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Veröffentlicht am 19.02.2022

Auf der Flucht vor der Vergangenheit

Die falsche Zeugin
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Leigh Collier hatte eine schwere Kindheit, aber sie hat hart gearbeitet und ist mittlerweile Anwältin. Doch als sie einen Angeklagten verteildigen soll, der sie explizit angefordert hat, holt die Vergangenheit ...

Leigh Collier hatte eine schwere Kindheit, aber sie hat hart gearbeitet und ist mittlerweile Anwältin. Doch als sie einen Angeklagten verteildigen soll, der sie explizit angefordert hat, holt die Vergangenheit sie ein und all ihre Geheimnisse könnten ans Licht gezerrt werden.
Karin Slaughter schreibt unbestreitbar vielschichtige und spannende Thriller. Auch "Die falsche Freundin" punktet wieder mit einem lebendigen und fesselnden Schreibstil. Doch Vorsicht, manche Szenen sind böse und brutal und daher nichts für schwache Nerven.
Die Story ist aufgebaut in zwei Handlungsstränge. Zum einen erfährt der Leser von Leigh und ihrer drogensüchtigen Schwester Callie, deren Vergangenheit geprägt war von Gewalt und Missbrauch. Und zum anderen, wie Leigh eigentlich eine Verteidigung ihres Klienten aufbauen soll, jedoch im Geheimen versucht, das Ganze an die Wand fahren zu lassen, denn Andrew ist kein Unbekannter und er scheint all ihre Geheimnisse zu kennen.
Die Charaktere wurden detailreich dargestellt und die Bandbreite menschlicher Abgründe hat mich stellenweise fassungslos zurückgelassen. Durch relativ lange Kapitel kam es dann doch zu ein paar langatmigen Passagen. Trotzdem war dies wieder ein rundum toller Thriller der Autorin.

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Veröffentlicht am 01.02.2022

Der Bau der Karlsbrücke und ein Blutvertrag

Die Brücke der Ewigkeit
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Prag 1342, das Magdalenen-Hochwasser zerstört die Brücke über die Moldau und der junge Jan Otlin und seine Mutter werden beinahe von den Wassermassen mitgerissen. In seiner Verzweiflung betet Jan zu Gott ...

Prag 1342, das Magdalenen-Hochwasser zerstört die Brücke über die Moldau und der junge Jan Otlin und seine Mutter werden beinahe von den Wassermassen mitgerissen. In seiner Verzweiflung betet Jan zu Gott um ein Wunder und verspricht eine neue Brücke zu bauen. Als er nach Jahren die Gelegenheit bekommt, seinen Schwur einzulösen und den Zuschlag zum Bau der Brücke vom Kaiser erhält, treten auch gleich die Neider ans Tageslicht. Besonders der Steinmetz Rudolph versucht mit allen Mitteln, Jan in ein schlechtes Licht zu rücken.
Etwas ungewöhnlich fand ich die Aufteilung der fesselnden Geschichte in vier Bücher, die jeweils mit dem Ende beginnen und deren Weg dorthin sich dem Leser allerdings erst nach und nach erschließt.
Die Charaktere wurden lebendig und bildlich gut dargestellt und ich konnte mich sehr gut mit den damaligen Ängsten, Nöten und Sorgen der Menschen auseinandersetzten. Die realen historischen Personen wurden vom Autor geschickt in die fiktive Geschichte eingeflochten. Eine Auflistung am Anfang des Buches unterstützt das Kennenlernen der Protagonisten.
Lehrreiche Passagen wechseln sich mit bewegenden Schicksalen und dramatischen Szenen ab und so mag man dieses mitreißende Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Wer gerne einen gut recherchierten historischen Roman liest, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 31.12.2021

Schwächster Teil der Trilogie

Abgetrennt
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In einem Kieler Lehrinstitut werden Leichenteile beschlagnahmt und zur Untersuchung ins rechtsmedizinische Institut gebracht. Dr. Paul Herzfeld fallen dabei gewisse Ungereimtheiten auf und durch seine ...

In einem Kieler Lehrinstitut werden Leichenteile beschlagnahmt und zur Untersuchung ins rechtsmedizinische Institut gebracht. Dr. Paul Herzfeld fallen dabei gewisse Ungereimtheiten auf und durch seine Nachforschungen gerät er mal wieder in brenzliche und gefährliche Situationen.
Wie auch in "Abgeschlagen" und "Abgefackelt" haben mich die detaillierten Beschreibungen und Erklärungen der Obduktionen fasziniert. Tsokos versteht es, diese Informationen sehr gut in der Story mit zu verflechten.
Der Schreibstil ist wie immer fesselnd und temporeich. Die Spannung baut sich erst nach und nach auf und gipfelt in einem actionreichen Showdown.
Auch der dritte Teil der A-Reihe war wieder ein True-Crime-Thriller der Extraklasse, obwohl mir die beiden Vorgänger-Bände besser gefallen haben. Bei der Handlung an sich hat mir leider das gewisse Etwas gefehlt, es war mir zu vorhersehbar und konstruiert.

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Veröffentlicht am 21.12.2021

Tiefe Abgründe

Böse
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Katharina will mit ihrer 17jährigen Tochter Fenja in Hussfeld im Erzgebirge einen Neuanfang wagen. Das idyllische Örtchen wirbt damit, das sicherste Dorf in Deutschland zu sein. Doch als Fenja plötzlich ...

Katharina will mit ihrer 17jährigen Tochter Fenja in Hussfeld im Erzgebirge einen Neuanfang wagen. Das idyllische Örtchen wirbt damit, das sicherste Dorf in Deutschland zu sein. Doch als Fenja plötzlich spurlos verschwindet, muss Katharina gegen die Zurückweisungen der Einwohner kämpfen, niemand will ihr helfen.
"Böse" ist der Debüt-Thriller von Jonas Wagner. Der Schreibstil ist fesselnd und der Autor versteht es eine hintergründige Spannung aufzubauen. Die Story beginnt eher gemächlich. So wurde hier anfangs eine ruhige und entspannte Dorfidylle vorgegaukelt mit scheinbar sympathischen, jedoch neugierigen Bewohnern. Doch nach und nach entpuppen sich diese als selbstherrliche und egoistische Menschen die sich weigern Katharina auf der Suche nach ihrer Tochter behilflich zu sein. Im Gegenteil, sämtliche Aktionen von Katharina werden sabotiert.
Die Passagen, die sich mit der verzweifelten Suche befassen, werden immer wieder unterbrochen von Kapiteln in denen wir erfahren, was mit Fenja passiert. Zwar wird hier auf die Beschreibungen der Brutalitäten verzichtet, doch gerade dies bringt das Kopfkino des Lesers in Gang.
Leider war mir schon sehr früh klar, wer der Täter sein muss und wo die Reise hingehen wird. Auch einige Wiederholungen stoppten meinen Lesefluss. Trotzdem ein fesselnder Thriller, gerne mehr davon.

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Veröffentlicht am 18.12.2021

Ein totes Mädchen über das alle schweigen

Bluteiche
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Die Ärztin Thea Lind zieht mit ihrem Mann in ein Schloss in seine Heimatstadt. Sie ist fasziniert von der Geschichte, die sich dort in der Nähe vor über 30 Jahren zugetragen hat. Ein junges Mädchen wurde ...

Die Ärztin Thea Lind zieht mit ihrem Mann in ein Schloss in seine Heimatstadt. Sie ist fasziniert von der Geschichte, die sich dort in der Nähe vor über 30 Jahren zugetragen hat. Ein junges Mädchen wurde in der Walpurgisnacht getötet und alles deutete auf einen Ritualmord hin. Als Thea bei einem Spaziergang eine alte Blechdose findet, die mit der damaligen Tragödie zu tun zu haben scheint, lässt sie die Geschichte nicht mehr los, zumal ihr Mann darin verstrickt ist. Schnell beginnt sie im Ort einigen Leuten auf die Füße zu treten.
Die Story wird auf zwei Zeitebenen erzählt und durch den eindringlichen Schreibstil des Autors ist man als Leser sofort mittendrin im Geschehen. Zwar brauchte es eine gewisse Zeit, bevor sich die Spannung aufbaute, doch dann wurde sie konstant gehalten und durch die düstere Stimmung hatte ich den einen oder anderen Gänsehaut-Moment.
Die Charaktere wurden facettenreich dargestellt und ich hatte als Leser schnell ein deutliches Bild der Protagonisten vor Augen.
Durch falsche Fährten und undurchsichtige Handlungsstränge erfahren wir erst ganz zum Schluss die mysteriösen Hintergründe und den Tathergang. Dieser atmosphärisch dichte, jedoch unblutige Krimi von Anders de la Motte hat mir sehr gut gefallen.

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