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Veröffentlicht am 18.02.2022

Atmosphärisch und emotional berührend erzählt

Schicksalszeit
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1914, in einem Kurort nahe der deutsch-französischen Grenze: Die Gesellschaft amüsiert sich und möchte den nahenden ersten Weltkrieg nicht so richtig wahrhaben.
Die Geschwister Franz, Luise und Victoria ...

1914, in einem Kurort nahe der deutsch-französischen Grenze: Die Gesellschaft amüsiert sich und möchte den nahenden ersten Weltkrieg nicht so richtig wahrhaben.
Die Geschwister Franz, Luise und Victoria Laverne sind unterschiedlich betroffen:
Franz muss als Offizier in den Krieg ziehen, Luise ist gerade aus Paris zurückgekehrt und hofft darauf nach einer skandalösen Beziehung auf eine Wiederaufnahme in die Familie und Nesthäkchen Victoria erlebt ihre erste Liebe zu einem russischen Pianisten.


Meine Meinung:
Das Buch ist wunderschön erzählt und hat mich wirklich bereichert – inhaltlich durch die sehr genaue historische Darstellung, vor allem aber emotional.
Besonders getrieben war dies durch die Darstellung der handelnden Personen wie Victoria, Luise und Franz, die mir sehr schnell sehr nah gekommen sind. Dies ist meines Erachtens eine besondere Stärke der Autorin, dass ihre Personen so lebhaft, glaubwürdig und aus dem Leben gegriffen zeichnet, dass man sie sehr schnell schon gut kennengelernt hat und es genießt, Zeit mit ihnen zu verbringen.

Der Roman wird sehr vielfältig aus den unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. Zum einen hat dies zur Folge, dass man ein rundes Bild von den Geschehnissen bekommt. Zum anderen wird dadurch eine sehr gesunde Spannung aufrecht erhalten, weil man als Leserin immer wissen möchte, wie es genau an dieser Stelle / bei dieser Person weitergeht, und man sich gleichzeitig auf das nächste Kapitel aus der nächsten Perspektive freut.

Sehr beeindruckt hat mich auch, wie gut es der Autorin gelungen ist, die Atmosphäre dieser Zeit einzufangen und zu transportieren. Man merkt sehr gut, wie detailliert die Autorin recherchiert hat und kann sich sehr gut vorstellen, wie es den Menschen im Alltag während des Krieges ging und was sie bewegt hat. Teilweise waren die Szenen auch sehr aufwühlend, so dass sie mich lange bewegt haben.

Dank der besonders dichten, atmosphärischen und extrem flüssig zu lesenden Schreibweise habe ich mich beim Lesen besonders wohlgefühlt und ich fand es sehr schade, als die letzte Seite gelesen war.


Fazit:
Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, denn das Buch ist mir mit seinen sehr liebevoll gezeichneten Personen emotional sehr nahe gekommen und ich habe viel über die Zeit gelernt.

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Veröffentlicht am 11.02.2022

Gelungene Unterhaltung – wie ein kleiner Urlaub

Kein Isländer ist auch keine Lösung
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Merle und Steffi machen eine langersehnte Schiffsreise an ihr Traumziel Island. Während Steffi von Seekrankheit geplant wird, ist Merle hin- und hergerissen, ob sie ihren Sprachenlernpartner, mit dem sie ...

Merle und Steffi machen eine langersehnte Schiffsreise an ihr Traumziel Island. Während Steffi von Seekrankheit geplant wird, ist Merle hin- und hergerissen, ob sie ihren Sprachenlernpartner, mit dem sie über eine App kommuniziert, treffen soll oder nicht. Oder ist er etwa schon auf dem Schiff?
Genug Unterhaltung gibt es auf jeden Fall auch, denn die beiden haben eine Krimi-Tour mit Schreibworkshops etc. gebucht und möchte natürlich auch etwas von der tollen Landschaft sehen…


Meine Meinung:
Von Karin Müller hatte ich schon mit Begeisterung „Ein Schotte kommt selten allein gelesen“ und mich deshalb schon sehr auf diesen neuen Roman gefreut.
Meine Erwartungen wurden auch dieses Mal mehr als bestätigt. Das Buch liest sich wunderbar flüssig, es ist unterhaltsam, romantisch, lebt von Situationskomik und liebenswürdigen Charakteren.

Die beiden Protagonistinnen Merle und Steffi waren mir von Anfang an sympathisch und ich fand es schön, dass die beiden eine so lange Freundschaft verbindet. Es hat richtig Spaß gemacht, sie auf der Reise zu begleiten und Zeit mit ihnen zu verbringen. Anhand der beiden Personen ist die Geschichte – eingerahmt in die Krimi-Tour auf dem Schiff und verschiedene Irrungen und Wirrungen in Liebesdingen – sehr schön angelegt.
Ich habe gerne mitgerätselt und mitgefiebert, was Merles Lernpartner und eventuell Partner im echten Leben angeht. Die Geschichte hatte für mich genau das richtige Maß aus Humor, Romantik und einen schönen Spannungsbogen mit ein paar Wendungen.

Besonders genossen habe ich es, dass ich mich beim Lesen einfach fallen lassen und die Zeit genießen konnte. Das Buch hat mir wirklich schöne Stunden geschenkt und ich habe mich beim Lesen total wohlgefühlt.


Fazit:
Ich empfehle das Buch jedem, der lesend einen schönen und unterhaltsamen Urlaub verbringen möchte. Mit den vielen Irrungen und Wirrungen und beim Happy End habe ich mich gefühlt wie auf dem Traumschiff, nur ohne die Eisbomben am Ende und den inzwischen doch sehr nervigen Kapitän.

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Veröffentlicht am 18.01.2022

Wunderbares Wohlfühlbuch mit tollen Figuren, spannendem historischem Hintergrund und köstlichem Gebäck

Der süße Himmel der Schwestern Lindholm
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Die fünf Schwestern Hannah, Ingrid, Matilda, Ebba und Ulla wachsen in Schweden mit der Familienbäckerei auf. 1936 sind die Zeiten hart und die Familie muss ums Überleben kämpfen.
Da kommen die Schwestern ...

Die fünf Schwestern Hannah, Ingrid, Matilda, Ebba und Ulla wachsen in Schweden mit der Familienbäckerei auf. 1936 sind die Zeiten hart und die Familie muss ums Überleben kämpfen.
Da kommen die Schwestern auf die Idee, das leckere Gebäck, Kaffee und Limonade in einem Kaffeegarten anzubieten und gründen so den „Süßen Himmel der Schwestern Lindholm“, ein idyllisches Café, in dem man das Meer rauschen hört und zwischen Blumen und Kräutern sitzen und entspannen kann.
Als Hannah, die das Café mit ihren Rezepten maßgeblich geprägt hat, den Deutschen Karl kennenlernt und mit ihm geht, müssen die Schwestern sich erst einmal neu sortieren.


Meine Meinung:
Von Anfang an hat mich die wunderschöne Geschichte in ihren Bann gezogen, die vor allem von den warmherzig angelegten Personen lebt. Alle fünf Schwestern sind liebevoll gezeichnet und mit ihren Stärken und Schwächen einfach liebenswert. Besonders die älteste Schwester Hannah war mir sofort sehr sympathisch und ich konnte es gut nachvollziehen, wie sie zwischen der Liebe zu dem deutschen Touristen Karl und zu ihrer Familie sowie ihrer Heimat hin- und hergerissen war.

Die Geschichte lebt davon, dass sie aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird und die Schwestern dabei so wunderbar interagieren, sich ergänzen, so verbunden und doch so unterschiedlich sind. So ist es auch im echten Leben und daher kann man sich als Leserin so toll mit den handelnden Personen und ihren Interaktionen identifizieren.

Darüber hinaus hat mir sehr gut gefallen, wie verführerisch die verschiedenen Gebäckspezialitäten beschrieben werden, die die Schwestern mit viel Liebe und Akribie und Geschick entwickeln. Gut, dass es am Ende des Buches noch ein paar Rezepte der typischen Spezialitäten gibt, die man selbst nachbacken kann.

Nicht zuletzt ist der Roman deshalb so lesenswert, weil er während der Zeit des Dritten Reiches spielt und auch der historische Kontext sehr authentisch und passend gewürdigt wird. Darüber hinaus sind auch die Landschaftsbeschreibungen extrem plastisch und einladend und man fühlt sich oft wie nach Schweden versetzt – das ist wie ein kleiner Urlaub.


Fazit:
Dieser Roman gehört für mich zur Kategorie der „schönen Bücher“, mit denen man herrliche Wohlfühlstunden verbringen und sich in eine andere Welt träumen kann.

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Veröffentlicht am 21.12.2021

Ein wahnsinnig spannender Fall in der unmittelbaren Nachkriegszeit und ein extrem tiefgründiger historischer Roman

Die letzte Schuld
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Der zweite Fall für Kommissar Emil Graf und Reporterin Billa Löwenfeld im München der unmittelbaren Nachkriegszeit:
In einer Siedlung im Norden der Stadt wird die Leiche einer Frau gefunden, die sich als ...

Der zweite Fall für Kommissar Emil Graf und Reporterin Billa Löwenfeld im München der unmittelbaren Nachkriegszeit:
In einer Siedlung im Norden der Stadt wird die Leiche einer Frau gefunden, die sich als Ehefrau eines ehemaligen Blockwarts der Siedlung herausstellt.
Emil und Billa verfolgen diverse Spuren rund um mögliche gefälschte Leumundszeugnisse zur Entnazifizierung und rund um das „Haus der Kunst“ als Hitlers ehemaligen Kunsttempel.


Meine Meinung:
Ich hatte den ersten Teil der Reihe sehr gerne gelesen und mich schon auf diesen Teil gefreut. Meine hohen Erwartungen wurden auch dieses Mal nicht enttäuscht, sondern im Gegenteil noch übererfüllt.

Dank des sehr angenehmen und gleichzeitig anspruchsvollen Schreibstils war ich sofort mitten in der Handlung und ich fand es toll, wieder Zeit mit Emil und Billa zu verbringen. Die beiden handelnden Personen sind einfach unglaublich sympathisch und auch sehr interessant von ihrer Entwicklung.
Ich würde sehr gerne mehr von ihnen lesen und erfahren, wie es mit den beiden weiter geht bzw. was noch über ihre Vergangenheit herauskommt.

Der Fall, um den in diesem Teil geht, ist auch unabhängig von Teil 1 gut lesbar, und extrem spannend zu verfolgen. Bis hin zu dem filmreifen Showdown riss die Spannung nicht ab und ich wurde am Ende tatsächlich von der Auflösung überrascht (auch wenn sie im Nachhinein total stimmig ist).

Neben den tollen Figuren, dem gelungenen Spannungsbogen und der atmosphärischen Erzählweise besticht der Roman wieder durch eine wahnsinnig gründliche Recherche und eine differenzierte Darstellung der historischen Gegebenheiten.
Ich habe sehr viel über die unmittelbare Nachkriegszeit gelernt, z.B. was die Entnazifizierung durch die Besatzungsmächte angeht oder in Bezug auf Handel mit Nazikunst oder wie Besatzer sich zum Teil Nazidevotionalien als Souvenirs mitgenommen haben.
Dabei ist die Darstellung von Heidi Rehn nie nur schwarz und weiß, sondern immer auch in Graustufen – wie im echten Leben.
Dadurch wird man sehr deutlich zum Reflektieren und Diskutieren angeregt.


Fazit:
Alles in allem ein wahnsinnig tiefgründiger Roman mit vielfältigen Einblicken in die unmittelbare Nachkriegszeit, einer spannenden Handlung und ganz tollen Figuren! Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen und möchte noch ganz viel über Billa und Emil und über die historischen Hintergründe lesen!

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Veröffentlicht am 20.12.2021

Eine zauberhafte Fortsetzung – spannend und lehrreich

Lea Lavendel und der magische Honig (Lea Lavendel 2)
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Lea Lavendel geht nun bei ihrer Nachbarin Hortensia in die Lehre, um sich als „Pflanzenflüsterin“ ausbilden zu lassen. Sie lernt vieles über Pflanzen und was man z.B. aus Heilpflanzen herstellen kann. ...

Lea Lavendel geht nun bei ihrer Nachbarin Hortensia in die Lehre, um sich als „Pflanzenflüsterin“ ausbilden zu lassen. Sie lernt vieles über Pflanzen und was man z.B. aus Heilpflanzen herstellen kann.
Als eine alte Bekannte von Hortensia auftaucht, werden Lea und ihr Freund Jannis misstrauisch. Was führt diese wohl im Schilde?
Als dann noch Jannis‘ Hummelvolk verschwunden ist, machen sich die beiden Kinder auf die Suche und geraten in einen spannenden Fall.


Meine Meinung:
Den ersten Teil über Lea Lavendel hatten wir schon mit Begeisterung gelesen und wir haben uns schon sehr auf die Fortsetzung gefreut. Unsere Erwartungen wurden auch dieses Mal nicht enttäuscht, sondern fast sogar noch übertroffen.
Der zweite Band hat uns sogar fast noch ein bisschen besser gefallen als der erste.

Das Buch ist einfach wunderschön gestaltet, was schon mit dem bezaubernden Cover anfängt und sich mit den schönen Illustrationen und der tollen Schriftart fortsetzt. So bekommt man gleich Lust aufs Lesen.
Die Kapitel sind von der Länge her sehr gut zu lesen und eigenen sich daher für größere Kinder zum Selberlesen genauso wie zum Vorlesen bei kleineren Kindern. Auch die Sprache ist gut verständlich, aber auch nicht zu anspruchslos.

Wir haben uns sehr über ein „Wiedersehen“ mit Lea Lavendel, ihrer Familie, ihrem Freund Jannis und der Nachbarin Hortensia gefreut. Man kennt alle jetzt schon ein bisschen, daher war es schön, wieder einmal etwas Zeit mit ihnen zu verbringen und sie noch besser kennenzulernen.
Die Geschichte hat sehr viele Aspekte, die uns gut gefallen haben: Es ist ein spannender Fall, bei dem man sehr gut mitfiebern und mitraten kann. Gleichzeitig haben wir vieles Neue über Bienen, Hummeln und Pflanzen gelernt und uns Gedanken gemacht, was wir selbst zum Naturschutz beitragen können. Außerdem ist es eine Geschichte über Freundschaft, Eifersucht, Streit und Versöhnen, die man sehr gut mit eigenen Erfahrungen in Verbindung bringen kann.
Und nicht zuletzt gibt es wieder tolle magische Elemente aus der Welt der Pflanzenmagie, die die Geschichte bereichern und sehr lesenswert machen.


Fazit:
Dieses wunderbare Buch kann ich wärmstens empfehlen. Teil 1 haben wir schon mehrfach mit sehr gutem Feedback verschenkt und das werden wir sicherlich auch mit der Fortsetzung machen.

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