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jo_spark

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2022

gefühlvoller Neuanfang

Das geheime Leben des Albert Entwistle
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"Das geheime Leben des Albert Entwistle" ist der erste Roman, den ich von Matt Cain gelesen habe und ich muss sagen, dass mich der Autor mehr als überzeugt hat!
Ein schüchterner Postbote, der soziale Interaktion ...

"Das geheime Leben des Albert Entwistle" ist der erste Roman, den ich von Matt Cain gelesen habe und ich muss sagen, dass mich der Autor mehr als überzeugt hat!
Ein schüchterner Postbote, der soziale Interaktion möglichst vermeidet, erschien mir als Protagonist zunächst nicht allzu interessant. Ich wurde jedoch eines besseren belehrt.
Der angeneheme Schreibstil war flüssig zu lesen und die liebevolle Art und Weise der Beschreibungen hat einen während des Lesens alles mögliche fühlen lassen. (Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass mich der Tod einer fiktiven Katze mal zum weinen bringen würde).
Albert wirkt als Protagonist extrem sympathisch und lässt einen wirklich gut mitfühlen. Als Leser möchte man ihm am liebsten in den Arm nehmen, ihm sagen, dass alles gut wird und ihn gleichzeitig einmal feste schütteln. Seine Entwicklung ist wirklich toll und realistisch beschrieben. Er ändert sich nicht von einem auf den anderen Tag, sondern geht trotz vieler Ängste und Bedenken schrittweise vor um seinem Ziel - das Auffinden seiner großen Liebe George - endlich näher kommen zu können.
Das Umfeld des Protagonisten wird ebenfalls sehr schön beschrieben. Vor allem seine platonische Beziehung zu der alleinerziehenden 19-jährigen Nicole, aus deren Sicht ebenfalls einige Kapitel erzählt werden, wirkt liebevoll. Auf den ersten Blick scheinen Albert und Nicole sehr unterschiedlich zu sein, aber je näher man die beiden und deren - sich entwickelnde - Beziehungsdynamik kennenlernt, desto deutlicher wird, wie viele charakterliche Gemeinsamkeiten und ähnliche Probleme die beiden miteinander teilen, ohne dass dabei deren individuelle Persönlichkeiten untergehen.
Zwischenzeitlich gibt es mal etwas übetriebene Stellen, aber das stellt meiner Meinung nach nur ein minimales Manko dar.

Matt Cain hat es geschafft nicht nur eine wundervolle Geschichte über die Suche nach der großen Jugendliebe zu beschreiben, sondern ebenfalls über die Entdeckung und über das Annehmens des wahren Ichs ohne dabei in die typisches Klischees abzurutschen.

Absolute Leseempfehlung, selbst für Leute, die normalerweise eher in anderen Buchgenres unterwegs sind!

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Veröffentlicht am 14.02.2022

herzerwärmend

Aller guten Dinge sind zwei
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Mhairi McFarlane gelingt es immer wieder mich zu fesseln! Ich habe bereits mehrer Bücher der Autorin gelesen und auch wenn ich sagen muss, dass "Aller guten Dinge sind zwei" nicht meinen Platz 1 erreicht, ...

Mhairi McFarlane gelingt es immer wieder mich zu fesseln! Ich habe bereits mehrer Bücher der Autorin gelesen und auch wenn ich sagen muss, dass "Aller guten Dinge sind zwei" nicht meinen Platz 1 erreicht, erwärmt der Roman doch das Herz. Auf eine erfrischende und liebenswürdige Art wird dem Leser die Möglichkeit gegeben sich in die Protagonstin Laurie einzufühlen und gemeinsam mit ihr durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens zu gehen. Ihre Probleme lassen sie nahbar wirken ohne dabei profan oder abgegriffen zu erscheinen. Die Trennung und die damit verbundenen direkten Folgen stellen nicht die einzige Herausforderungen dar, denen sich Laurie stellen muss und eröffnen weitaus tiefgründigere Ebenen, die einen als Leser fesseln.
Die humorvollen Beschreibungen und Dialoge bringen einen zum Lachen und ergänzen die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Laurie und Jamie auf eine wundervolle Weise ohne übertrieben zu wirken. Die Dynamik zwischen den beiden Charkteren stimmt und lässt einen die unterschiedlichsten Emotionen mitempfinden.
Kurz gesagt: eine wunderschön unterhaltsame Geschichte fürs Herz.

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Veröffentlicht am 26.08.2022

magische Welt

A Psalm of Storms and Silence. Die Magie von Solstasia
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„A Psalm of Storms and Silence” knüpft nahtlos an die Geschehnisse des ersten Bandes an. Der Schreibstil ist wirklich angenehm, man kommt sehr gut durch die Story und anders als im ersten Teil hatte ich ...

„A Psalm of Storms and Silence” knüpft nahtlos an die Geschehnisse des ersten Bandes an. Der Schreibstil ist wirklich angenehm, man kommt sehr gut durch die Story und anders als im ersten Teil hatte ich das Gefühl, dass etwas mehr Spannung aufkommt und man sich besser in der Geschichte verlieren kann. Roseanne A. Brown gelingt es hier nach wie vor, eine wundervolle Welt mitsamt interessantem Magiesystem zu erschaffen.
Wie bereits im vorangegangenen Band, wird abwechselnd aus Sichten der beiden Protagonisten erzählt, sodass man einen guten Einblick in die jeweilige Gedanken- und Gefühlswelt bekommt und sich die Spannung an manchen Punkten etwas besser steigert. Karina und Malik sind sehr interessante Persönlichkeiten und die Beziehung zwischen den beiden hat Potential, aber für mich kam die Dynamik leider nur schwer bzw. zu selten rüber (dafür bleibt der dargestellte Zusammenhalt von Malik und seinen Geschwistern sehr schön).
Die bereits im ersten Teil sehr diverse Repräsentation wird im zweiten Band sogar noch „erweitert“ und gelingt meiner Meinung nach ausgesprochen gut. Das Einbeziehen psychischer Probleme hat mir sehr zugesagt und erschien sowohl nachvollziehbar als auch realistisch.
Zum Ende hin wurden mir die Konflikte etwas zu schnell gelöst und obwohl das (wohl zum Teil) Sinn des Ganzen war, gefällt mir die Offenheit einiger Sachen nicht so richtig, ich persönlich finde einen „richtigen“ Abschluss immer angenehmer.

Insgesamt hat mir der zweite Band mehr zugesagt und eine wundervolle Fantasywelt mitsamt interessanten Charakteren und schönem Magiesystem geboten.

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Veröffentlicht am 22.07.2022

starke Frauen

Die versteckte Apotheke
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Die Geschehnisse des Romans spielen sich auf zwei Zeitebenen ab und werden über drei Perspektiven erzählt, die sehr schön miteinander verwoben wurden. Caroline stößt im London unserer heutigen Zeit beim ...

Die Geschehnisse des Romans spielen sich auf zwei Zeitebenen ab und werden über drei Perspektiven erzählt, die sehr schön miteinander verwoben wurden. Caroline stößt im London unserer heutigen Zeit beim „Mudlarking“ auf eine Phiole, die sie dazu veranlasst, sich auf die Suche nach deren Ursprung und der damit zusammenhängenden Geschichte zu machen. Während sie nach und nach aufdeckt, was damals geschehen sein muss, erfährt man als Leser über die Perspektiven der Apothekerin Nella und des jungen Mädchen Eliza näher, was im England des 18. Jahrhundert in Verbindung mit dieser Phiole vorgefallen ist.
Alle drei Figuren wachsen einem dabei ans Herz und beweise auf ihre eigene Art und Weise unglaubliche Stärke, die sie zu super Protagonistinnen machen. Es ist wirklich interessant mitzuerleben, wie die Vergangenheit Einfluss auf Gegenwärtiges haben und dahingehend Charakterentwicklungen anstoßen kann.
Obwohl es zu Beginn etwas schwer war, in die Story reinzukommen und es stellenweise sehr vorhersehbar war, ist der Schreibstil angenehm zu lesen und man bleibt mit Spannung dran um zum Ende hin noch mit dem ein oder anderen Plottwist überrascht zu werden.

Sehr interessante Story über starke Frauen die Geschichte schreiben und aufdecken!


TW: Erinnerung an vergangene Fehlgeburt, Unfruchtbarkeit, Untreue, körperliche Auswirkungen von Vergiftungen & Blut, kurze Selbstmordgedanken, kurzes (sexuell) übergriffiges Verhalten gegenüber einer Minderjährigen

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Veröffentlicht am 20.07.2022

interessantes Revival

Tokyo ever after – Prinzessin auf Probe
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Emiko Jean hat mit „Tokyo Ever After“ ein schönes japanisches Revival von „Plötzlich Prinzessin“ geschaffen. Ihr flüssiger Schreibstil und die angenehme Kapitellänge sorgen dafür, dass man gut durch die ...

Emiko Jean hat mit „Tokyo Ever After“ ein schönes japanisches Revival von „Plötzlich Prinzessin“ geschaffen. Ihr flüssiger Schreibstil und die angenehme Kapitellänge sorgen dafür, dass man gut durch die Story kommt und sich in das Leben und die Welt der Charaktere reinfühlen kann.
Die Lebensfreunde und Impulsivität, die die Protagonistin Imiko bereits auf den ersten Seiten versprüht, macht sie wirklich liebenswürdig und auch wenn ich sagen muss, dass ich ihr Handeln nicht in allen Belangen verstehen konnte, habe ich auf jeden Fall sehr mit ihr mitfühlen können. Ihr Leben wird Schlag auf Schlag auf den Kopf gestellt und sie muss sich nicht nur mit dem Gedanken anfreunden, dass sie plötzlich einen Vater hat, den sie kennenlernen kann, sondern muss sich auch noch in einem fremden Land zurecht finden – und das als Prinzessin, die im Fokus unzähliger Augen steht. Die japanischen Kultur und die Frage nach der Zugehörigkeit und dem wahren Zuhause wurden in diesem Zusammenhang sehr schön dargestellt. Man konnte Imikos Hadern und ihre Schwierigkeiten, sich in der Welt zurecht zu finden, sehr gut nachvollziehen und den Zwist in ihrem Inneren richtig spüren.
Die Beziehung zwischen Imiko und ihrem Bodyguard Akio wirkte für mich dafür leider etwas „gezwungen“. Das Potential war da, aber mir erschien die Entwicklung zu abrupt. Obwohl kaum Zeit aufgezeigt wird, in der die beiden wirklich miteinander agieren, mögen sie sich plötzlich, wodurch die Dynamik für mich einfach zu sehr verloren gegangen ist.
Storymäßig gibt es keine großen Überraschungen, vieles ist recht vorhersehbar, was bei Büchern dieser Art aber nicht unbedingt schlimm ist.

Sehr unterhaltsamer Roman mit einer diverseren Repräsentation als üblich.

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