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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2022

Wer war Gema?

Meine verlorene Freundin
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Die Autorin Milena Busquets, erzählt in ihrem neuen Roman „Meine verlorene Freundin“ eine Geschichte von der Vergangenheit, die wir vergessen haben und die uns immer wieder heimsucht.

Inhalt:
Sie ist ...

Die Autorin Milena Busquets, erzählt in ihrem neuen Roman „Meine verlorene Freundin“ eine Geschichte von der Vergangenheit, die wir vergessen haben und die uns immer wieder heimsucht.

Inhalt:
Sie ist Autorin, Mitte vierzig, alleinerziehende Mutter zweier Kinder, und obwohl ihre Beziehungsversuche meist scheitern, fühlt das Leben sich sehr behaglich an: Barcelona, der Sommer am Meer, die Körper, die Bars, eine beherzte Leichtigkeit. Bis ein Gespenst sie überfällt, eine jähe Erinnerung: an Gema, die allerbeste Kindheitsfreundin, die fünfzehnjährig unrettbar an Krebs erkrankte. Was wäre wohl aus ihr geworden? Wann hatten sie und Gema einander zuletzt gesehen? Und warum ist die Erinnerung an die verlorene Freundin so verblasst? Um dieser plötzlichen Erscheinung nachzuspüren, macht sie sich auf die Suche, geht Fotoalben durch und alte Schülerzeitungen, spricht mit den damaligen Freundinnen. Doch keine scheint sich zu erinnern. Keine außer ihr selbst – oder bildet sie sich das alles nur ein?

Meine Meinung:
Was soll der Titel bedeuten? Er sollte auf einer Geschichte aus längst vergangener Zeit beruhen! Wesentlicher sind in diesem Buch jedoch die Geschichten über das Jetzt und Hier.

Die Autorin lässt die Gedanken der Ich-Erzählerin zurück schweifen und springt gerne in der Perspektive zwischen Vergangenheit und Gegenwart, umher. Wieso kommt ihr nach so vielen Jahren, ihre scheinbar beste Freundin, die mit 15 Jahren an Leukämie gestorben ist, in den Sinn und welche Ereignisse möchte sie sich eigentlich in Erinnerung rufen! Weshalb hat sie Gema damals nicht im Krankhaus besucht oder ist zu ihrer Beerdigung gegangen? Ihre Erinnerungen sind wahrlich nicht zahlreich! Weshalb recherchiert sie nach so langer Zeit nach Gema? Gab es überhaupt Gema und waren sie wirklich befreundet!

Der Erzählton ist betrachtend bis reflektierend. Über der ganzen Erzählung liegt ein Schleier aus Vergangenem und Gegenwärtigem. Man weiß nur nicht, wie und wen die Ich-Erzählerin erreichen will: sind es nur Gedanken der Selbstbesinnung? Gibt es einen Wendepunkt im Leben der Erzählerin? Hat der Tod ihrer Freundin sie verändert? Wohl kaum, da sie sich an vieles gar nicht mehr erinnern kann!

Zitat:
Selbst mit ihrem leichten Schreibstil, konnte mich die Autorin von ihrer Geschichte nicht überzeugen. Für mich bleibt die Geschichte rätselhaft. Der Bezug zu den einzelnen Familienmitgliedern und Freunde untereinander und miteinander, sind nicht immer überschaubar. Man feiert, trinkt und geht dem Müßiggang nach. Ihre gegenwärtige Affäre beherrscht das Geschehen.

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Veröffentlicht am 19.07.2022

Geheimnisse aus der Vergangenheit

Die Frau im veilchenblauen Mantel
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Clarisse Sabard schreibt in ihrem neuen Roman „Die Frau im veilchenblauen Mantel“ über die Liebe einer Mutter, die Geheimnisse der Vergangenheit und das Glück des Neuanfangs.

Inhalt:
Jo ist mit ihrem ...

Clarisse Sabard schreibt in ihrem neuen Roman „Die Frau im veilchenblauen Mantel“ über die Liebe einer Mutter, die Geheimnisse der Vergangenheit und das Glück des Neuanfangs.

Inhalt:
Jo ist mit ihrem Leben eigentlich ganz zufrieden: Sie ist Single, Anfang dreißig, hat eine Clique, mit der sie Pferde stehlen kann, und einen Opa, der immer für sie da ist. Jetzt müsste nur noch ihr bester Kumpel merken, dass zwischen den beiden mehr ist als nur Freundschaft …Bei einer Routineuntersuchung bekommt sie jedoch eine beunruhigende Diagnose: Sie muss sich einer Operation am Gehirn unterziehen, ein Aneurysma könnte ihr Leben gefährden. Um sie vor der wichtigen OP auf andere Gedanken zu bringen, schenkt Jos Opa ihr eine Kette mit einer geheimnisvollen Inschrift: »Von Charlotte für Gabriel«. Doch wer waren die beiden, und wie gelangte die Kette in den Besitz des Großvaters? Auf der Flucht vor der Gegenwart taucht Jo in ihre Familiengeschichte ein, ihre Suche wird sie bis ins Amerika der zwanziger Jahre führen – und ihr Leben für immer verändern.

Meine Meinung:
Die Autorin schreibt ihre Geschichte auf zwei Zeitebenen, aus der Gegenwart und der Vergangenheit.

In der Gegenwart: Jo und ihr Großvater, verstehen sich sehr gut und so kommt es, dass sie ihm anvertraut, dass sie operiert werden muss. Warum sie nicht erst ihre Eltern informiert, wundert mich schon! Von ihrem besten Freund, wendet sich Jo ab, weil sie nicht möchte, dass er evtl. um ihren Verlust leiden muss! Dann bekommt sie ein Medaillon mit einem Bild einer Frau, die ein Baby auf dem Arm hat. Ihr Großvater bittet Jo, doch zu recherchieren wer diese Frau ist und wer ihm vor 15 Jahren dieses Medaillon, aus Amerika zugeschickt hat.

In der Vergangenheit: Charlotte, die in einer traurigen Ehe gefangen ist, reist mit ihrem Ehemann nach Amerika und lernt den charmanten Ryan kennen und stürzt sich mit ihm in eine Affäre, die nicht unentdeckt bleibt. Die Folgen sind für Charlotte fatal und verändern mit ungeahnter Wucht ihr Leben. Ihr Ehemann raubt ihr ihre ganze Existenz, indem er ihren Ausweis und Reisedokumente, sowie Bekleidung entwendet und ohne sie die Rückreise antritt. Damit wird Charlotte von ihrem Sohn getrennt.

Die Geschichte von Charlotte und ihrer Familie, fand ich ziemlich fantasiereich ausgeschmückt: Sohn Gabriel gestorben und ihr Geliebter Ryan von dem sie Schwanger war, wurde ermordet, taucht aber nach vier Jahren wieder lebendig auf! Was ihren Sohn Gabriel betrifft, gibt es auch ein Wiedersehen!

Fazit:
Die Autorin erzählt hier eine Geschichte, die auf jeden Fall Potential hat, aber leider für mich viel zu fantasiereich ausgeschmückt wurde. Den Charakteren fehlte die nötige Tiefe und ließen die Handlungen oftmals unrealistisch wirken. Die Geschichte wurde meinen Erwartungen nicht gerecht und konnte mich leider nicht wirklich überzeugen.
Von mir 3 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 21.05.2022

Ewige Suche nach der verlorenen Liebe

heute graben
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Der Autor Mario Schlembach, ist aufgewachsen als Bauernsohn und lebt als Schriftsteller und Totengräber in Wien und Niederösterreich. In seinem neuen Roman „Heute graben“ erzählt der Autor in seinem Tagebuch ...

Der Autor Mario Schlembach, ist aufgewachsen als Bauernsohn und lebt als Schriftsteller und Totengräber in Wien und Niederösterreich. In seinem neuen Roman „Heute graben“ erzählt der Autor in seinem Tagebuch über die Suche und seiner Sehnsucht nach seiner ersten Liebe.

Inhalt:
Alles beginnt mit A. Ein Totengräber steigt in einen Zug und trifft A., seine erste Liebe. A. ist auch der Grund, weshalb er zu schreiben beginnt. In seinem Tagebuch begibt er sich auf eine Irrfahrt entlang der Untiefen des Dating- und Friedhofsalltags. Als bei ihm dieselbe Lungenkrankheit wie bei Thomas Bernhard diagnostiziert wird – kurioserweise, nachdem er sich intensiv mit dessen Werk auseinandergesetzt hat –, befeuert die Todesangst noch die unermüdliche Suche nach der wahren Liebe. Wird er sie finden oder bleibt sie für immer unerreichbar? Mario Schlembach zieht in heute graben sämtliche Register des autofiktionalen Erzählens und gräbt sich mit einer Baggerschaufel voll Ironie durch eine nicht abreißen wollende Enzyklopädie des Scheiterns. Dabei erweist sich Schlembach als wahrer Meister des Tragisch-Komischen, das Lachen ist selbst in den traurigsten Momenten nicht weit. Keine Zeit für Gedanken an die eigene Vergänglichkeit – vor dem nächsten Grab gilt es noch die größte Liebesgeschichte aller Zeiten zu vollenden. „Wie viele Wege muss ich noch suchen, um A. nicht zu finden?“

Meine Meinung:
Es beginnt mit A., der großen Liebe des Totengräbers. Von ihr bekam er sein erstes Notizbuch und damit beginnt er ein Tagebuch zu schreiben und versucht sich als Schriftsteller.

Mit seinen Eintragungen versucht er seine große Liebe zu A. zu verarbeiten. Er begibt sich auf eine Irrfahrt der Untiefen des Dating-, Alkoholexzessen und Friedhofsalltags. Erstaunlich und nicht nachvollziehbar, weshalb er alle Frauen, die er kennenlernt, nur nach Buchstaben benennt. Glück bei den Frauen hat er scheinbar nicht, denn sobald die Sprache auf seinen Beruf als Totengräber kommt, suchen sie das Weite und lassen den Ich- Erzähler allein auf weiter Flur stehen.

Als bei ihm dann auch noch kurioserweise dieselbe Lungenkrankheit wie bei Thomas Bernhard diagnostiziert wird, nachdem er sich intensiv mit dessen Werk auseinandergesetzt hat, befeuert ihn seine Todesangst. Die ganze Dramatik seiner Untersuchungen und Behandlungsmethoden, die sein Äußeres verändern, werden haargenau im Tagebuch festgehalten.

Zum Ende verbessert sich sein Gesundheitszustand und allmählich kommt Licht in die Geschichte um A.!

Fazit:
Der Erzählstil als Tagebucheintragungen in kurzen Kapiteln lässt sich locker und flüssig lesen und trotzdem fehlte mir eine schöne Spannung um dem Scheitern und der Verzweiflung mehr Leben einzuhauchen. Durch die vielen melancholisch-depressiven Äußerungen, konnte die Geschichte meinen Erwartungen nicht standhalten.
Von mir 3 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 27.04.2022

Judenverfolgung im Miltelalter

Wenn ich dich je vergesse ...
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Die evangelische Theologin und freie Autorin Anne Bezzel, erzählt in ihrem neuen Roman "Wenn ich Dich je vergesse" die Geschichte des Pogroms an der jüdischen Bevölkerung der Stadt Erfurt in der Mitte ...

Die evangelische Theologin und freie Autorin Anne Bezzel, erzählt in ihrem neuen Roman "Wenn ich Dich je vergesse" die Geschichte des Pogroms an der jüdischen Bevölkerung der Stadt Erfurt in der Mitte des 14. Jahrhunderts.

Inhalt:

Erfurt, 1348: In der aufstrebenden Handelsstadt leben Christen und Juden friedlich nebeneinander. Doch machtpolitische Ränke drohen dieses Zusammenleben zu zerstören: Aus Missgunst und Geldgier soll die jüdische Gemeinde der Stadt ausgelöscht werden. In aller Heimlichkeit rüsten sich die Patrizier und die Gilden der Handwerker zum Mord an ihren Stadtgenossen. Für den jungen Außenseiter Merten, dessen Vater zu den Anführern der Verschwörer zählt, beginnt eine Zerreißprobe zwischen zwei Welten, denn auch das jüdische Geschwisterpaar Jakob und Naomi schweben in tödlicher Gefahr. Doch Mertens Macht, seinen besten Freund und das Mädchen, das er liebt, zu retten, ist begrenzt ... Der Roman erzählt die Geschichte des Pogroms an der jüdischen Bevölkerung der Stadt Erfurt in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Es ist als eines der furchtbarsten Pogrome gegen Juden im Mittelalter in die Geschichte eingegangen und löschte die jüdische Gemeinde vollständig aus.


Meine Meinung:

Die Autorin hat einen wunderbaren und einfühlsamen Schreibstil obwohl mir der Einstieg in die Geschichte sehr schwer gefallen ist und das lag wohl an den beiden Prologen mit den unterschiedlichen Jahreszahlen, die mir bildlich besser beim Epilog gefallen hätten.


Die Geschwister Naomi und Jakob gehören dem jüdischen Glauben an und sind von Kindheit an eng mit Merten, der dem christlichen Glauben angehört, eng verbunden. Ein Leben ohne einander können sie sich nicht vorstellen.

Aus Sicht dieser drei Protagonisten schildert die Autorin sehr detailliert das mittelalterliche Leben in Erfuhrt, Seite an Seite mit Christen und Juden, die friedlich nebeneinander leben. Aus Missgunst und Geldgier beginnt die Aufrüstung der Verschwörer, die jüdische Gemeinde in Erfurt, auszulöschen.


Die Nacht des Pogroms kam für mich zu plötzlich und im nächsten Augenblick, war sie schon vorüber, obwohl es als eines der furchtbarsten Pogrome gegen die Erfurter Juden im Jahr 1349 in die Geschichte eingegangen ist.


Die drei Freunde verlieren sich während des Pogroms aus den Augen und hier lassen nur die Prologe die Erkenntnis zu, dass wahrscheinlich Jakob durch seine gelungene Flucht, überleben konnte. Mertens, konnte trotz seiner Behinderung, sein Ziel erreichen. Was aus Naomi wurde, findet leider keine abschließende Erklärung!


Fazit:

Die Autorin hat die historischen Ereignisse zwar gut recherchiert aber für mich persönlich recht wage, geschildert. Über die drei Protagonisten: Naomi, Jakob und Merten ist es der Autorin nicht gelungen, eine wirkliche Geschichte zu erzählen und sie zum Leben zu erwecken. Die Handlung und die Dialoge bleiben von Anfang an flach und konnten meinen Erwartungen nicht standhalten.
Von mir 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 29.03.2022

Auftakt zu „Die Fernsehfrauen“

Fräuleinwunder
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Die Autorin Stephanie von Wolff entführt den Leser in die goldenen Zeiten der 50er Jahre und erzählt in ihrem neuen Roman „Fräuleinwunder“, eine Geschichte einer jungen Frau zwischen Karriere und Liebe ...

Die Autorin Stephanie von Wolff entführt den Leser in die goldenen Zeiten der 50er Jahre und erzählt in ihrem neuen Roman „Fräuleinwunder“, eine Geschichte einer jungen Frau zwischen Karriere und Liebe zu Zeiten des Wirtschaftswunders.

Inhalt:

Hamburg 1953. Vor Elly, Tochter einer angesehenen Kaufmannsfamilie, liegt ein sicheres Leben in Wohlstand. Auch der richtige Ehemann ist schon gefunden. Doch Elly will mehr und hat andere Pläne für ihre Zukunft. Als sie Peter kennenlernt, der beim noch jungen NWDR arbeitet, ist sie sofort fasziniert von der neuen, bunten Fernsehwelt. Gegen den erbitterten Widerstand ihrer Familie arbeitet sie dort als Redaktionsassistentin und macht sich bald schon unentbehrlich. Ihr großer Traum, eine eigene Talkshow, scheint zum Greifen nah. Doch die Männerbünde halten zusammen, und auch die Liebe ist in den 50ern mit einer Karriere schwer zu vereinen. Muss Elly sich entscheiden?

Meine Meinung:

Die Autorin hat für die damalige Zeit die schon recht emanzipierte Hauptprotagonistin Elly erschaffen, eine selbstbewusste junge Frau, die 1953 in Hamburg eine gute Partie ausschlägt um ihren eigenen Weg zu gehen. Nach einem heftigen Streit wird sie von ihrem Vater vor die Tür gesetzt und das ist für Elly nicht der Untergang sondern der Beginn ihrer Selbständigkeit.

Auf Grund des Klappentextes hoffte ich auf eine spannende Reise mit Elly, die ihr Leben in die Hand nimmt und für ihr Glück kämpft. Durch Zufall lernt sie Peter kennen und schätzen. Bei einem Treffen, erzählt er ihr von seinem Vorstellungsgespräch beim Rundfunk und Elly begleitet ihn. Wegen Mangel an Personal, wird Elly einfach in ein Bewerbungsgespräch hineingezogen und als Aushilfsassistentin, eingestellt. Zuerst fand sie die Situation noch lustig, doch als sie merkt, sie kommt beim NWDR gut an, steigert sich ihr Ehrgeiz und Elly klettert die Karriereleiter Stück für Stück nach oben. Sehr zum Leidwesen der Männerbünde!

Fazit:
Der ansprechende Schreibstil mit den kurzen Kapiteln lässt sich locker und flüssig lesen - allerdings gelingt es der Autorin nicht, eine wirkliche Geschichte zu erzählen und ihre Protagonisten zum Leben zu erwecken. Die Handlung und die Dialoge bleiben von Anfang an flach und wirken in keiner Weise spannend bzw. realistisch.

Von mir 3 von 5 Sternen.

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