Profilbild von thisisher

thisisher

Lesejury Profi
offline

thisisher ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit thisisher über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2022

Interessant, aber bleibt oberflächlich

Auf See
0

In 'Auf See' wird die Geschichte von Yada und von Helena erzählt, die in einer dystopischen Zukunft leben.
Das Buch erzählt von einer Zukunft, in der Yada in der Seestadt lebt, einer Art künstlicher Insel ...

In 'Auf See' wird die Geschichte von Yada und von Helena erzählt, die in einer dystopischen Zukunft leben.
Das Buch erzählt von einer Zukunft, in der Yada in der Seestadt lebt, einer Art künstlicher Insel vor der deutschen Küste, die von ihrem Vater erbaut wurde und in der alles strukturiert und festgelegt ist. Helena lebt in Berlin als Künstlerin ohne festen Plan oder Struktur.

Der Roman verbindet die Leben der beiden im Laufe der Geschichte miteinander und ist durchaus gut und spannend geschrieben. Er beschreibt vor allem die Sicht der Frauen in einer dystopischen Welt und das macht ihn durchaus interessant und neu. Allerdings werden teilweise eher bildungssprachliche Wörter benutzt, was das Lesen erschwert und eher anspruchsvoll und hochschwellig macht und eigentlich überhaupt nicht nötig ist.

Ich fand auch die Beschreibung der Welt in der die Figuren leben sehr kurz und skizzenhaft. Im Vergleich zu anderen Science-Fiction Romanen fehlt mir das Lebendige, was die Welt begreiflich und fassbar macht. Das Buch wirkt teilweise so, als könnte die Geschichte sehr fantasievoll und interessant werden, aber dann springt es sehr schnell weiter in der Geschichte und die spannenden Aspekte der Geschichte werden gar nicht auserzählt. Dadurch liest sich der Roman sehr schnell und flüssig, bleibt aber irgendwie oberflächlich und flach. Schade, denn der Schreibstil ist echt gut und die Geschichte auch durchaus interessant.

Das Cover ist ein echter Hingucker und sehr sehr schön gemacht!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 30.04.2022

Der etwas andere Thriller

Real Easy
0

Dies ist kein klassischer Thriller, sondern einer, der sich auf die Geschichte der Frauen, die in einem Stripclub arbeiten und von denen zwei ermordet werden, konzentriert. Er fokussiert sich weniger auf ...

Dies ist kein klassischer Thriller, sondern einer, der sich auf die Geschichte der Frauen, die in einem Stripclub arbeiten und von denen zwei ermordet werden, konzentriert. Er fokussiert sich weniger auf die in Thrillern oft beachtete Täterinnenperspektive, sondern stellt mehr die vielen verschiedenen Frauen in den Vordergrund. Auch die Ermittlerinnenperspektiven werden beschrieben, aber nicht auf die übliche Weise, in der ein eiskalter Cop sich von seiner Ehefrau entfremdet hat und jetzt nachts Verdächtige überwacht, sondern auf eine sehr angenehme, freundliche Art. Nicht jeder Cop ist schließlich ein einsamer Alkoholkranker, der mit sich und der Welt hadert.
Mir hat besonders gefallen, wie verschieden die Frauen beschrieben wurden und wie jede ihre eigene, nachvollziehbare Geschichte hatte. Zum einen Samantha, die einen Großteil der Geschichte erzählt und zum anderen Georgia, die im Verlauf immer mehr erzählt. Ich fand es toll, dass ganz nebenbei eine inter Person, eine lesbische und eine schwule Geschichte miteingeflochten waren.
Befremdlich ist mir allerdings aufgefallen, dass im Autor
innentext auf dem Einband von einem Mann und zwei Söhnen der Autorin die Rede ist, in der Danksagung die Autorin jedoch ihrer Partnerin dankt und ihr sagt, wie sehr sie sie liebt. In den Originalautor*innentexten ist immer von einer Familie der Autorin die Rede. Es kann sich also durchaus um einen heteronormativen Übersetzungsfehler handeln, der in diesem durchaus queeren Buch allerdings schräg wirkt.
Zurück zum Thriller, ich mochte diesen Thriller sehr, der mit den üblichen Regeln bricht und die Frauen in den Mittelpunkt stellt und nicht die Täterperspektive. Die wechselnden Erzählperspektiven haben mich dabei aber nicht gestört, ich fand sie dadurch, dass sie mehrheitlich von Samantha und später Georgia erzählt wurden auch recht übersichtlich. Ein Thriller der empfehlenswert ist und mit traditioneller Thrillererzählweise bricht und eine andere Perspektive zeigt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2022

Gut komponiert

Die Feuer
1

Summer, Ivy und Margot sehen sich ein Theaterstück an während draußen vor der Stadt die Buschbrände wüten. Sie sinnieren während des Stückes über ihr jeweiliges Leben und kommen alle drei zu Entschlüssen, ...

Summer, Ivy und Margot sehen sich ein Theaterstück an während draußen vor der Stadt die Buschbrände wüten. Sie sinnieren während des Stückes über ihr jeweiliges Leben und kommen alle drei zu Entschlüssen, die ihr weiteres Leben beeinflussen wird. Summer arbeitet im Theater, um sich ihr Schauspielstudium zu finanzieren und ist besorgt über ihre Freundin, die in die Berge gefahren ist, um nach ihren Eltern zu schauen. Ivy war Margots Studentin und ist jetzt erfolgreiche Kunstmäzenin und Margot, Literaturprofessorin, erlebt Gewalt von ihrem Ehemann, bei dem eine Demenzerkrankung diagnostiziert wurde. In der Pause des Stückes treffen die drei aufeinander.
Der Roman wird aus den drei Sichten der drei Frauen erzählt. Gemeinsam ist allen drei Erzählperspektiven jedoch, dass sie das auf der Bühne Geschehene sehen und erzählen und dadurch in ihren Gedanken beeinflusst werden. Keine der drei ist wirklich auf das Stück konzentriert, sondern dieses dient eher als roter Faden und Stichwortgeber für die inneren Monologe, die wir hier lesen können.
Mir hat die Sprache und die Erzählweise gut gefallen. Sie wirkt erfrischend und spannend, es wird nie langweilig, weil die Perspektive oft wechselt und man sich wieder in andere Gedanken hineinversetzen muss. Das Ende ist relativ offen, was aber zu dem Buch passt, da wir hier nur einen sehr kurzen Moment im Leben der drei Figuren erleben, das ganze Buch spielt eigentlich an einem Abend.
Die Figuren sind rund gut erzählt, ihre Schicksale miteinander verbunden, aber jede hat eine eigenständige Geschichte, die ihre jeweilige Daseinsberechtigung hat. Mir hat gut gefallen, wie sie miteinander verbunden sind, dass nicht jede Kleinigkeit erzählt wird, sondern auch Raum für Interpretationen lässt. Claire Thomas ist ein gut durchkomponierter und spannend erzählter Roman gelungen, der die großen und die kleinen Probleme wahrnimmt und sie gelungen erzählen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2021

Eindrucksvoll

Schwarzes Herz
0

Das ist ein Buch über Gewalt. Das sollte einem klar sein, bevor man mit dem Lesen anfängt. Es geht um Gewalt in einer Beziehung, Gewalterfahrung in der Familie, Gewalterfahrung über Generationen hinweg. ...

Das ist ein Buch über Gewalt. Das sollte einem klar sein, bevor man mit dem Lesen anfängt. Es geht um Gewalt in einer Beziehung, Gewalterfahrung in der Familie, Gewalterfahrung über Generationen hinweg. Das ist aufwühlend und bedrückend zu lesen, schwierig zu bewältigen und hängt lange nach.

Jasmina Kuhnke ist hier ein sehr drastisches Buch gelungen, in der die Ich-Erzählerin ihre Gewalterfahrungen schildert, die gesellschaftlich und persönlich an ihr verübt werden. Die psychische und physische Gewalt ist unglaublich eindrücklich geschrieben und wirkt so tief, weil es einfach nicht nachlässt und immer und immer wieder irgendetwas passiert.

Mich hat dieses Buch auch lange nach der Lektüre nicht losgelassen und die Erlebnisse der Ich-Erzählerin lange beschäftigt. Denn obwohl es ihr am Ende gelingt aus der Beziehung zu entkommen und ihre Erfahrungen in einem Buch zu verarbeiten, bleibt ein ungutes Gefühl nach der Lektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.12.2021

Empfehlenswert!

Fanny und die Liebe
0

Fanny geht in die Schule und spielt dort am liebsten mit ihrer Freundin Ester. Eines Tages sagt Ester, dass sie verliebt in Fanny ist. Fanny will herausfinden was verliebt sein überhaupt bedeutet und fragt ...

Fanny geht in die Schule und spielt dort am liebsten mit ihrer Freundin Ester. Eines Tages sagt Ester, dass sie verliebt in Fanny ist. Fanny will herausfinden was verliebt sein überhaupt bedeutet und fragt ihre Mama und ihre Oma um Rat.
Dieses Buch ist eine süße Geschichte vor allem von Fanny und ihrer Oma, die beide einen Hang zum Chaos teilen und am liebsten den ganzen Tag Sachen entdecken würden. Ihre Oma steht Fanny aber auch mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um die alltäglichen Dinge geht, wie wenn die beste Freundin einem erzählt, dass sie in einen verliebt ist! Fanny teilt ihre Gefühle aber nicht und findet jetzt heraus wie sie am besten damit umgehen kann, ohne Esters Gefühle zu verletzen.
Ich mochte an dem Buch die Sprache, mit der aus Fannys Sicht erzählt wird und die sehr gut zu ihr passt. Schön fand ich auch, dass Fannys Mama ganz selbstverständlich mal eine Beziehung mit einer Frau hatte. Alles in allem ein Buch, das empfehlenswert ist und das eine schöne Geschichte erzählt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere