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Veröffentlicht am 25.05.2017

Wenn dir das Leben, eine zweite Chance gibt...

Die Achse meiner Welt
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Zitat:

"Mich persönlich interessiert nicht so sehr deine Vergangenheit, sondern vielmehr deine Zukunft!"
(Seite 287)

Ein schrecklicher Unfall zerstört das perfekte Leben der achtzehnjährigen Rachel ...

Zitat:

"Mich persönlich interessiert nicht so sehr deine Vergangenheit, sondern vielmehr deine Zukunft!"
(Seite 287)

Ein schrecklicher Unfall zerstört das perfekte Leben der achtzehnjährigen Rachel Wiltshire. Ein gemeinsames Abschiedsessen, bevor jeder ihrer Freunde in eine eigene Zukunft aufbricht, sollte tatsächlich der endgültige Abschied von ihrem besten Freund Jimmy werden, als dieser ihr das Leben rettet und selbst dabei stirbt. Den Glückspenny noch in der Hand, sieht Rachel ihre Zukunft platzen wie eine Seifenblase. Seitdem tragischen Unfall ist Rachel nicht mehr dieselbe. Sie hat eine gezackte Narbe im Gesicht, die sie immer unter ihren Haaren versteckt. Dennoch ist es eher so eine Art Selbstbestrafung, dass sie sich von nun an auf ihre Narbe reduziert. Glaubt sie doch Schuld an Jimmy´s Tod zu sein. Da er statt an ihrer Stelle gestorben ist. Sie scheint das Selbstmitleid wie eine schwere Last auf ihren Schultern zu tragen, ist sie doch innerlich an diesen Tag vor fünf Jahren auch gestorben. Denn wir begleiten nun die 23 Jährige Rachel, wie sie nach Great Bishopsford zurückkehrt. Dort auf Sarah´s Hochzeit, nach fünf Jahren ihre Clique von damals, zum ersten Mal wieder sieht. Dann passiert etwas merkwürdiges mit Rachel, sie stürzt neben Jimmy´s Grab, als sie die das Treffen mit ihren ehemaligen Freunden ziemlich eilig verlässt. Kurz darauf erleben wir eine neue Rachel, die von einem eigenartigen und unheimlichen Mann am Bahnhof verfolgt wird. Sie stürzt erneut in der Nähe vom Friedhof und dann ist sie plötzlich im Krankenhaus. Als sie die Augen aufschlägt, ist nichts mehr so wie vorher. Ihr krebskranker Vater ist bester Gesundheit, sie ist mit ihrem Ex- Freund Matt verlobt und Jimmy ist am Leben. Krampfhaft versucht Rachel sich an ihre Vergangenheit zu klammern, die scheinbar so nie existiert hat.

Zitat:

"Nein, Rachel, du bist auf dem Friedhof nicht gestorben. Neben wessen Grab überhaupt?"
Meine nächste Antwort kratzte am Lack seiner berufsbedingten Gelassenheit - was mich nicht überraschte. "Deinem natürlich."
(Seite 109)

Der Debütroman von Dani Atkins, ist einfach nur wunderschön, berührend, traurig und so wundervoll geschrieben. Man fiebert mit der sympathischen Hauptprotagonisten mit und wagt sich von Theorie zu Theorie, was denn jetzt nun real ist? Was passiert sein könnte? Bis zum Schluss bleibt der geneigte Leser im unklaren und das Ende schlägt eine wie eine gezündete Überraschungsbombe.

Fazit: Das Buch hat mir richtig gut gefallen, es war alles dabei was man von einem guten Geschichte erwartet. Nachdenklich, romantisch, traurig, und einfühlsam schildert die Autorin eine beachtliche Geschichte mit so einer Komplexität wie ich sie schon lange nicht mehr gelesen habe. Selbst eine gewisse Situationskomik lässt das Buch nicht vermissen.

*****

Veröffentlicht am 25.05.2017

Sehnsucht ist der Zauber, der nur dem Herzen innewohnt

Der Geschmack der Sehnsucht
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Zitat:


„Damals war ich allerdings weit davon entfernt, mir vorzustellen, dass ich mich eines Tages wie dieser Apfel fühlen könnte, den eine Hand mitten im Fall auffängt."

(Seite 85)

Worum geht’s?

Mán ...

Zitat:


„Damals war ich allerdings weit davon entfernt, mir vorzustellen, dass ich mich eines Tages wie dieser Apfel fühlen könnte, den eine Hand mitten im Fall auffängt."

(Seite 85)

Worum geht’s?

Mán ist ein vietnamesisches Mädchen, welches in den Wirren des Bürgerkriegs von Mutter zu Mutter weitergereicht wird. Erst in der dritten Frau, eine Lehrerin findet Mán eine Mutter. Diese entscheidet sich auch wieder dazu Mán in die Fremde zu schicken, in dem sie ihre Zukunft mit einer Heirat mit einem älteren Mann, der ebenfalls Vietnamese ist, aber schon länger in Kanada gelebt hat, zu sichern. Mán hat eine große Leidenschaft, das kochen, dies hilft ihr so manches mal diese Ehe zu ertragen, die keine echte Liebe ist. Dann trifft sie auf die lebensfrohe Julie, die ihr eine neue Leichtigkeit gibt und wahre Freundschaft zeigt. Eines Tages tritt der charmante Luc in ihr Leben und zeigt Mán das es auch Liebe in ihren Leben geben kann, er eröffnet ihr eine völlig neue Welt. Mán muss sich nur noch entscheiden...

Meinung:

Die Autorin Kim Thúy schafft es mit einer grazilen Leichtigkeit, die kleinen Dinge des Lebens in einer Geschichte zu verflechten, die mit einer solchen Sehnsucht und der Liebe zum Kochen verbunden sind. Einfach großartig, die Charaktere, die kleinen Geschichten und viel wissenswertes über den Vietnam, verpackt in ein kleines warmherziges Buch von gerade mal 143 Seiten.

Fazit:

Ich bin wirklich begeistert. Der Schreibstil ist wunderbar, die Kapitel immer wieder eine kleine Geschichte und tief berührend, beruhigend und romantisch. Die Aufmachung des Buches ist auch wunderschön.

Randnotiz:

Besonders schön fand ich die vielen kleinen Geschichten, die mit Rezepten verbunden waren, außerdem die schönen Gedichte und ganz besonders toll, waren die vietnamesischen Wörter am Rand, mit der jeweiligen deutschen Übersetzung.

KLARE LESEEMPFEHLUNG

*****

Veröffentlicht am 25.05.2017

Die Geschichte eines Aliens der ein Mensch war, aber eigentlich auch nicht...

Ich und die Menschen
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Zitat:

Dein Leben wird mindestens 25 000 Tage haben. Sorge dafür, dass du dich an ein paar davon erinnerst.

(Seite 325)

Ein wenig skurril, wenn man bedenkt, dass dieser Ratschlag, von einem fiktiven ...

Zitat:

Dein Leben wird mindestens 25 000 Tage haben. Sorge dafür, dass du dich an ein paar davon erinnerst.

(Seite 325)

Ein wenig skurril, wenn man bedenkt, dass dieser Ratschlag, von einem fiktiven Außerirdischen stammt.

Worum geht’s?

Ein Alien wird auf die Erde geschickt, in der Gestalt des wohl intelligentesten Menschen, dem Professor Andrew Martin. Der Mann der gerade, das letzte große mathematische Rätsel der Welt gelöst hat. „Die Riemannsche Vermutung“ Sein Auftrag, vernichte alle die davon wissen, denn die Menschen sollen die Galaxie nicht erobern. Doch der Alien, der die Menschen zu Beginn hässlich und grausam findet, lernt im Laufe der Geschichte, immer mehr die Welt und die menschlichen Aspekte schätzen, wie Erdnussbutter, Emily Dickinson, Liebe,Weißwein und Musik. Wird er sein Auftrag zu Ende führen können?

Meinung:

Der Blickwinkel ist eigensinnig, denn es ist ein Außerirdischer, der die Menschen auf eine ganz andere Art wahrnimmt, als wir selber. Diese Idee hat mich wirklich gereizt und ich habe mich in der Geschichte sofort wohlgefühlt, auf eine eigentümliche und doch skeptische Art und Weise. Letztendlich kann man das Buch, wohl nicht wirklich in die Kategorie Science- Fiction einordnen. Es ist mehr der Blick auf uns Menschen, tiefsinnig, Mathematik verliebt, nachdenklich, klug, lustig und irgendwie warmherzig.

Fazit:

Ein tiefsinniges Buch, welches zu unterhalten weiß, zwar sind die Charaktere ein wenig oberflächlich geblieben. Aber es ging mehr um die Menschen, es sollte zeigen, wie wunderbar das Leben ist, mit all den kleinen Dingen, die leider viel zu oft in Vergessenheit raten. Eine Ode an uns Menschen, so verrückt und eigensinnig wir auch sind, das Leben ist schön- zumindest kann der Autor das wunderbar vermitteln. Ich weiß nicht was es ist, aber das Buch hat auf seine eigene Art und Weise fasziniert.

Randnotiz:

Besonders gut fand ich die 97 Ratschläge für einen Menschen.

(Man bedenke sie sind ja eigentlich von einem Alien)


Zum Schluss: Vorsicht Erdnussbutter- Suchtgefahr! :D

*****

Veröffentlicht am 25.05.2017

Kleiner Held ganz GROß

Ein feiner dunkler Riss
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Bisher hatte ich noch nichts von Lansdale gelesen und ich muss sagen, ich bin wirklich richtig begeistert und beeindruckt, über diesen spannenden, ehrlichen, fesselnden und berührenden Krimi.

Dieses wird ...

Bisher hatte ich noch nichts von Lansdale gelesen und ich muss sagen, ich bin wirklich richtig begeistert und beeindruckt, über diesen spannenden, ehrlichen, fesselnden und berührenden Krimi.

Dieses wird sicher nicht mein letztes Buch von Lansdale sein.

Er schafft es ohne große Schnörkel, den Leser in den Bann zu ziehen. Die Charaktere wirken authentisch und es wird nicht nur an der Oberfläche gekratzt. Der tiefste menschliche Makel wird hier bildhaft geschildert.

Ein mutiger, warmherziger und naiver Stanley, erzählt die Geschichte aus der Ich- Perspektive und avanciert zum Helden. Unterstützt wird der sympathische Held von dem Farbigen Buster, der schon einiges im Leben durchgemacht hat. Der allerdings auch mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat und seinen Launen.

Eine spannende Geschichte, wo der dreizehnjährige Stanley in einem Sommer in den 50´er Jahren mit einem Schlag Erwachsen wird.

Alles beginnt mit einem Kästchen voller Liebesbriefen, welches er hinter dem elterlichen Autokino vergraben im Wald findet. Schauermärchen über kopflose Geister und der grausame Mord an zwei jungen Frauen, verleiten ihn zu einem äußert gefährlichen Detektivspiel. Seine schlagfertige Schwester Callie und sein treuer Hund Nub (Nub einer meiner absoluten Lieblinge in dem Buch, ab und zu hatte ich richtig Angst um die kleine Kämpfernatur alias „Ich beiße dich nieder, wenn du dem Jungen was tust“), immer an seiner Seite.

Besonders schön finde ich hier auch den Zusammenhalt der Familie und wie sie sich für die Farbigen stark machen. So wird die gutmütige farbige Rosy Mae zur Hausfrau und darf sogar bleiben als ihr verrückter Ex sie mit einem Messer bedroht. Stanley hat eine besondere Verbindung zu ihr und kann ihr alles erzählen, was er nicht mal seinem besten Freund Richard sagen würde, welcher Zuhause nur elterliche Gewalt erfährt.

Die Geschichte war durchgehend spannend und manches mal waren richtig gruselige Momente dabei, wo ich mit den Hauptprotagonisten zittern musste.

Dieses Buch holt einen von der ersten Seite ab und überzeugt mit liebevoll gestalteten Charakteren, einer spannenden Geschichte und ganz viel Gänsehaut.

Von mir eine klare Leseempfehlung

*****

Randnotiz:

Ich hätte so ein gutes Buch nicht erwartet, vor allem wo mir das Cover sehr unscheinbar erschien.

Veröffentlicht am 24.05.2017

Kruziwuzi! Ein elefantastisches ADellteuer ruft!

Die Wahrheit, wie Delly sie sieht
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Erster Satz: Delly Pattison war winzig.


Delly Pattison, das bedeutet ärGER: kleiner ärger, der sich anschickte, GROSSER ÄRGER zu werden, und der seinem Ziel täglich näher kam. (Seite 7)


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Es war ...

Erster Satz: Delly Pattison war winzig.


Delly Pattison, das bedeutet ärGER: kleiner ärger, der sich anschickte, GROSSER ÄRGER zu werden, und der seinem Ziel täglich näher kam. (Seite 7)


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Es war einmal ein elfjähriges Mädchen namens Delly, welches neugierig, mutig, unerschrocken, ungestüm, impulsiv, einfallsreich und voller kindlichem Enthusiasmus war. Doch alles was dieses Mädchen anstellte, endete im großen Ärger und eines blieb ihr im Gedächtnis, dass die Erwachsenen sie als „schlimm“ bezeichneten. Lange macht es dem kleinem Wirbelwind nichts aus, bis sie eines Tages in das Büro der Rektorin Ms. McDougal gerufen wird. Wenn Delly noch einmal Ärger macht, muss sie auf die Son Dellschule (eine Schule zur Besserung schlimmer Kinder). Ihre Mutter Clarice weint, doch Clarice Pattison weint nie. Das tut Delly mehr weh, als jeder Ärger. Denn Clarice ist der wichtigste Mensch in ihrem Leben und der darf sie nicht aufgegeben haben, so wie alle anderen. Ihr ist klar dass sie sich ändern muss, doch Delly weiß nicht wie. Ihr kleiner Bruder RB der Delly geradezu verehrt, rät ihr zu zählen... wann immer sie in eine Situation gerät, die ihr Ärger bringen könnte. Alles soll sich ändern als das blasse magere Mädchen Ferris Boyd, welches nicht spricht, in ihr Leben tritt. Doch Delly die auf ihre Art anders ist, schafft es mit dem Mädchen, welches ebenfalls anders ist langsam Freundschaft zu schließen.


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Die Protagonisten des Buches sind wunderbar ausgewählt und jeder bekommt seinen Raum in der Geschichte. So das es stimmig und schlüssig für den Leser ist. Brud Kinney der stotternde Junge, Ferris Boyd das Mädchen, welches nicht spricht und nicht angefasst werden will. Boomer und Clarice die einfühlsamen und manchmal schon verzweifelten Eltern. RB der kleine Bruder, mit einer fluffigen Wärme und Weichheit, die jedem sofort ins Herz trifft. Gal die zickige aber dennoch „gute“ große Schwester. Wachtmeisterin Verena Tibbets, die Delly ganz oben auf ihrer Liste, der schlimmsten Kinder von River Bluffs hat. Danny Novelos der eine gewisse Zuneigung zu Delly hat, aber sie nur durch Gemeinheiten und Sticheleien zu zeigen vermag und natürlich Delly, die man nur sofort ins Herz schließen kann. Gerade wegen ihrer Art, mit der sie überall aneckt, aber dennoch gutes bewirkt.


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Fazit: Die Geschichte ist nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Ein Buch über Freundschaft, die so klug, herzerwärmend und berührend erzählt wird, dass sie einem ein Lächeln ins Gesicht malt. Eindrucksvoll und mit besonderem Fingerspitzengefühl, wird hier ein sensibles Thema in ein Kinderbuch verpackt. Ein Buch das Kindern Mut machen kann, gerade weil sie nicht immer wissen, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten sollen.


Besondere Anmerkung: Die kreativen Wortschöpfungen aus Dellys Unfluchikon sind einfach nur genial und erinnern so manches mal an die eigene Kindheit. :)


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