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Veröffentlicht am 04.01.2022

Kieffer und die Bienen - sehr interessantes Thema, aber wenig Krimifeeling

Goldenes Gift
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"Goldenes Gift" von Tom Hillenbrand ist im November 2021 als Taschenbuch mit 480 Seiten bei KiWi Kiepenheuer & Witsch erschienen.

Es handelt sich um Teil 7 der bekannten Reihe um den Luxemburger Ex-Sternekoch, ...

"Goldenes Gift" von Tom Hillenbrand ist im November 2021 als Taschenbuch mit 480 Seiten bei KiWi Kiepenheuer & Witsch erschienen.

Es handelt sich um Teil 7 der bekannten Reihe um den Luxemburger Ex-Sternekoch, der problemlos unabhängig von den Vorgängern gelesen werden kann.

Zum Inhalt: Xavier Kieffer bezieht für sein Restaurant Honig von einem regionalen Imker. Als dieser zu Tode kommt und auch noch Bienenstöcke verschwinden, wird Kieffer von seiner Neugier übermannt und beginnt zu recherchieren. Seine Freundin Valerie stösst bei einem Aufenthalt in Amerika parallel auf Ungereimtheiten zum Thema Bienenstöcke und wirbelt im Nachgang ganz schön Staub auf...

Meine Meinung: Tom Hillenbrand hat in seinem siebten Band um seinen Luxemburger Koch mit Honig, Bienestöcken und Imkerei ein interessantes Thema aufgegriffen und die Lektüre ist flüssig zu lesen und ausgesprochen informativ. Kieffer recherchiert sehr intensiv und will dem Verbleib der verschwundenen Beuten unbedingt auf die Spur kommen. Das mitzuverfolgen fand ich wirklich spannend und amüsant, besonders der Ausflug mit der Drohne hat mich bestens unterhalten...;)

Die Beschreibungen der Umgebung, der Luxemburger Landschaft sind sehr stimmungsvoll und geben die richtige Portion Lokalkolorit.

Auch Kieffers Freundin Valerie ist sympathisch und enthusiastisch, allerdings geht sie sehr impulsiv vor und vor allem ziemlich naiv, was sie ziemlich in die Bredouille bringt.

Was leider wenig vorhanden ist, ist die kitzelnde, unter den Nägeln brennende Spannung, die einen tollen Krimi ausmacht. Desweiteren kommen hier so einige riesengroße Zufälle zusammen, das ist extrem unrealistisch und raubt dem Fall die Authenzität. Und die Frage nach den Todesumständen des Imkers steht mitnichten im Vordergrund.

Mein Fazit: Hätte man "Goldenes Gift" als Roman verkauft, hätte er von mir definitiv 4 Sterne bekommen. Als Krimi vergebe ich allerdings nur 3 Sterne, da mich Tom Hillenbrand diesmal nicht überzeugen konnte, sorry !


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Veröffentlicht am 16.12.2021

Spionagekrimi aus der Nachkriegszeit - leider etwas langatmig!

Totenreich
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"Totenreich" von Michael Jensen ist als ungekürztes Hörbuch mit einer Laufzeit von 14 Stunden 35 Minuten bei Aufbau Audio erschienen.
Gelesen wird das Hörbuch von Rolf Berg.
Es handelt sich um Band 3 ...

"Totenreich" von Michael Jensen ist als ungekürztes Hörbuch mit einer Laufzeit von 14 Stunden 35 Minuten bei Aufbau Audio erschienen.
Gelesen wird das Hörbuch von Rolf Berg.
Es handelt sich um Band 3 der historischen Krimireihe um Inspektor Jens Druwe, der problemlos auch ohne Kenntnis der Vorgänger gehört werden kann!

1945. Jens Druwe, der gemeint hatte, nach Kriegsende in den Polizeidienst zurückkehren zu können, wird stattdessen als Kriegsverbrecher verurteilt. Damit hat sich seine Karriere bei der Polizei erledigt. Der britische Geheimdienst ersucht allerdings um seine Zusammenarbeit. Druwe soll Undercover ins Gefängnis gehen und untergetauchte Nazis finden, damit diese ihrer gerechten Strafe zugeführt werden können - und es gibt reichlich von ihnen...der Schwerpunkt liegt aber auf einem einzigen Kriegsverbrecher, auf dessen Konto tausende Menschenleben gehen sollen. Druwe begibt sich also in die Höhle des Löwen und beginnt sein Leben als Spion...

Die Story als solche ist durchaus spannend und hat Potential, auch mag ich die Zeit, in der das Hörbuch spielt, sehr, bzw. finde die Geschehnisse in und unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg sehr interessant.
Woran es nun genau lag, weiß ich nicht, denn auch der Sprecher Rolf Berg hat mir gut gefallen - aber leider konnte mich "Totenreich" nicht so recht fesseln und es gab weite Teile, die ich ziemlich langwierig fand.
Der Schwerpunkt des Plots liegt auf dem Protagonisten Druwe, der mit seinen eigenen Dämonen sehr zu kämpfen hat. In diesem Fall überlagerten die persönlichen Probleme von Jens Druwe seine verdeckten Ermittlungen, so dass die Spannung kippte und sich das Höbuch hinzog.

Meiner Meinung nach könnte die Handlung deutlich gestrafft werden, dann wäre es ein gut recherchierter, solider, spannender Krimi aus der Nachkriegszeit.

Totenreich

NetGalleyDE! #DankeNetGalleyDE!

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Veröffentlicht am 14.12.2021

Komplexer Krimi auf mehreren Zeitebenen

Das doppelte Grab
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"Das doppelte Grab" von Margarete von Schwarzkopf ist als Taschenbuch mit 368 Seiten im August 2021 beim emons Verlag erschienen.

Der Klappentext: Eigentlich wollte Kunsthistorikerin Anna Bentorp nur ...

"Das doppelte Grab" von Margarete von Schwarzkopf ist als Taschenbuch mit 368 Seiten im August 2021 beim emons Verlag erschienen.

Der Klappentext: Eigentlich wollte Kunsthistorikerin Anna Bentorp nur das Haus sanieren, das ihre Tante ihr vermacht hat – stattdessen steht sie vor dem mysteriösesten Fall ihres Lebens. Wer sind die beiden Skelette im Keller, und was haben ein römisches Schwert und ein Mönch aus dem 16. Jahrhundert damit zu tun? Ein antikes Schriftstück könnte Aufklärung schaffen, aber es verschwindet spurlos. Und irgendwo lauert ein skrupelloser Mörder, der weder Moral noch Gewissen kennt.

Meine Meinung: Der Einstieg in die Story gefiel mir gut, auch die unterschiedlichen Zeitebenen waren klasse gemacht . Anna Bentorp ist eine ausgesprochen sympathische Protagonistin, wenngleich ich nicht immer so gehandelt hätte wie sie. Auch Ambrosius, der Mönch, hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Insgesamt brauchte ich aber etwas länger zum lesen, weil ich zweimal das Buch weggelegt und erst nach 2-3 Wochen erneut begonnen habe. Genau kann ich nicht festmachen, woran es lag. Die Story ist durchdacht und super aufgebaut, die Zeitebenen spannend und die Hintergründe offensichtlich gründlich und kompetent recherchiert.

Aber irgendwie war das Ganze für meinen Geschmack zu komplex, dem Leser wurden so viele Fakten und Hintergründe geliefert, dazu kamen immer mehr mitwirkende Charaktere, dass ich nicht wirklich gefesselt war, sondern mit den Gedanken oft abschweifte und schlecht vorankam.

Mein Fazit:

EIn komplexer, bestens recherchierter, cleverer Krimi auf verschiedenen Zeitebenen, der mich persönlich leider nicht zu fesseln vermochte.

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Veröffentlicht am 09.04.2021

Regionalkrimi mit wichtiger Thematik

Münchhausenschock
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"Münchhausen Schock" von Deborah Emrath ist als Taschenbuch mit 250 Seiten im März 2021 beim Verlag edition oberkassel erschienen.

Auf einem Campingplatz wird die Leiche der Sonderschullehrerin Carolin ...

"Münchhausen Schock" von Deborah Emrath ist als Taschenbuch mit 250 Seiten im März 2021 beim Verlag edition oberkassel erschienen.

Auf einem Campingplatz wird die Leiche der Sonderschullehrerin Carolin Merker tot in ihrem Wohnwagen gefunden. Auf den ersten Blick deutet zwar nichts auf ein Gewaltverbrechen hin, aber Kriminalhauptkommissarin Emma Stanford glaubt nicht an Suizid, zumal es keinen Abschiedsbrief gibt und 2 gespülte Gläser dastehen.

Emma fängt an zu recherchieren und stößt bald auf einen Unglücksfall, der sich in der Schule für Lernbehinderte 5 Jahre zuvor zutrug, bei dem ein Junge ums Leben kam und Carolin Merker ihre Aufsichtspflicht verletzt hatte - könnte da Rache ein Motiv sein?

Gut gefallen an "Münchhausenschock" hat mir die Thematik rund um die Inklusionsschule, da das eine wichtige Angelegenheit ist, mit der sich die mehrheit der bevölkerung allerdings gar nicht befasst.

Ausserdem enthält der Krimi eine gute Prtion Lokalkolorit, und da ich in der Region Bodenwerder / Hameln selbst schon einige Male gewesen bin, habe ich einige Locations wiedererkannt, das hat Spaß gemacht.

Wenngleich Emma und auch ihr Mann Andreas und ihre Freundin Barbara durchaus sympathische, detailliert angelegte Protagonisten sind, waren ihre Handlungen für mich nicht immer nachvollziehbar und einige Gedankengänge der Charaktere wirkten irgendwie aus der Luft gegriffen. Auch mit dem Schreibstil der Autorin an sich wurde ich bis zum Schluß nicht warm, es passte zwischen mir und dem Buch einfach nicht.

Aber das kann passieren und muss definitiv für andere Leser nicht zutreffen! Wer sich also für die Thematik interessiert und eine erfrischende , sympathische Ermittlerin kennenlernen möchte, der ist bei "Münchhausenschock" sicherlich gut aufgehoben.

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Veröffentlicht am 01.04.2021

Irreführender Klappentext - eher Politkrimi über den Kalten Krieg, die DDR und die Stasi

Geiger
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"Geiger" von Gustaf Skördeman ist im März 2021 als Taschenbuch mit 496 Seiten bei Lübbe erschienen.

Das Buch beginnt total spannend:
Bei den Bromans klingelt das Festnetztelefon. Agneta, die gerade ihre ...

"Geiger" von Gustaf Skördeman ist im März 2021 als Taschenbuch mit 496 Seiten bei Lübbe erschienen.

Das Buch beginnt total spannend:
Bei den Bromans klingelt das Festnetztelefon. Agneta, die gerade ihre Töchter und Enkelkinder verabschiedet hat und die Autos gerade vom Hof rollen sieht, nimmt den Hörer ab, lauscht, und nachdem ihr Gegenüber nichts als "Geiger" gesagt hat, legt sie wieder auf, holt ihre Pistole und erschießt ihren Mann Stellan. Einfach so. Mitten in den Kopf. Dann verschwindet sie.
Nach dem Auffinden des toten Stellan, der vor seiner Pensionierung ein beliebter schwedischer Fernsehmoderator war, wird Sara Nowak zur Aufklärung des Falles hinzugezogen. Sara ist eigentlich Kommissarin bei der Sitte, ist aber quasi bei den Bromans aufgewachsen und kennt die Familie gut. Was liegt hier bloß im Argen?

Nach meinem Empfinden kann der Autor den anfangs erschaffenen Spannungsbogen überhaupt nicht halten und die Story entpuppt sich nicht wie angegeben als Thriller, sondern vielmehr als Politkrimi, der den Kalten Krieg, die ehemalige DDR und die Machenschaften der Stasi thematisiert.
Leider wurde das im Klappentext mit keiner Silbe erwähnt und auch wenn man in den Anfang hineinliest geht man mit vollkommen anderen Erwartungen an das Buch heran.

Es stellt sich heraus, dass Stellan wohl ein Informant der Stasi war. Und Agneta, seine Frau, war auch nicht die nette Hausfrau und Mutter, die sie zu sein scheint.
Die ganze Familie lebte hinter einer merkwürdigen Fassade und hier ist nichts, wie es zu sein scheint.

Im Verlauf der Story kristallisieren sich noch diverse Schweinereien heraus, die im Hause der Bromans gelaufen sind, aber ich will hier nicht Spoilern.
Jedenfalls tun sich in "Geiger" so einige menschliche Abgründe auf...

So sind die Protagonisten der Familie Broman nicht eben sympathisch, aber auch Sara Nowak ist ein sehr schwieriger Charakter, der einem nicht unbedingt ans Herz wächst. Sie hat außerdem mit einigen Problemen zu kämpfen und nach und nach wird der Fall Broman für sie und ihre Familie sehr persönlich.

Das Buch lässt sich zwar flüssig und gut lesen, aber für einen Thriller ist es definitiv zu wenig spannend und für einen Politkrimi ist zuviel persönliche Geschichte der Ermittlern drin.
So ist es irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes.

Ich habe zu keinem Zeitpunkt wirklich mitgefiebert und am Ende - das zwar recht spannend wurde, aber vorher einfach zu verworren war- war ich froh, dass ich durch bin.
Der Auftakt einer Trilogie - für mich wird es aber keinen weiteren Teil der Story geben.

Kann es leider nicht weiterempfehlen. Schade.

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