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Veröffentlicht am 17.01.2022

Wieder ein typischer Cherry

Gegen den bittersten Sturm
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Klappentext:
Als ich ihm eines Abends plötzlich wieder gegenüberstand, konnte ich fühlen, wie mein Herz erneut zerbrach. Denn für die Welt war er Connor Roe – einer der vermögendsten und einflussreichsten ...

Klappentext:
Als ich ihm eines Abends plötzlich wieder gegenüberstand, konnte ich fühlen, wie mein Herz erneut zerbrach. Denn für die Welt war er Connor Roe – einer der vermögendsten und einflussreichsten Männer New Yorks. Aber für mich war er der Mann, dem ich in einer Nacht vor zwei Jahren all meine Träume und tiefsten Geheimnisse anvertraut hatte. Für einen kurzen Augenblick hatten wir uns ineinander verliebt – weil wir wussten, dass wir uns nicht wiedersehen werden. Doch jetzt war er zurück in meinem Leben – wieder war es der falsche Zeitpunkt für uns. Und so zog er mich an sich und hielt mich einfach nur fest. Denn niemand wusste besser als Connor, dass man manchmal in den Trümmern stehen und hoffen musste, dass man lernte, mit den zerbrochenen Teilen zu leben.

Schreibstil:
Wie gewohnt, schreibt Brittainy C. Cherry wunderschön fließend und emotional. Sie hat einfach einen sehr schönen Schreibstil, der eine Menge schöne Zitate bietet und einen die Emotionen der Protagonisten hautnah spüren lässt. Ich fand allerdings, dass dieser Band kleinere Schwächen im Schreibstil hatte, weil sich meiner Meinung nach ein wenig zu sehr auf Klischees ausgeruht wurde. Es kam mir einfach manchmal vor, als würde ich schmeichelnde Worte lesen, die nicht unbedingt die Realität mit ihrer ganzen Tiefe widerspiegeln. Allerdings ist das Meckern auf sehr hohem Niveau.

Zur Geschichte allgemein:
Ich kann euch nicht sagen, wie sehr mir der Anfang des Buches gefallen hat. Es war einfach super schön, Rotkäppchen und Captain America in dieser einen Nacht zu verfolgen. Von mir aus hätte die komplette Geschichte so weitergehen können. Mit Entscheidungen aus dem Bauch heraus, der offenen Kommunikation über Gefühle, schnelle Orts- und Themenwechsel und viel kribbelnde Spannung zwischen den Protagonisten. Man konnte einfach träumen und hat die beiden Protagonisten völlig nackt mit purem Blick auf die Charakter kennenlernen können.

Die eigentliche Geschichte beginnt dann zwei Jahre später. Beide Protagonisten stecken in ihrem Alltag, verfolgen ihre Träume und Wünsche und haben diese eine Nacht in Vergessenheit geraten lassen. Ich fand es tatsächlich etwas schade, dass gerade Aaliyah sich nicht an das gehalten hat, worum es in dieser Nacht für sie in erster Linie ging. Aber ich schätze, das macht auch die Authentizität der Geschichte aus. Wir Menschen sind eben Gewohnheitstiere und neue Vorsätze sind nur schwer zu etablieren. Und im Prinzip hat sich Connor ebenfalls nicht daran gehalten, bei ihm fiel es nur nicht so negativ auf.

Connor war mein Held der Geschichte. Er ist super ehrlich, treu und herzlich. Ein Mann, den man niemals in die hartgesottene Geschäftswelt einordnen würde, in der er sich bewegt. Ernsthaft, jeder wäre, glaube ich, begeistert von Connor. Seine Motive für seine Arbeit sind motivierend, sein Umgang mit anderen Personen ist wundervoll und zeugt von Respekt und emotional ist er super zart. Es war echt schön zu sehen, wie er sich mit dem Gedanken, einen Menschen wirklich wirklich gut zu finden, sich zu verlieben, jemanden unbedingt zu lieben, gewöhnen musste, dies aber keineswegs abblockte.

Aaliyah ist in ihrer Art komplett anders. Sie ordnet sich eher unter, lässt sich beeinflussen und hat zudem noch mit einem schweren Schicksalsschlag zu kämpfen, der sie vorsichtiger aber auch wagemutiger hat werden lassen. Sie geht jetzt eher aufs Ganze, weil sie Sicherheit sucht. Es war interessant nachzuverfolgen, wie Aaliyah mit ihrer Gegenwart umgeht und woraus sie Stärke zieht. Ganz wie man es von der Autorin gewohnt ist, ist ihr Schicksalsschlag kein kleiner und beeinflusst ihr Leben auf ganzer Linie. Aaliyah lässt sich davon aber nicht unterkriegen und macht es nicht zu einem Thema, das uns Leser die ganze Handlung hinüber „belastet“. Es verschwindet nie und hat definitiv seine Auswirkungen, aber Aaliyah macht das beste daraus und lässt die Liebesgeschichte mit Connor zu.

Die beiden nähern sich sehr langsam einander an. Zwar bleibt die Nacht zwischen ihnen bestehen und es ist definitiv Liebe zwischen ihnen, aber keiner von beiden macht es sich leicht. Ich finde einfach, dass die Autorin es immer wieder schafft, fast den kompletten Charakter einer Person darzustellen und einen Protagonisten so sehr sehr menschlich und damit auch authentisch macht. Dadurch kommen Zweifel und Instinkte, innere Blockaden, Prägungen und Ängste auf, die die Handlung beeinflussen und alles eben nicht ganz so einfach machen, wie wir es im Märchen lesen. Bei Connor und Aaliyah ist es genauso. Beide haben ihre Gedanken und wehren sich zunächst gegen etwas, was ihnen beiden eigentlich nur Glück bringen würde. Das klingt unheimlich doof von ihnen. Durch diese Authentizität bleibt es für den Leser aber weiterhin nachvollziehbar und logisch und wird gleichzeitig unheimlich emotional. Die Beziehung zwischen den beiden bekommt unheimlich viel Tiefe.

Aufgemischt wird das Ganze von Connors „Gegenspieler“, der eigentlich keiner ist. Aber wie das nunmal so ist, gönnt nicht jeder jedem Glück. So wird aber auch noch Connors Leben ohne Aaliyah weitergeführt und komplex, ebenso wie auf der anderen Seite Aaliyahs Leben, das dann doch noch geheimnisvoller ist, als gedacht.
Es ergab letztlich einfach ein rundes Bild, bei dem alles losen Fäden letztlich sehr nah beieinander zusammenfanden, was ich so nicht erwartet hätte.

Was ich vielleicht bemängeln könnte, wäre, dass die Handlung sich stellenweise einfach etwas zog, weil beide Protagonisten sich eine Zeit lang gleichermaßen zurückhalten und der Anstoß somit nicht da war. Es war keine Geschichte, die ich in einem weglesen konnte, weil man sich erst darauf einlassen muss, soviel Emotionalität und auch Zögern anzunehmen.

Das Ende hat mich nochmal überrascht. Ihr dürft ja gerne mal raten, ob es ein Happy End oder eher ein Ende mit einem lachenden und einem weinenden Auge war. Bei Brittainy C. Cherry ist ja beides möglich. Was ich sagen kann, ist, dass das Ende nochmal ordentlich dramatisch war. Mein Lieblingsprotagonist war definitiv Connors Schützling, der hier alles gewaltig aufmischt und dem Paar die richtige Hilfestellung gibt, um anders zu denken.

Fazit:
Mein Highlight dieses Buches waren definitiv die Anfangsszenen. Ich glaube, die werde ich noch so manches Mal einfach so durchlesen, weil sie so schön sind. Ansonsten wird hier natürlich wieder eine super emotionale und tiefgreifende Geschichte erzählt. Der Hauptprotagonist Connor ist wirklich ein Goldstück und zusammen mit der Hauptprotagonistin ergibt sich hier ein Paar, das man nur mögen kann.
Einziger Kritikpunkt: ich fand, dass die Spannung zwischendurch immer mal etwas nachließ, sodass man es nicht in einem Rutsch lesen konnte.

4 von 5 Sterne von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.01.2022

Urban Fantasy mit Tiefgang und tollen Charakteren

Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
als ich hörte, dass Marie Grasshoff ein Buch herausbringt, dass nicht Sci-Fi ist, war ich sofort Feuer und Flamme. Fantasy ist so ziemlich mein Lieblingsgenre und es ist immer schön, wenn neue, gute Autorinnen dort hinzukommen.
Kennt ihr noch mehr Autor:innen, die zwei Genres oder sogar mehr bedienen? Ich denke, es gibt auf jeden Fall viele in anderen Genres, die in einem anderen Genre dann ein anderes Pseudonym verwenden.

Schreibstil:
Marie Grasshoff schreibt einfach super flüssig, kreativ und in diesem Buch definitiv auch episch. Sie schafft es sowohl hektische Kampfszenen als auch ruhige, emotionale Szenen so zu beschreiben, dass der Leser alles gut mitverfolgen kann und mitzittert.

Zur Geschichte allgemein:
Es war anfangs ein wenig komisch, von „Captain Wodka“ und Tycho zu lesen, weil ich sie absolut nicht mochte, oder zumindest nicht sympathisch fand. Sie agierte für mich zunächst nicht ganz nachvollziehbar und Lügen, Schweigen und Alkohol sind nun mal keine gute Kombination für einen Menschen. Sie hat sich quasi vom Leben und ihren Freunden und Familie und damit auch vom Leser abgeschottet, indem sie ein Verhalten an den Tag legte, das keinen unbedingt positiven Eindruck hinterlässt.
Zum Glück hält dieser Eindruck nicht ewig an, sondern man lernt Tycho als Leserin immer besser kennen und verstehen. Das Ganze ist ein langsamer Prozess, aber am Ende habe ich sie sehr ins Herz geschlossen.

Die Autorin schafft es mit ihrer Hauptprotagonistin einen Prozess darzustellen, der einfach nicht einfach ist. Tycho hat so gut wie niemanden im Leben, ist einsam, steht vor Fragen, die ihr keiner beantworten kann und muss mit einer Kraft und einer Sucht zurecht kommen, die sie immer wieder an den Rand der Dunkelheit bringt. Im Handlungsverlauf gestaltet sich das Ganze so, dass man auch als Leserin erst einmal nicht so richtig weiß, wie es um Tycho steht und wie ihre Situation ist. Zwar wusste ich, dass das Buch eine Fantasygeschichte ist und dass es irgendwas mit Göttern zu tun hat, im ersten Drittel des Buches bleibt das Wie aber noch ein Geheimnis. Tychos „Superkraft“ ist nicht gleich offen erkennbar, sondern eher mysteriös. Ihr Leben drumherum ist zudem eher langweilig, bzw. hat sich so eingependelt. Der Leser steht also vor vielen Fragen, die die Spannung deutlich heben, auch wenn die Handlung eher ruhiger ist.

Ein Highlight (und Auflockerung) innerhalb dieser Handlung ist jedoch oft der Anfang eines Kapitels, an dem die beiden Radiomoderatoren die „freshesten News“ bringen. Interessant ist an diesen News besonders, wie „Captain Wodka“ mythisiert und letztlich interpretiert wird. Captain Wodka wird so zu einem Motiv, dass sich durch die Geschichte zieht und letztlich gar nicht mehr unbedingt etwas Tycho zu tun hat. Die Autorin nutzt dieses Motiv, um die Moral der Geschichte zu stärken, was ich sehr gut gelöst fand, da das Thema Alkohol hier doch etwas zwiespältig dargestellt wird.

Im zweiten Drittel der Geschichte beantworten sich dann erste Fragen und die richtige Handlung begann für mich. Endlich bekam man eine Ahnung davon, was genau Tychos Kräfte sind und es kommt ordentlich Schwung in die Handlung. „Helden“ und „Gegenspieler“ tauchen auf und Tycho bandelt mit einer kleinen Liebesgeschichte an, die sich super schön dezent durch die Geschichte zieht und gleichzeitig für dramatische Momente sorgt. Generell tauchen einfach viele liebenswerte Charaktere auf, die das dramatische Ende noch vielmehr zu einer Zitterpartie macht.

Bezüglich dessen, was hinter Tychos Kräften steckt, ergibt sich eine runde, logische Erklärung mit ausgearbeiteten Details und ebenso Bezug zu Vergangenheit und Gegenwart von Tychos Leben. Die Geschichte, die im ersten und zweiten Drittel noch gespalten scheint, fügt sich auf einmal zusammen und das in ziemlich krassen Szenen. Das machte den seichten Verlauf am Ende schon wieder wett. Ich fand es zudem sehr gut, dass es wirklich zur Sache ging und die Autorin sich dort hinsichtlich der Auswirkungen von Kämpfen zum Beispiel nicht zurückgehalten hat. Bei einem Fantasybuch, selbst wenn es „nur“ Urban Fantasy ist, geht eben nicht immer alles gut aus, denn es muss ja realistisch bleiben und genau das hält die Autorin hier auch ein.

Fazit:
Für mich hat die Geschichte ein wenig gebraucht, um so richtig anzulaufen, dann ging es aber heiß her. Interessant fand ich es, dass man die Protagonisten erst schätzen lernen musste und das die Superkraft dann doch einen eigenwilligen Auslöser hat^^ Der Schreibstil war schön flüssig und hat genau das rübergebracht, was ich mir erhofft hatte: Spannung, Action und Tiefe. Sowohl die Charaktere als auch die Moral der Geschichte haben dies unterstrichen. Obwohl ich Urban Fantasy nicht so oft lese, weil ich die Geschichten immer etwas zu seicht finde, konnte mich dieses Buch mit seinem epischen und dramatischen Ende und der Storyline überzeugen.

4 von 5 Sterne von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 13.01.2022

Super unterhaltsam. Perfekt für die Weihnachtszeit!

Geld oder Lebkuchen
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
Über Weihnachten hatte ich total Lust, ein weihnachtliches Hörbuch zu hören. Da ich es nicht ganz so klassisch mag, klang „Geld oder Lebkuchen“ für mich perfekt. Zudem wollte ich unbedingt mal etwas von Dora Heldt lesen/hören. Sie ist unter den Freundinnen meiner Mutter nämlich in aller Munde:)

Klappentext:
Es ist Advent auf Sylt. Ernst Mannsen hat zwar nichts gegen Weihnachten, aber die Insel ist ihm ohne Touristen zu leer, die Tage sind lang und dunkel. Seine Frau Gudrun freut sich hingegen auf den Weihnachtsmarkt, aufs Schmücken des Hauses und auf die Weihnachtsfeiertage mit der Familie. Als der gelangweilte Ernst erfährt, dass der Filialleiter der Bank mitsamt den Spenden für die bedürftigen Kinder verschwunden ist, ergreift er seine Chance auf Abwechslung: Er wird sich um das Problem kümmern! Und das Geld für die Weihnachtsgeschenke beschaffen. Sozusagen als Robin Hood von Sylt. Mit einigen Komplizen plant er einen großen Coup, der allerdings ganz anders läuft als geplant…

Erzähler:in:
Ich fand, dass Hörbuch war super angenehm zu hören. Alles war deutlich, die Unterschiede zwischen den Figuren konnte man gut heraushören und die Stimme passte für mich von der Klangfarbe her zum Alter der Protagonisten. Ich konnte der Handlung sehr gut folgen.

Zur Geschichte allgemein:
Erst einmal: Rentner können sooo süß sein! Das macht sich Dora Heldt glaube ich ein wenig zu Nutze. Man merkt bei allen Figuren einfach, wie sie in ihrem Alltag gefangen sind und dennoch bereit sind, verrückte Dinge zu tun, denn sie haben ja nicht mehr allzu viel zu verlieren, bzw. stehen über den Konsequenzen. Da wird dann einfach mal beschlossen, eine Bank auszurauben, es werden Witze über den Bauch und das Haupthaar gemacht und ganz unverblümt wird ausgesprochen, was eigentlich ein Geheimnis bleiben sollte. Diese Eigenarten und Besonderheiten, die man bei einigen älteren Menschen findet, wurden einfach super herausgearbeitet und brachten mich immer wieder zum Schmunzeln.

Cool fand ich dabei zusätzlich noch, dass die Charaktere dennoch alle ziemlich unterschiedlich sind und es ganz normal ist, dass „neumodischer Kram“ auf Altbewährtes trifft und Vorurteile an so manchen Stellen eine tragende Rolle spielen. Jede:r Protagonist:in wurde für mich einzigartig und alle bekamen ungefähr den gleichen Erzählanteil an der Geschichte, sodass diese sehr dynamisch blieb.

Die eigentliche Storyline besteht aus dem Coup, den Ernst Mannsen vorbereitet, und allem, was sich darum herum abspielt. Spannend bleibt es vor allem deshalb, weil er und seine Komplizen sich dabei immer wieder in die skurrilsten Situationen begeben und man nie weiß, was als nächstes passiert. Zudem rätselt man tatsächlich mit (oder stellt vielmehr die wildesten Theorien darüber auf), wo die Spenden nun abgeblieben sind.
In erster Linie ist die Erzählung aber nicht spannend, sondern unterhaltsam und lustig. Man kann sich richtig treiben lassen und muss dabei immer wieder kurz die Luft anhalten, weil jemand etwas Unerhörtes sagt, tut oder denkt. Das Spiel zwischen den Erwartungen der Gesellschaft, Schein und Sein schwingt hier untergründig definitiv mit und verleiht der Geschichte Tiefe.

Ein wenig meckern muss ich bezüglich des Erzählflusses im letzten Viertel der Geschichte. Die Haupthandlung ist dann zwar noch da, das was die Geschichte aber zuvor belebt hat, fällt weg, weil der Erzählstrang vorläufig abgeschlossen wird. Das hat mich etwas ungeduldig zurückgelassen, weil ich die ganze Zeit darauf gehofft habe, dass nun noch etwas Spannendes passiert. Das geschieht aber nicht. Stattdessen ist das letzte Viertel der Erzählung sowie das Ende warmherzig und weihnachtlich und schön. Für meinen Geschmack hätte dieser eine Erzählstrang ruhig noch weiter durchgezogen werden können, weil die Geschichte für mich so sehr seicht endete, aber irgendwo passt es so ja auch zu Weihnachten.

Fazit:
Wer über die Weihnachtszeit nach einem etwas unkonventionelleren Hörbuch hört, dass sehr gut unterhält und einem zum Schmunzeln bringt, der nimmt gerne dieses zur Hand. Es hatte für mich alles, was eine Weihnachtsgeschichte benötigt und die einzelnen Protagonisten sind einfach genial. Zudem ist die Erzählerinnenstimme sehr angenehm.

4 von 5 Sterne von mir.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.12.2021

Es fehlte nur die Kirsche auf der Sahnehaube.

Der dunkle Schwarm
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Klappentext:
Im Jahr 2100 verbinden die Menschen ihr Bewusstsein über Implantate zu sogenannten „Hive-Minds“. Die junge Atlas profitiert davon gleich doppelt: Tagsüber arbeitet sie als Programmiererin ...

Klappentext:
Im Jahr 2100 verbinden die Menschen ihr Bewusstsein über Implantate zu sogenannten „Hive-Minds“. Die junge Atlas profitiert davon gleich doppelt: Tagsüber arbeitet sie als Programmiererin für den größten Hive-Entwickler. Nachts betreibt sie unter dem Decknamen Oracle einen lukrativen Handel mit Erinnerungen, die sie aus Hive-Implantaten stiehlt.

Eines Nachts berichtet ihr ein Kunde namens Noah von dem Mord an einem ganzen Hive – eigentlich eine technische Unmöglichkeit. Er bietet ihr eine horrende Summe dafür an, den Täter zu finden. Atlas lässt sich auf den Deal ein – und ist bald auf der Flucht vor der Polizei, Umweltterroristen und Auftragsmördern …

Schreibstil:
Ich liebe den Schreibstil von Marie Graßhoff! Ich rede immer davon, dass ein Schreibstil leicht zu lesen ist und mir deshalb so gut gefällt. Vielleicht führt dieser Ausdruck aber zu Missverständnissen. Was ich damit sagen will, ist, dass der Schreibstil einfach dazu einlädt, das Buch in einem durchzusuchten. Es ist so schön geschrieben, dass einem selbst komplexe Zusammenhänge einfach vorkommen und man der Handlung ohne Probleme folgen kann. Genau so ist Marie Graßhoffs Schreibstil und genau so komme ich auch auf den Ausdruck „leicht zu lesen“. Es ist einfach leicht, sich von dem Buch fesseln zu lassen.

Meine Meinung allgemein:
Der Einstieg in die Geschichte war vielleicht ein wenig abrupt. Ob das nun positiv oder negativ ist, weiß ich nicht so genau. Wahrscheinlich eher ersteres. Man ist sofort in der Handlung drin, steht aber auch vor einer Menge Fragen. Wie das bei Sci-Fi nunmal so ist, ist alles anders und man muss erst einmal dahinterkommen, was nun wie ist. Das hinderte mich aber nicht daran, mich sofort mit der Handlung mitreißen zu lassen. Die Hauptprotagonisten Atlas, oder auch Oracle genannt, vereinigt nämlich alles, was nur irgendwie spannend an einer Person sein kann: sie hat ein geheimes Talent, einen geheimen roboterähnlichen Freund, einen geheimen Namen und agiert im Untergrund, wo keiner so recht über sie Bescheid weiß, sie dafür aber über alle. Es ist also ungefähr so, als würde man Spider-Man am Fenster entklangkrabbeln sehen und hinterhergucken. Man kann den Blick, seine Aufmerksamkeit nicht abwenden. Richtig interessant wird es dann zudem, als auch noch ein riesiges Geheimnis auftaucht, dass es zu klären gibt. Man rätselt sofort mit und lernt ganz nebenbei noch Atlas‘ Welt kennen.

Interessant und etwas ungewöhnlich an Atlas ist dabei, dass sie etwas kalt bzw. emotionslos wirkt. Da steht ein heißer Typ vor ihr? – egal. Ihrem besten Freund geht es schlecht? – sie macht, was nötig ist und dann Tschüss. Es ist allerdings nicht so, dass dies auf den Leser unsympathisch wirkt. Vielmehr ist es so, dass ziemlich schnell klar wird, dass es zu Atlas‘ Persönlichkeit gehört und dass sie es nie anders gelernt hat. Im Laufe der Geschichte ist dies der Punkt, an dem Atlas die größte Entwicklung zeigt. Ganz unauffällig und dezent wird im Handlungsverlauf immer deutlicher, wie einzelne Gefühle bis zu Atlas durchdringen und sie sich mehr und mehr Gedanken um ihre und die Gefühle anderer macht. Dies ist anfangs noch gar nicht gegeben.
Falls ihr eine riesige Liebesgeschichte in dem Buch erwarten sollte, so ist dies aufgrund dieser authentisch fortschreitenden Entwicklung quasi nicht möglich. Zwar gibt es da jemanden im Buch und es gibt für uns Leser auch genug Möglichkeiten, um sich mehr vorzustellen, aber letztlich bleibt alles sehr dezent, weil Atlas Zeit braucht, um solche Gefühle zuzulassen. Für diese Geschichte fand ich dieses Vorgehen aber total passend, weil es eben da ist, der Leser sich etwas vorstellen kann und es tatsächlich auch Einfluss auf die Handlung nimmt, es gleichzeitig aber einfach hauptsächlich um etwas anderes geht, und das ist auch gut so. Im Sci-Fi-Genre möchte ich gerne Action erleben und eine neue Welt kennenlernen. Eine Liebesgeschichte, die zu viel Platz einnimmt, wäre einfach unpassend.

Und Action gibt es jede Menge. Das Rätsel beginnt quasi auf Seite eins – für den Leser und für Atlas. Ab dann geht es von einer Station zur nächsten und nicht selten kommen Atlas und ihre Freunde dabei in brenzlige Situationen, in denen es um Leben und Tod geht. Wer nicht wag, der nicht gewinnt. Es wird also manchmal etwas wagemutig und eine verzwickte Situation reiht sich an die andere, aber genau das ist es, was die Spannung dieses Buches neben dem großen Rätsel, um das es geht, entstehen lässt. Dabei bleibt alles logisch, nachvollziehbar und so, dass man als Leser kleine Erfolgsmomente erlebt, weil man etwas vorausgeahnt hat und an anderen Stellen wiederum völlig überrascht von den neuen Erkenntnissen wird.

Ein ganz klein wenig möchte ich kritisieren, dass mir bis zuletzt ein paar genauere Erklärungen zu der Atlas‘ Welt gefehlt haben. Klar, vieles erklärt sich durch die Handlung und auch von selbst, anderes jedoch wurde mir ein wenig zu implizit gehalten. Ganz so klar wurden mir die Ursprünge der ADICs zum Beispiel nicht, aber das ist Kritisieren auf hohem Niveau.

Zu der Idee selbst kann ich sagen, dass ich sie total interessant und auch gut ausgearbeitet fand. Das Thema Umweltschutz wurde hier klug in eine Zukunftsversion unserer Welt eingebunden. Durch die Action im Buch, lernt man verschiedene Teile der Welt kennen und kann staunen, wie alles super gut zusammenpasst und ausgearbeitet ist. Auch das große Rätsel steht in einem klugen Zusammenhang dazu, sodass Atlas‘ Welt vom Ende der Geschichte unmittelbar betroffen ist.

Vielmehr kann ich zu dieser tollen Geschichte eigentlich gar nicht sagen. Sie hat mich einfach von Seite eins an total mitgerissen, hatte kluge Wendungen und hat beim Lesen super Spaß gemacht. Atlas wird im Verlauf der Geschichte immer sympathischer und das Ende ist nochmal der Kracher, weil einfach vieles zusammenkommt, dass man vorher vielleicht gar nicht so auf dem Schirm hatte und jetzt plötzlich doch noch eine Rolle spielt. Ich kann einzig noch sagen, dass ich am Ende vielleicht noch ein kleines bisschen mehr von der Geschichte erwartet hätte.

Fazit:
Für mich wieder ein Beweis, dass Marie Graßhoff einfach gute Bücher schreibt! Der Schreibstil war toll: mitreißend, flüssig und leicht zu folgen, super, um Komplexes verständlich zu machen. Die Story ist logisch, authentisch, interessant und absolut spannend, hat genau das richtige Maß an Action und brenzligen Situationen und steht dabei noch in einem absolut aktuellen Kontext. Mein Minikritikpunkt und der Eindruck, dass die Geschichte fast zu schnell vorbei ist, bringen mich zu einer 4-Sterne-Bewertung:)

4 von 5 Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Schöner dritter Teil, allerdings ohne wesentliche Steigerung

Deeply
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Schreibstil:
Den Schreibstil von Ava Reed finde ich super angenehm. Das Buch ließ sich flüssig und locker leicht lesen und die Autorin schafft es definitiv, ihren allesamt sympathischen Figuren Leben einzuhauchen. ...

Schreibstil:
Den Schreibstil von Ava Reed finde ich super angenehm. Das Buch ließ sich flüssig und locker leicht lesen und die Autorin schafft es definitiv, ihren allesamt sympathischen Figuren Leben einzuhauchen. Was ich vielleicht ein ganz klein wenig bemängeln würde, wenn ich nach etwas suchen würde, wäre, dass mir die Gefühle etwas zu knapp beschrieben werden. Es ist eher alles locker leicht erzählt, wodurch nicht nur möglicherweise anstrengende Ernsthaftigkeit nicht auftaucht, sondern auch die Ernsthaftigkeit bei den Gefühlen etwas verloren geht. Ich habe an keiner Stelle daran gezweifelt, dass die Gefühle der Protagonisten ernst sind, allerdings berührt es einen einfach nicht so. Da fehlen ein paar Worte. Für andere ist dieser eher indirekte Stil vielleicht aber auch genau richtig.

Meine Meinung:
Der Einstieg in die Geschichte war relativ a-typisch. Genau wie in Band eins kommt Zoey neu nach Seattle an die Uni und muss sich erst einmal einleben, mit dem Unterschied, dass sie alle kennt: Cooper, Andy, Mason, June und dann auch Dylan. Was ich ganz cool fand, war, dass Dylan und Zoey sich sofort sympathisch sind. Daran besteht kein Zweifel. Im Laufe der Geschichte war dieser Punkt spannungstechnisch für mich immer mal wieder unterschiedlich gut. Dazu gleich mehr.

Zuerst einmal zu Zoey: ihre Vergangenheit kannte ich schon aus den Büchern zuvor. Was mir an ihr gleich gefallen hat, war, dass sie sich super offen dem neuen Leben entgegenstellt und schon anfangs relativ weit in ihrer Entwicklung ist. Dadurch kam nicht all zu melancholische Stimmung auf und Zoey trat vielmehr als treibende Kraft der Beziehung auf. Zudem mochte ich es, dass sie sich von ihrem Bruder nicht einschüchtern lässt und so herrlich unkompliziert mit Dylan verfährt. In der Beziehung ist sie definitiv die offenere, die sich schnell für Kommunikation und Wahrheit entscheidet und die dadurch so manchen Konflikt umgeht. Sie bringt die Leichtigkeit in die Geschichte und das, obwohl ihr Hintergrund alles andere als leicht und fröhlich ist.

Ihr Hintergrund ist es auch, der Anfang des Buches eine Triggerwarnung auslöst. Ihr könnt euch also denken, dass sie einiges durchmachen musste. Ich fand dies aber sehr gut in die Geschichte eingefügt. Es ist präsent und hat Auswirkungen auf ihr Leben und ihr Verhalten, ist aber auch in dem Entwicklungsstadium, das ihr erlaubt, sich wieder voll ihrem Leben zuzuwenden und damit so weit es geht abzuschließen. Dadurch kommt diesbezüglich nicht zu viel Dramatik auf.

Anders ist es mit Dylan. Generell gibt es in dieser Geschichte wenige richtig dramatische Momente. Dylans und Zoeys Beziehung kann man von vorneherein als harmonisch beschreiben. Es gibt keine größeren Auf und Abs, keine Unsicherheiten, keine dummen Aktionen. Stattdessen liegt der Fokus der beiden wohl darauf, wieder Liebe zuzulassen. Dylan ist da die größte Baustelle. Sein Problem ist eines, das in seinem Fall noch mehr mit Scham und Selbstakzeptanz zu tun hat als Zoeys. Während Zoeys Hintergrund schnell ausgesprochen ist, hält Dylan sich zurück und verlangsamt somit den Fortschritt ihrer Beziehung. Wahrscheinlich ganz gut, denn ansonsten beschäftigt die Geschichte sich nicht mit viel mehr.

Noch kurz zu Dylan direkt: er ist einer von der Art „Stille Wasser sind tief“. Ich mochte seine ruhige Art total. Meist schafft er es, Zoey fast ohne Worte zu beruhigen oder sich auszudrücken. Dazu war es einfach süß, wie er gegenüber Zoey völlig hilflos ist und einfach auf den Zug aufsteigt, den Zoey fährt:)

An der Geschichte der beiden mochte ich gerne, dass es durch das wenige Drama recht flott voran ging und man somit keine Probleme hatte, das Buch schnell durchzulesen. Mir war es aber vielleicht schon zu wenig. Es war süß, toll für Zwischendurch und ich mochte alle Protagonisten total gerne. Es gab viele schöne Szenen, aber auch einige, die für mich die Geschichte nicht so recht weiterbrachten. Zwar ist es irgendwie schön, dass es auch so unkompliziert passieren kann, aber unterhaltungstechnisch ist es so einfach nicht herausstechend. Es hätte ja nicht unbedingt künstliches Drama sein müssen, etwas tiefere Gefühle oder ein paar mehr Szenen, die die Vergangenheit der beiden inkludieren, hätten es schon getan meiner Meinung nach.

Fazit:
Eine super süße Geschichte, die toll für Zwischendurch war und mit wirklich sympathischen Protagonisten daherkommt. Eigentlich ist alles perfekt gemacht: locker leicht, flüssig, schnell zu lesen und Hintergrund. Allerdings fehlte mir das Besondere. Das, was die Geschichte wirklich spannend machte, was mich wirklich berührte. Ähnlich ging es mir schon mit den anderen Bänden der Reihe und so kann ich sagen, dass es ein schöner Abschluss ist, er sich aber nicht wesentlich gesteigert hat.

4 von 5 Sterne von mir.

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