi konnte mich nicht überzeugen. Die landschaftliche Atmosphäre ist gut beschrieben, daher vergebe ich für das Buch drei Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 25.04.2023

Eis am Stiel

Träume aus Eis
0

Erna und Josef Pankhofer haben es geschafft, sie eröffnen in München eine kleine Eisdiele. Erstmals sind sie nicht mehr auf den Eiswagen angewiesen und besitzen ein besseres Zuhause. Der Start ist nicht ...

Erna und Josef Pankhofer haben es geschafft, sie eröffnen in München eine kleine Eisdiele. Erstmals sind sie nicht mehr auf den Eiswagen angewiesen und besitzen ein besseres Zuhause. Der Start ist nicht ganz einfach, aber sie schaffen es. Dann verliebt sich Tochter Frieda in den Sohn eines Konkurrenten. Ihre Schwester Lotte hingegen hat einen Unfall, von dem sie sich nur schwer schwer erholt. Der Ausbruch der Weltwirtschaftskrise bedroht die Existenz der Familie unmittelbar. Kann die Idee, Eis am Stil herzustellen, das Familienunternehmen retten?

Franziska Winkler zeichnet anhand des Unternehmens der Familie Pankhofer ein interessantes Bild der späten 1920-er Jahre in München. Die Autorin beschreibt eindrucksvoll den Kampf der Familie Pankhofer um den Erhalt ihres kleinen Eissalons. Der Leser gewinnt zudem Einblicke in die Eisherstellung, zunächst mittels einer Handkurbel anstrengend und nicht sehr ergiebig. Josef kann mithilfe eines Erbes eine elektrische Eismaschine anschaffen und experimentiert mit neuen Eissorten. Zugesagt hat mir die Figur der unerschütterlichen Haushaltshilfe Fanny, die selbstlos zur Familie steht und hilft, wo sie kann. Den bayerischen Dialekt fand ich amüsant und auch das Flair der Hauptstadt München kommt nicht zu kurz. Insgesamt war für mich die Erzählung nicht tiefgreifend genug, sondern eher oberflächlich. Das Buch enthält zudem mehrfache Namensverwechslungen. Ich vergebe für das Buch drei Sterne, es wird mir nicht in Erinnerung bleiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere