Eine emotionale Zugfahrt in die Vergangenheit
In Richtung StoppelfelderDer größte Teil dieses Buches beschreibt eine Zugfahrt. Das klingt jetzt nicht spektakulär, ist es in emotionaler Form aber sehr. Der Autorin gelingt es in dieser siebenstündigen Zugfahrt, dass wir Leser ...
Der größte Teil dieses Buches beschreibt eine Zugfahrt. Das klingt jetzt nicht spektakulär, ist es in emotionaler Form aber sehr. Der Autorin gelingt es in dieser siebenstündigen Zugfahrt, dass wir Leser den Protagonisten sehr nahekommen. Das Setting ist reduziert, aber der lebendige Schreibstil holt mich ab und nimmt mich mit auf die Reise. Gemeinsam mit Jule fahre ich zur Beerdigung ihrer besten Freundin. Im Zug treffen wir Hannes, ihre einstige große Liebe. Ich fühle mich wieder jung und unverwundbar, wie damals, als die Schule beendet war und alles möglich schien. Ich sitze gemeinsam mit den beiden im Abteil und spüre verletzte Gefühle, aufgestaute Emotionen und Trauer über den Verlust. Aber auch viel Humor und Hoffnung. Weitere Personen betreten das Abteil, manche mag ich mehr, manche weniger. Karl bringt mich zum Schmunzeln 😊
Jule und Hannes teilen ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf die Vergangenheit. Jule mag den Herbst nicht. „Das Wetter schlägt um, es wird ungemütlich. Diese Regentage sind eine Absage an Biergärten, an Gartenpartys and Sommerkleidchen und Sonnenbrillen. Jeder Tropfen spült ein Stück der Leichtigkeit des Sommers durch den Rinnstein in die Kanalisation.“
Eine ungewöhnliche Geschichte, die mich zum Nachdenken bringt und neugierig auf weitere Werke der Autorin macht. Ich vergebe 5 Sterne und empfehle „In Richtung Stoppelfelder“ sehr gerne weiter.