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Veröffentlicht am 16.03.2022

Spannend geht es weiter mit Max Bischoff

Mörderfinder – Die Macht des Täters
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Der erste Band dieser neuen Reihe hat mich schon begeistert, deshalb wollte ich dieses Buch auch sofort lesen.

Der Fallanalytiker Max Bischoff wird von Katharina Baumann, einer früheren Kollegin, um ...

Der erste Band dieser neuen Reihe hat mich schon begeistert, deshalb wollte ich dieses Buch auch sofort lesen.

Der Fallanalytiker Max Bischoff wird von Katharina Baumann, einer früheren Kollegin, um Hilfe gebeten. Ihr Neffe wurde beschuldigt, eine Frau getötet zu haben. Der 22jährige Leon hat Physik studiert und Katharina glaubt nicht an seine Schuld. Aber wieso hat er dann Suizid begangen und was soll das Motiv für den Mord gewesen sein?

Nach seinem Tod kommt es zu zwei weiteren Morden an Personen, die sich nicht kannten. Einzige Gemeinsamkeit, der Täter hinterläßt jedes Mal eine mit Blut geschriebene Botschaft „Es geht weiter, Ihr faßt mich nicht“.

Horst Böhmer muß ermitteln und Max steht an seiner Seite. Wie beim ersten Fall ein Team, das sich ergänzt und gut zusammen arbeitet. Wobei Max im vorliegenden Fall schon an seine Grenzen stößt und auf die Hilfe bzw. das Wissen anderer Personen zurückgreift. Allerdings kommt der Täter im Laufe der Zeit Max schon gefährlich nahe und es steuert alles auf ein fulminantes Finale zu.


Der Autor hat mittlerweile zahlreiche Thriller geschrieben und viele haben mich begeistert. Diese neue Reihe um Max Bischoff hat mir schon im ersten Band sehr gut gefallen und Band 2 steht in nichts nach. Der Autor kann einfach spannend und fesselnd schreiben. Mit Max Bischoff und Horst Böhmer hat er zwei tolle Figuren geschaffen, die sich respektieren, freundschaftlich und vertrauensvoll miteinander umgehen. Kriminalrätin Eslem Keskin, die neue Chefin, von Horst und der „außenstehende“ Max müssen erst die Fronten klären, bevor es zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit kommen kann. Max Schwester Kirsten wird in diesem Band leider nur eine kleine Rolle zugestanden. Der vorliegende Fall ließ gut miträtseln und endet - wie vom Autor gewohnt – nicht alltäglich.

Von mir gibt es auch für Band 2 eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.02.2022

Spannung bis zum Ende

Nebelopfer
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An einem sogenannten Galgenbaum wird Henk Visser erhängt und mit einem Pappschild um den Hals vorgefunden. Auf diesem steht als Hinweis für die Polizei, daß er im Prozeß um den Mord an der Familie Johannsen ...

An einem sogenannten Galgenbaum wird Henk Visser erhängt und mit einem Pappschild um den Hals vorgefunden. Auf diesem steht als Hinweis für die Polizei, daß er im Prozeß um den Mord an der Familie Johannsen falsch ausgesagt hat und der wahre Täter gefunden werden soll, sonst gibt es weitere Opfer. Es stellt sich als eine atypische Erhängung heraus, daraus folgert, daß es sich um Mord handelt.

Damals waren weitere Zeugen Henner Schwartz und Jens Markmann. Henner Schwartz wird kurze Zeit später erhängt auf seinem Dachboden gefunden. Jens Markmann hingegen liegt nach einem Autounfall im Wachkoma und ist pflegebedürftig.

Die Ermittler stehen hier unter einem sehr großen Zeitdruck, denn er Täter gesteht ihnen nur 48 Stunden für die Aufklärung zu. Frieda Paulsen und Bjarne Haverkorn beginnen mit den Nachforschungen. Als neuer Kollege komme Lennard Bootz ins Team, der sich gleich mit seinem ersten Satz bei Frida ins Fettnäpfchen setzt und damit ist ein friedliches Miteinander erst mal nicht möglich. Als Bjarne sich aus der Schußlinie zieht und sich für vier Wochen zu den Cold Cases nach Kiel versetzen läßt, müssen die beiden zwangsweise zusammenarbeiten.

In einem weiteren Strand erfährt der Leser von einem Gefangenen in einem Schweinekäfig, der verzweifelt ums Überleben kämpft.

Wie diese ganzen komplexen Vorgänge zusammenhängen und am Ende bis ins Detail aufgeklärt werden, hat die Autorin fesselnd beschrieben. Vor allem mußte auch noch die Frage geklärt werden, wenn der Vater nicht der Mörder war, wer war es dann?


Ich kenne alle Vorgängerbände und habe mich schon auf Frida und Bjarne gefreut. Für mich steigert sich die Autorin im vorliegenden Fall nochmals. Diesen Thriller ist so packend geschrieben, ich konnte ihn definitiv nicht aus der Hand legen, bis die letzte Seite gelesen war. Die Figuren sind alle authentisch, menschlich und nachvollziehbar beschrieben. Sie beschreibt die Gemeinschaft auf den Paulsenhof so liebevoll, man möchte sich gleich in die Runde dazu setzen. Das Zusammenspiel von Frida und Bjarne ähnelt einer Vater-Tochter-Beziehung und ist von Freundschaft, Vertrauen und Respekt geprägt. Der neue Kollege poltert zuerst ins Team hinein, wird erst kritisch beäugt, aber schlußendlich für gut befunden und mit ihm läßt sich offensichtlich nach den Anlaufschwierigkeiten auch erfolgreich zusammenarbeiten. Das Privatleben spielt wie immer eine Rolle und fließt harmonisch mit in die Geschichte ein. Die letzten Sätze sind zukunftsweisend und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.

Ich werde diesen Krimi auf jeden Fall weiter empfehlen!

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Veröffentlicht am 24.02.2022

Nichts wird mehr so sein wie es war

Das Loft
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Die Ausgangssituation ist Folgende: Im Loft von Sarah Hauptmann und Marc Lammert sieht die Küche aus wie das reinste Schlachthaus. Es wird eine große Menge an Blut um den Umriß eines Körpers vorgefunden, ...

Die Ausgangssituation ist Folgende: Im Loft von Sarah Hauptmann und Marc Lammert sieht die Küche aus wie das reinste Schlachthaus. Es wird eine große Menge an Blut um den Umriß eines Körpers vorgefunden, jedoch keine Leiche. Und dann muß man sich sofort die Frage stellen, was ist hier passiert und kann es sein, daß ihr Mitbewohner Henning Järisch noch lebt? Denn nur weil Henning verschwunden ist, kann und will man nicht von seinem Tod ausgehen. Sarah und Marc sind ein Paar und Henning ist ein Freund von Henning schon aus Kindheitstagen. Die 3 haben einen hohen Lebensstandard, aber woher das Geld kommt, ist erst einmal unbekannt.

Das Ermittlerteam besteht vor allem aus Bianca Rakow, die gerade erst aus München nach Hamburg gezogen ist und ihrem älteren Kollegen, Peter Höger. Nach anfänglichen Schwierigkeiten raufen sie sich zusammen und es entsteht eine ordentliche Zusammenarbeit und ein kollegiales Miteinander.


Ich habe bereits einige Bücher des Autors gelesen und habe mich auf diesen Stand-alone sehr gefreut – endlich mal keine Reihe. Der Autor hat hier einen fesselnden Plot abgeliefert, er hat seine Leser mitgenommen und vor allem intensiv miträtseln lassen. Wobei rätseln konnte man sehr gut, aber auf diese perfide Lösung konnte niemand kommen. Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt – so berichtet einmal Sarah über das Kennenlernen, gemeinsame Urlaube und das Zusammenleben, dann folgt Marcs Version und auf der anderen Seite begleitet man das Ermittlerteam bei ihrer Arbeit. Dadurch wird das Spannungsniveau auf hohem Level gehalten, weil man immer wieder neue Eindrücke und Zweifel bekommt. Das Zusammenleben war insofern schwierig, als sich Sarah und Henning nicht unbedingt gut verstanden haben und Marc zwischen diesen zwei Polen immer das Verbindungsglied war, was ihn oft in knifflige Situationen gebracht hat. Als sich die Schlinge um die beiden Verdächtigen immer enger zieht und sie in U-Haft kommen, hat jeder seine eigene Darstellung der Vorgänge – einer liebt, der andere guckt auf seinen Vorteil.

Das Cover finde ich auch ausgesprochen passend und gut getroffen.

Der Autor hat absolut fesselnd und packend geschrieben. Diesen Thriller empfehle ich sehr gerne weiter!

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Veröffentlicht am 23.02.2022

Bild der Mädchen in der indischen Gesellschaft

Das Mädchen mit dem Drachen
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Lénas Mann Francois wurde von einem Amoklaufenden Schüler erschossen und um ihre Trauer zu bewältigen reist sie nach Indien. Dort lernt sie am Strand Lalita mit ihrem Drachen kennen. Als Léna von einer ...

Lénas Mann Francois wurde von einem Amoklaufenden Schüler erschossen und um ihre Trauer zu bewältigen reist sie nach Indien. Dort lernt sie am Strand Lalita mit ihrem Drachen kennen. Als Léna von einer Welle mitgerissen wird und fast ertrinkt, wird sie von Lalita und Preeti gerettet. Preeti ist Anführerin der Roten Brigaden, einer Mädchengruppe, die Selbstverteidigung trainiert und damit anderen Mädchen helfen möchte. Nach dem Krankenhausaufenthalt findet Léna Lalita in einem Lokal wieder und schenkt ihr zum Dank für die Rettung einen neuen Drachen. Sie freunden sich an und dies, obwohl Lalita seit dem Tod ihrer Mutter nicht mehr spricht. So lernt Lalita, die Analphabetin, einzelne Wörter zu schreiben. Preeti gesellt sich zu der kleinen Lerngemeinschaft, die im Laufe der Zeit immer größer wird. Auch Léna lernt viel von ihren Freundinnen, nämlich wie die Kastengesellschaft, vor allem die der niedrigsten Kaste, in Indien funktioniert und weshalb die Rote Brigade entstanden ist. Sie erhält Einblicke, die über das Touristenwissen weit hinausgehen und ihr wird klar, daß sie gerade bei ihren Freundinnen die Bildung voranbringen möchte. Es ist aber noch ein langer Weg dahin.


Ich habe die beiden anderen Romane „Der Zopf“ und „Das Haus der Frauen“ bereits begeistert gelesen und wurde auch hier nicht enttäuscht. Die Autorin schreibt flüssig, eindrucksvoll, empathisch und bedrückend. Sie vermittelt dem Leser Einblicke in die indische Gesellschaft und verarbeitet in ihrem Roman vor allem die Nachteile der jungen Mädchen, weil sie als Frau geboren wurden und deshalb nichts wert sind. Sie beschreibt z. B. auch deren Angst vor der Zwangsheirat und der sexuellen Übergriffe. Mit Preeti hat sie eine mutige Rebellin und starke Figur vorgestellt, die versucht, sich nicht alles gefallen zu lassen, aber natürlich nicht immer mit Erfolg. Auch Lalita wurde detailliert charakterisiert und ich hatte genaue Vorstellungen sowohl von ihr als auch von der Atmosphäre des Strandes und ihres Lebens. Es war sehr schön das Entstehen dieser Freundschaft zwischen Léna, Lalita und Preeti zu erleben, jedoch kam mir das Ende und die Hoffnung auf die Zukunft dann fast zu schnell, das hätte ich gerne ausführlicher gelesen.

Die Autorin hat ein bewegendes, berührendes und emotionales Buch geschrieben, das nach dem Ende noch lange nachhallt. Ich werde es sehr gerne weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 08.12.2021

Hochspannender Thriller

SØG. Schwarzer Himmel
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Schauplätze Dänemark, Türkei, Berlin 2007

Die erste Leiche wird neben einer Kohlenhalde am Kraftwerk entdeckt. Bei genauerem Hinsehen wird festgestellt, daß der Tote gefoltert und erstochen wurde. Dem ...

Schauplätze Dänemark, Türkei, Berlin 2007

Die erste Leiche wird neben einer Kohlenhalde am Kraftwerk entdeckt. Bei genauerem Hinsehen wird festgestellt, daß der Tote gefoltert und erstochen wurde. Dem Aussehen nach scheint er aus dem Nahen Osten zu stammen. Wer ist er, woher stammt er und warum vermißt ihn niemand? Kurz darauf die zweite Tote, eine alte Dame und dann ein weiterer Toter mit südländischen Aussehen, auch er wurde gefoltert. Hängen die Fälle zusammen und was steckt dahinter?

Dies ist der zweite Fall für Nina Portland und einem Team. Das Team arbeitet gut zusammen und auch der neue Kollege, Tim Wejse, fügt sich gut ein. Gemeinsam kommen sie hier unglaublichen Vorgängen auf die Spur und es zieht sich bis in höchste Kreise des Geheimdienstes. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten, aber Spannung ist garantiert.


Den Vorgängerband kannte ich nicht, das war allerdings kein Thema. Der Autor schreibt packend und fesselnd, die Seiten fliegen nur so dahin. Diesen quasi Spionage-Thriller habe ich verschlungen, daran zeigt sich, wie spannend es war. Die internationalen Schauplätze samt der Verwicklungen wurden bildhaft beschrieben, deshalb ist bei mir ein echtes Kopfkino abgelaufen. Die Figuren, egal in welcher Funktion, wurden sehr gut charakterisiert und man konnte sehr gut miträtseln. Das Team war mir sympathisch, wobei mit des Öfteren Zweifel kamen, ob ich allen trauen kann. Und Nina, eine alleinerziehende Mutter, die sich immer auf den Rückhalt ihrer Familie verlassen kann, daher beruflich zeitlich flexibel ist und agiert sehr menschlich.

Ich werde auf jeden Fall den ersten Band noch lesen und freue mich schon jetzt auf den 3. Band.

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