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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2022

Vorhersehbar

Sharing – Willst du wirklich alles teilen?
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"Sharing" von Arno Strobel habe ich als Hörbuch gehört und wurde damit gut unterhalten. Gesprochen wird es von Sascha Rotermund und er hat seine Sache hier sehr gut gemacht, es war angenehm seiner Stimme ...

"Sharing" von Arno Strobel habe ich als Hörbuch gehört und wurde damit gut unterhalten. Gesprochen wird es von Sascha Rotermund und er hat seine Sache hier sehr gut gemacht, es war angenehm seiner Stimme zu folgen.
Markus und seine Frau Bettina verdienen ihr Geld mit einem Sharing-Unternehmen, man kann sehr vieles teilen. Doch dann wird Bettina entführt und soll im Internet vor laufenden Kameras mißhandelt und auch sozusagen "geteilt" werden. Markus bekommt Anweisungen, die er erfüllen soll, um seine Frau zu retten.
Das Buch beginnt mit einem sehr spannenden Plot und man läuft zusammen mit Markus auf Hochtouren, um alles zu tun, was der Entführer sagt.
Mein Problem mit der Story war, dass ich sie zwar als spannend, aber zu schnell zu vorhersehbar fand.
Für mich waren nicht alle Handlungen und Situationen schlüssig und vieles wirkte am Ende an den Haaren herbeigezogen, einfach um die Story abschließen zu können.
Ich habe schon einige Bücher des Autors gelesen, aber dieses ist definitiv nicht sein bestes.

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Veröffentlicht am 27.01.2022

Verstörende Tragödie

Der fürsorgliche Mr. Cave
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"Der fürsorgliche Mr. Cave" von Matt Haig ist eine Geschichte, die erzählt wird aus Sicht eines Vaters an seine Tochter.
Terence Cave ist Antiquitätenhändler und hat das Gefühl irgendwie verflucht zu sein. ...

"Der fürsorgliche Mr. Cave" von Matt Haig ist eine Geschichte, die erzählt wird aus Sicht eines Vaters an seine Tochter.
Terence Cave ist Antiquitätenhändler und hat das Gefühl irgendwie verflucht zu sein. Seine Mutter starb durch Suizid, seine geliebte Frau ei einem Raubüberfall. Er blieb mit den noch kleinen Zwillingen Reuben und Byrony zurück. Nun sind die beiden Teenager und sein Sohn stirbt bei einem tragischen Unfall direkt vor seinen Augen.
Verständlicherweise hat er jetzt nur noch größere Angst um seine geliebte Tochter Byrony und möchte alles tun, um sie zu schützen. Und damit übertreibt er nicht nur ein wenig, sondern treibt seine Tochter erst recht zu unüberlegten Aktionen.
Durch die besondere Erzählweise erleben wir alles nur aus der Sicht von Mr. Cave, den man dabei beobachtet, wie er immer tiefer in seinen eigenen Gedanken verstrickt wird. Und es stehen hier auch immer seine Gedanken und Gefühle im Vodergrund.
Das Buch ist eine ruhige Erzählung, es geht eigentlich mehr um das Innenleben des Protagonisten, als um wirkliches Geschehen. Man kann sehr genau beobachten, wie der Protagonist in einer Spirale von dunklen Gedanken und Gefühlen immer tiefer rutscht und die Folgen davon sehen.
Es ist kein spannendes Buch, es ist kein optimistisches Buch, aber es ist ein Buch, dass mich zum nachdenken gebracht hat, dass sehr gut die Gefühle eines zutiefst traumatisierten Menschen darstellt und die Folgen davon. Empfehlenswert für Leser, die kein Happy End und rosarote Brille brauchen.

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Veröffentlicht am 17.01.2022

Süße Romanze

Heartstopper Volume 1 (deutsche Hardcover-Ausgabe)
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"Heartstopper Volume 1" von Alice Osemann ist der erste Band der Graphic Novel über den Schüler Charlie.
Charlie lernt durch eine neue Gruppeneinteilung Nick kennen. Nick ist ein netter Kerl, Rugbyspieler ...

"Heartstopper Volume 1" von Alice Osemann ist der erste Band der Graphic Novel über den Schüler Charlie.
Charlie lernt durch eine neue Gruppeneinteilung Nick kennen. Nick ist ein netter Kerl, Rugbyspieler und hat auch viele Freunde. Er nimmt Charlie mit zum Sport und auch sonst unternehmen die Jungen so einiges zusammen. Auch als Charlie Probleme mit Ben hat, sein derzeitiger Flirt, steht Nick ihm zur Seite.
Charlie weiß von seiner eigenen Homosexualität und steht auch dazu, aber für Nick ist die Situation alles andere als gewöhnlich. Er hat das Gefühl, dass er sich verliebt hat, kann es aber vor sich selber noch nicht zugeben. Diese Zeit der Unsicherheit ist hier sehr gut beschrieben.
Mir gefällt diese Geschichte der langsamen Annäherung sehr und auch die Zeichnungen sind sehr gelungen. Trotz dem sparsamen Zeichenstil werden auch Gefühle und kleine Gesten gut wiedergegeben.
Schön, dass hier offen über die Probleme der Jungen, wie Mobbing, Ausgegrenztsein und Anderssein gesprochen wird. Mir fehlt hier ein wenig der Abschluss, aber es werden ja weitere Bände folgen. Auch etwas mehr Tiefgang hätte der Geschichte gut getan, so ist es mir zu zuckersüß.
Die Gestaltung des Buches als Hardcover mit zusätzlichen Steckbriefen und Tagebuchseiten ist sehr gelungen.

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Veröffentlicht am 14.01.2022

Schwierig einzuschätzen

Zum Paradies
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"Zum Paradies" von Hanya Yanagihara ist das erste Buch der Autorin, dass ich gelesen habe. Habe mich sehr darauf gefreut, weil ihr letzter Roman so viele gute Meinungen bekommen hat. Und nun bin ich in ...

"Zum Paradies" von Hanya Yanagihara ist das erste Buch der Autorin, dass ich gelesen habe. Habe mich sehr darauf gefreut, weil ihr letzter Roman so viele gute Meinungen bekommen hat. Und nun bin ich in der Lage, dass ich dieses Buch gar nicht so richtig einordnen kann.
Es ist ein Roman, wirkt auf mich aber etwas wie eine Sammlung aus drei Büchern, die sich in Einzelheiten, wie Namen der Protagonisten und Handlungsorten gleichen. Den ersten Teil des Buches habe ich sehr gerne gelesen und mich gefreut, wie es weitergehen wird und fand mich dann an ganz anderer Stelle wieder. Das hatte ich so nicht erwartet.
Es ist ein Haus am Washington Square in den Jahren 1893, 1993 und 2093, um das sich hier das Geschehen dreht. In jedem dieser Jahrhunderte lernen wir Menschen kennen, die sich im Namen gleichen, was mir die Zuordnung etwas erschwerte und erfahren sehr viel über ihr Leben, ihre Träume, Sehnsüchte und auch Qualen. Die Autorin schafft es, diese Welten und Zeiten lebendig auszugestalten und ihren Figuren Leben und Charakter zu verleihen. Die Menschen wachsen einem ans Herz, man kann mit ihnen fühlen und leiden. Egal wie sich die äußeren Umstände, die nicht unserer Realität entsprechen, ändern, die Menschen und ihre Gefühle bleiben sich treu und stehen im Mittelpunkt.
In diesem Buch wird so viel besprochen und angerissen, dass man sich beim lesen sehr fokussieren muss, um den Faden nicht zu verlieren. Manches ging mir zu sehr ins Detail, war zu langatmig beschrieben und dennoch fehlte mir hier das gewisse Etwas, das dieses Buch in mein Gedächtnis gebrannt hätte.

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Veröffentlicht am 08.01.2022

Verwirrspiel

Perfect Day
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"Perfect Day" ist ein Song von Lou Reed und der erste Thriller von Romy Hausmann, den ich gelesen habe.
Schon seit vielen Jahren verschwinden in und um Berlin kleine Mädchen, zu deren toten Körpern eine ...

"Perfect Day" ist ein Song von Lou Reed und der erste Thriller von Romy Hausmann, den ich gelesen habe.
Schon seit vielen Jahren verschwinden in und um Berlin kleine Mädchen, zu deren toten Körpern eine Spur aus roten Schleifen führt. Ann ist dabei, als ihr geliebter Vater, Professor der Philosophie und Anthropologie, als einziger Verdächtiger verhaftet wird. Er sitzt in Haft und legt weder ein Geständnis ab, noch verteidigt er sich. Ann glaub ganz fest an seine Unschuld und will diese auch beweisen.
Die Geschichte breitet sich hier in verschiedenen Erzählebenen, die aber deutlich unterscheidbar gekennzeichnet sind, ganz langsam vor unseren Augen aus. Einmal haben wir hier Ann bei ihrer Suche nach dem wahren "Schleifenmörder", um ihren Vater zu entlasten. Dabei gibt es auch so einige Rückblicke in ihre Kindheit nd ihre innersten Gedanken und Gefühle. Besonders gefallen mir hier die Stellen, wo Gefühle mit kindlichen Worten aufsatzmäßig beschrieben werden.
Dann gibt es Passagen mit einer Person und einem Kind, das Prinzessin genannt wird und man ist hier wohl beim Täter, der aber ungenannt und unerkannt bleibt. Und auch sehr interessant sind Passagen aus einem Interview eines Reporters mit dem Mörder, dass zu einer späteren Zeit stattfindet und die immer wieder eingestreut werden.
Dadurch, dass bei Ann Träume und Wirklichkeit ineinander übergehen, muss man sehr aufmerksam lesen, um das unterscheiden zu können. Der Schreibstil ist durchaus spannend, verlangt dem Leser aber auch eine gewisse Aufmerksamkeit ab.
Die Protagonisten blieben mir fremd und auch nicht unbedingt sympathisch, was bei einem Thriller nicht unbedingt schadet. Es ist ein psychologisches Verwirrspiel, dass mir etwas sehr viel mit dem Zufall spielt, aber ein überraschendes Finale bietet.

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