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Veröffentlicht am 10.01.2022

Sehr spannende Geschichte aus den besetzten Niederlanden 1942/43

Im dunklen Nebel
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"Im dunklen Nebel" von Jürgen Ehlers ist der zweite Teil einer Trilogie und knüpft nahtlos an den ersten Teil an. Es spielt in den Niederlanden 1942- 1943 und nachdem die Flucht von Gerhard Prange, seiner ...

"Im dunklen Nebel" von Jürgen Ehlers ist der zweite Teil einer Trilogie und knüpft nahtlos an den ersten Teil an. Es spielt in den Niederlanden 1942- 1943 und nachdem die Flucht von Gerhard Prange, seiner jüdischen Freundin Sofieke und der kleinen Sara misslungen ist, sind sie Richard Christmann von der Spionageabwehr völlig ausgeliefert und können nur hoffen, dass er sie wirklich schützen will.
Sara kommt zunächst auf einem Bauernhof unter, Sofieke bekommt Nachricht von ihrem Bruder und Gerhard arbeitet weiter für die Deutschen.
Jürgen Ehlers erzählt anhand seiner fiktiven Figuren Gerhard, Sofieke und Sara, ein historisches Stück Geschichte aus den Niederlanden. Er gibt dem Leser anhand eines Personenregisters einen Überblick über die fikitven sowie historischen Personen und Gruppen, die in der Geschichte vorkommen.
Er bindet die fikiven Figuren und ihr Leben so gut in die historische Geschichte ein, dass ich mit ihnen um ihr Leben bange. Die Geschchte ist höchst kompliziert, da es viele Verwicklungen gab und keiner einander trauen konnte. Es ist also kein "einfaches" Buch, dafür umso fesselnder und sehr informativ. Mich hat es sehr bewegt, nachdenklich und auch neugierig zurückgelassen, denn die Geschichte von Gerhard, Sofieke und Sara ist noch nicht zu Ende erzählt. Bevor ich "Tot von oben" und " Im dunklen Nebel" gelesen habe, war mir überhaupt nicht klar, wie sehr die Niederlande bzw. die Deutschen dort eine Rolle gespielt haben und was sie dadurch an Widerstand etc. ausgelöst haben.
Eine ganz klare Leseempfehlung für alle geschichtsinteressierten Menschen, die gut recherchierte und spannende Romane mögen!

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Veröffentlicht am 10.01.2022

Wunderschön illlustrierte Bilderbuchgeschichte

Lotti und Otto (Band 2)
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Dieses Bilderbuch erzählt die Geschichte von Lotti, einem kleinen Ottermädchen, und Otto, einem kleinen Otterjungen, die sich in einem Ferienlager kennenlernen und anfreunden. Während Lotti gerne angelt, ...

Dieses Bilderbuch erzählt die Geschichte von Lotti, einem kleinen Ottermädchen, und Otto, einem kleinen Otterjungen, die sich in einem Ferienlager kennenlernen und anfreunden. Während Lotti gerne angelt, Monster jagt etc., gehören zu Ottos Lieblingsbeschäftigungen backen und nähen. Bei ihnen zu Hause ist dies völlig normal, aber hier im Ferienlager spielen die männlichen Tiere "Jungensachen" und die Mädchen machen gerne "Mädchenkram" bzw. werden die Tierkinder auch geschlechtsspezifisch in Gruppen eingeteilt. Otto und Lotti passt dies gar nicht und mit einem Trick machen sie das, was sie gerne machen und bringen die anderen Tiere dazu über die Einteilung Junge/Mädchen nachzudenken.
Dieses Bilderbuch hat uns inhaltlich sehr gut gefallen und die Illustrationen haben uns begeistert. Immer wieder gab es beim erneuten Vorlesen was Neues zu entdecken. Während die jüngeren Kinder eher von den Bildern fasziniert waren und die Thematik für sie weniger relevant war, da sie selber noch nicht auf geschlechtsspezifische Spiele konditioniert sind, konnten sich die Kinder, die bald zur Schule kommen sehr gut mit den Tieren identifizieren und über das jeweilige Rollenverständnis. Manche sympathisierten mit Lotti und Otto, während andere Kinder deren Verhalten auch nach Ende der Geschichte für sich nicht nachvollziehen konnten.
Eine klare Leseempfehlung für dieses Buch, was hoffentlich viele Kinder und Erwachsene zum Nachdenken anregen wird.

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Veröffentlicht am 07.01.2022

Anspruchsvoller Kriminalroman, der in Münschen Anfang der 20ziger Jahre spielt

Herbststurm
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Zwei Männer werden mit ein und derselben Waffe erschossen und die dies geschieht in München Anfang der zwanziger Jahre. Kommissär Reitmeyer nimmt die Ermittlungen gemeinsam mit seinem Kollegen Rattler ...

Zwei Männer werden mit ein und derselben Waffe erschossen und die dies geschieht in München Anfang der zwanziger Jahre. Kommissär Reitmeyer nimmt die Ermittlungen gemeinsam mit seinem Kollegen Rattler auf. Schnell wird klar, dass nicht jeder ein Interesse daran hat, das zu genau ermittelt wird, denn manches kommt zu Tage, was einige Leute lieber unentdeckt gesehen hätten. Während Reitmeyer von seinem Freund Sepp Leitner, der beauftragt wurde eine verschwundene Russin zu finden, kontaktiert wird, und sie gemeinsamen Spuren nachgehen, wird es für alle Beteiligtein gefährlich.

Mir hat dieser Kriminalroman, der mir einen Einblick das Leben der Menschen damals gab, sehr gefallen. Natürlich war mir auch u. a. Inflation ein Begriff, aber was es für die Menschen bedeutete, wurde hier u.a. durch die Geschichte, dass Rechnungen, die gestellt werden, Tage später, das Papier nicht mehr wert, sehr deutlich. Desweiteren wird aufgezeigt, wie die politische Lage ist. Mir war überhaupt nicht klar, dass der Antisemitismus schon so deutlich zu spüren war. In diesem sehr komplizierten Geflecht ermittelt Reitmeyer und selbst an seinem eigenen Arbeitsplatz "treten" nicht alle für Recht und Ordnung ein. Sein Kollege Rattler "verliebt" sich und ist Reitmeyer deswegen nur bedingt eine Hilfe.

Wer etwas mit "goldenen" zwanziger Jahren im Kopf hat, dem wird hier ganz schnell klar, dass dies nur auf eine Minderheit zutrifft, denn die meisten Menschen kämpfen um ihre Existenz.
Im Roman überwiegt in meinen Augen der geschichtliche Teil und der Fall selber, obwohl zumindestens im letzten Drittel sehr spannend, ist eher schmückendes Beiwerk.

Wer gerne Krimis zur Entspannung liest, ist hier auf jeden Fall verkehrt, denn hier liegt richtig, wer gerne sehr tief in die Vergangenheit mit samt vielen politischen sowie gesellschaftelichen Hintergründen und Seilschaften eintaucht.

Veröffentlicht am 07.01.2022

Wundervoller historischer Roman aus dem 17.Jahrhundert

Flammen und Seide
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Der Roman spielt in der Zeit von 1668-1675 in Rheinbach. Hier lebt die junge Madlen Thynen mit ihrer Familie, die zu Beginn der Geschichte 16 Jahre alt ist. Aufgrund eines Unfalls ihres Vater, der ihn ...

Der Roman spielt in der Zeit von 1668-1675 in Rheinbach. Hier lebt die junge Madlen Thynen mit ihrer Familie, die zu Beginn der Geschichte 16 Jahre alt ist. Aufgrund eines Unfalls ihres Vater, der ihn körperlich stark einschränkt, führt Madlen mit 17 Jahren die Geschäfte ihres Vaters, der einen Tuchhandel hat, mit.
Privat ist ist sie Peter, einem jungen tüchtigen Mann "versprochen" , jedoch als Lucas, ein Freund aus Jugendtagen fünf Jahre später wieder auftaucht, kann Madlen ihre Gefühle nicht mehr richtig einsortieren. Zudem ist Lucas mit einer Mission beauftragt worden, einen Verräter in Rheinbach ausfiindig zu machen, denn es herrscht Krieg, der in Rheinbach selbst bis jetzt noch nicht angekommen ist.

Die Autorin hat es geschafft sehr anschaulich das Leben in damaligen Zeiten dazustellen, was mir sehr gut gefallen hat. Sie schildert alte Bräuche und auch Strafen, die es damals gab. Einiges, was in diesem Roman erzählt wird, ist historisch belegt und macht die Geschichte damit um so lebendiger und spannender.
Besonders interessant fand ich damalige Ansichten zur Rolle der Frau und stelle fest, dass unsere Gesellschaft sich nicht unbedingt so viel weiterentwickelt hat. Ein weiteres Highligt war die Darstellung der innerlichen Zerrissenheit Madlens bezüglich ihrer Gefühle für Lucas und Peter, die durch sehr schön beschriebene Szenen unterstrichen wurden.
Eigenlich bin ich nicht unbedingt Fan von historischen Romanen, die zeitlich mehrere hundert Jahre früher liegen - von einigen Ausnahmen abgesehen, doch dieser hat mir ausnehmend gut gefallen, was einerseits am Schreibstil liegt, andererseits daran liegt, dass ich Rheinbach selbst kenne und ich das Buch deswegen unbedingt lesen wollte.
Von mir auf jeden Fall - auch für nicht Rheinbachkenner - eine sehr empfehlenswerte Geschichte!

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Veröffentlicht am 07.01.2022

Ganz besonders toller Roman und Ratgeber für Erwachsene, damit sie ihre Teenager besser verstehen

I love Teens
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Die Autorin Maja Overbeck hat einen informativen und unterhaltsamen Roman/Ratgeber über die Pubertät geschrieben. Hierbei verknüpft sie eigene Geschichten/Erfahrungen anderer mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, ...

Die Autorin Maja Overbeck hat einen informativen und unterhaltsamen Roman/Ratgeber über die Pubertät geschrieben. Hierbei verknüpft sie eigene Geschichten/Erfahrungen anderer mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, außerdem lässt sie die Teenager selbst zu Wort kommen. Pubertät sorgt definitiv für mehr Konfliktstoff zwischen den "Pubertierenden" und den "Anderen".

Mich hat zunächst das Cover schon angesprochen und die positive Botschaft desselbigen. Nach der Kurzbeschreibung war mir klar, dass ich dieses Buch lesen "musste" und als meine Kinder es auf der Couch liegen sahen, fanden sie auch, das ich es lesen sollte. Ganz klar....sie wollen doch geliebt werden...Grins!
Ich selber kenne viele Kinder und deren Eltern, die sich am Anfang bzw. Mitten in der Pubertät befinden und bei uns wohnen auch zwei davon.
Bei einigen Dialogen und Situationen - insbesondere zwischen der Autorin und ihrem Sohn - habe ich mich bzw. uns absolut wiedererkannt. Ein Beispiel dafür war die Unterhaltung über eine Schulnote, wo der Sohn mit einer Drei zufrieden war, aber seiner Mutter auf den Kopf zusagte, dass sie es nicht wäre. Einerseits bin ich ziemlich beruhigt, dass es in anderen Familien ähnlich zugeht, andererseits - Lach! - dachte ich manches Mal, ob es bei uns irgendwo versteckte Kameras gibt, so hoch war der Wiedererkennungswert. Für mich eines der wichtigsten Aussagen, war die über das Vertrauen, das man in sein Kind haben sollte. Interessant fand ich, dass die Schule entgegen der Erwartungen von Maja Overbeck selber, viel Raum einnimmt und auch für viel Konfliktpotential sorgt.
Sehr gut haben mir die Lösungsvorschläge von der Autorin gefallen, wie ich als Erwachsener mich "erwachsen" benehme und Situationen entschärfe bzw. nicht "hochkochen" lasse. Es geht hier sowieso nicht darum das Verhalten der Kinder zu ändern , sondern unseren eigenen Umgang mit ihnen, daraus ergibt sich ganz häufig auch selbiges. Kurz zusammengefasst würde ich sagen, sind die Bereitschaft zuzuhören, nicht so viel zu bewerten und zu helfen, wenn Hilfe verlangt wird, neben dem grundsätzlichen Vertrauen die wichtigsten Botschaften dieses Buches....und natürlich sie so zu lieben, wie sie sind......
Dies alles schafft die Autorin "ohne erhobenen Zeigefinger", sondern mit ganz viel Selbsterkenntnis ihrerseits, so dass es mir nicht ganz so "weh tat", wenn ich mich selbst "ertappt" fühlte.
Selten bin ich so gut unterhalten und informiert worden......
Fünf Sterne dafür!

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