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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2022

Spannende Fortsetzung

Ein Präsident verschwindet
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Philipp Gerber ist Teil der Sicherungsgruppe Bonn und wird mitten in der Nacht zu einem geheimen Treffen mit Vertretern der nachkriegsdeutschen Sicherheitsbehörden und Bundeskanzler Konrad Adenauer geholt. ...

Philipp Gerber ist Teil der Sicherungsgruppe Bonn und wird mitten in der Nacht zu einem geheimen Treffen mit Vertretern der nachkriegsdeutschen Sicherheitsbehörden und Bundeskanzler Konrad Adenauer geholt. Der Verfassungsschutzpräsident Otto John ist verschwunden und in Ost-Berlin wieder aufgetaucht. Besonders brisant für Philipp: Seine Freundin Eva, ebenfalls verschwunden, wurde mit Otto John in Ost-Berlin gesichtet. Nun soll Philipp gemeinsam mit der Organisation Gehlen und der West-Berliner Polizei herausfinden, was es mit dem Verschwinden Otto Johns auf sich hat und ob es Möglichkeiten gibt, ihn zurückzuholen. Dazu begibt er sich nach West-Berlin, auch angetrieben von vielen Fragen bezüglich Evas Rolle in der Affäre.

Ich habe schon den ersten Teil um Philipp Gerber sehr gern gelesen. Auch im zweiten Fall habe ich sehr viel über den westdeutschen Sicherheitsapparat der 50-er Jahre erfahren und gelernt. Besonders interessant ist die Tatsache, dass Otto Johns Verschwinden tatsächlich passiert ist und zu einem der ersten Skandale der BRD gehört.

Ralf Langroth schreibt ruhig und erzeugt auf diese Weise Spannung ab der ersten Seite. Ich finde Philipp Gerber als Protagonisten sehr spannend und interessant. Erneut beeindruckt hat mich, wie Ralf Langroth die politischen, gesellschaftlichen und sicherheitsrelevanten Prozesse der BRD und diesmal auch zum Teil der DDR den Lesenden näherbringt, ohne das Gefühl einer Geschichtsstunde zu vermitteln. Ihm gelingt es, historische Fakten und Entwicklungen mit dem spannenden Plot und den interessanten Personen des Romans zu verbinden.

Auf den dritten Teil der Reihe bin ich schon sehr gespannt und kann den Thriller allen empfehlen, die sich auf Zeitreise in die 50er-Jahre begeben und gleichzeitig spannend unterhalten werden mögen.

Veröffentlicht am 28.03.2022

Lesehighlight

Chopinhof-Blues
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Katja lebt in Berlin und arbeitet im Bereich Recruiting in einer Bank. Sie ist immer gestresst und hat kaum Zeit für sich. Immer wieder fährt sie aber zu ihrem Bruder nach Wien, um ihn nach den vielen ...

Katja lebt in Berlin und arbeitet im Bereich Recruiting in einer Bank. Sie ist immer gestresst und hat kaum Zeit für sich. Immer wieder fährt sie aber zu ihrem Bruder nach Wien, um ihn nach den vielen Trennungen von verheirateten Frauen zu trösten. Ihre schwierige Kindheit schweißt sie zusammen.
Adam ist vor einigen Jahren mit seiner Frau Aniko von Budapest nach Wien gezogen und ist nun Maler. Er wünscht sich, mit Aniko eine Familie zu gründen, während sie noch nicht sicher ist. Seine Freizeit verbringt Adam mit seinem besten Freund Daniel und dessen kleinem Sohn, um den sich Adam gerne kümmert.
Esra kehrt verletzt und traumatisiert von ihrer Recherche für eine Reportage aus San Pedro Sula in Honduras zurück nach Wien. Dort trifft sie auf ihre Untermieterin Magda und versucht, sich von den Albträumen, Sorgen und kreisenden Gedanken abzulenken.

Anna Silber gelingt es auf ruhige Art und Weise die Geschichten, Wünsche und Verletzungen der Protagonist:innen lebendig werden zu lassen. Sie schreibt mit einer ungewöhnlichen Intensität, die ich gar nicht richtig beschreiben kann. Ihre Schreibweise hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich konnte mir die Charaktere sehr gut vorstellen und ihr Denken, Fühlen und Handeln nachvollziehen. Außerdem schafft es die Autorin, die Protagonist:innen langsam aufeinander zu zuführen, sodass die Zusammenhänge und Verquickungen der drei Erzählstränge mit der Zeit klarer werden. Besonders die Geschichten der beiden jungen Frauen Katja und Esra habe ich verschlungen. Die zwischen den Protagonist:innen wechselnden Kapitel haben die Spannung weiter erhöht.

Der Roman „Chopinhof-Blues“ von Anna Silber hat mich überrascht und in jeder Hinsicht sehr überzeugt. Ich werde mir den Namen der Autorin auf jeden Fall merken. Den Roman kann ich allen empfehlen, die sich auf eine ruhige, beschreibende Geschichte mit interessanten Charakteren einlassen mögen.

Veröffentlicht am 26.12.2021

Berührend und zum Nachdenken anregend

Die Enkelin
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Nach dem plötzlichen Tod von Birgit muss Kaspar nach langer Ehe mit ihr feststellen, dass er längst nicht alles über sie und ihr Leben weiß...

Die Ehe der beiden war schon seit einiger Zeit von Schwierigkeiten ...

Nach dem plötzlichen Tod von Birgit muss Kaspar nach langer Ehe mit ihr feststellen, dass er längst nicht alles über sie und ihr Leben weiß...

Die Ehe der beiden war schon seit einiger Zeit von Schwierigkeiten geprägt und trotzdem wird deutlich, mit wie viel Zuneigung und Liebe Kaspar seiner Frau Birgit jeden Tag aufs Neue begegnet ist.
Nach ihrem Tod sieht er ihre Sachen durch, so auch das Manuskript eines Textes von Birgit, der einige Informationen enthält, von denen Kaspar keine Ahnung hatte. Er macht sich auf die Suche nach Menschen, die Birgit bei ihrer Flucht zu Kaspar nach Westdeutschland in der DDR zurücklassen musste. Er erfährt viel über Birgits Leben, ihre Zerrissenheit und lernt Menschen kennen, die ihm einerseits sehr fremd sind, die er aber gerne kennenlernen möchte. Insbesondere seine Enkelin, die in einer völkischen Gemeinschaft und Familie lebt. Kaspar versucht, eine Beziehung zu dem Mädchen aufzubauen und ihr eine Welt zu zeigen, die für sie eine komplett unbekannte ist.

„Die Enkelin“ ist für mich der zweite Roman nach „Der Vorleser“, den ich von Bernhard Schlink gelesen habe. Mich hat „Die Enkelin“ sehr gefesselt und berührt. Der Schreibstil lässt sich angenehm lesen. Unsagbar gut geschildert ist die Ambivalenz, die gefühlt alle Protagonist:innen erleben. Besonders Kaspars Unsicherheit gegenüber seiner Enkelin Sigrun ist sehr authentisch beschrieben, die Frage, wie weit er gehen kann, um sie von einer anderen Weltanschauung zu überzeugen, dabei aber nicht den Draht zu ihr zu verlieren und auch ohne ihre Eltern gegen sich aufzubringen.

Ich habe „Die Enkelin“ als sehr starken Roman empfunden, der über alles verfügt, was für mich einen lesens- und empfehlenswerten Roman ausmacht.

Veröffentlicht am 20.12.2021

Spannender Krimi in ungewohnter Umgebung für Fabian Risk

Meeressarg (Ein Fabian-Risk-Krimi 6)
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Ich habe die Reihe um Fabian Risk nicht von Beginn an gelesen, sondern bin erst mit den beiden Bänden vor "Meeressarg" eingestiegen.
"Meeressarg" unterscheidet sich von den Krimis um den Würfelmörder meiner ...

Ich habe die Reihe um Fabian Risk nicht von Beginn an gelesen, sondern bin erst mit den beiden Bänden vor "Meeressarg" eingestiegen.
"Meeressarg" unterscheidet sich von den Krimis um den Würfelmörder meiner Meinung nach recht deutlich. Es geht in dem Kriminalroman in erster Linie um Risks Privatermittlungen außerhalb Schwedens in Dänemark. Sein Team spielt in diesem Roman überhaupt keine Rolle. Stattdessen habe ich als Leserin Einblicke in Dunia Hougards Handlungen und in die Ermittlungen von der Kopenhagener Mordkommission bekommen. Nachdem ein Auto mit den Leichen eines hochrangigen Beamten sowie einer unbekannten Frau aus dem Wasser gezogen wurde, beginnt das Kopenhagener Team um Jan Hesk mit den Ermittlungen. Schon bald zeichnet sich ab, dass Chef Kim Sleizner eine Rolle in den Ermittlungen spielt...

Wie auch in den vorigen Bänden haben mich Stefan Ahnhems Schreibstil sowie sein Spannungsaufbau überzeugt. Ich war von der ersten Seite an gefesselt. Die Charaktere sind nach meinem Empfinden zum Teil ein wenig eindimensional beziehungsweise plakativ beschrieben (z.B. Kim Sleizner). Andere Charaktere, allen voran Fabian Risk, sind mehrdimensional und ich konnte ihre Handlungen nachvollziehen.
Der Krimi führt einige lose Enden zusammen, sodass nach Beendigung des Romans einige offene Fragen geklärt waren. Generell ist es zu empfehlen, die Krimis zuvor aus der Fabian-Risk-Reihe gelesen zu haben, da sowohl Fabian Risks Ermittlungen als auch die Feindschaft von Dunia und Kim Sleizner auf die anderen Krimis aufbauen.

Insgesamt hat mir "Meeressarg" sehr gut gefallen und ich würde ihn Krimifans empfehlen, vor allem denen, die die vorigen Fabian-Risk-Krimis schon gelesen haben.

Veröffentlicht am 12.12.2021

Schönes, abwechslungsreiches Malbuch zum Entspannen

Malbuch für Erwachsene
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Mich hat das Ausmalbuch positiv überrascht. Die Motive sind sehr unterschiedlich, sowohl vom Motiv her (von mandalaähnlichen, abstrakten Motiven bis hin zu Tierbildern), als auch bezüglich der Komplexität. ...

Mich hat das Ausmalbuch positiv überrascht. Die Motive sind sehr unterschiedlich, sowohl vom Motiv her (von mandalaähnlichen, abstrakten Motiven bis hin zu Tierbildern), als auch bezüglich der Komplexität. Für einige Motive und Bilder werden mehrere Stunden benötigt, für andere deutlich weniger. Das Buch hat den Untertitel „Ausmalbuch für mehr Selbstliebe“ und entsprechende Sprüche sind in den Bildern untergebracht. Ich tue mich mit solchen Sprüchen oft schwer. In diesem Buch sind, wahrscheinlich wie für viele andere auch, einige dabei mit denen ich etwas anfangen kann und auch andere, die für mich nicht so passend sind. Großer Pluspunkt ist, dass das Papier dick und das Buch so aufgebaut ist, dass auch beim Ausmalen mit Filzstiften nichts durchdrückt und verfärbt. Generell lässt sich das Buch gut aufklappen, sodass das Ausmalen kein Problem ist.

Insgesamt gefallen mir viele der Motive und ich merke, dass mich das Ausmalen der Bilder merklich entspannt. Allen, die sich auf Motive, Sprüche und Malen einlassen mögen, würde ich das Ausmalbuch empfehlen.