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Venice

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2017

Die toten vier und die verschwundene Tessa

Die Grausamen
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Gescheiterte Polizisten die in der Abteilung für Cold Cases ihr Gnadenbrot verdienen können ist nichts neues. Das ganze verpackt in einen neuen Thriller von John Katzenbach ist auf jeden Fall gelungen.
Ich ...

Gescheiterte Polizisten die in der Abteilung für Cold Cases ihr Gnadenbrot verdienen können ist nichts neues. Das ganze verpackt in einen neuen Thriller von John Katzenbach ist auf jeden Fall gelungen.
Ich habe schon lange kein Buch mehr von Katzenbach gelesen, da sie irgendwie ziemlich einheitlich wirkten. Dieser Roman ist dagegen eine gelungene Lektüre.

Vor 20 Jahren verschwand die 13 jährige Tessa aus dem noblen Vorort ihrer Stadt. Es wurde nie eine Spur von ihr gefunden. Die Eltern sind verzweifelt, die Polizei hat den Fall abgeschlossen. Durch einen privaten Unfall wurde Gabe zum Alkoholiker und hat keine Chance mehr auf seinen alten Posten bei der Polizei zurückkehren zu können. Auch Martha, die im Drogendezernat gearbeitet hat und aus Versehen ihren Partner erschossen hat, kann dorthin nicht zurück. Also wird eine neue Abteilung gegründet und die beiden sollen sich fortan darum kümmern ob es bei den Cold Cases neue Erkenntnisse gibt.

Eher lustlos beginnen sie die unbefriedigte Arbeit. Durch Zufall stößt Martha auf 4 Todesfälle die von den seinerzeit besten Polizisten bearbeitet wurden und trotz Empfehlung auf weitergehende Ermittlungen bei den Cold Cases landet. Auf den ersten Blick haben die 4 Todesfälle nichts miteinander zu tun und noch weniger mit dem Verschwinden von Tessa.

Daraus ergibt sich eine spannende Jagd bei dem Gabe und Martha in Lebensgefahr geraten. Offensichtlich gibt es auch nach 20 Jahren Menschen die eine Aufklärung verhindern wollen. Die Auflösung hat mich wirklich überrascht und mich betroffen zurückgelassen. So ein Ende hätte ich nicht erwartet.

Der Schreibstil ist lebendig, der Spannungsbogen selbst auf über 500 Seiten hoch gehalten. Die Personen werden gut beschrieben und man kann sich gut in sie hineinversetzen.

Veröffentlicht am 27.05.2017

Mord in der Provence

Gefährlicher Lavendel (Ein-Leon-Ritter-Krimi 3)
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Leon Ritter, Gerichtsmediziner aus Deutschland fühlt sich wohl in der Provence und in dem kleinen Örtchen Le Lavandou. Die Ruhe findet jedoch bald ein Ende als ein bekannter Richter erst vermisst und wenig ...

Leon Ritter, Gerichtsmediziner aus Deutschland fühlt sich wohl in der Provence und in dem kleinen Örtchen Le Lavandou. Die Ruhe findet jedoch bald ein Ende als ein bekannter Richter erst vermisst und wenig später grausam gefoltert auf seinem Seziertisch landet. Bald darauf verschwindet ein weiterer stadtbekannter Mann und wird kurz darauf mit grausamen Folterspuren aufgefunden. Was verbindet die Männer miteinander und wer wendet solche Foltermethoden an ?

Die Polizei hat einen Verdächtigen gefunden der kurz darauf spurlos verschwindet. Die Polizei ist sich sicher das der gesuchte Mörder auf der Flucht ist. Nur Leon Ritter ist sich da nicht so sicher, hört auf sein Bauchgefühl und stellt eigene Ermittlungen an. Am Ende ist er es der den wahren Sachverhalt aufklärt und es kommt zu einem großen Showdown bei dem er selbst in Lebensgefahr gerät.

Ich habe mich sehr darauf gefreut den dritten Teil mit Leon Ritter zu lesen und wurde nicht enttäuscht. Die Spannung ist hoch und bleibt, mit einigen Längen, die ganze Zeit erhalten. Der Schreibstil ist lebendig, die einzelnen Personen werden realistisch dargestellt. Auch die Mischung aus Privatleben und Ermittlungsarbeit ist genau richtig. Das ganze angesiedelt in einem beschaulichen Ort in der Provence lässt Urlaubsträume aufkommen.

Ein wenig merkwürdig erscheint mir nur die Rolle von Leon Ritter bei den Ermittlungen. Die Polizei kommt nicht so gut dabei weg. Kompetenzgerangel mit höheren Stellen in Paris verhindern das. Nur der unabhängige Leon Ritter kann ungestört ermitteln zum Zorn der örtlichen Polizei.

Ich freue mich auf jeden Fall auf einen neuen Fall in dieser Reihe den ich gerne wieder lesen möchte

Veröffentlicht am 27.05.2017

Die Toten unter uns

Der Freund der Toten
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In einem kleinen Dörfchen Mulderig im County Mayo in Irland steigt ein junger Mann aus dem Bus, angeblich um Abstand von der Großstadt zu gewinnen. Der ungepflegt wirkende Mahony freundet sich als erstes ...

In einem kleinen Dörfchen Mulderig im County Mayo in Irland steigt ein junger Mann aus dem Bus, angeblich um Abstand von der Großstadt zu gewinnen. Der ungepflegt wirkende Mahony freundet sich als erstes mit dem Wirt an. Nach etlichen Bier bringt dieser ihn in ein Gästehaus am Rande des Ortes. Dort pflegt Shauna die Wirtin eine ältere Schauspielerin die seit Jahren in der Bibliothek wohnt. Schnell gewinnt Mahony deren Herz und erzählt das er in einem Waisenhaus aufgewachsen ist. Als er erwachsen ist erhielt er einen Brief in dem er erfährt das seine Mutter, Orla aus dem kleine Ort stammt und er vor der Tür des Waisenhauses ausgesetzt wurde.

Mit Hilfe der alten Merle versucht er mehr über seine Mutter zu erfahren. Schnell ist er der Mittelpunkt des Dorfes. Die Männer neiden ihn und die Frauen und Kinder liegen ihm zu Füßen. Und nicht nur die Lebenden, auch die Toten sind immer um ihn herum. Denn er sieht die längst Verstorbenen in allen Winkeln.

Das Buch springt immer wieder von der Vergangenheit in die Gegenwart. Teilweise mit Witz aber auch ernst erfährt man nach und nach was mit Orla geschah und wie fest die Dorfgemeinschaft zusammenhält.
Der Schreibstil ist poetisch fantasievoll. Die einzelnen Personen, lebend und tot werden gut beschrieben und trotz einiger Längen mit allzu blumigen Beschreibungen wird es einem nicht langweilig bei dieser Lektüre.

Veröffentlicht am 27.05.2017

Lotta Fiore ermittelt wieder

Die unbekannte Schwester
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Lotta Fiore, vermeintliche Tochter der berühmten Opernsängerin, gescheiterte Sängerin und Polizistin und ehemalige Kaufhausdetektivin, sollte eigentlich glücklich sein, hat sie doch die Hürden der Aufnahme ...

Lotta Fiore, vermeintliche Tochter der berühmten Opernsängerin, gescheiterte Sängerin und Polizistin und ehemalige Kaufhausdetektivin, sollte eigentlich glücklich sein, hat sie doch die Hürden der Aufnahme bei der Kriminalpolizei in Wien übergangen. Doch an ihrem ersten Arbeitstag versteckt sie sich auf der Damentoilette. Später ergeht es ihr auch nicht besser. An ihrem ersten Tatort muss sie sich übergeben.

Die weiteren Ermittlungen die nur dem ersten Anschein nach ein Selbstmord sind, führt sie auf ihre unkonventionelle Weise wieder alleine bzw. mit Konrad Fürst, ihrem Vater der gerade erst aus dem Koma erwacht ist.
In den Ermittlungen geht es um ihre ganz eigene vergessene Kindheit mit dem gefeierten Opernstar die ihre eigene Tochter lieber in ein Heim gab, da sie nicht ganz ihren Vorstellungen entsprach.

Nach und nach kommen immer mehr Erinnerungen und auf einmal verschwindet Henriette, die leibliche Tochter von Maria Fiore. Das Ende ist hochspannend und wirft kein gutes Bild auf die gefeierte Operndiva.

Dies ist bereits der dritte Teil um Carlotta Fiore die ich alle gelesen habe. Durch immer wieder eingestreute Rückblicke ist die Lektüre eigentlich nicht Voraussetzungen um sich in die Protagonistein einzufinden.
Der Schreibstil ist gut, sehr lebendig. Teilweise gibt es ein paar Längen und Lotta stolpert irgendwie von einem Fettnäpfchen ins nächste. Am Ende wächst sie über sich hinaus und es wird wirklich sehr spannend.

Ich bin gespannt auf eine Fortsetzung um zu erfahren wie es mit Lotta und den anderen weitergeht.

Veröffentlicht am 27.05.2017

Tot an der Algarve

Lost in Fuseta
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Der Asperger Autist und Polizist Leander Lost aus Hamburg nimmt an einem Austauschprogamm von Europol teil. Ihn verschlägt es in ein kleines beschauliches Fischerdorf an der Ost Algarve. Kaum angekommen ...

Der Asperger Autist und Polizist Leander Lost aus Hamburg nimmt an einem Austauschprogamm von Europol teil. Ihn verschlägt es in ein kleines beschauliches Fischerdorf an der Ost Algarve. Kaum angekommen wird ein Privatdetektiv tot auf einer Insel aufgefunden. Gemeinsam mit den portugiesischen Polizisten Graciana Rosado und Carlos Esteves beginnt er gleich mit der Arbeit.
Als es bei der Durchsuchung der Wohnung des Detektives zu einem Überfall kommt, schießt er Carlos ins Bein. Kaum angekommen scheint sein Austausch schon wieder beendet.
Nur Soraia, Schwester von Graciana, und Nachbarin von Leanders Unterkunft erkennt die besondere Begabung von Leander. Er verfügt über ein fotografisches Gedächtnis.

Er bekommt also eine zweite Chance und die drei Polizisten kommen einem ungeheuerlichen Skandal auf die Spur. Es geht um das lebensnotwendige Wasser. Ein findiger Unternehmer füllt Wasser aus einem nahegelegenen Stausee in Flaschen und verkauft es für teuer Geld. Schnell steht fest, diese Machenschaften haben noch weitere Opfer gefordert.

Die Besonderheit von Leander im Bezug auf Emotionen führt teilweise zu humorvollen Situationen. Der Schreibstil ist lebendig, die Personen und die schöne Landschaft der Algarve werden gut dargestellt. Außerdem erfährt man viel über das Leben mit dem Asberger Syndrom. Viel Spannung ist nicht zu erwarten aber das Buch ist eine nette Urlaubsunterhaltung.