Profilbild von txtrovert

txtrovert

Lesejury Profi
offline

txtrovert ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit txtrovert über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2017

Eine Ode an die Entschleunigung, die nach ihrem brillanten Auftakt aber mehr und mehr durch immer längere Auszüge aus Fremdwerken ersetzt wi

Das Geräusch einer Schnecke beim Essen
0

Aww, was für ein schönes Büchlein! Elisabeth Bailey von einer Krankheit, die sie sich auf einer Reise eingefangen hat, und die sie mehrere Jahre lang komplett schwächt und ans Bett fesselt. Dieses Buch ...

Aww, was für ein schönes Büchlein! Elisabeth Bailey von einer Krankheit, die sie sich auf einer Reise eingefangen hat, und die sie mehrere Jahre lang komplett schwächt und ans Bett fesselt. Dieses Buch handelt von mehreren Monaten, wo sie sich langsam, ganz langsam, auf dem Weg der Besserung befindet. Eine Freundin bringt ihr eines Tages überraschend eine Schnecke in einem Veilchentopf mit und von da an werden Elisabeth und die Schnecke Zimmergenossinnen. Durch ihre Krankheit aus dem Leben gerissen und zwangsweise entschleunigt, konnte Elisabeth eigentlich gar nichts Besseres (ihre Genesung mal ausgeschlossen) passieren, als diese kleine Schnecke zu bekommen. Denn diese, selbst Königin der Langsamkeit, lehrt Elisabeth einiges über die Zeit und das Leben:

Sie dahingleiten zu sehen, war eine willkommene Ablenkung und zugleich eine Art Meditation; meine oft hektischen Gedanken beruhigten sich allmählich und passten sich dem ruhigen, sanften Rhythmus der Schnecke an. Mit ihrer ruhigen, fließenden Bewegung war die Schnecke eine wahre Tai-Chi-Meisterin.

Durch das Buch ziehen sich haufenweise Zitate oder kurze Abschnitte aus Schnecken-Fachliteratur, in die sich Bailey nach ihrer Genesung eingelesen hat, und die sie stückweise immer wieder einfließen lässt. Teilweise fand ich es etwas viel, wenn sich ein Kapitel nur aus vielen Zitaten und nur wenig Eigentext zusammengesetzt hat, aber ich finde, ich habe auch einiges gelernt über diese wunderbaren, kleinen Kriechtiere. Zugegeben, es passiert nicht viel in diesem Buch, das sollte man auch bei dem Titel schon wissen, aber es ist einfach wunderbar, zusammen mit Bailey die wunderbare Kreatur Schnecke kennenzulernen. Ganz nebenbei gewinnt man auch Erkenntnisse über das Leben selbst, die Verschwendung der geringen Zeit, die man hat, und, ganz weit oben: über die Entschleunigung. Beim Lesen selbst habe ich gemerkt, dass ich entspannter war als sonst bei einem Buch, vielleicht weil die Beschreibungen der kleinen Schnecke und ihrem Häuschen wahnsinnig beruhigt haben. Immer mal wieder habe ich das Büchlein hervorgeholt, um „mal schnell“ ein oder zwei Kapitel zu lesen, und „ganz gemütlich“ sind es dann ein paar mehr geworden.

Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

Veröffentlicht am 28.05.2017

Familie und Ende treiben in den Wahnsinn – und das Buch in die Versenkung.

Das Unglück anderer Leute
0

PUH! Also diejenigen, die mir auf Instagram folgen, haben vielleicht schon mitbekommen, dass ich von diesem Roman sehr, SEHR überfordert war, was das groteske Ende anging. Weiter unten gibt es ein Spoiler-Rant, ...

PUH! Also diejenigen, die mir auf Instagram folgen, haben vielleicht schon mitbekommen, dass ich von diesem Roman sehr, SEHR überfordert war, was das groteske Ende anging. Weiter unten gibt es ein Spoiler-Rant, aber vorher werde ich mich bemühen, spoilerfrei zu bleiben.

Es geht generell um die Oxford-Absolventin Thene und ihre wahnsinnig nervige und anstrengende Familie (ihren Halbbruder ausgenommen). Außerdem geht es um den Tod, das Schicksal und Wahrscheinlichkeiten. Als es nämlich auf dem Weg zu ihrer Abschluss-Zeremonie in Oxford einen Todesfall gibt, kommt die gesamte „Mischpoke“, die ihre Familie ist, zusammen, und das artet etwas aus. Leute werden aus dem Familien-Zusammenkommen vertrieben, dann muss getröstet werden und zwischen all dem soll Thene auch noch ihre Trauer begreifen. Die Familie macht sich dann auf zur Beerdigung, diskutiert während der Fahrt über alte Zeiten (die nicht immer gut waren.. wenn überhaupt) und als sie ankommen, sind alle baff über die riesige Menschentraube, die sich versammelt hat. Auf der Rückfahrt bzw. danach schlägt dann aber das Schicksal zu und alle beginnen, die Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten der Dinge zu berechnen…

Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

Veröffentlicht am 28.05.2017

Witzige Schnitzeljagd, die mehrere Leben unterhaltsam verschwurbelt – allerdings etwas voraussehbar.

Das geheime Leben des Monsieur Pick
0

„Monsieur Pick“ (kürzen wir es der Einfachheit halber mal ab) handelt von einer Bibliothek, in der abgelehnte Manuskripte aufbewahrt werden. Abgegeben werden müssen sie persönlich, dies gilt als symbolischer ...

„Monsieur Pick“ (kürzen wir es der Einfachheit halber mal ab) handelt von einer Bibliothek, in der abgelehnte Manuskripte aufbewahrt werden. Abgegeben werden müssen sie persönlich, dies gilt als symbolischer Akt des Loslassens und Vergessens und aus ganz Frankreich pilgern gescheiterte Schriftsteller dorthin, um ihre Werke abzugeben. Auftritt Magali: Sie soll in der Bibliothek zur Hand gehen, hat aber mit Büchern nichts am Hut. Als dann auch noch Gourvec, der Besitzer, stirbt, ist sie komplett überfordert.

Nebenher erfahren wir vom Leben der Delphine, Junglektorin und immer auf der Suche nach dem neuesten Bestseller. Sie lernt über sein Buch den Schriftsteller Frédéric kennen und gemeinsam entdecken sie bei einem Besuch in der Bibliothek der abgelehnten Manuskripte einen kleinen Schatz: den Roman von Henri Pick. Diesen gilt es nun zu veröffentlichen, aber zuvor muss noch die Familie des verstorbenen Pizzeria-Inhabers ausfindig gemacht werden.

Delphine fürchtete, die Nachricht könnte einen Schock auslösen. Madeleine hatte deutlich gesagt, dass ihr Mann nie gelesen hatte. Aber vielleicht stimmte ja Frédérics Vermutung. Man würde ihr schließlich nicht eröffnen, dass es in seinem Leben eine andere Frau gegeben hatte, sondern nur einen Roman. (Für manche mag das dasselbe sein.)

Madeleine und Josephiné, Frau und Tochter des mysteriösen Monsieur Pick, können es gar nicht glauben, hat Henri doch allerhöchstens mal die Einkaufsliste geschrieben! Und schon beginnt auch schon der Hype um das Buch, jeder möchte wissen, wer Henri Pick war, womit er seine Brötchen verdient hat und was für Einflüsse er hatte. Familie Pick versinkt in einem Strudel aus Wahnsinn und 5-Minuten-Ruhm, und die Geschichten aller Charaktere beginnen sich zu verflechten…

Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

Veröffentlicht am 28.05.2017

7 von 9 Erzählungen konnten überzeugen; zwischen bissigem Humor und brillanten Ideen und seltsamen Verirrungen war es aber allerdings eine Gratwanderung.

Die steinerne Matratze
0

Bisher habe ich zu meiner Schande noch nichts von Margaret Atwood gelesen, „The Handmaid’s Tale“ steht bei mir seit Jahren ungelesen im Regal. Aber als ich die Beschreibung zur „steinernen Matratze“ gelesen ...

Bisher habe ich zu meiner Schande noch nichts von Margaret Atwood gelesen, „The Handmaid’s Tale“ steht bei mir seit Jahren ungelesen im Regal. Aber als ich die Beschreibung zur „steinernen Matratze“ gelesen habe, dachte ich, dass es doch interessant wäre, mit Kurzgeschichten in die Welt der Margaret Atwood einzutauchen.

9 Erzählungen sind in diesen Band gefasst, teilweise verknüpft, teilweise komplett anders als die anderen. Jede erzählt uns auf ein paar Seiten fast die ganze Lebensgeschichte der jeweiligen Personen, und das auf eine Art, die ganz wunderbar funktioniert: Bissig, verrückt und mit jede Menge trockenem Humor lässt Atwood uns an den Geschichten dieser Menschen teilhaben. Alle dieser Personen sind etwas besonderes, ob sie nun meisterhafte Fantasy-Literatur schreiben, winzige Persönchen sehen, ein großer Dichter gewesen sind oder einfach nur jemanden ermordet haben. Atwood schafft es, auf diesen wenigen Seiten, die sie für diese Geschichten nutzt, einen kleinen Mini-Kosmos zu schaffen, in den man sofort reingezogen wird, ob man will oder nicht. Man will unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht, und teilweise ist das Ende befriedigend, manchmal aber auch offen gelassen.

Sie fest in seinen Armen zu halten – nein, sie festzuhalten – ist das Elektrisierendste, was er je erlebt hat. Sie surrt vor Gefahr wie eine Hochspannungsleitung, sie ist eine offene Steckdose; sie ist die Summe seiner eigenen Unwissenheit, die Summe aus allem, was er nicht begreift und niemals begreifen wird. (aus: „Der gefriergetrocknete Bräutigam“)

Nicht alle der 9 Geschichten haben es geschafft, mich anzusprechen, manche waren einfach etwas wirr und ich musste zeitweise zurückblättern, um noch einmal die Namen nachzulesen, oder wer jetzt wer ist. Ich fand es schön, dass die ersten drei Geschichten lose aneinander geknüpft waren, und habe mich gefreut, dass die Geschichte der in „Alphinland“ erwähnten Personen noch weiter ausgeführt wird. Schon an der Inhaltsangabe sieht man jedoch, dass diese drei von den anderen Geschichten abgetrennt sind. Die Erzählungen nach den ersten dreien fand ich alle unterschiedlich gut, die Erzählperspektiven wurden gewechselt, teilweise wurde leider auch gar nicht die gesamte Story aufgedeckt, die mich aber sehr interessiert hätte („Der gefriergetrocknete Bräutigam“), wieder andere waren jedoch auf ihre Art sehr wirr und ich konnte nicht wirklich etwas damit anfangen („Bezaubernde Zenia“). Im Nachwort wird erzählt, dass die „bezaubernde Zenia“ für ein Projekt gewesen sei, in dem eine Person aus einem früheren Werk wieder auferstehen sollte. Da ich das Werk („Die Räuberbraut“) leider nicht kenne, konnte ich dementsprechend auch nichts mit dieser Geschichte anfangen.

Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

Veröffentlicht am 28.05.2017

Eine nicht so ganz störrische Braut, ein seltsamer Bräutigam, eine lustige Geschichte – ein seichtes Lesevergnügen, aber leider nicht mehr.

Die störrische Braut
0

Kate Battista ist eine junge Frau, die Betreuerin in einem Kindergarten ist, ihr Studium abgebrochen hat, und den Rest ihrer Zeit daheim bei der Hausarbeit und im Garten verbringt. Nun soll sie aber, auf ...

Kate Battista ist eine junge Frau, die Betreuerin in einem Kindergarten ist, ihr Studium abgebrochen hat, und den Rest ihrer Zeit daheim bei der Hausarbeit und im Garten verbringt. Nun soll sie aber, auf Wunsch ihres Vaters, der ein wichtiges Autoimmunprojekt betreibt, seinen Laborassistenten „Pjoder“ Pjotr heiraten, der sonst sehr bald wieder in seine Heimat geschickt wird, da sein Visum ausläuft. Abgeneigt von dem jungen Russen und seiner Schroffheit, und wütend auf ihren Vater, der ihr anscheinend nicht zutraut, dass sie, das große, schlaksige Mädchen, sich selber einen Mann sucht, ist sie ziemlich ablehnend gegenüber der ganzen Idee. Als sie aber erfährt, dass es sich um eine reine Papierehe handeln soll, muss sie doch überlegen, ob sich daraus nicht doch einige Vorteile für sie erzielen lassen…

„Die störrische Braut“ ist ein Buch wie keines, was ich bisher gelesen habe. Ich muss gestehen, „Der widerspenstigen Zähmung“ nicht gelesen zu haben, daher war mir die Geschichte auch neu und ich wusste auch noch nicht, wie sie ausgeht. Erzählt wird in einer federleichten Sprache, sodass man das Buch schon fast in einer Sitzung verschlingen kann. Die Dialoge sind authentisch, aber da der Erzähler keinen Einblick in die Gefühle der Charaktere gewährt, hat man doch nicht das Gefühl, dass man hundertprozentig die Handlungen der jeweiligen Person nachvollziehen kann.

Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com