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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2018

Streckenweise ganz gut... aber nicht wirklich gelungen.

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit
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Zitat:
"Wir tanzen herum, und vermuten, im Kreis, Das Geheimnis doch sitzt in der Mitte und weiß."
(Robert Frost, Das Geheimnis sitzt, 1942) Seite 7
Mit einer Bewertung habe ich mich hier ziemlich schwer ...

Zitat:
"Wir tanzen herum, und vermuten, im Kreis, Das Geheimnis doch sitzt in der Mitte und weiß."
(Robert Frost, Das Geheimnis sitzt, 1942) Seite 7
Mit einer Bewertung habe ich mich hier ziemlich schwer getan. Einiges hat mir wirklich gut an dem Buch gefallen, anderes wiederum war mir dann doch zu offensichtlich.
Kurz zum Inhalt:
Zoe ist eine begabte Pianistin doch ein selbstverschuldeter Autounfall, wobei drei andere Teenager starben, verändert ihr Leben schlagartig. Damals war Zoe fünfzehn Jahre alt und nachdem sie ihre Haftstrafe abgesessen hat, inzwischen also drei Jahre später lebt sie ein neues Leben. Ihre Mutter Maria hat einen neuen Mann Chris, der einen Sohn Luca hat und dann ist da noch das neue Baby Grace. Doch ab hier wird es merkwürdig. Zoe hat einen neuen Namen, ihr neuer Stiefvater darf nichts von dem Unfall wissen. Zudem agiert Maria wie eine Marionette, die alles für Chris macht was er von ihr verlangt. Zoe avanciert eher zur Randfigur, sie existiert nur noch schattenhaft.
Zitat:
"Du denkst, du hast das Schlimmste hinter dir,
Du denkst, du hast dir eine zweite Chance verdient,
Doch die Vergangenheit vergibt nie."
(Klappentext)
Ein Psychothriller, fein konstruiert, detailreich, melancholische Atmosphäre... teilweise ein bisschen verträumt.
Ich fand Zoe als Hauptcharakter gut gewählt, sie hatte mehrere Facetten und handelte glaubwürdig. Jedoch hat mich dieses im Selbstmitleid suhlen ein wenig gestört. Maria war mir als Mutter ziemlich unsympathisch, sie hatte nur Augen für das Talent ihrer Tochter, ansonsten schien sie ihr völlig egal zu sein. Zudem störte mich, dass sie zunächst als sehr eigenständiger Charakter bezeichnet wurde, dann aber in der Beziehung mit Chris als ein solcher gar nicht agierte. Sie wirkte beinahe mechanisch, verstellt und irgendwie falsch. Ich konnte sie während des Lesens nicht wirklich einordnen, irgendetwas hat mich die ganze Zeit gestört.
Den Schreibstil der Autorin fand ich ziemlich gelungen, detailreich und Atmosphärisch. Das Buch hatte durchweg etwas beklemmendes. In der Geschichte entwickelte sich alles ziemlich langsam, was vorallem wohl den sonderbaren Zeitsprüngen geschuldet war, welche insbesondere Sonntagabend nach dem Konzert stattfanden. Jedoch war das Buch eher spannungsarm und vorhersehbar, so dass es eher den Eindruck eines Familiendramas vermittelte, als eines Thrillers.
So wirklich überzeugen konnte mich die Geschichte um Zoe im Nachhinein nicht. Das Buch war streckenweise sehr gut, doch zu viele Probleme der Nebencharaktere und wenig bis gar keine spannenden Wendungen ließen den Plot letztlich sehr schwach wirken, so dass ich hier nur drei Sterne vergeben kann.
Randnotiz: Was mir besonders gefallen hat, war die Wahrnehmung von Luca. Ich mochte seine Vorstellungen und Gedanken über Kameraführungen in Filmen. Wie bestimmte Ansichten gefilmt werden, um den Zuschauer bestimmte Eindrücke zu vermitteln. Wie Perspektiven Wahrnehmungen verändern und schon kleine Details Großes bewirken können.
***

Veröffentlicht am 14.07.2017

Er will doch nur spielen...

Ich bin die Nacht
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ER WILL DOCH NUR SPIELEN....

Zitat:
"Fragen Sie einen Löwen, wieso er Fleisch frisst? Warum das Gras grün und der Himmel blau ist? Manche Dinge sind nun mal, wie sie sind. Und ich bin, wie ich bin." (S. ...

ER WILL DOCH NUR SPIELEN....

Zitat:
"Fragen Sie einen Löwen, wieso er Fleisch frisst? Warum das Gras grün und der Himmel blau ist? Manche Dinge sind nun mal, wie sie sind. Und ich bin, wie ich bin." (S. 51)

Kalt, gefühllos und verwirrt so in etwa lässt sich der Hauptcharakter Francis Junior Ackerman beschreiben.
Er will doch nur spielen...
Bevor er sie auf kranke Weise umbringt, spielt Ackerman lieber noch mit seinen Opfern, er lässt ihnen eine Chance, aber nur weil er davon ausgeht, dass er das Spiel gewinnt. Er mordet eher aus Langeweile, als das er einen triftigen Grund hat, oder ist es doch die Stimme von seinem Vater in seinem Kopf. Sein kranker Vater der ihn durch seine Experimente zu diesem Monster gemacht hat? Oder ist es doch nur eine Ausrede? "Warum? Warum ich?", fragen seine Opfer verzweifelt. Und erhalten nur eine Litanei von philosophischen Antworten.

Er will doch nur spielen...

Er will doch nur gewinnen?

Findet er einen würdigen Gegner?

Der Plot besteht aus einem psychisch kranken Serienkiller, einem Ex- Polizisten, Verfolgungsjagden, einem verrückten Sheriff und ziemlich vielen Toten. Durchaus ein Pageturner, ABER teils wurde viel zu dick aufgetragen.
Marcus der Ex- Polizist und Ackerman der kranke Serienkiller repräsentieren hier das "Gute" und das "Böse", wobei Marcus auch eine dunkle Vergangenheit hat, die zwischenzeitlich offenbart wird.
Ein düsterer Thriller, blutig, beklemmend und actionreich. Nichts für leichte Gemüter. Die Szenen sind ziemlich plastisch und schonungslos. Ein lesbares Kinoereignis, durch die Verfolgungsjagden, Explosionen und Gewaltszenen. Außerdem sehr konstruiert, durchschaubar und mit einem merkwürdigen Ende. Letztlich fällt mir hier eine eindeutige Bewertung schwer. Ich bin die Nacht war durchaus spannend, aber auch pathetisch, wunderlich und irgendwie zu inszeniert, dass es teilweise sehr abstrus und haarsträubend wirkte und somit überhaupt nicht glaubwürdig.
Richtig überzeugen konnte mich der Thriller nicht, dafür war er zu unglaubwürdig und die Protagonisten zu austauschbar. Auch finde ich das Ende einfach nur haarsträubend und hätte mit einem Ende des Buches gerechnet, nicht mit einer vierteiligen Reihe. Dadurch wirkt das ganze doch ein wenig zu sehr in die Länge gezogen.

Randnotiz: Welche Verbindung haben Marcus und Ackerman? Ich habe einen Verdacht, um diesen zu Bestätigen müsste ich jedoch die Folgebände lesen...
***

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Figuren
  • Handlung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 25.05.2017

Niamh - Erzähl mir von den Kelten

Niamh. Die Liebe der Kriegerin
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Erster Satz:

Gegenüber dem Weidenbaum, unter dem Niamh saß, reckte eine stattliche Eiche ihre knorrigen Arme gen Himmel.

(Seite 7)

Die Geschichte ist im Jahre 55 vor Christus angesiedelt, hier begleiten ...

Erster Satz:

Gegenüber dem Weidenbaum, unter dem Niamh saß, reckte eine stattliche Eiche ihre knorrigen Arme gen Himmel.

(Seite 7)

Die Geschichte ist im Jahre 55 vor Christus angesiedelt, hier begleiten wir Nimah die Hauptfigur wie sich nicht schwer erahnen lässt, die als Waisenkind von der Fürstin Audra gekauft wurde. So entgeht Nimah der Sklaverei und wird zu einer starken, mutigen und hübschen Kriegerin. Eines Tages bekommt sie den Auftrag den mächtigen Druiden Kia zu töten, doch als Gefühle ins Spiel kommen, gerät ihre Welt aus den Fugen. Kann sie ihrer Liebe nachgeben oder wird sie ihren Auftrag zu Ende führen? Zum ersten Mal in ihrem Leben, zweifelt sie an sich. Stellt alles bisherige in Frage und lässt Schwäche zu. Sehr detailreich ist dieser Roman aufgebaut, man erfährt hier viel über das Leben der Kelten (weshalb mich dieser Roman auch sehr zu lesen gereizt hat), man kann eine Gewisse Faszination der Autorin zu diesem Thema spüren. Die Charaktere haben eine gewisse Tiefe und passen gut in den Rahmen der Geschichte. Sie wirken nicht so aufgesetzt und erzwungen, wie es manchmal in diesen Genre der Fall ist. Das einzige was mich ein wenig gestört hat, war die langatmigkeit im Aufbau der Geschichte, auch manche Formulierungen fand ich nicht allzu glücklich gewählt. Mir hat ein wenig das Tempo und der Esprit gefehlt, leider war das Buch auch auf einem sehr niedrigen Spannungslevel. Manchmal wirkte die Geschichte, auch ein wenig mit vielen Nebencharakteren überladen, die nicht wesentlich zur eigentlichen Story beitrugen. Das Ganze gestaltete sich, durch die vielen Namen und verschiedenen Orte, teilweise sehr unübersichtlich und hat zudem leider auch erheblich den Lesefluss gestört.

Randnotiz: Besonders schön fand ich die Karte gleich zu Beginn des Buches.

*** Sterne vor allem für die vielen Fakten über die Kelten

Veröffentlicht am 25.05.2017

Intelligenz auf Bestellung...?

21st Century Thrill: Machine Boy
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Zitat:

„Ein Schuss Koffein dazu – fertig ist der geklonte Mensch“

(Seite 249)



Eines vorneweg, das Cover und auch der Titel hatten mir eine völlig andere Geschichte suggeriert. (Ein wenig unglücklich ...

Zitat:

„Ein Schuss Koffein dazu – fertig ist der geklonte Mensch“

(Seite 249)



Eines vorneweg, das Cover und auch der Titel hatten mir eine völlig andere Geschichte suggeriert. (Ein wenig unglücklich vom Verlag? gewählt) Ein Grund warum mich das Buch angesprochen hat. Doch ich wurde vollkommen unerwartet von einer völlig anderen Geschichte überrascht. Ich mein wer kennt das nicht, man sieht ein Cover und liest dazu einen reißerischen Titel und schon entsteht im Kopf eine Geschichte. Ich meine es ist nichts schlechtes daran, überrascht zu werden, immerhin heißt das ja man bekommt etwas völlig neues oder anderes als erwartet. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass das Cover auch ein wenig zum Inhalt passen sollte. So genug von mir zum Cover. (Ich musste es erwähnen, weil es mir so eklatant aufgefallen war)


Alles beginnt mit einem doch recht harmlosen Ausflug an die Ostsee, des jungen Pärchen Paulina und Tim. Als sie bestohlen werden und daraufhin den 10 Jährigen Ari, als den Dieb ausmachen, beginnt ein Abenteuer welches sie in die finstersten menschlichen Abgründe führt. Die beiden Jugendlichen geraten in eine Situation die sie zu der Entscheidung zwingt, etwas zu unternehmen, statt nur wegzuschauen.

Der Autor Andreas Schlüter greift mit diesem Buch ein brisantes Thema auf, welches hier anschaulich und gut verständlich in eine Geschichte verpackt wird, die für Jugendliche doch sehr ansprechend ist und ihnen unter Umständen die Augen für solche Themen öffnet. Gut recherchiert und mit Fakten wurde die Story spannend untermauert. Auch wenn die Geschichte inhaltlich leider an ihre Grenzen stößt und leider viel Potenzial verschenkt. Denn so einer guten Story kann man viel Spannung hinzufügen, die leider kaum zum Vorschein kam. Ich muss zu meinem Leidwesen gestehen, dass mich das Buch nicht richtig packen konnte. Der Tiefgang einer so doch so ernsten Angelegenheit, wie dem klonen von Menschen fehlte mir einfach. Die Charaktere waren sehr blass und wurden nur oberflächlich angekratzt. (Hin und wieder erschienen sie mir auch wie Zuschauer). Sie hauchten der Geschichte überhaupt kein Leben ein und hätten platt gesagt, auch nur irgendwelche Randfiguren sein können, da sie meiner Meinung nach jedenfalls nicht viel zur Situation beitrugen. Gut ich muss gestehen, ich bin wahrscheinlich auch nicht die angesprochene Zielgruppe und habe somit durchaus höhere Ansprüche. Ich möchte deshalb nochmal besonders den Schreibstil des Autors hervorheben. Der war leicht verständlich, flüssig und eigentlich immer auf den Punkt.

Randnotiz: Die Anhänge zum Ende des Buches, waren sehr informativ und haben mich zum Nachdenken angeregt, so bleibt mir die Kernausage des Buches jedenfalls im Gedächtnis haften.

***

Veröffentlicht am 25.05.2017

Ins Visier geraten...

Seitenwechsel
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1961 Berlin, die Brüder Julius und Bernhard teilen sich eine Wohnung im Ostteil der Stadt. Bernhard der Biologie studiert und mit seinem Freund George eine Fotofalle im Wald aufstellt, macht statt einem ...

1961 Berlin, die Brüder Julius und Bernhard teilen sich eine Wohnung im Ostteil der Stadt. Bernhard der Biologie studiert und mit seinem Freund George eine Fotofalle im Wald aufstellt, macht statt einem Luchs eine mysteriöse Beobachtung. Sowjetische Soldaten verladen verdächtige Gegenstände und dann plötzlich Schüsse. Die beiden flüchten aus dem Wald und finden Bernhards Vater erhängt in seiner Wohnung vor. Alles deutet auf Selbstmord hin, doch irgendwas stimmt an der ganzen Geschichte nicht. Durch ihre Nachforschungen geraten Bernhard und Julius ins Visier der Stasi. Als die beiden sich in den Westen absetzen wollen, kommt ihnen der Mauerbau dazwischen. Ein neuer Fluchtplan muss her...


Ein wirklich spannende Geschichte, die aber erst ab der zweiten Hälfte des Buches so richtig Fahrt aufnimmt. Authentische Charaktere. Besonders gut fand ich die Nebenfigur Jack, der ein amerikanischer Unteroffizier ist und mit Julius Schallplatten handelt. Das Thema hat mich besonders gereizt, eine Zeit die von Geheimnissen, Bedrohungen, Angst und Verrat geprägt ist. Eine Zeit die ich nur aus Erzählungen und Geschichtsbüchern kenne. Es ist zwar eine fiktive Geschichte, hat aber den Anschein als hätte sie wirklich so stattgefunden.

Da der Anfang sich so gezogen hat und mich erst die zweite Hälfte fesseln konnte. Denn das ein oder andere mal, habe ich das Buch länger liegen gelassen. Bin aber froh das ich letztendlich doch zu ende gelesen habe. Es lohnt sich dran zu bleiben.

Von daher vergebe ich nur drei Sterne.

***