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Veröffentlicht am 02.03.2022

Ein wunderschönes Buch zum Vorlesen und Anschauen

Minna Melone - Wundersame Geschichten aus dem Wahrlichwald
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Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: cbj (28. Februar 2022)
ISBN-13: 978-3570179598
empfohlenes Alter: ab 6 Jahren
Preis: 14,00 €
auch als Hörbuch erhältlich

Ein wunderschönes Buch zum Vorlesen und Anschauen

Tag ...

Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: cbj (28. Februar 2022)
ISBN-13: 978-3570179598
empfohlenes Alter: ab 6 Jahren
Preis: 14,00 €
auch als Hörbuch erhältlich

Ein wunderschönes Buch zum Vorlesen und Anschauen

Tag für Tag verbringen die Tiere im Wahrlichwald in freundschaftlicher Gemeinschaft und mit immer wiederkehrenden Arbeiten. Da sieht das Eichhörnchen Zara eine fremde Wanderratte, die einen Bollerwagen hinter sich herzieht. Neugierig beobachtet Zara, wie die Ratte Minna eine Bühne aufbaut, auf der es von nun an jeden Abend neue Abenteuer zu sehen und zu hören gibt. Doch außer Zara mag sich zunächst niemand dafür begeistern. Zu tief verwurzelt sind die Vorurteile gegenüber Fremden - und dann auch noch Wanderratten! Man weiß ja, dass das Lügner und Betrüger sind. Doch woher will man das eigentlich wissen?

Zara jedenfalls ist begeistert von den fantastischen Abenteuern, die Minna vom Leben außerhalb des Wahrlichwaldes, ja eigentlich von der ganzen Welt erzählt. Dass das Leben so bunt sein kann, hätte sie nie für möglich gehalten.

Nach und nach erwärmen sich immer mehr für Minnas Geschichten und haben dadurch noch viel mehr Spaß miteinander. Da spielt es gar keine Rolle mehr, ob die Erzählungen wahr oder erfunden sind.

Sven Gerhardt erzählt sehr kindgerecht von Minna Melone und den Tieren im Wahrlichwald. Kinder ab etwa sechs Jahren werden sicher ihre Freude an dieser Geschichte haben, wenn man sie ihnen vorliest. Die Wanderratte Minna ist in der ganzen Welt herumgekommen und man kann vielleicht ihre einzelnen Stationen den Kindern auf einem Globus zeigen. Auch viele sonstige Informationen stecken in dem Buch, über die man mit den Kindern sprechen kann. Dies alles ist mit sehr viel Fantasie ausgeschmückt.

Auch die wunderschönen Illustrationen von Mareike Ammersken, die zum Teil über eine ganze Seite oder sogar eine Doppelseite gehen, sorgen für ein tolles Leseerlebnis.


★★★★★

Veröffentlicht am 02.03.2022

Leben und Sterben in einer Kleinstadt

In die Arme der Flut
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Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Luchterhand Literaturverlag (4. Oktober 2021)
ISBN-13: 978-3630876511
Originaltitel: The Dead Lit Faintly
Übersetzung: Thomas Gunkel
Preis: 20,00 €
auch als E-Book ...

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Luchterhand Literaturverlag (4. Oktober 2021)
ISBN-13: 978-3630876511
Originaltitel: The Dead Lit Faintly
Übersetzung: Thomas Gunkel
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Leben und Sterben in einer Kleinstadt

Inhalt:
Luke Roy, Mitte dreißig, lebt in Ross Point, einer in der Bedeutungslosigkeit versunkenen Kleinstadt in Maine. Seit frühester Kindheit empfindet er eine Todessehnsucht, hat schon mehrfach seinen Suizid geprobt, aber dann doch nicht konsequent durchgezogen.
An einem nebligen Tag steht er auf einer nahegelegenen Brücke, 35 Meter über einem Fluss mit todbringenden spitzen Felsen. Stundenlang sinniert er, ob er springen soll oder nicht.

Doch dann sieht Luke, dass ein Ausflugsboot gekentert ist und ein Junge hilflos im Wasser treibt. Ohne zu zögern, wirft Luke sich ins Wasser und rettet Paul. Die Medien machen einen Helden aus ihm, Politiker missbrauchen ihn für ihren Wahlkampf. Die Menschen lieben ihn - bis sie ihn hassen …

Meine Meinung:
Auf mich übte dieser Roman einen ungemeinen Sog aus. Lukes Überlegungen zu Leben und Tod im ersten Teil der Handlung erschienen mir absolut nachvollziehbar. Wer in dieser Hinsicht psychisch vorbelastet ist, sollte lieber die Finger von dem Buch lassen!

Mit eindringlichen Worten und leicht poetischen Bildern zeichnet Gerard Donovan seinen Protagonisten Luke. Der Charakter ist tiefgründig und plastisch angelegt, er wirkt authentisch und realitätsnah, dabei auch sehr sympathisch. Ich habe mit ihm gelitten und gebangt, gehofft und mich mit ihm gefreut. Es war eine Achterbahn der Gefühle.

Die Medien und die Politik bekommen in diesem Buch ihr Fett weg. Sie stilisieren einen Mann, der etwas Selbstverständliches tut, zu einem Helden wider Willen hoch. Luke wird von einer üblen Maschinerie vereinnahmt, was sein Leben nicht leichter macht - stets zum Nutzen der Medien oder der Politiker. Und er wird gnadenlos fallengelassen, wenn es den anderen in den Kram passt.

Mich haben die Bilder, die Gerard Donovan in meinem Kopf erzeugte, beeindruckt und bedrückt, aber nicht heruntergezogen. Diese Lektüre wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben und nachhallen.

★★★★★

Veröffentlicht am 25.02.2022

Interessante psychiatrische Fälle für Laien aufbereitet

Das Geheimnis der Cellistin
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Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Piper (14. April 2011)
ISBN-13: 978-3492050159
Originaltitel: Les contes d’un psychiatre ordinaire
Übersetzung: Ralf Pannowitsch

Interessante psychiatrische Fälle ...

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Piper (14. April 2011)
ISBN-13: 978-3492050159
Originaltitel: Les contes d’un psychiatre ordinaire
Übersetzung: Ralf Pannowitsch

Interessante psychiatrische Fälle für Laien aufbereitet

„Das Geheimnis der Cellistin“ ist François Lelords erstes Buch. In Frankreich erschien es bereits 1993, in Deutschland erst etwa zwanzig Jahre später. Da man nun annehmen könnte, dass sich in diesen zwanzig Jahren (die nun, da ich das Buch gelesen habe, auch schon wieder zehn Jahre her sind), sehr viel geändert hat in der Behandlung psychiatrischer Erkrankungen, gibt der Autor und Psychiater Lelord am Ende eines jeden Falles, den er vorstellt, einen Blick darauf, ob und was sich in diesen letzten Jahren tatsächlich getan hat und wie die Behandlung sich heute von der gestrigen unterscheidet. Erstaunlich ist dabei, dass sich doch relativ wenig verändert hat, nachdem in den 1960er bis 1980er Jahren viele Neuerungen Einzug in die Psychiatrie gehalten haben.

Stellvertretend für viele andere Fälle aus seiner Praxis hat Lelord sich neun Patient*innen herausgepickt, deren Leiden und Behandlung er populärwissenschaftlich beschreibt, wobei die einzelnen Fälle nicht einem speziellen Patienten zuzuordnen sind, sondern manchmal auch mehrere mit derselben Diagnose zu einer Person verschmolzen wurden. Da geht es zum Beispiel um Agoraphobie, Depressionen, Autismus, Panikattacken, Bulimie und mehr. Ganz unaufgeregt schildert Lelord den ersten Kontakt zu den Patienten, ihre Symptome und den Verlauf der Behandlung. Dabei zeigt er auch mögliche Alternativbehandlungen auf, begründet aber auch, warum er sich für die jeweilige Behandlung entschied im Hinblick auf diesen speziellen Fall. Dies setzt ein gewisses Interesse der Lesenden voraus, wird aber sehr gut für Laien verständlich dargestellt.

Der vielleicht größte Nutzen dieses Buches ist, dass etwaige Patienten die Scheu verlieren, bei entsprechenden Symptomen einen Psychiater aufzusuchen, und dass sie sehen, dass ihnen geholfen werden kann.

★★★★★

Veröffentlicht am 24.02.2022

Spannend und bedrückend

Violas Versteck (Tom-Babylon-Serie 4)
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Broschiert: 624 Seiten
Herausgeber: Ullstein Paperback (24. Februar 2022)
ISBN-13: 978-3864931529
Preis: 14,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Spannend und bedrückend

Inhalt:
23 Jahre nach ...

Broschiert: 624 Seiten
Herausgeber: Ullstein Paperback (24. Februar 2022)
ISBN-13: 978-3864931529
Preis: 14,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Spannend und bedrückend

Inhalt:
23 Jahre nach dem Verschwinden seiner kleinen Schwester Viola sucht Tom Babylon noch immer nach ihr. Dass sie tot ist, kann er einfach nicht glauben. Er setzt alles aufs Spiel: seinen Job, seine Ehe, sein Leben.

Als er mit einer Kopfverletzung in einem Londoner Krankenhaus aufwacht, klafft ein Loch in seinen Erinnerungen. Wie kommt er nach London? Warum ist er verletzt? Mit Hilfe der Ärztin Dr. Jillian Harris versucht Tom, Licht in das Dunkel zu bringen.

Seine Kollegin und Freundin Dr. Sita Johanns ermittelt inzwischen in einer psychiatrischen Klinik an der österreichischen Grenze, wo sie selbst in größte Gefahr gerät.

Meine Meinung:
Dies ist der vierte Band der Reihe um den Berliner LKA-Ermittler Tom Babylon. Während man die ersten drei Bände auch gut für sich allein lesen kann, sollte man hier besser Vorkenntnisse haben, wenn sie auch nicht zwingend notwendig sind. Das Verständnis erleichtern sie aber enorm. Wie der Titel schon sagt, dreht es sich hier um Viola, deren Geschichte in den Vorgängerbänden eher die Rahmenhandlung bildete.

Ich fand auch diesen vierten Band - wie schon die ersten drei - super spannend, zum Teil atemberaubend. Ich habe mit Tom gelitten, der sein Gedächtnis verloren hat, und mit Sita, der ganz übel mitgespielt wird. Zusammen mit den beiden können die Lesenden nach und nach das Geschehene aufdecken und dem Showdown entgegenfiebern. Ich konnte das Buch fast nicht zur Seite legen und habe die gut 600 Seiten innerhalb von zwei Tagen verschlungen.

Ein kleines Manko sind die Zeitsprünge, die etwas verwirrend sind, wenn man nicht genau liest und mitdenkt. Da befindet man sich „Sechs Wochen später“, „28 Tage vorher“, „11 Tage später“ usw. Es ist ein wildes Hin- und Herspringen in der Zeit, aber trotzdem logisch.

Die Reihe:
1. Schlüssel 17
2. Zimmer 19
3. Die Hornisse
4. Violas Versteck

★★★★★

Veröffentlicht am 10.02.2022

Sehr amüsant, aber mit ernstem Hintergrund

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße
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Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (10. Februar 2022)
ISBN-13: 978-3462000849
Preis: 22,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Sehr amüsant, aber mit ernstem Hintergrund

Inhalt:
September ...

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (10. Februar 2022)
ISBN-13: 978-3462000849
Preis: 22,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Sehr amüsant, aber mit ernstem Hintergrund

Inhalt:
September 2019: Michael Hartung, ein unscheinbarer, glückloser Besitzer einer mehr schlecht als recht gehenden Videothek in Berlin, ergreift seine Chance, als sie ihm geboten wird. Der westdeutsche Journalist Alexander Landmann hat seinen Namen ausgegraben, als er auf der Suche nach einer genialen Story zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls war. Vor 36 Jahren verhalf Hartung, der damals bei der Reichsbahn arbeitete, 127 Menschen zur Flucht nach West-Berlin. Allerdings tat er dies unwillentlich und unbewusst. Doch Landmann baut ihn zum Helden auf, und Hartung spielt mit, wird dabei aber immer mehr zum Spielball von Medien und Politik. Und als er sich schließlich verliebt, will er am liebsten allen die Wahrheit sagen, doch das ist gar nicht so einfach …

Meine Meinung:
Nach dem Genuss dieses Buches ist Maxim Leo ein Name, den ich mir definitiv merken werde. Ich kannte den Autor bisher nicht, aber mit „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ konnte er mich absolut begeistern.

Mit ein wenig Satire, ein wenig Ironie und ein wenig Ernsthaftigkeit nimmt Leo so manches Vorurteil von Ost nach West und umgekehrt sowie etliche Klischees auf die Schippe. Presseleute, Politiker und Historiker bekommen ihr Fett weg. Dies ist sehr amüsant zu lesen, lässt aber auch den nötigen Ernst nicht vermissen. Es ist einfach eine absolut gelungene Mischung.

Dazu trägt auch viel der sympathische Held Hartung bei, an dessen Seite man beim Lesen diese kuriose Story erlebt. Man kann sich dabei sehr leicht in diesen anfangs etwas trantütig wirkenden, später immer sympathischeren Helden hineinversetzen und seine Gründe für manche abstruse Handlung nachvollziehen. Sein Charakter ist sehr tiefgründig angelegt und wird liebevoll beschrieben. Auch die anderen Figuren sind gut ausgearbeitet.

Der Schreibstil ist locker, aber nicht zu einfach und lässt sich mit großem Vergnügen lesen.

Fazit:
Tolle Story + toller Schreibstil = Leseempfehlung!

★★★★★