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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Rückwärts aufgezogen und für mich zu verwirrend

Blinder Feind
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Zum Autor:
Jeffery Deaver ist ein amerikanischer Autor, der sich nach dem Erfolg seiner zahlreichen Bücher aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurück gezogen hat. Seine Bücher sind mittlerweile in 150 Ländern ...

Zum Autor:
Jeffery Deaver ist ein amerikanischer Autor, der sich nach dem Erfolg seiner zahlreichen Bücher aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurück gezogen hat. Seine Bücher sind mittlerweile in 150 Ländern erschienen und in 25 Sprachen übersetzt worden. Sowohl Leser als auch Kritiker sind von seinen Thrillern begeistert.(Quelle: RandomHouse)

Zum Cover:
Das Cover zeigt einen schwarz-roten Schmetterling, der von Stacheldraht umgeben ist. Der Hintergrund ist in schwarz gehalten. Dadurch dass der Schmetterling foliert ist, setzt er sich etwas vom übrigen Teil ab. Das Cover ist ansprechend, setzt sich in der Masse der Bücher in einer Buchandlung aber nicht ab.

Zum Buch:
Vorweg muss gesagt werden, dass dieses Buch ein stand-alone ist und zu keiner der berühmten Reihen des Autors gehört. Zu Beginn jedes der kurzen Kapitel steht ein schwarz-weiß Foto, dav vom Autor selbst geschossen wurde. Dies hat in der Buchhandlung direkt meine Aufmerksamkeit geweckt. So etwas sieht man in Thrillern selten und die Idee gefällt mir gut.

Zudem ist das Buch rückwärts aufgezogen. Zu Beginn erfährt man wie der Fall ausgegangen ist und in den folgenden Kapiteln wird erzählt, wie es dazu gekommen ist. Gegen des Eindrucks, dass es langweilig sein würde, wenn man den Ausgang schon kennt, hat der Autor die Geschichte so aufgebaut, dass man immer wieder etwas neues erfährt und das Buch mit einer Überraschung beend. Mir ist es jedoch sehr schwer gefallen rückwärts zu denken und mich immer daran zu erinnern, dass die neuen Geschehennisse vor denen liegen über die ich bereits gelesen habe. Dies hat mir persönlich viel abverlangt, so dass ich das Buch kaum genießen konnte.

Die Geschichte an sich handelt von einer Frau und einem Mann, die sich erst kürzlich kennengelernt haben und nun gemeinsam versuchen ein Rätsel zu lösen, um die Forderung eines Erpressers zu erfüllen und ein Kind zu retten. Dabei begegnen sie verschiedenen Menschen von denen der Leser nie weiß, wer gut und wer böse ist.

Der rückwärtige Aufbau der Geschichte hat es mir auch erschwert mit den Charakteren warm zu werden. Zwar fand ich sie beide im Laufe der Geschichte sympathisch, kann aber nicht sagen, dass sie mir besonders ans Herz gewachsen sind. Besonders das Ende des Buches in dem man dann sozusagen erfährt wer wirklich welche Rolle auf den voran gegangenen Seiten gespielt hat, hat mir bezüglich der Personen viel genommen. Mir ist Ehrlichkeit in Menschen im Leben sehr wichtig und in diesem Buch fühlte ich mich am Ende etwas hinters Licht geführt, was die Charaktere der einzelnen Personen betraf. Das hat keinen guten Eindruck hinterlassen.

Fazit:
Die Aufmachung des Buches ist toll und der Aufbau der Geschichte definitiv einmal etwas anderes. Jedoch konnte ich mich nur schwer hineindenken und war am Ende auch eher verwirrt, musste einiges noch einmal nachblättern oder habe es schlicht nicht nachvollziehen können. Auch die Sache mit den Charakteren hat eher einen negativen Eindruck hinterlassen.

Leseempfehlung:
Leser, die sich gerne der Herausforderung des Ungewöhnlichen stellen oder diejenigen, die gerne mal etwas anderes lesen oder ausprobieren möchten, sind hier wohl genau richtig. Auch Leser, die auf der Suche nach mehr Komplexität in Thrillern sind, könnten diesem Buch eine Chance geben, da es sich vom allgemeinen Aufbau sehr von übrigen Thrillern unterscheidet.

Veröffentlicht am 27.04.2020

Die Charaktere waren zum Teil leider nicht meins

Kleine Feuer überall
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Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, da mir das erste Buch "Was ich euch nicht erzählte" der Autorinnen unheimlich gut gefallen hat. Tja, direkt vorweg, ich habe leider wieder gelernt, nur weil ...

Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, da mir das erste Buch "Was ich euch nicht erzählte" der Autorinnen unheimlich gut gefallen hat. Tja, direkt vorweg, ich habe leider wieder gelernt, nur weil ein Buch gut ist, müssen es nicht alle sein. Ich weiß, vielen hat auch dieses Buch gut gefallen. Mir nicht.

Die Geschichte an sich, fand ich ansprechend und auch passend zum Titel. In dieser equisiten Nachbarschaft, in die Mia, eine Künstlerin, mit ihrer Tocher Pearl ziehen, gibt es viele kleine Problemchen, genau wie in Mias Leben. Es zeigt, wie jeder von uns eben seine Last, seine Vergangenheit mit sich rumträgt. In diesem Roman hat die Vergangenheit vor allem bei den Frauen mittleren Alters immer etwas mit dem Kinderkriegen und/oder dem Leben danach zu tun. Es werden verschiedene Familien beleuchtet und was sie wozu getrieben hat. Die Leben sind wirklich sehr unterschiedlich und interessant. Zudem wird das Leben der jüngeren Generation, der Tochter von Mia und ihren Freunden, den Kindern der Familie Richardson, beleuchtet. Sie sind Teenager und leben ein anscheinend unbekümmertes Leben in einer gut behüteten Welt.

Doch sobald ein genauerer Blick auf all diese Personen geworfen wird, erkennt man auch ihre dunklen Geheimnisse und ihren wahren Charakter. Hier ist mir der Charakter der Mrs. Robinson sehr übel aufgestoßen und hat das Buch für mich ruiniert. Das muss ich ganz klar so sagen. Ja, sie steht im Gegensatz zu Mia, die eben ein ganz anderes Leben mit ganz anderen Prinzipien führt und die zum Teil einen viel besseren Draht zu all den Teenagern hat als Mrs. Robinson. Aber Mrs. Robinson aggiert unter dem Deckmantel ihres journalistischen Berufs so grausam, so unverschämt, dass ich das Buch beinahe abgebrochen hätte, sogar kurz vor Schluss. Ich fand sie unerträglich. Als Journalistin, als Frau, als Mutter, als Freundin. Einfach nur falsch und hinterhältig. Eine Person, die nichts hinterfragt, immer nur schwarz und weiß sieht, sich auf nichts einlassen kann und auch ihre Kinder nur in schwarz und weiß, unperfekt und perfekt einteilt. So wie alles andere auf der Welt. Fürchterlich. Sie hat mich unheimlcih aufgeregt.

Würde ich noch ein Buch der Autorin lesen? Ja, wahrscheinlich, denn die Idee hinter dem Buch gefiel mir ja gut. Würde ich das nächste Buch eher abbrechen, wenn es mich wieder so aufregt? Eventuell, aber sicherlich wäre es dann tatsächlich das letzte Buch von ihr.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

sprachlich nicht meins

Unentdeckt
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Dieser autobiographische Roman beschäftigt sich mit der Vergangenheit der Autorin. Er beginnt mit ihrem Besuch in der Ausstellung "Charles Wiener" im Musée du Quai Branly in Paris, wo der Großteil der ...

Dieser autobiographische Roman beschäftigt sich mit der Vergangenheit der Autorin. Er beginnt mit ihrem Besuch in der Ausstellung "Charles Wiener" im Musée du Quai Branly in Paris, wo der Großteil der Artefakte, die der Forschungsreisende bei seinen Besuchen in Peru und Bolivien gesammelt hat, ausgestellt sind. Charles Wiener ist der Ururgroßvater der Autorin. Sie bleibt vor einer leeren Vitrine stehen, die wohl die Überreste eines Kleinkinds beherbergen sollte, aber zurzeit ihres Besuchs leer ist. Sie beginnt über dieses Kind nachzudenken, wer es war, wo es herkam und wo sich seine Überreste nun befinden - ebenso wie darüber, was und ob es für ihren Ururgroßvater etwas bedeutet hat. Im Zuge dessen gelangt ihre Geschichte schnell vom Ururgroßvater zum Vater, der ein Doppelleben führte - zum einen mit seiner Frau, deren Tochter die Autorin ist, sowie mit einer Geliebten. Dies verurteilt sie einerseits, andererseits wusste sie wohl als Kind schon davon und es war etwas, das sie mit ihrem Vater verband. Diese Liebesgeschichte des Vaters erzählt sie sehr ausführlich, dazu mischt sich immer ihre eigene. Auch sie lebt, jedoch offiziell, polyamorös mit einem Mann und einer Frau zusammen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt erzählt sie davon, wie sie zudem eine Beziehung zu einem weiteren Mann aufnahm - obwohl sie diese Dinge bei ihrem Vater nicht gut hieß. Im Zusammenhang mit ihrem eigenen Liebesleben wird sie auch in sexueller Hinsicht sehr explizit. An dieser Stelle habe ich mich gefragt, wen das denn interessieren soll? Ich lese hier eine autobiographische Geschichte, die mit Kolonialismus zu tun hat und die in ihrer Grundidee sehr interessant klang, bekomme dann aber plötzlich erzählt wie sie spontan einen Mann oral befriedigt. Warum ist das an dieser Stelle relevant? Vielleicht erschließt es sich mir auch nicht, da ich das Buch kurz darauf abgebrochen habe.

Ich habe 87 Seiten gelesen in denen ich zuerst ein wenig über den Ururgroßvater erfahren habe, jedoch nicht allzu viel, da es dann schnell zum Vater überging. Von diesem wird hauptsächlich das Liebesleben beleuchtet, gleichzeitig teilweise detailliert das Sexleben der Autorin. Alles in allem sah ich bis dahin keinen roten Faden. Ich hatte bereits zahlreiche Passagen nur überflogen. Der Schreibstil sagte mir nicht zu. Es wurde erzählt ohne wirklich etwas zu erzählen. Ich habe schon andere autobiographische Romane gelesen, über verschiedene historische Zeiten, die mich sehr mitgerissen haben; bei denen mich das recherchieren eines Nachfahren sehr in seinen Bann gezogen hat, hier jedoch war dies nicht der Fall. Die Grundidee klang sehr gut, aber die Umsetzung war leider überhaupt nicht meins.

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