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Veröffentlicht am 10.04.2022

Eine weitere tolle Twisted-Tales-Geschichte!

Disney. Twisted Tales: Peter Pans Reise ins Ungewisse
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Da „Peter Pan“ zu meinen allerliebsten Disneyfilmen gehört und ich die Twisted-Tales-Serie sehr gerne mag, habe ich mich auf „Peter Pans Reise ins Ungewisse“ wahnsinnig gefreut. Das Buch war natürlich ...

Da „Peter Pan“ zu meinen allerliebsten Disneyfilmen gehört und ich die Twisted-Tales-Serie sehr gerne mag, habe ich mich auf „Peter Pans Reise ins Ungewisse“ wahnsinnig gefreut. Das Buch war natürlich ein absolutes Must-Have für mich.

Die 16-jährige Wendy Darling ist ziemlich gelangweilt von ihrem monotonen Leben in London und wünscht sich nichts mehr, als endlich von ihrem Kindheitshelden Peter Pan ins Nimmerland mitgenommen zu werden. Sie hält nach wie vor an der Hoffnung fest, dass Peter und sein magisches Zuhause wirklich existieren.
Ihre einzige große Freude in ihrem eintönigen Leben ist das Erzählen und Aufschreiben von Geschichten. Leider halten ihre Eltern nur wenig davon und beschließen ihre Tochter als Gouvernante nach Irland zu schicken. Das kommt für Wendy aber überhaupt infrage. Als sich ihr die Gelegenheit bietet, mit Käpt’n Hook und seinem Piratenschiff nach Nimmerland zu reisen, nimmt sie sie ohne zu zögern wahr. Ihr Deal mit Hook wird sich nur leider sehr schnell als ein großer Fehler herausstellen. Für Wendy steht sofort fest, dass sie die finsteren Pläne des Kapitäns durchkreuzen muss, um Peter Pan und seine Welt zu retten.

Von Liz Braswell kannte ich bereits ihre drei Twisted-Tales-Bände „Die Schöne und ihr Geheimnis“, „Inmitten der Wasserwelt“ und „Wie ein unendlicher Traum“. Von den beiden zuerst genannten Titeln war ich richtig begeistert, letzterer hatte mich leider etwas enttäuscht. Ich war nun äußerst gespannt, wie mir wohl mein vierter Twisted-Tales-Band aus ihrer Feder gefallen wird und um es kurz zu machen: Vollends erfüllt wurden meine (zugegebenermaßen sehr hohen) Erwartungen leider nicht, aber begeistert von dem Buch bin ich dennoch. In meinen Augen hat Liz Braswell mit „Peter Pans Reise ins Ungewisse“ eine originelle Neuerzählung von Disneys „Peter Pan“ geschrieben, in welcher wir die einzigartige Welt von Peter Pan auf eine ganz andere Art und Weise kennenlernen dürfen. Ich fand es mal wieder faszinierend zu sehen, wie bekannte Dinge aus dem Original ihren Platz in der veränderten Fassung gefunden haben und mit den vielen eigenen Ideen der Autorin verknüpft wurden, sodass am Ende eine komplett neue Story herausgekommen ist.

Die Geschichte ist schon gleich von Beginn an anders als die im Film. Wendy ist bereits sechzehn Jahre alt und Peter Pan noch nie begegnet – sie und ihre beiden jüngeren Brüder wurden von ihm also bislang noch nicht mit ins Nimmerland genommen; die Geschwister kennen den Jungen, der nicht erwachsenen werden möchte und sein magisches Zuhause bloß aus ihren Träumen und Wendys Geschichten. Wie aber in der ursprünglichen Version, so hat Peter Pan auch hier oft bei der Familie Darling vorbeigeschaut, um heimlich Wendys Erzählungen zu lauschen. Bei einem dieser Besuche hat er seinen Schatten verloren, der daraufhin vier Jahre von Wendy in einer Schublade aufbewahrt wird. Also mir hat dieser neue Ansatz ungemein gut gefallen und ich war äußerst gespannt zu erfahren wie sich die Handlung wohl weiterspinnen wird.

Ehe es uns nach Nimmerland verschlägt, dürfen wir zunächst Wendy und ihr Leben in London etwas genauer kennenlernen. Der Fokus der Handlung liegt ganz klar auf ihr und ihrer Entwicklung. Wir erfahren den Großteil der Geschehnisse aus ihrer Sicht in der dritten Person und da uns die Autorin einen sehr anschaulichen Einblick in Wendys Gefühls- und Gedankenwelt gibt, kann man prima mitverfolgen, wie sie sich während ihres Abenteuers weiterentwickeln wird.
Die Charakterdarstellung von Wendy hat mir auf Anhieb zugesagt. Dass Wendy anders ist als im Film – deutlich ernster, nachdenklicher und erwachsener – hat mich persönlich nicht gestört. Ich mochte ihre selbstbewusste, starke und verträumte Art total gerne und fand es wundervoll zu sehen, dass sie in all den Jahren nicht den Glauben an Peter Pan und das Nimmerland verloren hat und nach wie vor eine große Leidenschaft für das Geschichtenerzählen hegt.

Neben Wendy dürfen wir im Verlauf des Buches noch zahlreichen weiteren bekannten Gesichtern aus dem Original begegnen. Ihre Brüder John und Michael, Mr. und Mrs. Darling, Hook, die Verlorenen Jungs, Tinkerbell und Peter Pan – alle sind sie mit von der Partie und besitzen viel von ihrem Charme aus dem Film. Peter Pan taucht allerdings erst ziemlich spät in der Geschichte auf. Auf ihn dürfen wir tatsächlich erst zum Ende hin treffen.
Mich hat Liz Braswell mit der Ausarbeitung der Figuren überzeugen können, vor allem von Hook und Peter Pan bin ich begeistert. Bei den beiden ist es ihr meiner Meinung nach besonders gut gelungen, ihre jeweiligen Persönlichkeiten darzustellen. Peter ist derselbe abenteuerlustige und aufgeweckte Junge, wie wir ihn kennen und lieben und Hook ist der hinterhältige und verrückte Bösewicht, der nur ein Ziel verfolgt: Sich an Peter Pan zu rächen.

Auch die Veranschaulichung von Tinkerbell fand ich klasse. Sie ist zunächst die uns wohlvertraute eifersüchtige Fee, allerdings wird sich ihre große Eifersucht und Wut auf Wendy während ihrer gemeinsamen Suche nach Peter Pan immer mehr legen. Die Beziehung von Tinkerbell und Wendy ist in Liz Braswell Neuinterpretation eine völlig andere als im Original und nimmt viel mehr Raum ein. Ich fand es spannend und richtig schön zu sehen, wie sich die beiden immer mehr annähern und mit der Zeit eine tolle Freundschaft zwischen ihnen entsteht.

Was die Handlung angeht, möchte ich eigentlich gar nicht mehr groß in Detail gehen. Wenn ihr gerne wissen möchtet, was Wendy während ihrer Zeit auf Hooks Piratenschiff alles widerfahren wird und welche Abenteuer und Gefahren sie mit Tinkerbell auf ihrer Reise durch Nimmerland zu meistern hat, müsst ihr das Buch schon selber lesen. Mir jedenfalls hat der Handlungsverlauf insgesamt sehr gut gefallen, allerdings muss ich leider sagen, dass es mir hier und da an Spannung gefehlt hat, mir ist stellenweise irgendwie zu wenig passiert, sodass sich einige Passagen für mich gezogen haben. Zum Glück hat sich der Schreibstil aber angenehm flüssig für mich lesen lassen, sodass ich das Buch trotz der gelegentlichen Längen flott durchgeschmökert habe.

Was ich ebenfalls ein klein wenig vermisst habe: Eine Karte von Nimmerland. Dank der bildhaften und atmosphärischen Beschreibungen habe ich mir zwar alles ganz genau vorstellen können, aber da Liz Braswell in Nimmerland so einiges verändert hat und sie uns an neue wundersame Orte mitnimmt, hätte ich eine Karte vom Setting gar nicht so schlecht gefunden.
Mit dem Ende konnte das Buch aber dafür wieder bei mir punkten. Es ist überraschend und einfallsreich und schließt die Geschichte meiner Ansicht nach zufriedenstellend ab.

Fazit: Dies war mein vierter Twisted-Tales-Band von Liz Braswell und auch mit dieser Neuerzählung eines berühmten Disneyklassikers hat mir die US-amerikanische Autorin tolle Lesestunden bereiten können. Die Geschichte steckt voller fantasievoller Ideen und wunderbarer Nimmerlandmagie und obwohl sie stark vom klassischen Plot der Verfilmung abweicht, verströmt sie dennoch viel vertrauten Disneyzauber. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2022

Ein toller Fantasyroman, den man nicht mehr aus der Hand legen mag!

Die Jaguargöttin
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Da ich ein großer Fan der Wood- und Seawalkers-Reihen bin, stand für mich sofort fest, dass ich auch den neuen Gestaltwandler-Fantasyroman von Katja Brandis unbedingt lesen möchte. Auf „Die Jaguargöttin“ ...

Da ich ein großer Fan der Wood- und Seawalkers-Reihen bin, stand für mich sofort fest, dass ich auch den neuen Gestaltwandler-Fantasyroman von Katja Brandis unbedingt lesen möchte. Auf „Die Jaguargöttin“ war ich wahnsinnig gespannt.

Die 17-jährige Kitana ist eine Jaguar-Wandlerin und wird wie alle Gestaltwandler in ihrer Heimat wie eine Gottheit verehrt. Gemeinsam mit ihrer Familie wohnt sie im Dschungelkönigreich Elámon, wo sie im Tempel ein sorgenfreies Leben führt. Kitanas heile Welt wird jedoch komplett aus den Fugen geraten, als ihr Vater ermordet wird. Sehr schnell findet sie heraus, dass der König und der Erste Priester dahinterstecken und den Plan verfolgen, Kitanas Familie zu schwächen. Die junge Jagurargöttin sieht keinen anderen Ausweg als in den Dschungel zu flüchten und nach Verbündeten zu suchen. Sie erhofft sich Hilfe von einem Clan von Panther-Wandlern, die zurückgezogen in den Tiefen des Urwalds leben. Doch eigentlich wollen sie mit den Jaguargöttern und auch mit den Menschen nichts zu tun haben und hegen großes Misstrauen gegen sie. Ob es Kitana wohl gelingen wird, sie davon überzeugen ihr zu helfen? Als sie auf den wilden Pantherjungen Ecco trifft, soll sich alles für sie ändern.

Ist das Cover nicht ein Traum? Als um mich war es sofort geschehen, als ich es das erste Mal sah, die Claudia Carls, die uns diesen Hingucker gezaubert hat, hat sich in meinen Augen mal wieder selbst übertroffen. Super finde ich auch, dass die Aufmachung stark an die Wood- und Seawalkers-Serien erinnert und somit auf den ersten Blick deutlich macht, dass die „Die Jaguargöttin“ für dieselbe Zielgruppe geschrieben wurde, wenn auch für etwas ältere Leser*innen. Bei dem Titel handelt es sich allerdings um einen Einzelband – es ist also völlig problemlos unabhängig von den beiden Reihen lesbar.

Optisch konnte das Buch also schon mal vollends bei mir punkten. Wie aber schaut es mit dem Inhalt aus? Konnten meine (zugegebenermaßen ziemlich hohen) Erwartungen erfüllt werden?
Um es kurz zu machen: Das von mir erhoffte Highlight wurde „Die Jaguargöttin“ leider nicht, aber hellauf begeistert bin ich dennoch, auf jeden Fall. Mich persönlich hat die Geschichte irgendwie nicht sofort catchen können und da sich die Autorin zunächst mehr auf die Protagonisten konzentriert statt uns die Kulisse näher zu beschreiben, habe ich ein Weilchen gebraucht, bis ich mich in Katja Brandis‘ neuer fantastischer Welt zurechtgefunden habe. Wir bekommen es zudem mit sehr vielen Figuren zu tun. Ein Personenregister vorne oder hinten im Buch hätte ich daher gar nicht so schlecht gefunden.
Nachdem es mir aber einmal gelungen war in die Geschichte hineinzukommen und mich die Geschehnisse so richtig packen konnten, habe ich das Buch in vollen Zügen genießen können und innerhalb kurzer Zeit durchgelesen.

Katja Brandis hat einfach mal wieder eine geniale Story aufs Papier gebracht und sich eine unglaublich tolle Welt ausgedacht. Ich war beim Lesen immerzu am Staunen, auf was für coole und kreative Ideen die deutsche Autorin wieder so gekommen ist und von den Schauplätzen, an die sie uns mitnimmt, hatte ich lauter wunderbare Bilder im Kopf.
Mit dem Dschungelkönigreich Elámon hat Katja Brandis ein einzigartiges Setting erschaffen, voller faszinierender Orte, schillernder Farben und Magie. Trotz meiner kurzen Schwierigkeiten zu Beginn, komplett in Elámon anzukommen, habe ich die Kulisse vom ersten Moment an geliebt und hatte beim Lesen richtiggehend das Gefühl, wirklich dort zu sein. Es wird zudem eine Menge interessantes Wissen über die Kultur und die Natur des Regenwaldes vermittelt, was ich unheimlich interessant fand.

Mit den Charakteren hat mich die Autorin ebenfalls überzeugen können, allesamt wurden sie facettenreich und authentisch skizziert und haben ihre Eigenschaften und Eigenarten. Besonders klasse fand ich die 17-jährige Gestaltwandlerin Kitana, aus deren Sicht der Großteil der Handlung in der dritten Person erzählt wird. Kitana ist eine bemerkenswert starke und mutige Persönlichkeit, sie lässt sich nicht unterkriegen und wird im Verlauf der Geschichte eine fabelhafte Entwicklung durchmachen. Ich habe die junge Jaguar-Wandlerin auf Anhieb in mein Herz geschlossen und sie zutiefst für ihre Tapferkeit und Willensstärke bewundert.
Neben Kitanas Kapiteln gibt es auch Passagen, die aus den Blickwinkeln von Pantherjunge Ecco und Echsenwandler Yaddi geschildert werden. Dass sich Katja Brandis für Perspektivwechsel entschieden hat, hat mir persönlich ungemein gut gefallen, sie gestalten das Leseerlebnis so schön abwechslungsreich und machen es nur noch mitreißender. Meiner Ansicht nach ist dieser Erzählstil hier einfach die perfekte Wahl und da Katja Brandis die Empfindungen und Gedanken ihrer Protagonisten wie gewohnt hervorragend beschreibt, habe ich mich jederzeit mühelos in sie hineinversetzen können und mit ihnen mitgefühlt und mitgefiebert.

Bezüglich der Handlung habe ich euch ja bereits berichtet, dass sie mich nicht sofort fesseln konnte, aber nachdem ihr dies einmal geglückt war, hat sie mich durchweg in Atem halten können. Langeweile kam für mich an keiner Stelle auf. Die Story kann mit zahlreichen Überraschungen und unvorhersehbaren Wendungen aufwarten, sie steckt voller Geheimnisse, Intrigen und Gefahren und enthält einfach den perfekten Mix aus Realität, Fantasy, Spannung, Gefühl und Humor. Die Geschichte ist wirklich enorm vielseitig gestaltet und da einfach ständig etwas neues Aufregendes passiert, mag man mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören.
Auch eine Lovestory ist in „Die Jaguargöttin“ enthalten, genauer gesagt ein Liebesdreieck, welches sich zwischen Kitana, Axar und Ecco entwickelt. Die Romantik nimmt insgesamt aber nicht allzu viel Raum in der Geschichte ein, was mir persönlich sehr zugesagt hat.

Großartig fand ich auch, dass das Thema Umweltschutz zur Sprache kommt und von der Autorin mal wieder rundum stimmig in die Handlung eingebaut wurde. Mit diesem Aspekt hat sie mich bereits in ihren Wood- und Seawalkers-Reihen begeistern können. Dass der Umweltschutz Katja Brandis sehr am Herzen liegt, wird in vielen ihrer Bücher stets nur zu deutlich. So gibt es auch in „Die Jaguargöttin“ hinten im Anschluss an die Geschichte eine Liste mit zehn Tipps, wie man selbst aktiv werden kann, um den Wald zu schützen. Zudem ist auch dieses Buch, wie schon die letzten Seawalkers-Bände, auf Recycling-Papier gedruckt und mit dem Blauen Engel ausgezeichnet wurden.

Das Ende hat mich ebenfalls zufriedenstellen können. Es ist spannend und emotional und schließt die Geschichte gelungen ab. Potenzial für einen Folgeband ist allerdings durchaus vorhanden. „Die Jaguargöttin“ ist zwar, soweit ich weiß, ein Einzelband, aber wer weiß, vielleicht wird es ja doch noch ein Wiedersehen mit Kitana und Co. geben. Also ich würde mich über eine Fortsetzung sehr freuen.

Fazit: Ein packender Fantasyschmöker, den man nicht mehr aus der Hand legen mag!
Mit „Die Jaguargöttin“ beschert uns Katja Brandis ein weiteres tolles Gestaltwandler-Abenteuer, welches die Herzen aller Fantasyfreunde höherschlagen lässt und vor allem Fans der Woodwalkers- und Seawalkers-Reihen nur zu empfehlen ist. Ein atemberaubendes Setting, vielschichtige Charaktere, jede Menge Kopfkino, eine fesselnde und magische Story voller Emotionen, Action und Spannung – all das und noch mehr erwartet euch hier. Mir hat es richtig viel Spaß gemacht, in „Die Jaguargöttin“ einzutauchen und ich vergebe sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 17.02.2022

Magisch, witzig, turbulent. Ein toller Zeitreiseroman!

#London Whisper – Als Zofe ist man selten online
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Da ich die Lia-Sturmgold-Reihe von Aniela Ley sehr gerne mag, war meine Neugierde sofort geweckt, als ich das erste Mal von ihrem neuen Buch London Whisper hörte. Beim Cover war es bei mir Liebe auf den ...

Da ich die Lia-Sturmgold-Reihe von Aniela Ley sehr gerne mag, war meine Neugierde sofort geweckt, als ich das erste Mal von ihrem neuen Buch

London Whisper hörte. Beim Cover war es bei mir Liebe auf den ersten Blick und auch der Klappentext sprach mich direkt an. Ich lese wahnsinnig gerne Zeitreisegeschichten und ich liebe das Setting London. Für mich stand daher schnell fest, dass ich Aniela Leys neues Werk kennenlernen muss.

Zoe ist ein riesengroßer Jane-Austen-Fan und wünscht sich nichts mehr als ein Austauschjahr in London, im ehrwürdigen Internat Dunwick House. Sie kann ihr Glück gar nicht fassen, als man ihr diesen Wunsch zu ihrem 15. Geburtstag tatsächlich erfüllt. Besser kann ihr Leben jetzt nicht mehr werden. Doch dann wird Zoe während einer verbotenen Mitternachtsparty auf dem Dachboden plötzlich ohnmächtig...und erwacht im Jahr 1816 als Zofe der jungen Miss Lucie. Diese ist nicht nur extrem schüchtern – sie hat auch eine panische Angst vor ihrem Debüt bei der Ballsaison. Wie gut, dass sie nun Zoe an ihrer Seite hat, diese ist dank ihres Instagram-Accounts „ZoeHerzFreundin“ schließlich eine erfahrene Kummerkastentante und echte Expertin im Geben von Tipps und Ratschlägen. Als der Ball schließlich da ist, trifft Zoe auf den jungen und gutaussehenden Lord Hayden Falcon-Smith. Schnell stellt sich heraus, dass auch er ein Zeitreisender ist und sie gemeinsam versuchen müssen, einen Weg zurück in ihre eigene Zeit zu finden. Ob ihnen das wohl gelingen wird?

Als ich mit dem Lesen begann, war ich mir bereits nach wenigen Seiten ziemlich sicher, dass ich äußerst unterhaltsame Lesestunden mit dem Buch verbringen werde. Die Handlung konnte mich sofort packen und begeistern und der erfrischende, jugendliche Schreibstil konnte ebenfalls auf Anhieb bei mir punkten. Mich persönlich haben die Schreibweise und der Humor sehr an die Werke von Kerstin Gier erinnert, sodass für mich beim Lesen von Anfang an richtige Kerstin-Gier-Vibes aufkamen. Fans ihrer Bücher kann ich

London Whisper definitiv ganz besonders ans Herz legen. Wer ihre Edelstein-Trilogie liebt, sollte sich den Zeitreiseroman von Aniela Ley unbedingt mal genauer anschauen.

Ich hatte also einen tollen Einstieg in das Buch und ich sollte mit meiner Vermutung dann auch goldrichtig liegen – mir hat Aniela Ley mit dem ersten Band ihrer neuen Reihe ein wunderbares und sehr spaßiges Leseerlebnis bescheren können. Für die volle Sternenzahl hat es mir letztendlich nur dann leider doch nicht gereicht. Mir hat die Story echt gut gefallen, allerdings gab es eine Sache, die mir persönlich nicht ganz so zugesagt hat.
Mich hat es ziemlich verwundert und ein wenig gestört, dass sich unsere Hauptprotagonistin Zoe so schnell damit abfindet, dass sie im Jahr 1816 gelandet ist und dort scheinbar vorerst bleiben muss. Für meinen Geschmack hat sie diese Zeitreise zu gelassen genommen. Zudem habe ich es als ein bisschen unglaubwürdig empfunden, dass sie sich so rasch in dieser Epoche zurechtfindet. Zoe ist zwar eine leidenschaftliche Leserin der Werke Jane Austens und kennt sich mit diesem Zeitalter daher recht gut aus, aber irgendwie ging mir ihre Anpassung an die damaligen Sitten und Regeln dann doch zu glatt und reibungslos vonstatten.

Trotz dieser Aspekte habe ich unsere Romanheldin aber unheimlich liebgewonnen, mir war sie vom ersten Moment an sympathisch. Zoe ist lustig, frech, selbstbewusst und so schön schlagfertig und da alles aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive geschildert wird, bekommt man einen guten Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Aus den oben genannten Gründen ist es mir jedoch nicht immer gelungen, mich komplett in sie hineinversetzen und ihr Handeln nachzuvollziehen. Da könnte ich mir aber vorstellen, dass dies der Zielgruppe, sprich Leserinnen ab 12 Jahren, besser gelingen wird als mir, als Erwachsene.

Neben Zoe mochte ich auch die weiteren Charaktere super gerne. Allesamt wurden sie liebevoll ausgearbeitet und besitzen ihre Eigenarten und Besonderheiten, mit denen sie uns verzaubern und erheitern. Da hätten wir zum Beispiel die schüchterne und liebenswerte Miss Lucie, für die Zoe als Zofe arbeiten wird und – einer meiner absoluten Lieblinge: Lord Hayden Falcon-Smith, der ebenfalls ein Zeitreisender ist. Hayden fand ich einfach klasse, seinem einmaligen Charme war ich im Nu völlig verfallen. Er ist, wie Zoe, ein total humorvoller Typ und hat stets einen flotten Spruch auf Lager. Die Dialoge und Schlagabtäusche zwischen den beiden habe ich richtig geliebt, mich haben sie bestens unterhalten, und auch die leichte Liebesgeschichte, die sich langsam zwischen ihnen entwickeln wird und die nur ganz wenig Raum einnimmt, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Romantiker werden wohl nur etwas enttäuscht sein, denke ich, allerdings gehe ich davon aus, dass der romantische Anteil in der Fortsetzung noch stärker in den Fokus treten wird und dann auch Lovestory-Liebhaber
innen auf ihre Kosten kommen werden.
Eine Figur, an die ich mich erst gewöhnen musste, ist der Spitz Pickelton. Komischerweise kann Zoe diesen kleinen Hund verstehen und sich mit ihm unterhalten, was ich zunächst irgendwie merkwürdig fand. Ich habe mich dann aber doch recht schnell daran gewöhnt und mich prächtig über die ulkige Sprechweise und Äußerungen von Pickelton amüsiert.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Mich haben die Geschehnisse durchweg mitreißen und fesseln können, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Vor allem zum Ende hin bin ich so richtig ins Mitfiebern geraten.

Auch mit dem Setting hat das Buch bei mir punkten können. Bis auf den Beginn, der uns in das London der heutigen Zeit mitnimmt, spielt die Geschichte ausschließlich im Jahr 1816 und Aniela Ley ist es in meinen Augen sehr gut geglückt, die Lebenssituation der Regency-Epoche darzustellen und die damalige Atmosphäre einzufangen. So habe ich zum Beispiel die altertümliche Sprache als gelungen und authentisch empfunden – 1816 hat man schließlich anders gesprochen als heute. Sehr cool fand ich auch Zoes Whisper-Whisper-Kettenbriefe, die uns das Frauenbild von damals ein bisschen näherbringen und die dank der etwas blumig formulierten Texte und der kreativen Aufmachung ein passendes Flair schaffen.

Ich hoffe nun sehr, dass wir uns auf den zweiten Teil nicht allzu lange gedulden müssen. Der erste Band lässt uns leider mit vielen offenen Fragen zurück, sodass man am liebsten sofort weiterlesen möchte. Also für mich steht auf jeden Fall fest, dass ich die Reihe weiterverfolgen werde. Ich bin total gespannt wie es mit Zoe und Co. weitergehen wird.

Fazit: Turbulent, witzig und magisch. Ein toller Reihenauftakt, der große Lust auf mehr macht!
Aniela Ley hat mit „#London Whisper – Als Zofe ist man selten online“ einen bezaubernden Jugendfantasy-Roman ab 12 Jahren aufs Papier gebracht, in welchem sie uns Leser*innen auf ein amüsantes und spannendes Zeitreiseabenteuer voller Überraschungen und Geheimnisse mitnimmt. Ich kann das Buch nur empfehlen. Mir hat es jede Menge Vergnügen bereitet Zoe nach London ins Jahr 1816 zu begleiten und ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 09.02.2022

Ein wunderbarer Jugendroman

Im Dschungel um acht, bis einer lacht
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Als ich das erste Mal über „Im Dschungel um acht, bis einer lacht“ stolperte, konnten das originelle Cover und der Buchtitel meine Neugierde sofort wecken. Auch der Klappentext sprach mich direkt an, ...

Als ich das erste Mal über „Im Dschungel um acht, bis einer lacht“ stolperte, konnten das originelle Cover und der Buchtitel meine Neugierde sofort wecken. Auch der Klappentext sprach mich direkt an, sodass für mich sehr schnell feststand, dass ich den Roman lesen möchte.

Die 16-jährige Isabel ist es gewohnt, ihre Gedanken für sich zu behalten – es würde ihr ja eh niemand zuhören. In der Schule übernimmt ihr Freund stets das Reden und zu Hause, wo sie sich schon immer wie ein Überbleibsel gefühlt hat, dreht sich alles immer nur um ihre beiden älteren Geschwister. Dabei hätte Isabel eine Menge zu erzählen und zu vielem einen witzigen Spruch auf Lager.
Ihr Leben wird ziemlich auf den Kopf gestellt werden, als sie eines Tages in eine Bar geht und dort aus Versehen auf einer Comedy-Bühne landet. Für ihren spontanen Auftritt erhält sie tatsächlich einige Lacher – hat sie etwa das Zeug zu einer Stand-up-Comedian? Isabel kann das irgendwie nicht recht glauben, aber die junge Studentin und Komikerin Mo glaubt fest an ihr Talent. Auf Mo und ihre beiden Freunde Will und Jonah trifft Isabel direkt nach der Show und zwischen den Vieren entwickelt sich schnell eine tolle Freundschaft. Was ihre neuen Freunde allerdings nicht wissen – und auch bloß nicht erfahren dürfen: Sie geht noch zur Schule und nicht aufs College, wie sie den Dreien gegenüber behauptet. Während ihrer gemeinsamen Zeit, in denen sie in Comedy-Clubs wie dem Dschungel auftreten, verstrickt sich Isabel immer mehr in ihren Lügen und es wird zunehmend schwieriger ihr neues Doppelleben zwischen Schule und Stand-up voneinander zu trennen. Ihr extrem eifersüchtiger und kontrollierender Freund Alex, der schnell misstrauisch wird, macht das Ganze definitiv nicht leichter. Von ihren Comedy-Auftritten als Izzy darf er aber auf gar keinen Fall wissen! Als alles schließlich doch noch auffliegt, muss sich Isabel entscheiden, was sie eigentlich wirklich will und wer sie sein möchte.

Dies war mein erstes Werk aus der Feder von Katie Henry und es wird hoffentlich nicht mein letztes gewesen sein. Ihre anderen Titel, die es allerdings leider bisher nur auf Englisch gibt, möchte ich nun auch unbedingt noch kennenlernen; „Im Dschungel um acht, bis einer lacht“ hat mich total neugierig auf sie gemacht.
Mein Riecher hat mich mal wieder nicht im Stich gelassen: Mir hat das Buch ein zauberhaftes Leseerlebnis bescheren können. In meinen Augen hat die US-amerikanische Autorin Katie Henry mit „Im Dschungel um acht, bis einer lacht“ einen wunderbaren Jugendroman mit Tiefgang geschrieben, in welchem sie mit viel Herz, Witz und Leichtigkeit zahlreiche wichtige Themen behandelt und uns Leserinnen einen spannenden und – soweit ich das beurteilen kann – sehr realistischen Einblick in die Welt der Stand-up-Comdey gewährt.

Ich hatte einen super Einstieg in die Handlung. Der flüssige Schreibstil und die angenehm kurzen Kapitel konnten auf Anhieb bei mir punkten und unsere 16-jährige Hauptprotagonistin Isabel, aus deren Sicht alles in der Ich-Perspektive geschildert wird, mochte ich ebenfalls vom ersten Moment an. Mit ihr hat die Autorin eine absolute Sympathieträgerin erschaffen, Isabel ist lustig und liebenswert, man muss sie einfach gernhaben, und da ihre Empfindungen und Gedanken authentisch und einfühlsam dargestellt werden, gelingt es einem als Leser
in mühelos sich in sie hineinversetzen. Mir zumindest ist letzteres prima geglückt, wobei ich jedoch sagen muss, dass es zwei Dinge gab, die mir bezüglich Isabel nicht ganz so gut gefallen haben.

Mich persönlich hat es ein bisschen gestört, dass Isabel erst sehr spät erkennt, wie mies ihr Freund Alex sie behandelt. Alex ist ein extrem eifersüchtiger Typ und kontrolliert Isabel pausenlos. Ständig schickt er ihr Nachrichten, in denen er sie fragt, was sie gerade macht und wo sie ist. Also mich hätte dieses Verhalten an Isabels Stelle ziemlich schnell tierisch genervt, aber unsere Protagonistin nimmt es eine lange Zeit einfach so hin. Keine Ahnung, aber mich hat das stellenweise irgendwie ein wenig aufgeregt.
Zum Glück wird Isabel aber noch bewusst werden, dass Alex kein guter Freund ist. Dass es bei ihr Klick machen wird, fand ich natürlich großartig, allerdings kam mir diese Wandlung etwas zu plötzlich und abrupt.
Diese zwei Aspekte wären aber auch meine einzigen negativen Kritikpunkte, ansonsten kann ich mich wirklich nur positiv und begeistert über das Buch äußern.

Dann bleiben wir mal bei Isabel. Auch wenn sich der Schalter in ihr hinsichtlich Alex für meinen Geschmack zu schnell umlegt, hat mir die Entwicklung, die sie im Verlauf der Erzählung durchmachen wird, wahnsinnig gut gefallen.
Isabel wird nicht nur bezüglich Alex einiges klar werden, sie wird sich auch endlich dazu überwinden, nicht mehr ständig zu schweigen und ihre Stimme einzusetzen, sie wird an Mut, Stärke und Selbstvertrauen gewinnen und lernen, für sich selbst einzustehen.
Mich hat der Prozess, den unsere Romanheldin durchlaufen wird, sehr beeindruckt und bewegt. Ich fand es wunderschön mitzuerleben, wie aus der unsicheren und stillen Isabel ein selbstbewussteres Mädchen werden wird, welches sich nicht mehr alles gefallen lässt, ihre Schlagfertigkeit und Gedanken nicht länger für sich behält und neue Freundschaften schließt.

Auch die weiteren Charaktere haben mir richtig gut gefallen. Allesamt wurden sie vielschichtig und glaubhaft ausgearbeitet und wirken vollkommen lebensecht. Besonders liebgewonnen habe ich Mo, Will und Jonah – drei Studenten, auf die Isabel recht zu Beginn des Buches in einem Stand-up-Comedy-Club treffen wird. Dieses sympathische Trio habe ich wirklich sofort in mein Herz geschlossen, die drei sind einfach eine so coole Truppe! Dass Isabel in ihren Freundeskreis aufgenommen werden wird, hat mich richtig für sie gefreut, allerdings fand ich es schade, dass sie eine lange Zeit nicht ehrlich zu ihren neuen Freunden sein wird. Was dies angeht, werde ich aber keinen Stern abziehen. Ich selbst hätte höchstwahrscheinlich nicht so gehandelt wie Isabel, aber irgendwie habe ich es nachvollziehen können, warum sie sich dazu entscheidet, den Dreien ihr wirkliches Alter zu verheimlichen.

Mich hat die Geschichte an vielen Stellen sehr nachdenklich gestimmt. Es kommen insgesamt viele wichtige und teils auch schwierige Themen zur Sprache wie Selbstfindung, Freundschaft, Lügen, Wahrheit, Diversität, toxische Beziehungen und sexuelle Belästigung. Da Katie Henry die ernsten Dinge aber auf eine sehr leichte und genau richtig witzige Weise behandelt, wird die Story niemals zu schwer oder aufwühlend. Also für mich war das Buch eine echte Wohlfühllektüre. Ich habe mich dank des erstklassigen Humors stellenweise bestens amüsiert.
Neben den Schmunzelmomenten kam für mich auch das Mitfiebern nicht zu kurz. Obwohl ich mich eigentlich nicht groß für Stand-up-Comedy interessiere und dieser Punkt eine recht große Rolle in der Geschichte spielt, hat mich die Handlung durchweg packen und fesseln können. Langeweile kam für mich beim Lesen überhaupt nicht auf; ich habe das Buch kaum mehr aus der Hand legen können und innerhalb kurzer Zeit beendet.

Fazit: Katie Henry hat mit „Im Dschungel um acht, bis einer lacht“ einen wundervollen Coming-of-Age-Roman aufs Papier gebracht, welchen ich jedem, der gerne humorvolle, tiefgründige und warmherzige Jugendbücher liest, nur empfehlen kann. Ich habe tolle Lesestunden mit dem Buch verbracht. Mir hat es unheimlich viel Freude bereitet, Isabel auf ihrem Weg zu sich selbst und in die einzigartige Welt der Stand-up-Comedy zu begleiten. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 26.01.2022

Ein wunderbares Kinderbuch mit Tiefgang

Aurora und die Sache mit dem Glück
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Bei einem Blick in das neue Frühjahresprogramm des Hanser Verlags, ist mir „Aurora und die Sache mit dem Glück“ sofort ins Auge gesprungen. Das Cover mag ich richtig gerne, ich finde es wunderhübsch, ...

Bei einem Blick in das neue Frühjahresprogramm des Hanser Verlags, ist mir „Aurora und die Sache mit dem Glück“ sofort ins Auge gesprungen. Das Cover mag ich richtig gerne, ich finde es wunderhübsch, und da mich der Klappentext ebenfalls direkt ansprach, stand für mich sehr schnell fest, dass ich das Buch lesen möchte.

Aurora trägt ihre T-Shirts meist linksherum, da die Etiketten sie sogar dann noch stören, wenn ihre Mutter sie herausgeschnitten hat; sie spricht gerne in erfundenen Sprachen und sie hat die Angewohnheit ihre Sätze in zwei Teile zu gliedern. Aurora besitzt so einige seltsame Eigenarten, weswegen viele sie für komisch halten. Aurora weiß, dass sie irgendwie anders ist, sie stört sich allerdings nicht groß daran. Soll die blöde Lindsey Toffle aus ihrer Klasse sie doch ärgern, Aurora will eh nicht mit ihr befreundet sein. Ihr einziger und weltbester Freund ist Duck, der klügste und treueste Hund, den es auf der Welt gibt. Als er eines Tages plötzlich spurlos verschwindet, ist Aurora am Boden zerstört. Sie muss ihren Freund unbedingt wiederfinden! Leider bleibt ihre Suche zunächst erfolglos und als wäre das nicht schon schlimm genug, beschäftigt Aurora dann auch noch eine ganz andere Sache: Ihre Eltern werden demnächst von Heidi Besuch bekommen. Diese hat früher bei ihnen gelebt und Aurora kennt sie bisher nur aus zahlreichen Erzählungen. Aurora möchte diese Frau nicht kennenlernen und nichts mit ihr zu tun haben. Ihre Einstellung soll sich erst dann ändern, als Heidi ihr bei der Suche nach Duck zu helfen beginnt – und dabei, Auroras eigenes Glück wiederzufinden.

Als ich erfuhr, dass es sich bei dem Buch um die Fortsetzung von Sarah Weeks Roman „So B. It“ handelt, war ich kurz am überlegen, ihn mir zuzulegen und schnell vor dem Folgeband zu lesen. Dann aber las ich, dass man die Bücher unabhängig voneinander lesen kann und ich habe mich kurzerhand umentschieden. Ob die Lesefreude höher ist, wenn man den Vorgänger kennt, kann ich daher nun nicht sagen – ich zumindest hatte keine Verständnisprobleme. Da allerdings die Figur Heidi, von der „So B. It“ handelt, oft im Folgeband erwähnt und später auch noch ihren Auftritt haben wird, könnte ich mir vorstellen, dass es vielleicht doch besser ist, wenn man zuerst ihre Geschichte liest. Aber wie gesagt, wissen tue ich es nicht. Ich habe mir nun jedenfalls fest vorgenommen, den vorherigen Teil demnächst zu lesen. „Aurora und die Sache mit dem Glück“ hat mich nun richtig neugierig auf Heidis Erlebnisse gemacht.

Mir hat mein erstes Werk aus der Feder von Sarah Weeks herrliche Lesestunden bescheren können. In meinen Augen ist der US-amerikanischen Autorin mit „Aurora und die Sache mit dem Glück“ ein bezaubernder Kinderroman mit Tiefgang geglückt, in welchem sie die Geschichte eines ungewöhnliches Mädchens erzählt und uns Leserinnen viele wertvolle Themen näherbringt wie das Anderssein und Akzeptanz, Familie, Liebe, Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt. Das Buch ist mit viel Wärme, Feingefühl und Leichtigkeit geschrieben und wird insgesamt recht ruhig erzählt. Es ist humorvoll und ernsthaft zugleich und – dieser Punkt hat mir besonders gut gefallen – es vermittelt eine großartige Message: Es ist okay, anders zu sein. Sei immer du selbst und lass dich für andere nicht verbiegen. Jeder Mensch ist toll und einzigartig, mit all seinen Ecken, Kanten und Eigenheiten. Unsere Hauptprotagonistin Aurora geht uns da mit einem guten Beispiel voran. Sie weiß, dass sie komisch auf andere wirkt, sie akzeptiert ihre Marotten und Verrücktheiten aber und ist stets sie selbst.

Mit Aurora, aus deren Sicht alles in der Ich-Perspektive geschildert wird, hat Sarah Weeks eine ganz besondere Buchheldin erschaffen. Aurora ist sympathisch, ehrlich, pfiffig und klug und macht sich über vieles ihre Gedanken. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und besitzt so einige seltsame Tics und Angewohnheiten, die sie ziemlich schrullig wirken lassen und aufgrund derer ich mich anfangs gefragt habe, ob sie an einer Form des Autismus leidet. Im Verlauf des Buches wird allerdings noch gesagt, dass sie keine Autistin ist. Aurora ist eben einfach anders, wodurch sie es im Leben leider oft nicht leicht hat, vor allem in der Schule nicht. Also ich fand Aurora zauberhaft. Ich mochte ihre selbstbewusste, authentische und aufgeweckte Art total gerne und habe mich jederzeit mühelos in sie hineinversetzen können.

Die weiteren Charaktere haben mir ebenfalls unheimlich gut gefallen. Allesamt wurden sie glaubhaft und mit viel Liebe von der Autorin ausgearbeitet. Da hätten wir zum Beispiel Auroras Eltern, die zwei herzensgute Menschen sind und ihre Tochter über alles lieben. Die Beziehung zwischen den dreien wird wundervoll veranschaulicht wird, mir ist da richtig warm ums Herz geworden.
Auch die Art und Weise wie die innige Bindung zwischen Aurora und ihrem Hund Duck dargestellt wird, hat mich sehr berührt. Die beiden verbindet wahrlich ein ganz besonderes Band der Freundschaft. Dass für Aurora eine Welt zusammenbricht, als ihr geliebter Duck auf einmal spurlos verschwindet, kann man als Leser
in daher nur zu gut nachvollziehen. Ich habe da sehr mit unserer Ich-Erzählerin mitgelitten und so für sie gehofft, dass sie ihren weltbesten Freund noch wiederfinden wird. Ob ihre Suche erfolgreich sein wird, werde ich euch jedoch nicht verraten, dass müsst ihr schon selbst herausfinden und auch über die Figur Heidi möchte ich eigentlich gar nicht groß was sagen. Nur so viel noch: Ich mochte die liebenswerte Heidi unglaublich gerne, allerdings habe ich auch Aurora verstehen können, dass sie eifersüchtig auf sie ist. Ihre Mutter redet einfach ständig von Heidi und scheint sie viel mehr zu lieben als sie – ich glaube, ich hätte an Auroras Stelle ähnlich gefühlt.
Aurora wird Heidi schließlich noch kennenlernen, aber wie ihr Aufeinandertreffen ablaufen wird und ob die beiden noch Freundinnen werden, werde ich euch hier nicht erzählen.

So, nach meinen bisherigen begeisterten Worten fragen sich manche von euch nun bestimmt, warum ich keine fünf Sterne vergeben habe. Ich habe das Buch echt gerne gelesen, aber irgendwie hat mir letztendlich dann doch etwas gefehlt, etwas, das ich leider gar nicht genauer benennen kann. Absolut empfehlen kann ich „Aurora und die Sache mit dem Glück“ aber natürlich dennoch, sowohl Kindern ab 10 Jahren als auch deutlich älteren Leser*innen.

Fazit: Eine einfühlsame und zeitlos schöne Geschichte über ein außergewöhnliches Mädchen auf der Suche nach seinem eigenen Glück.
Die US-amerikanische Autorin Sarah Weeks hat mit „Aurora und die Sache mit dem Glück“ ein wunderbares Kinderbuch aufs Papier gebracht, welches ich jedem, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen kann. Die Erzählung ist tiefgründig, unterhaltsam, berührend und warmherzig, sie steckt voller wichtiger Themen und Werte und sie vermittelt eine ganz tolle Botschaft. Ich hatte jede Menge Freude beim Lesen und vergebe sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen!

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