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Veröffentlicht am 25.03.2022

YouTube, Skandale und Liebe auf den ersten Blick

Worlds Collide
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Fiona ist als Beauty-YouTuberin erfolgreich und jetzt hat sie endlich ihre eigene Make-Up-Linie, aber dann macht ihr ein Skandal einen Strich durch die Rechnung: Enthüllungs-Youtuber Demian hat aufgedeckt, ...

Fiona ist als Beauty-YouTuberin erfolgreich und jetzt hat sie endlich ihre eigene Make-Up-Linie, aber dann macht ihr ein Skandal einen Strich durch die Rechnung: Enthüllungs-Youtuber Demian hat aufgedeckt, dass bei einem Spendenevent mehrere Tausend Pfund unterschlagen - und Fiona soll mitverantwortlich sein.

Natürlich würde Fiona so etwas niemals tun, schließlich kommt sie selbst aus schwierigen Verhältnissen, aber sie kann ihre Unschuld auch nicht beweisen. Sie kann nicht so weitermachen wie bisher, manche Sponsoren springen ab und auch einige Fans reagieren ziemlich negativ. Der Skandal könnte ihre Karriere und ihre Träume zerstören, und dann ist da noch Fionas Mutter, die sich sehr auf Fionas finanzielle Unterstützung verlässt und auch überhaupt nicht zufrieden ist, dass diese abreißen könnte. Die Mutter ist schon eine der unsympathischsten Charaktere in diesem Buch, denn sie sticht mit ihrem Egoismus und ihrer Hinterhältigkeit aus einer Masse von fehlgeleiteten oder geldgierigen Menschen hervor.

Demian hat sich damit einen Namen gemacht, dass er eben Lügen und Skandale aufdeckt und seine Thesen mit Fakten stützt, die die Schuld der Influencer beweisen. Auch wenn ihm das eine gewisse Genugtuung verschafft, schließlich haben sie das Vertrauen ihrer Fans missbraucht, ist es nicht seine wahre Leidenschaft. Er interessiert sich für Astronomie, aber er wurde auf seiner Wunschuniversität nicht zugelassen und sein YouTube-Kanal zu dem Thema läuft nicht annähernd so gut wie der über Skandale. Er hofft zwar, mit dem erfolgreichen Kanal den anderen auch bewerben zu können, aber sein Management hält ihn eher hin und befeuert lieber das Thema um die unterschlagenen Spendengelder. Ich konnte Demians Problem schon sehr gut verstehen, sowohl als frustrierter Arbeitnehmer, weil er sich seine Inhalte ja vom Management vorschreiben lässt, als auch wegen der Themen, die sich viel klicken lassen, während die bildenden Inhalte nicht die gleiche Faszination auf die breiten Massen ausüben.

Die Liebesgeschichte der beiden hat mich nicht so ganz überzeugt, besonders der Anfang nicht. Demian, der bekannt wird, weil er das Fehlverhalten anderer Influencer aufdeckt, begegnet ständig Youtubern, die ihn umstimmen möchten, aber er ist sehr überzeugt von seiner Arbeit und vertraut den Beweisen, die er hat. Ich fand ihn da schon ziemlich arrogant und engstirnig, aber konnte auch verstehen, warum er auch Fiona keinen Glauben schenken möchte, als diese ihn verzweifelt kontaktiert. Aber als er ihr begegnet, ist er irgendwie doch direkt von ihr verzaubert und erkennt an ihrem Blick, dass sie aufrichtig ist und möchte ihr dann doch helfen. Dieser Meinungsumschwung war mir einfach zu sehr Liebe-auf-den-ersten-Blick und ich war schon etwas enttäuscht von Demian. Wenn er doch angeblich so gründlich arbeitet, warum lässt er sich dann doch so leicht umstimmen?

Ansonsten hat mir die Geschichte um Influencer, Skandale und Liebe schon gut gefallen. Auch wenn ich den Anfang der Liebesgeschichte nicht gelungen fand, gefiel sie mir mit der Zeit besser, weil ich die Protagonisten, ihre Wünsche und Ängste nachvollziehbar fand und sie mir auch sympathisch waren. Ich fand die Geschichte an sich zwar vorhersehbar, aber durch die Probleme der Protagonisten war es eigentlich trotzdem durchgehend spannend.

Fazit
In "Worlds Collide" konnte mich die Liebe auf den ersten Blick nicht überzeugen, aber abgesehen davon fand ich die Skandale, Enthüllungen und sonstigen Probleme spannend und die Protagonisten sympathisch.

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Veröffentlicht am 24.03.2022

Sympathische Protagonisten und süße Fake-Dating-Romance

Viele Träume führen ans Ziel
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Leni hat gerade die Schule beendet, aber während ihre nun ehemaligen Mitschüler schon genau zu wissen scheinen, wie es weitergeht, ob Studium, Ausbildung oder andere Pläne, weiß Leni nicht, was sie tun ...

Leni hat gerade die Schule beendet, aber während ihre nun ehemaligen Mitschüler schon genau zu wissen scheinen, wie es weitergeht, ob Studium, Ausbildung oder andere Pläne, weiß Leni nicht, was sie tun will. Ihre Eltern möchten, dass sie Jura studiert, aber Leni weiß zumindest schonmal, dass das nicht ihr Traum ist. Sie ergattert zufällig ein Praktikum an einem Filmset und gewinnt dadurch Zeit, um sich etwas zu überlegen und sammelt dabei auch noch neue Erfahrungen.

Sie begegnet dort auch direkt zwei Problemen, denn sie erwischt den Freund ihrer besten Freundin beim Fremdgehen, der natürlich nicht möchte, dass Leni sein Geheimnis verrät und schon bald ist es Leni selbst, die sich in einer schwierigen Lage wiederfindet.

Ihr zweites Problem ist dieser arrogante Schauspieler Jonas, der aber auch eine Lösung für ihr erstes Problem bietet, denn Jonas könnte auch Hilfe gebrauchen. Er ist schon ewig in dieser Serie, die sowohl inhaltlich als auch schauspielerisch anspruchslos ist und er wünscht sich, endlich mal in anderen Projekten arbeiten zu dürfen. Doch sein Vater ist sein Manager und möchte, dass er bei dieser Serie bleibt, außerdem kommt Jonas nicht aus diesem Vertrag raus. Die einzige Option: gefeuert werden. Was soll er tun, denn unzuverlässig zu sein fällt ihm schwer. Bleibt nur die Keine-Freundin-Klausel.

Ich habe mich schon gefreut, dass es eine Fake-Dating-Liebesgeschichte ist, weil ich diese wirklich sehr gerne mag und Jonas und Leni sind auch ein wirklich unterhaltsames Paar. Leni versucht noch herauszufinden, was sie vom Leben will und versucht nach der Schule ihre Freundschaften zu erhalten, während Jonas genau weiß, in welche Richtung er gehen möchte, doch sind ihm die Hände gebunden. Ich fand beide sympathisch und konnte ihre Wünsche und Entwicklung während des Buches auch gut nachvollziehen.

Fazit
"Viele Träume führen ans Ziel" konnte mit sympathischen Protagonisten, die neue Wege einschlagen, und einer spannenden Fake-Dating-Geschichte überzeugen und hat mich sehr gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 21.03.2022

Familie, Liebe & Religion

Wie ein leuchtender Stern
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Nach außen hin ist Shadi die perfekte junge Muslima, höflich und hübsch, aber innerlich leidet sie. Sie muss regelmäßig willkürliche rassistische Angriffe über sich ergehen lassen, weil sie noch ein Kopftuch ...

Nach außen hin ist Shadi die perfekte junge Muslima, höflich und hübsch, aber innerlich leidet sie. Sie muss regelmäßig willkürliche rassistische Angriffe über sich ergehen lassen, weil sie noch ein Kopftuch trägt, während Andere sogar ihre Namen ändern, um ihre Religion zu verstecken. Sie versucht einfach, gute Noten zu schreiben, aber in ihrem Kopf ist zu viel anderes los.

Ich hätte hier irgendwie erwartet, dass Rassismus und die Zeit nach dem 11. September eine größere Rolle spielt, auch weil das Buch nur zwei Jahre später spielt. Aber das meiste hier passiert innerhalb der muslimisch-persischen Gemeinde, sogar innerhalb von Shadis Familie und der ihrer ehemals besten Freundin Zahra. Mir fiel es schon schwer, die Freundschaft der beiden nachzuvollziehen, weil Zahra ständig eifersüchtig ist und ausrastet, als sie glaubt, dass Shadi Interesse an ihren Bruder Ali haben könnte. Aber Shadi bedeutet Zahras Meinung viel, daher - und nur zweitrangig wegen der Regeln und Verbote ihrer Religion - versucht Shadi, sich von Ali fernzuhalten und ihre Gefühle zu ignorieren.

Seit dem Unfalltod ihres eigenen Bruders ist auch Shadis Familie nicht mehr wie früher. Ihre Eltern und ihre Schwester haben sich verändert und Shadi wünscht sich oft woanders hin. Ich konnte Shadis Gefühle schon gut nachvollziehen, ihre Unsicherheiten und wie sie alles in sich hineinfrisst, weil sie sich niemandem anvertrauen kann. Wenn sie Höflichkeiten austauscht oder über ihre Lage philosophiert, drückt sie sich oft gewählt aus und hat manchmal auch eine spitze Zunge, wenn sie sich gerade traut, aber sie stammelt oft und da merkt man dann, wie unsicher und verzweifelt sie eigentlich ist.

Bei der Kürze des Buchs hatte ich zum Schluss schon das Gefühl, dass noch etwas gefehlt hat. Das Ende kam schon etwas plötzlich, auch wenn alle Themen mehr oder weniger abgeschlossen wurden. Ich hätte aber auch gern noch hundert weitere Seiten über Shadi gelesen.

Fazit
In "Wie ein leuchtender Stern" hätte ich mehr zum Thema Rassismus erwartet, aber mir gefiel die Geschichte der jungen Muslima, die zwischen Religion, Liebe und Familie hin und hergerissen ist und sich unglaublich einsam fühlt.

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Veröffentlicht am 19.03.2022

Spannend, unterhaltsam und ein kleines bisschen ernster als der Vorgänger

Aurora entflammt
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Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Tyler und Scarlett leiden sehr unter Cats Verlust, da sie ihr sehr nahe standen. Dass ihr Körper nun auch noch unter der Kontrolle des parasitären Ra'haam ist, macht es ...

Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Tyler und Scarlett leiden sehr unter Cats Verlust, da sie ihr sehr nahe standen. Dass ihr Körper nun auch noch unter der Kontrolle des parasitären Ra'haam ist, macht es nur noch schmerzvoller. Auf den Schultern des perfekten Captains und seiner Crew lastet nun noch viel mehr Verantwortung als je zuvor und sie schweben ständig in Gefahr, da fast jeder ihr Feind ist. Aber dafür wird aus dem Chaos-Squad immer mehr eine Familie, die mit irrwitzigen Plänen und einer guten Portion Selbstbewusstsein bisher jede Situation gemeistert hat. Aurora muss lernen, ihre gewaltigen Kräfte als Trigger zu kontrollieren, da sie im Moment auch ihre eigenen Freunde gefährdet. Kaliis, der Syldrathi, den wir auf dem Cover bewundern können, unterstützt Aurora so gut er kann, da er sich durch den "Sog" quasi unsterblich in sie verliebt hat und alles für sie tun würde.

Er wird von seiner mörderischen Schwester gejagt, die im Gegensatz zu ihm den Krieg liebt und auf der Seite der gefürchteten Zerstörer ihres Heimatplaneten kämpft. Ich fand Saedii zwar nicht sympathisch, aber sie bringt auf jeden Fall viel Action und Spannung ein. Neben den anderen Protagonisten und ihr bleiben Squadmitglieder Finian und Zila wieder eher blass, auch wenn sie eigene Perspektiven haben und zwischendurch sogar mal wichtig sind.

Ich konnte mich noch gut an die verschiedenen Mitglieder des Squads und ihre Beziehungen erinnern, aber den uralten Kampf zwischen den Alienspezies hatte ich anscheinend komplett verdrängt, daher fiel mir der Einstieg etwas schwer, auch wenn sich das schnell gelegt hat. Ich wundere mich aber nicht, dass die Liebesgeschichten besser hängen geblieben sind, weil es auch in den Köpfen der Charaktere selten um etwas anderes ging. Hier steht jetzt aber schon dieser große Krieg um die Rettung des gesamten Universums im Mittelpunkt, es fehlt aber auch nicht an Liebesdrama, Humor und spannenden kleinen Abenteuern. Der Schreibstil ist locker und unterhaltsam, aber der Ton ist oft schon ein bisschen ernster als im Vorgänger. Manches fand ich schon vorhersehbar, anderes aber doch sehr überraschend und spannend.

Fazit
"Aurora entflammt" war wieder spannend und unterhaltsam und ich mochte auch, wie sich die Charaktere entwickelt haben. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, auch wenn ich es sehr schade finde, dass es schon das letzte Buch der Reihe sein wird.

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Veröffentlicht am 16.03.2022

Lieben, obwohl es früher oder später sowieso endet?

Als wir Tanzen lernten
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Seit sie ihren Vater beim Fremdgehen erwischt hat und ihre Eltern sich haben scheiden lassen, glaubt Evie nicht mehr an die Liebe. Aber dann kann sie plötzlich auf magische Weise die Zukunft von Liebespaaren ...

Seit sie ihren Vater beim Fremdgehen erwischt hat und ihre Eltern sich haben scheiden lassen, glaubt Evie nicht mehr an die Liebe. Aber dann kann sie plötzlich auf magische Weise die Zukunft von Liebespaaren sehen und sieht dabei, dass sie alle in Herzschmerz enden, was sie nur darin bestärkt, an der Liebe zu zweifeln. Sie folgt der Spur dieser seltsamen Gabe und findet sich dann in einem Tanzkurs wieder, wo sie X kennenlernt, dessen Charme selbst sie nicht kaltlässt.

Evie sieht überall nur Beziehungen enden und durch ihre mysteriöse neue Fähigkeit jetzt sogar schon, bevor es so weit ist. Sie glaubt nicht mehr an Happy Ends und möchte sich auf nichts einlassen, das sowieso enden wird, sie versteht auch nicht, wie andere Menschen - so wie ihre Schwester oder ihre Freunde - sich das immer wieder antun können. Ihr Vater hat ihr durch seine Tat das Herz gebrochen und nun kann sie niemandem mehr vertrauen, läuft traurig und mit pessimistischem Blick durch die Welt.

Als sie Xavier / "X" als Tanzpartner bekommt, ahnt sie schon, dass er ihr das Herz brechen würde, wenn sie es zulässt. Aber X ist ehrlich, witzig und versteht ihren Schmerz. Evie versucht zwar, ihr Herz zu schützen, aber kann sich auch nicht gegen seinen Charme und die Anziehung wehren. Die beiden ergänzen sich wirklich wunderbar und ihre kleinen Auseinandersetzungen, weil Evie noch versucht, ihn nicht zu nah an sich heranzulassen, waren wirklich niedlich und unterhaltsam.

Ich kenne ja die anderen beiden Bücher der Autorin und die hatten schon ernstere Themen, aber dieses Buch war auch nicht weniger emotional und hatte auch schöne, tiefsinnige Gedanken zur Liebe und was wirklich von Bedeutung sein sollte. Ich fand Evies Pessimismus zwar schon anstrengend, aber auch nachvollziehbar. Die Darstellung ihrer Gefühle und ihre Entwicklung sind hier gut gelungen und waren mitreißend. Der Schreibstil ist auch so flüssig und unterhaltsam, sodass man wirklich schnell durch die Seiten fliegt.

Fazit
"Als wir Tanzen lernten" mit einer pessimistisch-traurigen Protagonistin, die den Glauben in die Liebe wiederfinden muss, ist sowohl unterhaltsam als auch emotional und hat mir wirklich sehr gut gefallen.

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