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Veröffentlicht am 05.02.2022

Witzige Kurzgeschichten über Kommunikation

Wer nicht alle Tassen im Schrank hat, sollte mal in der Spülmaschine nachschauen.
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Der studierte Journalist Martin Gehr hat in seinem Buch "Wer nicht alle Tassen im Schrank hat, sollte mal in der Spülmaschine nachschauen" Kurzgeschichten aus der Welt der Kommunikation veröffentlicht. ...

Der studierte Journalist Martin Gehr hat in seinem Buch "Wer nicht alle Tassen im Schrank hat, sollte mal in der Spülmaschine nachschauen" Kurzgeschichten aus der Welt der Kommunikation veröffentlicht. Und diese sind sehr humorvoll. Auf satirische Weise geht es z. B. um einen Kinobesuch, man ist mit den heiligen drei Königen unterwegs, begegnet St. Martin in der heutigen Zeit und es geht um die Verenglischung der deutschen Sprache. Dies sind nur einige der zahlreichen Themen - alle aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Diese satirischen Geschichten treffen genau meinen Nerv - sie sind vielseitig und leicht lesbar, man kommt kaum aus dem Lachen heraus. Naturgemäß hat nicht jede Geschichte bei jedem Leser den gleichen Lacherfolg. Jeder wird seine persönlichen Favoriten haben, anders geht es bei einer Sammlung von Kurzgeschichten ja gar nicht. Die eine Universalgeschichte, die jedem gefällt - die gibt es nun einmal nicht. Dadurch, daß die Geschichten so eine angenehme Länge haben, kann man sie prima immer mal zwischendurch lesen. Ich habe mir täglich eine als Genusshappen gegönnt - wie eine Praline. Allerdings ist das Buch nicht wie eine Schachtel Pralinen. Hier weiß man, was man bekommt - nämlich jede Menge Humor.

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Veröffentlicht am 03.02.2022

Gute Handlung mit schwachem Ende

Bermuda
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Das Kreuzfahrtschiff "Sea Quest" gerät im Bermuda-Dreieck in einen Hurrikan und versinkt. Zwölf Menschen werden am Strand einer einsamen Insel angespült. Unter ihnen der Biologe Alex und die Kreuzfahrt-Mitarbeiterin ...

Das Kreuzfahrtschiff "Sea Quest" gerät im Bermuda-Dreieck in einen Hurrikan und versinkt. Zwölf Menschen werden am Strand einer einsamen Insel angespült. Unter ihnen der Biologe Alex und die Kreuzfahrt-Mitarbeiterin Itzil. Doch die Insel ist nicht die erhoffte Rettung. Handys funktionieren nicht, es kommt zu Licht- und Geräuschphänomenen. Gesammeltes Treibgut, Lebensmittel und sogar die gestrandeten Toten verschwinden - lediglich Schleifspuren von ihnen führen in den Dschungel. Und auch die Schiffbrüchigen befinden sich in Gefahr, was klar wird, als der erste von ihnen auf brutale Weise ums Leben kommt. Denn sie sind nicht allein auf der Insel, die eigentlich gar nicht existiert...

Wow! Thomas Finn erzeugt mit "Bermuda" eine Gänsehaut nach der anderen. Zu gruselig sind die Vorfälle, man hält den Atem an und liest gebannt von einer Seite zur nächsten. Seine Charaktere hat er sehr vielfältig gestaltet. Man trifft auf einen Biologen, Kreuzfahrt-Mitarbeiter, einen ehemaligen Funker und seine demente Ehefrau und einige mehr. Sie stammen aus den verschiedensten Ländern. Manche sind auf Anhieb sympathisch - doch oft täuscht man sich auch in ihnen, so daß man eigentlich nie weiß, wem man trauen kann. Dies erhöht die Spannung natürlich zusätzlich zu den Schrecken der Insel unheimlich. Thomas Finn beschreibt diese Schrecken sehr bildhaft, so daß man einen Film vor Augen hat, bei dem man an manchen Stellen fast gar nicht hinsehen möchte. Zusätzlich bekommt man hier noch Wissen über die Kultur der Maya vermittelt und merkt, daß der Autor hier genau recherchiert hat. Leider hat das Ende mich nicht überzeugt, sondern fast den guten Eindruck des Buches zunichte gemacht. Zu abgedroschen ist das Geheimnis der Insel. Man fühlt sich stark an "Akte X" mit Fox Mulder und Dana Scully erinnert. Doch da dies nur ein paar wenige Seiten betrifft, kann ich darüber hinwegsehen. Der Rest des Buches hat mich perfekt unterhalten und überzeugt!

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Veröffentlicht am 01.02.2022

Queen Elizabeth ermittelt

Tod im Buckingham Palast
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Eines Morgens stolpert die Queen über die Leiche ihres Lakaien Robin Tukes. Da er unter Depressionen litt, geht man von Selbstmord aus, Ermittlungen werden nicht angestellt. Doch die Queen und ihr Hausmädchen ...

Eines Morgens stolpert die Queen über die Leiche ihres Lakaien Robin Tukes. Da er unter Depressionen litt, geht man von Selbstmord aus, Ermittlungen werden nicht angestellt. Doch die Queen und ihr Hausmädchen Jane Bee, eine gute Freundin von Robin, glauben dies und vermuten einen Mord. Die Queen bittet Jane Augen und Ohren offen zu halten und ihr alles mitzuteilen. Denn sie will gemeinsam mit Jane den Mord aufklären!

C. C. Benison hat mit "Tod im Buckingham Palast" den Grundstein zu einer bezaubernden Krimiserie rund um die Queen geschaffen. Die Queen selbst agiert hier eher im Hintergrund, dirigiert von dort die Ermittlungen und findet die Lösung. Dabei bleibt sie stets charmant und ihrem Stand entsprechend - und sympathisch. Sie wirkt authentisch und man kann sich sehr gut vorstellen, daß sie genau so wirklich handeln würde. Ebenso sympathisch wird Jane dargestellt, während man bei dem Rest der Angestellten nicht schlau wird, wem man vertrauen kann und wem nicht. Dadurch bekommt dieser Krimi eine zwar leichte, aber fesselnde Spannung, die den Leser zusammen mit dem flüssigen Schreibstil nur so durch das Buch fliegen läßt. Sehr bildlich wird auch der Buckingham Palast beschrieben. Hier bekommt man Einblicke in das Leben dort. Ob diese so stimmen? Möglich wäre es. Der Palast erwacht hier zu Leben, man spürt die alten Mauern um sich herum und das royale Flair.
Mir hat dieser Serienauftakt wunderbar gefallen!

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Veröffentlicht am 30.01.2022

Ermitteln mit der Queen

Die unhöfliche Tote
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Erst der Brexit und nun auch noch das: Am Pool des Buckingham Palace liegt die Leiche einer langjährigen Haushälterin. Gerüchte kreisen, daß die Tote unbeliebt war. Die Queen und ihre Privatsekretärin ...

Erst der Brexit und nun auch noch das: Am Pool des Buckingham Palace liegt die Leiche einer langjährigen Haushälterin. Gerüchte kreisen, daß die Tote unbeliebt war. Die Queen und ihre Privatsekretärin Rozie ermitteln auch diesmal wieder ganz diskret im Hintergrund der Polizei!

Mit "Die unhöfliche Tote" hat S J Bennett sich zu Band 1 der Serie um die ermittelnde Queen massiv gesteigert! Im Gegensatz zum Vorgängerband hat man hier auch richtige Spannung und typisch britischen Humor. Trotzdem ist das Buch eher ruhig - aber eben auf angenehme Weise und nicht langatmig. Die Kapitel werden jeweils aus wechselnden Perspektiven erzählt. Mal befindet man sich an der Seite der Queen, mal bei Rozie oder weiteren Protagonisten. Dadurch erhält man immer wieder ein Puzzleteil und kann nach und nach die Lösung zusammensetzen. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und sympathisch. Wobei mein absoluter Liebling natürlich die Queen ist. Pflichtbewusst und rührend um die Familie, Angestellten und natürlich ihre Hunde besorgt, dabei zielstrebig und verschmitzt - genau so stelle ich mir die reale Queen auch vor. Aber auch die anderen Charaktere sind so gestaltet, daß sie eine bunte Vielfalt ergeben und aus dem Leben gegriffen wirken. S J Bennett hat diesen neuen Fall deutlich interessanter gestaltet, als es ihr im Vorgängerband gelungen ist. Insgesamt ist einfach mehr Spannung enthalten, als Leser erfährt man mehr Hintergründe und der Aufbau bis hin zur Lösung ist deutlich besser zu verfolgen und schlüssiger. Der Schreibstil ist richtig schön britisch. Ruhig, mit britischem Humor und typischem Flair. Für Liebhaber dieses Stils ein Muß - und ich kann es wirklich empfehlen!

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Veröffentlicht am 29.01.2022

Bedrohlich

Der Gräber
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Lektorin Annika Granlund findet vor der Tür ihres Verlages ein Manuskript vor, das brisant ist - und den Verlag vor dem Ruin retten könnte. Es handelt von dem "Gräber", der sich seit Jahren stets am 6. ...

Lektorin Annika Granlund findet vor der Tür ihres Verlages ein Manuskript vor, das brisant ist - und den Verlag vor dem Ruin retten könnte. Es handelt von dem "Gräber", der sich seit Jahren stets am 6. November durch die Erde in die Keller seines nächsten Opfers gräbt und dieses mit sich hinab in die Tiefe zieht. Geschrieben wurde das Manuskript als Autobiographie. Hat es der Täter selbst geschrieben? Annika entscheidet sich dazu, den Text zu veröffentlichen - sie ahnt nicht, welch Geheimnisse dadurch ans Tageslicht kommen und in welche Gefahr sie sich damit bringt. Denn alles in dem Manuskript entspricht der Wahrheit - und der Gräber hat sie nun ins Visier genommen.

"Der Gräber" von Fredrik P. Winter macht atemlos. Der Autor schreibt so bildhaft, daß der Atem stockt, man das Scharren an der Wand fast selbst hört und der Handlung gebannt folgt. Dieses Buch spielt mit den Ängsten und hinterlässt eine Gänsehaut. Der Gräber selbst ist durch seine Taten absoluter Horror, gleichzeitig wird der Aberglaube der Bauarbeiter vor in der Erde lebenden Lebewesen thematisiert. Gleichzeitig nimmt man intensiv am Verlagsgeschehen und dem Privatleben von Annika und ihrem Mann Martin teil. Beide sind sympathisch ,auch wenn mir Annika sehr übereifrig erscheint. Allerdings hat sie dadurch den Verlag gerettet, was diesen Charakterzug wettmacht. Ihre Ängste sind jedoch sehr gut durch ihr Erlebnis in der Kindheit zu verstehen und nachvollziehbar dargelegt. Die Kapitel sind in angenehmer Länge geschrieben und beginnen jeweils mit einem Auszug aus dem Manuskript um den Gräber. Dies erhöht die Spannung, die sehr hoch angesetzt ist - obwohl mir sehr schnell klar war, um wen es sich bei dem "Gräber" handelt. Für mich wird der Leser hier zu deutlich mit der Nase auf die Identität gestoßen. Dies ist jedoch der einzige Kritikpunkt an diesem sehr gut zu lesenden Buch!

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