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Veröffentlicht am 28.08.2022

Ich stoße dich vom Dach, Liebes ...

Air Awoken (Die Chroniken von Solaris 1)
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Vhalla ist eine junge Bibliothekarin im Schloss von Solaris. Aldrik ist ein mächtiger Feuermagier und der Kronprinz von Solaris. Als er im Krieg schwer verwundet wird, ist es Vhalla, die ein Rezept findet, ...

Vhalla ist eine junge Bibliothekarin im Schloss von Solaris. Aldrik ist ein mächtiger Feuermagier und der Kronprinz von Solaris. Als er im Krieg schwer verwundet wird, ist es Vhalla, die ein Rezept findet, um ihn zu heilen. Dabei wird ihre eigene Magie erweckt - die der Windläufer, die seit 150 Jahren als verschollen galt. Vhalla muss jetzt lernen, mit ihrer Magie umzugehen und der Kronprinz wird ihr Mentor und irgendwann auch mehr. Doch als ein Angriff auf ein Fest erfolgt, muss Vhalla sich entscheiden, ob sie ihre neugefundene Magie einsetzt und damit ihr eigenes Leben riskiert, denn Windläufer werden in Solaris gefürchtet.

Ja, keine Ahnung, was ich da gelesen habe. Muss ja laut den Presse/Rezensentenstimmen ein Meisterwerk sein, auf das Leigh Bardugo und G.R.R. Martin neidisch sind. Von Meisterwerk ist es allerdings eher weit entfernt. Vielleicht wurde da Meister- mit Machwerk verwechselt? Hier gibt es nur wenig Logik. Angeblich wird die Magie gefürchtet, nur dass die Magier hier sogar einen eigenen Turm haben und in der hohen Politik mitmischen. Und zwischen Aldrik, dem megaheißen Prinzen, und der verschüchterten Vhalla entstand wohl ein Band, das sie zusammenbrachte. Ich weiß ja nicht, wie andere Leute so Soulmates interpretieren, aber ewiges Beschimpfen "Du bist ein Wurm, ein Nichts" und das Hinabstürzen seiner Geliebten von einem Turm in den sicheren Tod empfinde ich eher als unromantisch. Aber hey. Er hat sich entschuldigt und mal eben mit dem Fuß verlegen im Boden rumgescharrt, da kann man ihm schon verzeihen und dahinschmelzen, oder? Schließlich ist er der heiße Prinz. Da darf das schon mal vorkommen.

Wo die Bewertungen zu "vielschichtigen" Charakteren herkommen, ist mir auch ein Rätsel. Prinz Valium, sorry, Prinz Aldrik ist düster und grüblerisch, bis er zwischendurch mal kurz softig wird, dann wieder rückgratlos, da er so gar nicht zu seiner angeblichen Geliebten steht. Valhalla, sorry, Vhalla ist meistens mit Jammern beschäftigt. Vielleicht heißt sie also auch eher Jhamma, so ganz sicher bin ich mir nicht. Nun. Ich möchte nicht behaupten, dass es das Schlechteste an Romantasy ist, was ich je gelesen habe (da schaue ich zu euch, Tracy Wolff und Jennifer Armentrout!), aber den Hype und dieses coole Cover ist das Ding wirklich nicht wert. 1,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 05.02.2022

Sie ist blond

A History of Us − Erst auf den zweiten Blick
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Stacey, die eigentlich Anastasia heißt, führt ein sie langweilendes Leben in einer Kleinstadt. Einzig im Sommer lebt sie für ein paar Wochen auf, wenn bei ihnen ein Mittelalterfestival stattfindet, an ...

Stacey, die eigentlich Anastasia heißt, führt ein sie langweilendes Leben in einer Kleinstadt. Einzig im Sommer lebt sie für ein paar Wochen auf, wenn bei ihnen ein Mittelalterfestival stattfindet, an dem sie als Schankdirne teilnimmt. Jedes Jahr hat sie dort auch immer eine Affäre mit einem muskulösen, gut aussehendem Barden, mehr jedoch nicht. Als dieses Jahr der Mittelaltermarkt weitergezogen ist und sie ihren Frust in Alkohol ertränkt hat, schreibt sie diesem Barden eine Mail. Obwohl sie sonst nie über das Körperliche hinaus eine Beziehung hatten, begegnen sie sich plötzlich auf einer gefühlsmäßigen Ebene - oder doch nicht?

Herr, wirf Hirn vom Himmel!, möchte man rufen, wenn man Staceys Gedankengänge und Handlungen liest. Dass wir hier eine Cyrano-de-Bergerac-Geschichte haben, wird zum Glück auch gleich (mehrmals!) von diversen Charakteren selbst erwähnt. Könnte ja sein, dass der gelangweilte Leser durch das ewige Weinsaufen, die Werbung für eine Umweltsündercafèshopkette oder Staceys Hach-mit-meinen-26-Jahren-bin-ich-viel-älter-als-die-Highschoolkids-Gejammere etwas übersehen hätte. Stacey ist eine totale Schlaftablette, die nichts auf die Reihe kriegt und trotzdem zumindest ein oder zwei coole Freundinnen hat. Sie hält sich für reifer als die auftauchenden 16jährigen, klebt aber permanent an ihrem Handy, um dort Posts wie eine 16jährige abzulassen. Ihr Angebeteter hat ein Problem mit der Wahrheit, aber wen stört's. Am besten gefallen haben mir ja zu irgendeinem Zeitpunkt Staceys Aussagen, dass eine Frau keinen Mann braucht, um sich zu definieren, nur um drei Seiten weiter alles für einen Mann aufzugeben - für ein Leben, das auch nichts anderes als ein Kleinstadtleben ist. Ein selten nerviges Buch, für das man weder den 1. noch den 3. Teil zu kennen braucht und ich auch nicht vorhabe, die kennenzulernen.

Veröffentlicht am 01.01.2022

The eye of the zebra

Im Auge des Zebras
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Wie kann jemand zur selben Zeit überall in Deutschland Verbrechen begehen? Acht Jungs werden entführt, von ein und demselben Mann. Zur selben Zeit. Olivia Holzmann vom LKA Berlin steht vor einem Rätsel ...

Wie kann jemand zur selben Zeit überall in Deutschland Verbrechen begehen? Acht Jungs werden entführt, von ein und demselben Mann. Zur selben Zeit. Olivia Holzmann vom LKA Berlin steht vor einem Rätsel und ihr Mentor Boesherz hat sich vom Ermitteln zurückgezogen und ist keine Hilfe. Sie findet heraus, dass es der Täter darauf angelegt hat, einen alten Fall geklärt zu haben, der nie gelöst wurde, doch da gab es in zwanzig Jahren keinen Fortschritt, wie soll sie ihn in kurzer Zeit lösen? Doch gerade die Zeit ist für den Täter von entscheidender Bedeutung.

Den Anfang fand ich ziemlich gut, ging es dabei doch um Tricks und Gegentricks und Olivia bewies eindeutig eine Coolheit, die mich beeindruckte. Diese verlor sie jedoch schon nach dem ersten Abschnitt, stattdessen entpuppte sie sich als dauergestresste Frau, die ohne Boesherz nichts auf die Reihe bekam und sich zu einer Reihe von Fehlentscheidungen entschloss. Angeblich sollte das ein Olivia-Holzmann-Krimi sein, in dem sie "aus dem Schatten ihres Mentors" tritt - tatsächlich ist es aber eben jener Mentor, der mit Glückskekssprüchen und Yoda-Gehabe (nur mit besserer Kleidung und Grammatik) den Fall löst, und zwar auf genau die Weise, die sein Sohn vorhergesagt hat.

Von Polizeiarbeit gab es hier auch nicht viel zu sehen. Von den erwähnten Glückskekssprüchen abgesehen möchte uns der Autor auch das Erforschen von Gerüchen als Profiling verkaufen und natürlich sind sowohl Boesherz als auch sein Sohn die Reinkarnation von Sherlock Holmes und Richter Di in einem. Olivia darf als trotteliger weiblicher Lestrade ihren Schlüssen hinterherstolpern. Ihre Erkenntnisse bekam sie von Kriminellen auf dem Servierbrett präsentiert und was die restlichen Polizisten in diesem "Krimi" tun, außer sich in "Täter hineinzuversetzen", weiß ich eigentlich auch nicht so richtig.

Im Übrigen habe ich es gestrichen, wenn AutorInnen anfangen, mir ihre Meinung zum Gendern (ja, wir haben es kapiert, ihr findet es Sch...), aufzwingen zu wollen. Zuerst Neuhaus, jetzt Kliesch.

Dieser Auftakt war alles, nur nicht überzeugend. 1,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 23.12.2021

Unterirdisch

Der Gräber
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Jedes Jahr im November verschwinden Leute aus ihren Häusern. Immer ist jemand durch den Keller durchgebrochen und hat sie geholt, die einzigen Spuren sind blutige Schleifspuren. Die Polizei steht vor einem ...

Jedes Jahr im November verschwinden Leute aus ihren Häusern. Immer ist jemand durch den Keller durchgebrochen und hat sie geholt, die einzigen Spuren sind blutige Schleifspuren. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Zur selben Zeit erhält die Lektorin Anika ein Manuskript, in dem jemand Morde beschreibt, in denen sich jemand unterirdisch mit Hilfe von Erdwesen in Anwesen gräbt. Der kurz vor dem Aus stehende Verlag bringt mit diesem Buch einen Bestseller heraus, der ihn rettet. Doch kann es sein, dass der echte Mörder dieses Buch geschrieben hat? Oder dass ein vor Jahren verschwundener Autor dahintersteckt?

Ich kann echt nicht sagen, was sich der echte Autor bei diesem Buch gedacht hat. Während die ersten paar Seiten wenigstens noch andeutungsweise Spannung beinhalteten, wurde der Rest immer abstruser und langweiliger. Die Ermittler ermittelten nicht, dafür wurde uns erzählt, dass die Ermittlerin eine komische Frau ist, die keine Beziehungen braucht, weil Einbauküchen (und Tinder) auch ganz schön sind. Ähnlich seltsam ist die Lektorin drauf. Überhaupt habe ich in dem ganzen Buch keinen Sympathieträger gefunden, dafür jede Menge Blabla. Muss ich noch erwähnen, dass hier nirgends Logik zu finden war, die paar Worte des Gräbers abgehackt, langweilig und auf keinen Fall bestsellerwürdig und dass es am Ende auch keine vernünftige Auflösung gab? Enttäuschend. Absolut enttäuschend. 1,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 25.11.2021

In ewiger Langeweile

In ewiger Freundschaft (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 10)
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Es war einmal eine Autorin. Die war zwar megaberühmt, bekam aber entweder den Hals nicht voll oder hatte Komplexe, weil ein paar ihrer Bücher mal in der Ramschkiste zu finden waren. Also dachte sie: Ich ...

Es war einmal eine Autorin. Die war zwar megaberühmt, bekam aber entweder den Hals nicht voll oder hatte Komplexe, weil ein paar ihrer Bücher mal in der Ramschkiste zu finden waren. Also dachte sie: Ich schreibe jetzt mal ein Buch, in dem ich mit Leuten aus der Buchbranche abrechne und und außerdem jedem, der bei drei nicht auf dem Baum ist, meine eigenen Bücher noch mal um die Ohren haue.

Gesagt, getan.

Und schon war genau dieses Buch wieder auf den Bestsellerlisten und die Autorin hat alles richtig gemacht. Happy End.

Außer vielleicht für manche Leser. Solche wie mich. Ich hätte gern einen Fall gehabt, der mich interessiert. Der spannend geschrieben ist, ohne dass ich dauernd von alten Titeln der Autorin lesen muss. Ohne dass es zu ständigen Wiederholungen kommt, ohne dass die Charaktere alles, aber auch wirklich alles noch einmal durchkauen und dennoch nicht bei 1 + 1 auf 2 kommen.

Ein Buch, in dem nicht der (natürlich!) adlige Hauptcharakter von der eigenen Autorin schlimmer angehimmelt wird als einer der verdächtigen Autoren von der Chefin der Kriminalpolizei.

Ich hätte gern ein Buch gelesen, in dem es ohne Eigenlob abgeht. Ein Buch, in dem eine der Protagonistin nicht sagt: Gendern ist Mist, was soll der Quatsch. Ein Buch, in dem nicht auf jeder Seite gebrüllt wird: Wir sind reich und der Klimawandel geht uns am A... vorbei, Hauptsache, wir fahren unsere fetten Boliden oder Geländewagen.

Von einem Krimi war hier jedenfalls nicht viel zu finden, zumal eine wichtige Person erst irgendwann zum Schluss aus dem Hut gezaubert wurde.

Eigentlich hätte mich das Thema wirklich interessiert. Aber die Umsetzung war einfach furchtbar. Und wirklich nur geeignet für Leute, denen es zu peinlich ist, die Bahnhofsheftchen über den mega gutaussehenden Adligen und seine Liebschaften zu lesen. 1,5/5 Punkten.