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Veröffentlicht am 26.01.2022

Frieda konnte sich befreien, doch der Preis war hoch ...

Frieda von Richthofen
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Kennt ihr das Gefühl, wenn man ein Buch nach dem Lesen zuklappt und einfach nur begeistert ist? Wenn man das Gefühl hat, erstmal innehalten zu müssen und alles ein wenig sacken zu lassen? Genau so ging ...

Kennt ihr das Gefühl, wenn man ein Buch nach dem Lesen zuklappt und einfach nur begeistert ist? Wenn man das Gefühl hat, erstmal innehalten zu müssen und alles ein wenig sacken zu lassen? Genau so ging es mir mit diesem Roman, der in großen Teilen auf wahren Tatsachen basiert.

Angezogen von dem wunderschönen Cover aber auch dem prominenten Namen auf dem Cover machte ich mich mit Frieda von Richthofen auf eine Befreiungsreise. Die schöne Sprache, die die Autorin Annabel Abbs ihren Charakteren in den Mund legt, zog mich sofort in den Bann. In den verschiedenen Kapiteln lässt sie mal Frieda, mal Ernest aber ihre Kinder, Schwestern und natürlich „Lorenzo“ zu Wort kommen. Nach akribischer Recherche einer Fülle von vorhandenen Quellen webt sie eine wunderbare Geschichte, die dem Zeitgeist des frühen 20. Jahrhundert absolut gerecht wird.

Frieda, die aus einer adligen Militärfamilie aus Metz – damals noch deutsch – stammt, hat mit Ernest gegen den Willen ihrer Eltern unter Stand geheiratet. Doch sie versucht glücklich zu werden in dem farblosen Nottingham, wo sie als Deutsche mehr als misstrauisch beäugt wird. Ihre drei Kinder bereiten ihr Freude, doch Ernest, ihr Mann, ist mit seiner Arbeit verheiratet und kann mit Gefühlen wenig anfangen. Ein Besuch Friedas Schwester Elisabeth, während dessen diese ihr von der Befreiung der Frau und ihren eigenen außerehelichen Affären vorschwärmt, scheint bei Frieda einen Schalter umzulegen. So befreit sie sich dann Schicht um Schicht von ihren Fesseln doch der Preis, den sie dafür zahlen muss, wird sie ein Leben lang betrüben …

Natürlich habe ich neben dem Lesen mal wieder ein wenig Eigenrecherche betrieben und bin ganz überrascht über die Fülle von Material über Frieda und besonders natürlich D. H. Lawrence. Sicher werde ich mir in der hoffentlich nicht allzu fernen Zukunft das ein oder andere „skandalträchtige“ Werk aus der Feder dieses Künstlers näher anschauen.

Ich vergebe mit fünf Sternen die absolute Bestnote!

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Veröffentlicht am 26.01.2022

Einmal angefangen kann man mit dem Walzertanzen gar nicht mehr aufhören ...

Der langsame Walzer der Schildkröten
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Viel zu lange schon versteckte sich dieser zweite Teil der französischen Trilogie um das ungleiche Schwesternpaar Joséphine und Iris auf meinem SuB. Als nun endlich eine liebe Lesefreundin Interesse daran ...

Viel zu lange schon versteckte sich dieser zweite Teil der französischen Trilogie um das ungleiche Schwesternpaar Joséphine und Iris auf meinem SuB. Als nun endlich eine liebe Lesefreundin Interesse daran anmeldete, machte ich mich ans Lesen. Was soll ich sagen? Ich bin mal wieder ganz hin und weg.

Schnell war ich wieder drin in der Geschichte und konnte mich daran erfreuen, dass es Joséphine wohl endlich geschafft hatte, sich von dem Joch ihrer Schwester zu befreien. Sie hat Geld, kann sich und ihren Kindern alle Wünsche erfüllen und müsste glücklich sein. Und doch scheint ein Schatten über ihr zu schweben, denn sie ist verliebt in den Mann einer anderen. Auch Iris scheint nach dem unsäglichen Klinikaufenthalt ihr Glück gefunden zu haben. Ist ihr Mann Philipp der Auserkorene? Rund um die beiden Schwestern tummeln sich die Kinder, die alle ihren Weg zu finden scheinen, alles könnte so schön sein, bis eine Mordserie ihrer aller Leben aus den Angeln hebt …

Die Autorin hat einen etwas eigenwilligen Schreibstil, der nicht jedem liegen wird, auf mich hatte er jedoch eine wahre Sogwirkung. Ich hatte mich regelrecht festgelesen in diesem zweiten Band, und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich fand es spritzig, sehr französisch und einfach nur mitreißend. Mal sehen, ob sich Katherine Pancol in Band drei noch steigern wird …

Für „Der langsame Walzer der Schildkröten“ gibt es von mir die Bestnote. Für mich war es ein Volltreffer!

Veröffentlicht am 11.01.2022

Wenn Hass und Rachegelüste die Oberhand gewinnen ...

Die Ungerächten
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Auf diesen weiteren Band rund um das Leben der jungen Hannah Bloch hatte ich mich schon sehr gefreut, war ich doch beim ersten Band regelrecht gefangen in der Geschichte, die während und kurz nach dem ...

Auf diesen weiteren Band rund um das Leben der jungen Hannah Bloch hatte ich mich schon sehr gefreut, war ich doch beim ersten Band regelrecht gefangen in der Geschichte, die während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankfurt ihren Lauf nahm. Der zweite Band schließt ziemlich zeitnah an den ersten an, in Hannahs Leben hat sich jedoch einiges getan. Sie arbeitet zwischenzeitlich für das Counter Intelligence Corps der Amerikaner, dessen Aufgabe nach dem Zweiten Weltkrieg darin bestand, nach Kriegsverbrechern zu fahnden und diese entsprechend zu bestrafen. Das ist natürlich genau in Hannahs Sinn, denn nach wie vor wird sie aufgefressen von dem Hass auf die Mörder ihrer Mutter und ihres geliebten Hans, der auf brutale Weise von den Nazis regelrecht abgeschlachtet wurde. Bald macht sich jedoch Frust in ihr breit, denn die Mühlen mahlen langsam und oft wenig effizient, und so scheinen die braunen Schergen schon bald wieder Oberwasser zu haben, um entweder in Deutschland neue Posten zu bekleiden oder sich straffrei ins Ausland abzusetzen. Als die Amerikaner schließlich ihre CIC Zelte in Frankfurt wieder abbrechen, ergibt sich für sie eine wunderbare Möglichkeit nicht nur ihre Energie in positive Kanäle fließen zu lassen, sondern so ganz nebenbei auch noch Geld dabei zu verdienen … Hannah steigt in die Lüfte auf! Im zweiten Erzählstrang treffen wir auf Pawel, der ähnliche Rachegedanken zu hegen scheint wie Hannah. Doch in Pawels Innerem rumort es, es herrscht ein Rachedurst, der seinesgleichen sucht … eine explosive Mischung, die auf Dauer nicht gesund sein kann …

Wie schon im ersten Teil der spannenden Story ziehe ich auch diesmal wieder den Hut vor der großartigen Recherche, die der Autor Volker Dützer betrieben hat. Ich hatte das Glück beim Lesen in einer Runde direkt vom Autor begleitet zu werden, in der er zur wirklichen Geschichte immer wieder Anregungen und interessante Links beisteuerte.

Sehr gut gefallen hat mir diesmal die Ausarbeitung der beiden Hauptcharaktere Hannah und Pawel. Hier wurde anschaulich verdeutlicht, wie unterschiedlich Menschen mit ihren Rachefühlen umgehen und wie ungebremster Hass in einer Katastrophe enden kann. Die atmosphärisch dicht gewobene Geschichte hat mich fasziniert und mich zu einer kleinen Eigenrecherche inspiriert. Ich vergebe gerne die wohlverdiente volle Punktzahl und würde mich natürlich riesig über eine Fortsetzung freuen.

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Veröffentlicht am 04.01.2022

Eine bittere Reise ohne Wiederkehr ...

Der Reisende
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Ich glaube nicht, dass dieses (Hör)buch jedermann ansprechen wird. Tatsächlich umfasst es inhaltlich nur eine Zeitspanne weniger Tage, während derer man den jüdischen Kaufmann Otto Silbermann begleiten ...

Ich glaube nicht, dass dieses (Hör)buch jedermann ansprechen wird. Tatsächlich umfasst es inhaltlich nur eine Zeitspanne weniger Tage, während derer man den jüdischen Kaufmann Otto Silbermann begleiten und ihm zuhören darf, wie sein Leben immer mehr aus dem Ruder gerät. Wie kann es angehen, dass man gestern noch vermögender und erfolgreicher Kaufmann war und heute ein Mann auf der Flucht?
Das Hörbuch löst Beklemmung aus in seiner Ehrlichkeit und den realistisch gezeichneten Charakteren, die Silbermanns Wege auf seiner Reise ins Ungewisse kreuzen. Man spürt die bedrückende Stimmung, die in der jüdischen Bevölkerung in den 30er Jahren geherrscht haben muss. Gleichzeitig erlebt man die Hochstimmung, die unter der sogenannten „Herrenrasse“ auflebt. Sie werden zu Gejagten, die armen Juden, die doch nichts verbrochen haben, und all das wird eingefangen von dem nur 23jährigen Autor Alexander Boschwitz, der leider die Befreiung der wenigen noch verbliebenen Juden im April 1945 nicht er miterleben durfte. Phänomenal, dass er diesen Stimmungswechsel zwischen Hass und Verzweiflung bereits im Jahr 1939 zu Papier brachte. Ich persönlich bin absolut fasziniert von diesem Werk und vergebe mit fünf Punkten eine begeisterte Hörempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.01.2022

Was verbirgt sich hinter den Mauern des Bluthauses?

Bluthaus
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Auch der zweite Teil der Regionalkrimi Reihe um Frida Paulsen und ihren Kollegen Bjarne Haverkorn konnte mich wieder von Anfang an fesseln. Dieser Teil fällt auch gleich „mit der Tür ins Haus“ und präsentiert ...

Auch der zweite Teil der Regionalkrimi Reihe um Frida Paulsen und ihren Kollegen Bjarne Haverkorn konnte mich wieder von Anfang an fesseln. Dieser Teil fällt auch gleich „mit der Tür ins Haus“ und präsentiert dem Hörer eine Leiche neben der Fridas Freundin Jo mit ihrem Motorrad entdeckt wird. Als diese dann kurz darauf verschwunden ist, begibt Frida sich auf die Suche und entdeckt oben am Meer im „Bluthus“ bald mehr Vergangenheit als ihr lieb ist. Was für ein Geheimnis verbirgt sich hinter dem Haus und seinem Namen? Wem kann Frida noch trauen?
Während sie sich auf die Jagd nach Gegenwart und Vergangenheit begibt, hat Bjarne seine eigenen Dämonen zu bekämpfen. Auch ihn holt die Vergangenheit mit großen Schritten ein. Kann er seine eigene Tochter noch retten?
Nicht alle Hörer kommen mit dem Sprecher dieser etwas spröden Krimis zurecht. Ich hingegen finde Michael Mendl ist eine Starbesetzung, der ganz wunderbar zum nordischen Charme passt, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Es fließt ja auch gerne mal Blut und gerne auch mal ein wenig mehr, doch nie hat man das Gefühl in einem blutrünstigen Thriller angekommen zu sein. Die Geschichten, die Romy Fölck sich auch gerne mal beim Joggen ausdenkt, sind intelligent und gut durchdacht. Mir hat sie mit ihrem Bluthaus mal wieder Lust auf mehr gemacht und ich freue mich, dass der dritte Teil schon im Regal auf mich wartet. Von mir gibt es – wie schon für den Vorgänger – mit fünf Sternen mal wieder die Bestnote!

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