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Veröffentlicht am 21.01.2022

Von der Natur gemalt

Wasser.Farben
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Klappentext:

„Es fließt, wählt den Weg des geringsten Widerstands und ist Grundlage allen Lebens: Wasser. Fotograf Kevin Krautgartner hat sich dem Element Wasser in den vergangenen Jahren auf außergewöhnliche, ...

Klappentext:

„Es fließt, wählt den Weg des geringsten Widerstands und ist Grundlage allen Lebens: Wasser. Fotograf Kevin Krautgartner hat sich dem Element Wasser in den vergangenen Jahren auf außergewöhnliche, eindrückliche wie ästhetische Art und Weise gewidmet. In diesem Naturbildband dokumentiert er das Wasser in allen Facetten und zeigt die Ressource des Lebens in ihrer Farbenpracht, Formenvielfalt und in all ihrer fragilen Schönheit. In seinem begleitenden Essay kommentiert Florian Werner tiefgründig, humorvoll und kongenial das Wesen des Wassers.



Eisig weiß, blutrot, schillernd grün: der Farbreichtum unserer Wasserwelten



Die beeindruckenden Luftaufnahmen in diesem Foto-Bildband zeigen, dass Wasser nicht gleich Wasser ist. Das Farbenspiel von Weiß bis Schwarz, von Pink bis Türkis lässt Ozeane, Flüsse und Seen zu einzigartigen Kunstwerken werden. Untypische Blickwinkel fokussieren sich auf ungewöhnliche, spannende, mitunter surreal wirkende Naturgegebenheiten. Die Landschaftsfotografien lassen die Grenzen zwischen natürlicher und vom Mensch gemachter Wasserfärbungen verschwimmen. So wird oft erst auf den zweiten Blick enthüllt, was dahintersteht. Es offenbart sich eine Welt der überraschenden Kontraste wie Übereinstimmungen – Bilder, die einladen, sich darin zu verlieren und die zum Nachdenken anregen.



In spektakulären Luftfotografien zeigt uns Kevin Krautgartner in diesem Fotografie-Bildband die ganze Farbpalette der Wasserwelt und die vielfältige Schönheit unsere Erde.“



Das die Natur eine Künstlerin ist, sieht man nicht nur im Herbst wenn sich Blätter bunt färben sondern wenn man einfach mal seine Perspektive ändert. Fotograf Kevin Krautgartner nimmt uns in diesem Buch mit in die Luft und zeigt uns wahrlich spektakuläre Aufnahmen unserer Natur. Ich muss gestehen, bei einigen Aufnahmen überrollt mich mein Verstand und man fragt sich: Wie kann das sein? Das sieht doch aus wie ein Gemälde!?. Und genau das ist die Intension von Krautgartner. Er zeigt mit seinen Aufnahmen den Lesern auf, wie die Natur „malt“. Vieles wirkt wie ein Stilleben gezaubert aus Aquarell-Farben, aber nein, es ist tatsächlich Realität. Man verliert hierbei jegliche Grenzen als Betrachter und schwebt von Seite zu Seite weiter davon und immer wieder stellt sich die Frage: Wie kann das möglich sein? Unsere Natur überrascht uns mit den Bildern von Krautgartner komplett. Aber der Fotograf will uns nicht nur die Schönheit zeigen sondern eben auch die Zerbrechlichkeit unseres Planeten. Er mahnt nicht aber er spricht dies indirekt an und das ist sehr gut und wichtig.

Die Haptik und Optik ist hier ausgesprochen gut gewählt: der Druck wurde hier komplett glanzlos vorgenommen und Bilder und Cover sind matt. Was dies bringen soll? Der Blick geht sehr gut in die Tiefe und wir können länger daran festhalten ohne den Lichteinfall zu beachten. Die Seitenstruktur ist kräftig und das blättern ist hier ein wahrer Genuss!

5 von 5 Sterne

Veröffentlicht am 21.01.2022

5 Sterne

Landschaftsformen der Erde
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Klappentext:

„Inselberge, Schwemmflächen, Moore: das Relief der Erde

Küsten und Wüsten, Berge und Täler: Warum sieht die Erdoberfläche heute so aus? Wie haben Klima und Vulkanismus die Landschaft unseres ...

Klappentext:

„Inselberge, Schwemmflächen, Moore: das Relief der Erde

Küsten und Wüsten, Berge und Täler: Warum sieht die Erdoberfläche heute so aus? Wie haben Klima und Vulkanismus die Landschaft unseres Planeten geprägt? Welchen chemischen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterliegen landschaftsformende Prozesse?

Der Bildatlas der Geomorphologie, der zugleich Lehrbuch und Nachschlagewerk ist, ermöglicht Studierenden der Geowissenschaften und interessierten Laien einen Überblick über die Oberflächenformen und ihre Entstehung….“



Zugegeben der Klappentext und der erste Eindruck lassen nicht gleich darauf schließen, dass dieses Buch auch für Laien geeignet ist. Ist es aber! Und zwar sehr gut! In diesem umfangreichen Werk werden die komplette Geomorphologie sehr anschaulich erläutert. Vieles gleicht einem Lexikon und somit ist bei einzelnen aufkommenden Fragen auch schnell eine Antwort zu finden. Formen und Arten werden zusätzlich mit Abbildungen und Fotos ergänzt. Ein sehr umfangreicher Index sorgt zudem für eine genaue Übersicht. Die Seiten haben eine geschlossene Übersicht und es folgen gekonnt immer wieder neue Themen ohne umzublättern.

Fest steht mit diesem Buch: hier werden alle Fragen sehr fachmännisch und wissenschaftlich erklärt ohne einen damit zu überfordern.

Die Optik und Haptik ist auch hier wieder hervorzuheben. Wie gesagt ist die Aufteilung der jeweiligen sehr gekonnt dargestellt. Bilder und Text harmonieren gleichermaßen und geben ein sehr gutes Gesamtkonzept ab. Die Aufmachung ähnelt einem Lexikon und beweist damit ein sehr hohes Niveau.

Ich vergebe hier sehr gern 5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 21.01.2022

Ein Meisterwerk!

Der Codex Mendoza
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Klappentext:

„Er ist ein faszinierendes Zeugnis und ermöglicht uns tiefe Einblicke in die Geschichte, Kultur und Religion der Azteken: der Codex Mendoza, die wohl bekannteste Bilderhandschrift der frühen ...

Klappentext:

„Er ist ein faszinierendes Zeugnis und ermöglicht uns tiefe Einblicke in die Geschichte, Kultur und Religion der Azteken: der Codex Mendoza, die wohl bekannteste Bilderhandschrift der frühen Kolonialzeit. Angefertigt wurde er um das Jahr 1541 für Karl V., König von Spanien und Kaiser des Heiligen Römischen Reichs. Heute befindet sich die wertvolle Handschrift, die in aztekischer Glyphenschrift verfasst und in Nahuatl, der traditionellen von spanischen Missionaren verschriftlichten Sprache, und in Spanisch kommentiert wurde, in der Bodleian Library in Oxford….

Der Codex Mendoza präsentiert nicht nur die Geschichte der aztekischen Herrscherdynastie von 1325, dem Jahr der Gründung der Hauptstadt Tenochtitlán, bis zur vernichtenden Niederlage gegen Hernán Cortés 1521. Auch das Arbeits- und Alltagsleben des aztekischen Volkes, religiöse Zeremonien und sogar die Kindererziehung werden detailliert geschildert.“



Diese besondere Ausgabe aus dem Hause wbg-Edition ist ein echtes Schmuckstück und ein großer Wissensschatz zugleich! Erstmals gibt es eine deutsche Übersetzung dieses Werkes und die hat es in sich!

Als Leser staunen wir nicht nur über Zeichnungen und Bilder (Originalgröße!) sondern auch über die Texte und deren Inhalt. Neben wissenschaftlichen Texten, Erzählungen etc. erleben wir Leser hier auch die Übersetzung aztekischer Hieroglyphen und spanischer Kommentare. Sie tauchen als Leser komplett in das Leben der alten Azteken ein und erleben ein neues Zeitalter der damaligen Geschichte - Kolonialisierung, Machtübernahmen, die Stimme der Autoren ohne Namen…ein Codex eben.

Die Optik und Haptik ist hier perfekt gelungen: die Bindung und Heftung ist stark und sauber, die Seiten haben eine tolle Stärke, die Bilder und Texte sind brillant und genau gedruckt. Ein Schuber schütz das gewaltige Buch vor äußeren Einflüssen. Dieses Buch sollte man, auf Grund seines Gewichts (fast 3,5 kg), auf einem Lesepult oder Tisch mit Handschuhen lesen. Die Frage nach dem Preis ist somit beantwortet. Dieses Werk hat diese Umsetzung komplett verdient und ist es auch wert so präsentiert zu werden.

Ein Meisterstück! 5 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 13.01.2022

5 Sterne

Ende in Sicht
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Klappentext:
„Hella, 69, will sterben. In der Schweiz, in einem Krankenhaus. Also macht sie sich auf den Weg. Diese letzte Fahrt wird ihr alter Passat schon noch schaffen. Doch kaum auf der Autobahn, fällt ...

Klappentext:
„Hella, 69, will sterben. In der Schweiz, in einem Krankenhaus. Also macht sie sich auf den Weg. Diese letzte Fahrt wird ihr alter Passat schon noch schaffen. Doch kaum auf der Autobahn, fällt etwas Schweres auf die Motorhaube ihres Wagens. Juli, 15, wollte sich von der Autobahnbrücke in den Tod stürzen. Jetzt ist sie nur leicht verletzt – und steigt zu Hella ins Auto. Zwei Frauen mit dem Wunsch zu sterben – doch wollen sie zusammen noch, was ihnen einzeln als letzte Möglichkeit erschien?“

Autorin Ronja von Rönne hat hier ein echtes Sahnestück niedergeschrieben. Ihre beiden Protagonisten haben eines gemeinsam: sie wollen sterben. Was unterscheidet die beiden?: der Grund und das Alter, aber ist das wirklich so ein Unterschied? Natürlich darf man hier nicht alles für bare Münze nehmen (man stürzt nicht einfach mal so von der Autobahnbrücke und steigt dann in das Auto der Dame ein, auf wessen man gefallen ist…ist klar) aber dennoch ist der Tenor der Autorin ein deutlicher: wenn man sterben will, egal aus welchem Grund, wohin geht man dann? Wer hilft einem? Wer nimmt einen überhaupt für voll? Allein durch den Klappentext entstehen viele Fragen und von Rönne nimmt sich diesen Themenbereich an aber nicht so wie viele sich das denken. Das Buch ist kein Wegweiser für Sterbende aber es ist eine knallharte Geschichte die im Kopf noch lange nachhallt. Von Rönne hat einen feinen Schreibstil und wählt Wörter bewusst und ebenso ihren Humor. Humor und Tod passen nicht zusammen? Falsch. Beides ist gut miteinander vereinbar und so muss man hier auch öfter mal schmunzeln oder auflachen. Aber es gibt auch sehr emotionale Seiten und tieftraurige Parts. Alles ist hier gut verteilt und bringt dem Leser Abwechslung. Hella hat andere Gedanken als Juli und Juli hat anderes im Kopf als Hella…zwei verschiedene Generationen befassen sich mit dem letzten Weg des Lebens und das selbstbestimmt gewollt und nicht weil sie „müssen“. Der Tod ist kein Thema zum totschweigen sondern man muss darüber reden und mit sich selbst einen Nenner finden um diesen letzten Weg in Ruhe für sich gehen zu können. Gehen müssen wir diesen Weg allein…da hilft uns keiner. Hella erfährt hier Julis Ansicht und umgedreht und beiden erleben andere Gedanken dazu…
Ich muss gestehen, ich hätte nicht vermutet dass dieses Buch so vielseitig und auch etwas speziell ist. Von Rönnes Schreibstil war hier der richtige Ton. Ihre Art und Weise diese Geschichte zu erzählen war feinfühlig, traurig und humorvoll zugleich. Ein Buch das nachhallt und dem Leser zeigt, dass man das Thema Tod auch mit einem Lächeln lesen kann und nicht immer nur grau und trübselig sein muss…

Veröffentlicht am 12.01.2022

Wild-romantisch und so nützlich

Streuobstbau
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Klappentext:

„Streuobstwiesen sind traditionelle Formen des heimischen Obstbaus und zeichnen sich durch ihre Sortenvielfalt und ihren landschaftlichen Reiz aus. Erläutert wird Ihnen die Bedeutung der ...

Klappentext:

„Streuobstwiesen sind traditionelle Formen des heimischen Obstbaus und zeichnen sich durch ihre Sortenvielfalt und ihren landschaftlichen Reiz aus. Erläutert wird Ihnen die Bedeutung der Streuobstwiese als Kulturlandschaft und als Hotspot der Artenvielfalt. Neben der Anleitung zur Neuanlage und Pflege einer Streuobstwiese mit Hinweisen zu Standort- und Sortenwahl, Baumschnitt sowie Verwertung der Früchte werden auch ökologische Aspekte herausgestellt. Um auch Kinder und Jugendliche frühzeitig für die Natur zu begeistern, sind Vorschläge wie „Das Klassenzimmer im Grünen“ ebenfalls im Buch enthalten.“



„Streuobstwiesen“ klingt fast wie ein verklärter Märchentraum den man als Kind hatte und es klingt eigentlich fast zu schön um wahr zu sein. Aber was haben diese Streuobstwiesen denn so besonderes an sich? Warum sind Streuobstanbau und die Pflege so wichtig? Nicht nur diese Fragen sondern eine ganz Menge weitere werden hier, wie immer bei Ulmer, sehr fachkundig und punktgenau erläutert. Neben Entstehung, Pflege und Art und Weise, werden zudem auch noch Anleitungen, Baumpflege und Co. mit erläutert. Kurzum: der Streuobstwiesen-Leser bekommt hier alles haarklein aufgelistet was er wissen muss. Neben sehr anschaulichen Texten, Karten, Diagrammen etc. werden auch sehr aussagekräftige Fotos eingeflochten und alles erscheint als komplettes Paket dem Leser. Fragen kommen hier nach dem lesen eigentlich keine mehr auf außer der Drang sofort die Schaufel und den Spaten in die Hand zu nehmen und nicht nur für sich sondern auch für die Natur Streuobst anzubauen. Hier haben alle etwas davon und eine schönerer Art der Biodiversität kann es doch nicht geben? 5 von 5 Sterne!