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Lenna

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2022

Enttäuschend

Viral. Blutrausch
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Wahrscheinlich waren meine Erwartungen zu 'Viral Blutrausch' von Mark Benecke einfach zu hoch. Das lag vor allem daran, dass er selbst, als Kriminologe und Spezialist für forensische Entomologie, Experte ...

Wahrscheinlich waren meine Erwartungen zu 'Viral Blutrausch' von Mark Benecke einfach zu hoch. Das lag vor allem daran, dass er selbst, als Kriminologe und Spezialist für forensische Entomologie, Experte rund um Morde ist und ich mir deshalb tiefe Einblicke in dieses Gebiet erhofft hatte. Der Klappentext hatte ich mich auf jeden Fall neugierig gemacht - bei blutleeren Leichen und einem Mob aus Verschwörungstheoretiker kann ja eigentlich nicht so viel schief gehen - so dachte ich. Leider habe ich während des Lesens zu keiner der Figuren einen wirklichen Zugang gefunden. Becker als ehemaligen Polizisten fand ich durchaus spannend angelegt - in ihm steckt definitiv Potential, auch wenn er es hier nicht entfaltet hat. Mir haben insgesamt die Ermittlungen gefehlt - hier hätten es durchaus einige Beschreibungen sein können. So wird einem plötzlich ein Tatverdächtiger präsentiert, ohne das man weiß woher dieser kommt. Das soll aber nicht heißen, dass ich das Buch hier vollends zerreißen möchte. Die Idee Verschwörungstheoretiker als Problem für Ermittlungsarbeiten und Journalismus ins Spiel zu bringen fand ich wirklich gut. Und ein großes Lob muss ich auch für die Illustrationen im Innern des Buches aussprechen.

Wie immer ist es am Ende eine Geschmacksache, ob ein Buch einen wirklich abgeholt hat - hier war es leider bei mir nicht der Fall.

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Veröffentlicht am 23.02.2022

Verwirrend

Die dritte Hälfte eines Lebens
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Was meine Neugierde bei 'Die dritte Hälfte eines Lebens' von Anna Herzig geweckt hatte, war die angesprochene Dorfdynamik. Ich wohne selber sehr dörflich und konnte einige Aspekte in dem Buch wieder erkennen. ...

Was meine Neugierde bei 'Die dritte Hälfte eines Lebens' von Anna Herzig geweckt hatte, war die angesprochene Dorfdynamik. Ich wohne selber sehr dörflich und konnte einige Aspekte in dem Buch wieder erkennen. Das war auf eine Weise erschreckend, auf eine andere Weise auch Augen öffnend. Glücklicherweise entspricht die heutige Dorfrealität nicht mehr den Dynamiken, die Herzig in ihrem Buch in den Blick nimmt. Sie zeigt sehr direkt die Schattenseiten dieser Dorfstrukturen, wo als erstes verurteilt und weggeschaut wird, bevor sich etwas verändert oder jemand handelt. Wegen dieser Offenheit ist das Buch auch definitiv keine leichte Lektüre. Ich musste an einigen Stelle wirklich Schlucken, weil ich so großes Mitgefühl mit den beschriebenen 'Außenseitern' hatte. Trotzdem gelingt es Herzig jedoch auch durch wunderschöne sprachliche Bilder auch Momente des Glücks zu zeichnen. Diese Momente waren wirklich mein Highlight bei der Lektüre, auch wenn ich gestehen muss, dass ich mich generell eher schwer getan habe mit dem Lesen des Buches. Das lag vor allem daran, dass ich an vielen Stellen nicht wusste aus welcher Perspektive erzählt wird, wer da überhaupt erzählt. Auch die Zeitsprünge waren nicht gekennzeichnet, sodass ich oft wieder zurückblättern musste, um mich wieder orientieren zu können.

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Veröffentlicht am 09.01.2022

Sehr düster

Der Gräber
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Der Klappentext des 'Gräbers' von Frederik P. Winter hatte wirklich meine Neugierde geweckt. Von einem Mörder, der sich in die Keller seiner Opfer gräbt und sie unter die Erde verschleppt, davon hatte ...

Der Klappentext des 'Gräbers' von Frederik P. Winter hatte wirklich meine Neugierde geweckt. Von einem Mörder, der sich in die Keller seiner Opfer gräbt und sie unter die Erde verschleppt, davon hatte ich noch nie gelesen. Aufgrund des erdigen Settings bin ich von Anfang an davon ausgegangen, dass es düster und geheimnisvoll werden wird. Tatsächlich ist das ganze Buch jedoch nicht düster, sondern vielmehr absolut finster! Es herrscht eine sehr drückende und dunkle Atmosphäre über die gesamte Länge des Buches. Zusätzlich gibt es einige übernatürliche Elemente, die immer wieder auftauchen und die ich bis zum Ende der Geschichte nicht wirklich einordnen konnte.
Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass man in unterschiedliche Personen Einblicke erhält. Diese Art des Erzählers fand ich spannend, da man dadurch einiges in Erfahrung bringen konnte. Leider bin ich jedoch mit keiner der Figuren richtig warm geworden. Sie blieben für mich irgendwie oberflächlich und ich fand keinen Zugang zu ihnen. Handlungsmäßig passiert tatsächlich auch nicht wahnsinnig viel. Im Fokus steht vielmehr die persönliche Entwicklung von einigen Personen und ihre Verbindung zum 'Gräber'. Mich konnte der Thriller leider schlussendlich nicht von sich überzeugen. 'Der Gräber' ist definitiv eine Geschmacksache.

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Veröffentlicht am 16.08.2021

Ganz unterhaltsam

Morgen schreib ich dir ein Happy End
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Mir hat die Idee hinter "Morgen schreib ich dir ein Happy End" wirklich gut gefallen. Online-Dating ist so im Trend, dass ich die Idee mit den Ghostwritern und den indirekten Kennenlernen sehr reizvoll ...

Mir hat die Idee hinter "Morgen schreib ich dir ein Happy End" wirklich gut gefallen. Online-Dating ist so im Trend, dass ich die Idee mit den Ghostwritern und den indirekten Kennenlernen sehr reizvoll fand. Aufgrunddessen waren meine Erwartungen an das Buch wohl sehr hoch - rückblickend leider zu hoch. Direkt zu Beginn haben mich vor allem die E-Mails am Kapitel Anfang total irritiert. Mit Ihnen konnte ich so gar nichts anfangen und sie haben meinen Lesefluss total gestört. Ihre Funktion habe ich bis zum Ende nicht wirklich ermitteln können, aber zumindestens konnte ich mich an sie gewöhnen. Auch die Figuren haben mich gerade am Anfang leider auch nicht überzeugt. Besonders das erste Aufeinandertreffen von Miles und Zoey fand ich wirklich zum Fremdschämen. Zum Glück wurden die beiden mir im Laufe der Handlung sympathischer und gerade zusammen fand ich die beiden sehr lustig und charmant. Das Buch sorgt also auch für den ein oder anderen Lacher und bietet in weiten Strecken gute Unterhaltung. Den Konflikt am Ende hätte ich ehrlich gesagt gar nicht gebraucht und ich bin davon überzeugt, dass die Hanldung auch ohne ihn prima funktioniert hätte. Ein Happy End - so viel verrate ich - war am Ende dann aber doch drin und das hat mich sehr gefreut! Zusammenfassend kann ich leider nur ein durchwachsendes Fazit ziehen. Trotz der Kritik habe ich mich am Ende jedoch unterhalten gefühlt und finde das Buch für einen ruhigen Nachmittag gut geeignet - zu viel erwarten sollte man jedoch nicht.

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Veröffentlicht am 15.07.2021

Leben während der Weimarer Republik

Zum Sterben zu viel
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In "Zum Sterben zu viel" stehen ganz eindeutig die verschiedenen Lebensweisen und -arten zur Zeit der Weimarer Republik im Fokus. Es wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, sodass man Einblick ...

In "Zum Sterben zu viel" stehen ganz eindeutig die verschiedenen Lebensweisen und -arten zur Zeit der Weimarer Republik im Fokus. Es wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, sodass man Einblick in verschiedene Haushalte und Lebensweisen bekommt. Zum einen bekommt man Eindrücke vom Leben auf dem Land geschildert, zum anderen aus der Stadt unter anderem vom Kommissar, einem Schreiner und einem Juristen. Eins haben dabei fast alle gemeinsam: Not, Armut und Verlust scheinen den Alltag der meisten zu prägen.

Bei den ganzen alltäglichen Schilderungen und Problemen rückt dabei die Kriminalgeschichte fast schon in den Hintergrund. So war zumindest mein Eindruck bei weiten Teilen der Handlung. Dementsprechend war auch kein klassischer Spannungsverlauf erkennbar. Große Action und wilde Verfolgungsjagden sucht man bei diesem Buch auch vergeblich. Trotzdem bleibt man bis zum Ende gespannt, wer denn nun den Mord begangen hat und die Auflösung ist schon eine kleine Überraschung. Mehr soll aber an dieser Stelle nicht verraten werden.

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