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Veröffentlicht am 30.03.2022

Seereise mit Tiefgang

Bergers unverhoffte Reise
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Max, 22 Jahre, ist mit seinem Studentenleben eigentlich zufrieden. Dabei muss eines erwähnt werden; seine Geschichte spielt in den frühen 70ern, also in einer Zeit in der die Gleichberechtigung erst so ...

Max, 22 Jahre, ist mit seinem Studentenleben eigentlich zufrieden. Dabei muss eines erwähnt werden; seine Geschichte spielt in den frühen 70ern, also in einer Zeit in der die Gleichberechtigung erst so langsam ihre Knospen auftut und die Intellektuellen des Landes sich nicht belehren lassen wollen.

Autor Hans Walker beschreibt auf 304 Seiten wie Max eines Tages einen Brief erhält, indem er auf ein Jahr nach Indonesien eingeladen wird. Er soll als Hauslehrer für die Kinder einer alten Bekannten tätig werden.

Auf der Schiffsüberfahrt auf einem Fracht- und Passagierschiff wird er von den Kindern und ihrer Mutter Anne begleitet. Dabei werden Max und die Familie außerdem mit einer bunten Mischung aus Charakteren konfrontiert.

Ein holländisches Ehepaar mit offensichtlichen Zerwürfnissen, ein Schweizer Schriftsteller mit Schreibblockade und eine distanzierte Gräfin. Die Crew ist natürlich auch nicht zu vergessen, die den Gästen auf dem Schiff versucht unter dem wachsamen Blick des Kapitäns das Leben zu versüßen.

Ich habe während des Lesens, und beim Spicken in die Autorenvorstellung das Gefühl bekommen, dass das Buch fast schon autobiografische Züge hat. Ob dem wirklich so ist, weiß außer Autor Walker natürlich niemand. Was mir aber aufgefallen ist, ist dass der Unterton in diesem Buch sehr auf die damalige Moral abzielt. Wer sagt, wie es richtig im Familienverbund zu leben und in wie weit darf die Gesellschaft in Beziehungsfragen mitreden?

Die Schifffahrt ist auf jeden Fall nicht langweilig. Zwischen familiären Dramen, Romanzen, Eifersucht und dem täglichen Radau der Kinder, findet jeder Lesende bestimmt etwas Ansprechendes. Wenn man sich an den Ton gewöhnt hat (und an die Schriftgröße :) ) kann man "Bergers unverhoffte Reise" gut in einem Rutsch durchlesen.

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Veröffentlicht am 12.03.2022

Roadtrip quer durch Deutschland

Der erste letzte Tag
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Livius, Lehrer im besten Alter, hat große Pläne. Er möchte von München nach
Berlin fliegen. Dort erwartet in a) sein Verleger, dem er seinen ersten
Ratgeber vorstellen will und b) seine fast Exfrau, die ...

Livius, Lehrer im besten Alter, hat große Pläne. Er möchte von München nach
Berlin fliegen. Dort erwartet in a) sein Verleger, dem er seinen ersten
Ratgeber vorstellen will und b) seine fast Exfrau, die ihn zum Abendessen
eingeladen hat.

Eine weite Strecke, wenn man bedenkt, dass es
a) Emails gibt und
b) man über Verabredungen mit dem/der Ex gründlich nachdenken sollte.

Das alles hält Livius aber zunächst nicht von seinen Plänen ab, bis ihm am Flughafen München ein Schneesturm in die Quere kommt. Auf kurz oder lang bleibt da nur eine Möglichkeit: Der Mietwagen.

Durch Zufall landet er mit Lea, die auch hoch in den Norden möchte, in einem Gefährt.
Die beiden kommen ins Philosophieren und malen sich aus, wie es wären seinen aller letzten Tag auf Erden zu haben.
Eines führt zum Anderen, als Lea spontan beschließt diese Vorstellungen wahr werden zu lassen.

Dass Sebastian Fitzek ein Bestseller-Autor ist, von dem man "schon mal gehört" haben könnte, muss ich denke ich nicht weiter erläutern. Was allerdings durchaus zu bemerken ist, ist dass sich Fitzek mit diesem Roman aus seiner Komfortzone herauswagt.  

Ab und an kamen mir manche Passagen vor allem am Anfang der Geschichte fast schon etwas zu erzwungen vor. Ab der Hälfte wirken die Situationen in die Lea und Livius geraten, dann nicht mehr ganz so erzwungen, was "Der erste letzte Tag: Kein Thriller" somit noch zu einem guten Buch macht. Es war aber (fair gesprochen) auch nicht das beste Road-Trip Buch, dass ich bisher gelesen habe.

Wer Lust auf eine originelle Handlung mit Charakteren hat, hinter denen mehr steckt, als der erste Blick verrät, der kann diesen etwas andren Fitzek durchaus mal in die Hand nehmen.

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Veröffentlicht am 22.01.2022

Manche Abenteuer verändern das Leben

Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte
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Pilar studiert in Saragossa und wie eines Tages von ihrem alten Kindheitsfreund zu einer Lesung eingeladen. Dem Ganzen haftet etwas spirituelles an, wobei sie sich nicht wohlfühlen. Sie meint aus der ganzen ...

Pilar studiert in Saragossa und wie eines Tages von ihrem alten Kindheitsfreund zu einer Lesung eingeladen. Dem Ganzen haftet etwas spirituelles an, wobei sie sich nicht wohlfühlen. Sie meint aus der ganzen katholische Religion förmlich „herausgewachsen“ zu sein. Ihr ging über die Jahre schlicht weg der Bezug verloren. Das kann ich bis dahin absolut nachvollziehen und ist mit all ihren Bedenken und zweifeln bis zu diesen Punkt der Geschichte auch absolut nachvollziehbar.
Als ihr Freund sie über ein paar Feiertage mit zu einer Reise nach Frankreich in die Berge einlädt, zögert sie zuerst stimmt dann aber zu. Man lebt immerhin nur einmal.

Ab hier wurde für mich persönlich die Handlung dann etwas zu religiös.
Im Mittelpunkt steht die ganze Zeit die (Wieder-) Entdeckung der Liebe.
Es verging keine Seite ohne die Erwähnung der Jungfrau Maria, Heiligtümern oder anderer Religionen.

Wie bereits gesagt: darauf muss man sich einlassen können.
Ich konnte es leider nicht, daher war der 2. Teil des Buches für mich schwer zu lesen.
Bei mir kam schlicht weg die Message nicht wirklich an.

Fazit:
Meiner Meinung nach ist „Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte“ von Paulo Coelho sein bisher für mich abstraktestes Werk.
Die Geschichte ist gut erzählt und nachvollziehbar als Weg zur Selbstfindung und den wichtigsten Dingen des Lebens konstruiert.

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Veröffentlicht am 26.12.2021

Croissants zum Frühstück

Love Paris Dance
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Wie Mia versucht den Spagat zwischen Liebe zum Tanz und einer Beziehung zu meistern erfahren wir in "Love Paris Dance".

Ihr Lebenstraum ist es Profi-Ballerina zu werden. Das bedeutet: viele Schmerzen, ...

Wie Mia versucht den Spagat zwischen Liebe zum Tanz und einer Beziehung zu meistern erfahren wir in "Love Paris Dance".

Ihr Lebenstraum ist es Profi-Ballerina zu werden. Das bedeutet: viele Schmerzen, ein unbeugsamer Wille und lange Trainingsstunden nach der Schule.

Als sie für ein Sommerprogramm im fernen Paris angenommen wird, ist die liebenswerte Amerikanerin hell auf begeistert. Ihre Eltern sind zwar anderer Meinung, stimmen dem Auslandsaufenthalt aber dank Support von Mias Großmutter doch zu. Auf sie wartet ein Trainingsreicher Sommer mit Aussichten auf ein Vortanzen bei den renommiertesten Kompanien der Welt.

Aber nicht nur Mia zählt zu den besten ihrer Klasse. Auch Rivalin Audrey findet sich zur selben Zeit am selben Ort ein. Dass sie dann auch noch mit Mia ein Zimmer im l'Institut de l’Opéra de Paris teilen muss, stößt erstmal bitter auf.

Mia lässt sich davon aber nicht abschrecken und genießt die Zeit in der Stadt der Liebe und der Kunst. Als sich bald schon Louis in ihr Leben einschleicht, scheint alles perfekt zu sein. Zusammen mit ihm begibt sie sich auf ein Abenteuer und versucht ein altes Familiengeheimnis rund ums Tanzen aufzuklären.

Es passiert also einiges in diesem 368 Seiten langen Liebesroman. Autorin Anne-Sophie Jouhanneau hat sich wirklich etwas einfallen lassen, um das Publikum mit lauter kleinen Spektakeln zu begeistern.

Mir hat die Geschichte um Mia, Louis und ihren Freunden gut gefallen.

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Veröffentlicht am 25.12.2021

Physik-Nobelpreisträger mit Problemen

Solar
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Professor Michael Beard ist ein mit dem Nobelpreis ausgezeichneter Physiker, der seine besten Arbeiten und Forschungsergebnisse hinter sich hat. Nebeneffekt seines Titels: Er wird allgemein Respektiert. ...

Professor Michael Beard ist ein mit dem Nobelpreis ausgezeichneter Physiker, der seine besten Arbeiten und Forschungsergebnisse hinter sich hat. Nebeneffekt seines Titels: Er wird allgemein Respektiert. Außerdem gilt er als Frauenheld.

Mr. Beard hat mehrere gescheiterte Ehen hinter sich, lässt sich davon aber nicht abschrecken. Sein Ego ist immer noch genau so groß, wie zu Beginn seiner Karriere bzw. seiner ersten Ehe.

Ich habe ein paar Kapitel gebraucht um zu verstehen, warum das Buch "Solar" getauft wurde.
Allerdings wird nach einigen schicksalhaften Geschehnissen klar, dass Mr.
Beards weitere Karriere vom Kampf gegen den Klimawandel geprägt sein wird. Als
Leitender Forscher hat er sich der Einführung von neuen Technologien in der
Solarenergie verschieben. Auto Ian McEwan hat es an dieser Stelle auch
geschafft eine grandiose Rede zum Klimaschutz und weiteren grünen Themen für
Mr. Beard zu verfassen.

Oft hat mich die Hauptfigur wütend gemacht. Wütend deswegen, weil sein Egoismus auf der einen Seite häufig das Fass zum Überlaufen brachte. Auf der anderen Seite wurde der Professor auch einfach schlichtweg in meinen Augen nicht richtig verstanden oder von seinen Kollegen vom Fach fehlinterpretiert.

Das Endergebnis ist ein ergreifendes Porträt eines Mannes, der viele Fehler begangen hat, der aber die Welt verändern wollte.

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