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Veröffentlicht am 18.01.2022

Die fremde Spionin

Die fremde Spionin
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Mit seinem neuesten Werk, dem ersten Teil einer 3teiligen Reihe, widmet sich Titus Müller einer sehr interessanten, spannungsreichen und auch sehr wechselvollen Phase der deutschen Geschichte.

Die Hauptprotagonistin ...

Mit seinem neuesten Werk, dem ersten Teil einer 3teiligen Reihe, widmet sich Titus Müller einer sehr interessanten, spannungsreichen und auch sehr wechselvollen Phase der deutschen Geschichte.

Die Hauptprotagonistin Ria lässt sich, da sie noch eine „Rechnung“ mit dem DDR-Regime offen hat, vom BND anwerben. Als Spionin für den Westen arbeitend werden aber die Stasi und der KGB sehr schnell auf sie aufmerksam und wird enttarnt.

Ich muss das Buch von zwei Seiten her beleuchten und bewerten, leicht macht es mir dabei der Autor nicht.

Da ist zum einen die Geschichte an sich, der historische Hintergrund. Hier muss ich sagen hat es Titus Müller geschafft, sein Wissen bzw. seine Recherchearbeit zu einem gekonnten Gebilde zu schmieden, im dem der Leser, wenn er denn will, viel über den Osten und den Westen Deutschlands lernen kann. Das fängt an bei der Stimmung auf beiden Seiten, dem Konsumüberfluss auf der einen und die Knappheit auf der anderen. Auf die Beeinflussung zum einen durch die Staatsmacht und die Nachrichtendienste auf der einen und der der Besatzer auf der anderen Seite. Wir reisen durch verschiedene Städte, erleben auch mit wie die Ostdeutschen bei einer Visumerteilung für Amsterdam behandelt werden. All das wirkt sehr stimmig, überlegt und macht Spaß zu Lesen.

Ich als „Zonenkind“, als „gelernter Ostbürger“ kann erst im Nachhinein sagen, dass wir nicht so reichlich Konsumgüter hatten und unsere Werbung nicht so bunt war wie im Westen. Aber das ist mir, ganz ehrlich gesagt, nicht aufgefallen. Hatte ich doch keinen Vergleich. Aus dem Grund ist die Geschichte auch eine Reise in die Vergangenheit – noch vor meiner Geburt aber dennoch sehr interessant und lernreich.

Dann kommen die Figuren des Buches und mit denen bin ich nicht so glücklich. Im Gewimmel der ganzen „Agenten“ aller Seiten, der handelnden Personen überhaupt habe ich teilweise den Überblick verloren. Nicht immer bleibt die Geschichte konzentriert bei Ria, sie schwenkt ab und verliert sich teilweise in Nebensächlichkeiten. Ihr Handeln ist teilweise total blauäugig und an den Haaren herbeigezogen, so dass diese Figur auf mich nicht glaubhaft wirkte, nicht glaubhaft wirken konnte. Man kann ihre Handlungsweise nicht immer nachvollziehen, es wirkt nicht stimmig, sondern aufgesetzt.

Am besten von allen hat mich noch die Figur des KGB Spion Sorokin gefallen. Seine Figur war sehr vielschichtig gearbeitet. Man fühlt seine Zerrissenheit förmlich und nimmt sie ihm auch ab. Er war für mich die am glaubhaftesten gestaltete Figur.

Nett fand ich die eingestreuten „Geschichten“ über Honecker und sein Kaninchen, über J.F. K. und seine Wasserski-laufende Gattin Jackie. Das sind Teile der Geschichte, an die ich denken werde.

Leider gelingt es dem Autor nicht, die Spannung des Buches – und die Geschichte hätte das hergegeben – kontinuierlich aufrecht zu erhalten. Wenn er Spannung aufgebaut hat fällt sie gefühlt im nächsten Augenblick in sich zusammen, da er sich in Nebensächlichkeiten verliert und dadurch dann leider auch den Fokus auf das wesentliche.

So schön die ganzen Berichte über das Leben in Ost und West, über all die damaligen Unterschiede ist: hier wäre weniger mehr gewesen und hätten der eigentlichen Geschichte gutgetan.

Von mir sind es diesmal nur 3 von 5 möglichen Sternen.

Veröffentlicht am 18.01.2022

der letzte Teil

Herrenabend
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Als ich beim Stöbern in der Bibliothek zufällig über den dritten Teil der Reihe stolperte, war ich freudig überrascht. Denn obwohl ich die ersten beiden Bände sehr geliebt habe war es an mir vorbeigegangen, ...

Als ich beim Stöbern in der Bibliothek zufällig über den dritten Teil der Reihe stolperte, war ich freudig überrascht. Denn obwohl ich die ersten beiden Bände sehr geliebt habe war es an mir vorbeigegangen, dass es einen dritten Band gibt.

Aber bedingt durch den Stress der letzten Monate wäre ich eh nicht zum Lesen gekommen und so konnte ich mich jetzt drauf stürzen.

Nachdem ich es gelesen habe schwanke ich sehr. Auf der einen Seite ist da die Traurigkeit. Traurigkeit darüber, dass der Weg des Hendrik Groens beendet ist. Die Beschreibungen seines Lebens im Altenheim, der Beginn und das Fortschreiten der Demenz … auch wenn Hendrik das alles auf die Schippe nimmt bemerkt man die Verzweiflung und die Traurigkeit über seinen Zustand in jedem einzelnen Wort des Buches.

Das Thema Demenz aus der Sicht des Betroffenen zu erleben ist schon sehr bewegend und bringt mich immer wieder dazu, gerührt innezuhalten.

Wir selber hatten Demenz in der Familie, ich selbst habe erlebt wie sich derjenige verändert hat. Aber ich wusste nichts über die Gedankenwelt des Betroffenen selbst. Wie erlebt er den Abbau und Verfall seiner geistigen Gesundheit?

Es gibt auch lustige, bewegende und emotionale Momente die nichts mit der Demenz zu tun haben, und dennoch ist das das zentrale Thema des Buches und kommt immer wieder in den Vordergrund.

Andererseits frage ich mich, ob das dritte Buch tatsächlich geschrieben werden musste. Teilweise hatte das Buch schon ziemliche Längen, viele Wiederholungen und kam nicht an den ersten und zweiten Teil heran. Die beiden vorherigen Bände sind aber auch, zugegeben, sehr schwer zu toppen.

Dazu noch der Preis für ein gerade mal 240 Seiten starken Hardcoverband – da finde ich 20 Euro schon überzogen. Ein Taschenbuch hätte es hier mit Sicherheit auch getan.

Ich hätte es glaube ich besser gefunden, wenn mit „Tanztee“ die Reihe schon beendet gewesen wäre, der dritte Band bekommt von mir ein „er war sehr bemüht an die Vorgänger anzuknüpfen, konnte es aber nicht wirklich.“

Fazit: 3 Sterne

Veröffentlicht am 18.01.2022

Mondblüte

Mondblüte
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Ich weiß gar nicht mehr, wie lange es bei mir hier ist, dass ich einen Roman von Nora Roberts gelesen habe. Es gab einmal eine Phase, da habe ich ihre Bücher richtig verschlungen und die „Überbleibsel“ ...

Ich weiß gar nicht mehr, wie lange es bei mir hier ist, dass ich einen Roman von Nora Roberts gelesen habe. Es gab einmal eine Phase, da habe ich ihre Bücher richtig verschlungen und die „Überbleibsel“ davon habe ich erst zu unserem Umzug vor zwei Monaten aussortiert. Und das waren noch eine Menge Bücher. Jedenfalls, auf meinem Blog der seit Juli 2013 existiert ist noch kein einziges Buch von ihr rezensiert wurden.

Als ich jetzt im Buchladen war und durch Zufall auf „Mondblüte“ gestoßen bin musste ich das Buch einfach haben. Ich hatte mal wieder ganz spontan Lust auf einen Roberts und das Cover und der Buchschnitt waren so toll.

Aber nun ja – ich glaube meine Roberts-Phase ist endgültig vorbei. Ihr sehr detaillierter Schreibstil, die Erschaffung der Charaktere und der Aufbau der Story haben sich überhaupt nicht verändert. Sie ist sich treu geblieben und das hat einen gewissen Wiedererkennungswert. Was ja auch wichtig ist.

Stolze 672 Seiten hat das Taschenbuch und das ist meiner Meinung nach zu viel. Zum einen lässt sich ein so dickes Taschenbuch alles andere als gut Lesen – es ist schlecht zu halten und bricht auch schnell. Aber das ist nur die eine Seite.

Ich denke, wenn man all die zu ausschweifenden Beschreibungen und vorallem die Wiederholungen rausgestrichen hätte, hätte das Buch locker 100 Seiten schon mal weniger. Dann noch etwas weniger „Kaugummi“ in der Geschichte – in meinen Augen wurde es teilweise zu sehr in die Länge gezogen mit irgendwelchen Beschreibungen und Einschüben, die die Geschichte nicht vorangebracht haben und schon wären es noch mal 50 Seiten weniger.

Breen ist ein durchaus sympathischer Charakter mit viel Potential, die es im Leben alles andere als leicht hatte. Vom Vater verlassen, von der Mutter betrogen und buchstäblich klein gemacht, hat sie sich mit Marco und seinem Freunden (ein bunter Haufen der mir herrlich sympathisch war) eine eigene kleine Familie aufgebaut. Gemeinsam mit Marco reist sie nach einem überraschenden Geldsegen nach Irland um ihre Wurzeln und damit sich zu finden.

Hier hätte man wunderbar eine Geschichte daraus schmieden können. Irland hat so viel zu bieten. Aber – und das war das große Manko für mich – es glitt hier wieder ins fantastische bzw. magische ab. Und in dem Moment wusste ich wieder, warum ich lange keinen Roman von Nora Roberts mehr gelesen habe. Weil gefühlt ab einem gewissen Zeitpunkt alle ihre Bücher ins magisch-fantastische abtrifteten. Wenn ich einen Zeitreise- und/oder magischen Roman lesen will, dann entscheide ich mich bewusst dafür. Aber das ist für mich dann doch too much.

Viele Leser freuen sich schon laut den anderen Rezensionen auf den 2. Teil und können es kaum erwarten. Hier schere ich aus … ich werde mir den 2. Teil auf gar keinen Fall zulegen.

Von mir gibt es für die eigentliche Idee, die Entwicklung der Charaktere und das Cover 3 Sterne. Mehr kann ich der „Königin der Liebesromane“ beim besten Willen nicht geben.

Veröffentlicht am 18.01.2022

Jamie Oliver

Together – Alle an einem Tisch
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Gleich vornweg: „Together“ ist das erste Buch von Jamie Oliver, das den Weg zu mir nach Hause gefunden hat. Warum es ausgerechnet das geworden ist und nicht eines seiner Vorgänger lässt sich leicht beantworten: ...

Gleich vornweg: „Together“ ist das erste Buch von Jamie Oliver, das den Weg zu mir nach Hause gefunden hat. Warum es ausgerechnet das geworden ist und nicht eines seiner Vorgänger lässt sich leicht beantworten: Das Thema „Kochen für Freunde“ hat mich sehr interessiert.

Wir haben gerne Freunde zu Besuch und ich bekoche diese auch immer sehr gerne. Nun verspricht dieses Buch mir 18 tolle Motto-Menüs mit denen ich zwischen 2 und 14 Personen bekochen kann und ich war gespannt.

Tatsächlich bekam ich ein stimmungsvolles Kochbuch mit den verschiedensten Menü-Ansätzen. Dabei bildet das Hauptgericht jeweils den Mittelpunkt des Menüs, das von weiteren Rezepten flankiert wird, unter anderem für passende Beilagen, ergänzende kleine Gerichte und auch Drinks ins dabei.

Dazu findet der Leser und Hobbykoch noch eine Tabelle mit Nährwertangaben, die Zubereitungszeiten fehlen jedoch leider.

Die einzelnen Schritte der Rezepte sind gut beschrieben, in Vorbereitung und Servieren unterteilt und auch die Zutatenliste glänzt zumindest größtenteils mit „machbaren“ Sachen. Das heißt ich muss nicht den Supermarkt umgraben um die gesuchten Zutaten zu finden.

Wie einfach und verständlich sich dann die Zubereitung der Rezepte gestaltet wird natürlich noch getestet.

Ausgesucht zum Nachkochen habe ich von 180 Rezepten gerade mal 6 – keine sehr große Anzahl. Aber ich muss gestehen, mich haben die Rezepte nicht wirklich gereizt. Es war nur wenig dabei, wo ich mir vorstellen könnte, das meinen Gästen zu servieren.

Ich weiß nicht wie die anderen Bücher von Jamie Oliver so sind. Mir hat das von der Aufmachung her zwar gefallen, aber von dem „muss ich Nachkochen“-Gefühl ist bei mir hier nicht viel zu spüren. Es wird auch mit Sicherheit keinen Platz in meinem bereits recht gut gefüllten Kochbuchregal finden sondern im Freundeskreis weiterwandern.

Von mir bekommt das Buch 3 von 5 möglichen Sternen.

Veröffentlicht am 18.01.2022

Nicht alltagstauglich

My Sweet Christmas
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Ich gebe zu, von einer Starbäckerin namens Kim-Joy hatte ich bis zu dem Moment, als ich das Buch in der Hand hielt, noch nichts gehört. Auf Social Media soll die britisch-belgische Autorin, die Finalistin ...

Ich gebe zu, von einer Starbäckerin namens Kim-Joy hatte ich bis zu dem Moment, als ich das Buch in der Hand hielt, noch nichts gehört. Auf Social Media soll die britisch-belgische Autorin, die Finalistin beim Great British Bake Off war, mit fast 300.000 Followern ein Star sein.

Ich war gespannt auf das Backbuch, dessen Cover schon zuckersüße und sehr bunte Kreationen versprach.

Eingeteilt ist das Backbuch in 5 Kapitel

Plätzchen
Kuchen
Macarons & Baisers
Süße Brote und Brötchen
Klein & Fein

Und ich habe mich mit viel Genuss durchgeblättert.

Als positiv kann ich durchaus zum einen die Gestaltung des Buches mit den „vielen bunten Bildern“, den Fotos der gebackenen Köstlichkeiten erwähnen. Auch ist die ausführliche Anleitung für die Zubereitung erwähnenswert. Allerdings wäre es hier besser, wenn diese auf einer Doppelseite wären, die einem das Umblättern eventuell mit „küchendreckigen“ Händen ersparen würden.

Es sind tolle Ideen dabei, die die Kaffeetafel zu Weihnachten bunt und sehr lecker machen, die mit Sicherheit auch ein Hingucker sind. Teilweise sind die Sachen einfach zu bunt für uns.

Allerdings sind die Rezepte für mich als Mama zweiter noch kleinerer Kinder, die in der Küche unbedingt beim Backen dabei sein wollen, nicht wirklich geeignet. Die Dauer der Zubereitung, die vielen einzelnen Schritte – im Vorweihnachtlichen Stress mit Fulltime-Job, zwei Kindern und noch anderen Sachen die getan werden müssen nicht machbar.

Daher habe ich selbst aus dem Backbuch nichts ausprobiert. Aber eine Kollegin von mir hat sich das Buch geschnappt und darauf die „Eulen-Apfeltörtchen“ ausprobiert. Ihr Tipp für mich: auf gar keinen Fall den Teig direkt in die Muffin-Form geben, sondern diese vorher mit den Papierförmchen auslegen. Von ihren Eulen-Törtchen, die süß aussahen und auch sehr lecker waren, sind nur wenige heil aus der gefetteten Form rausgekommen.

Fazit: ein sehr schön aufgebautes Backbuch, welches schön anzusehen ist, für mich aber nicht „alltagstauglich“ war.