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Veröffentlicht am 21.09.2018

Ein besonderes Buch

Wicker King
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Inhalt:

August und Jack sind beste Freunde. In jeder noch so schlimmen Situation sind sie füreinander da. Als sich Jack immer mehr zu verändern scheint und langsam aus dem Realistischen ins Übernatürliche ...



Inhalt:

August und Jack sind beste Freunde. In jeder noch so schlimmen Situation sind sie füreinander da. Als sich Jack immer mehr zu verändern scheint und langsam aus dem Realistischen ins Übernatürliche abgleitet, ist es August, der seinem Freund Gehör schenkt, der ihm verspricht, dass er ihm helfen wird, die ominösen Aufgaben zu lösen, von denen er jetzt ständig spricht.
Was anfangs wie ein Spiel erscheint, wird nach und nach zu einem gefährlichen Unterfangen.
August, dem Erfahrungen wie Ohnmacht und Hilflosigkeit fremd sind, merkt dass er langsam die Kontrolle verliert. Doch für ihn steht fest, dass er Jack niemals im Stich lassen wird, egal, welches Opfer er letztlich dafür erbringen muss.



Im Detail:

Sowohl Jack, als auch August wachsen in einem Umfeld auf, in dem die Erziehungsberechtigten ihre Vorbildfunktion stark vernachlässigen. August Mutter leidet unter einer schweren Depression. August ist daher schon früh daran gewöhnt, Verantwortung zu übernehmen.
Jacks Eltern wiederum sind nur selten zu Hause. Nicht mal an Weihnachten oder zum Geburtstag melden sie sich bei ihm.

Kein Wunder also, dass Jack eine Form von Eskapismus sucht. In ihm wächst der Wunsch, dem eigenen Alltag zu entfliehen. August hingegen, der es bereits gewohnt ist sich allen Aufgaben gewachsen zu zeigen, nimmt sich seinem besten Freund an. Er kümmert und sorgt sich um ihn.

Bald schon sind es die Freunde, die August raten, sich Hilfe von dritter Seite zu suchen. Doch Jack möchte nicht, dass jemand anderes von seinen Gedanken/von seiner Parallelwelt erfährt. Da August seinen Freund über alles liebt und alles für ihn tun würde, spielt er mit und begibt sich dabei auf einen sehr schmalen Grad. Am Ende ist es kein Spiel mehr, das beide spielen, sondern bitterer Ernst.

Kayla Ancrum hat mit Wicker King ein Buch geschrieben, das allein schon von der Aufmachung her ins Auge fällt. Der Leser findet im Innenteil Bilder, Fotos, Playlisten, Protokolle, Notizzettel und vieles mehr.

Dennoch fiel mir der Start in die Geschichte schwer. Das lag vermutlich einerseits an den kurzen Kapiteln, die im Durchschnitt eine Seite lang waren, andererseits aber auch an dem Schreibstil der Autorin. Lange Zeit war ich mir nicht sicher, wohin die Geschichte eigentlich gehen soll. Durch die schnellen Szenenwechsel hatte ich das Gefühl, immer wieder aus der Situation herausgerissen zu werden. Auch hatte ich das Gefühl, dass Kayla Ancrum mit einigen künstlerischen Kniffen einen besonderen Flair in die Geschichte einbauen wollte.

Hier lohnt es sich jedoch Geduld zu zeigen. Nach und nach entwickelt die Autorin eine Geschichte, der es gelingt, auf sanfte Weise eine tiefere Botschaft zu vermitteln. Auch empfand ich die Freundschaft zwischen Jack und August als etwas ganz besonderes. Ihre intensive Bindung zueinander, die Bereitschaft bedingungsloser Ehrlichkeit und Treue, gefiel mir sehr.



Fazit:

Wicker King ist schon ein Eyecatcher, wenn man im Buchladen darin herumblättert. Aber auch die Geschichte selbst braucht sich nicht zu verstecken. Der Leser wird in diesem Buch mit zwei Jungen vertraut gemacht, die sehr früh in ihrem Leben Verantwortung übernehmen mussten.
Die gegenseitige Wertschätzung, das gegenseitige Vertrauen, das Gewissen und die Redlichkeit von August und Jack gefielen mir hier sehr.

Als gewöhnungsbedürftig empfand ich die sehr kurzen Kapitelabschnitte und eine anfangs schwer durchschaubare Storyline. Der Roman ist äußerst kunstvoll konstruiert, wirkt manchmal aber artifiziell.

Kann man darüber hinwegsehen, wird man Wicker King so viel Persönliches, Amüsantes und Lehrreiches entnehmen.



Buchzitate:

„Aber das Beste zu geben, reicht manchmal nicht“, sagte sie dann ein bisschen weniger heftig. „Manchmal muss man einfach aufhören und andere ihr Bestes geben lassen. Um selbst zu überleben.“

Veröffentlicht am 02.06.2018

Eine Liebeserklärung an Bücher

Das Mädchen, das in der Metro las
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Inhalt:

Jeden Morgen fährt Juliette mit der Metro die Strecke von ihrer Wohnung bis zur Arbeit. Jeden Morgen beobachtet sie die Menschen um sich herum, wie sie in ihren Büchern lesen. Da gibt es den ...

Inhalt:

Jeden Morgen fährt Juliette mit der Metro die Strecke von ihrer Wohnung bis zur Arbeit. Jeden Morgen beobachtet sie die Menschen um sich herum, wie sie in ihren Büchern lesen. Da gibt es den äußerlich unscheinbar wirkenden Mann, der jeden Tag in einem Buch über Insekten liest oder die Frau, die auf Seite 247 ihres Buches weinen muss. Juliette genießt die Fahrt und diese kurze Zeit, die sie hat, um den Alltag zu verlassen und sich ihren Gedanken hinzugeben, welche Geschichte hinter den gelesenen Büchern, aber auch hinter deren Lesern stecken mag.

Eines Tages wagt Juliette einen kleinen Umweg. Sie durchbricht die selbstauferlegten Regeln ihres Alltags und folgt einem Mädchen, welchem sie durch einen Zufall auf der Straße begegnet ist und welches sie nun zu locken scheint. Bald schon wird Juliette ein eigenes kleines Abenteuer erleben und ihrem Leben eine kleine, unerwartete Wendung geben.



Schreibstil:

Mit einem fast schon poetischen, auf jedem Fall sehr kunstvollen und bildlichen Schreibstil, erzählt Christine Féret-Fleury eine Geschichte über Juliette, das Mädchen, das in der Metro las. Sie schreibt eine Liebesgeschichte über Bücher und ihre Geschichten. Mit ihren Worten motiviert sie auch mal einen Moment inne zu halten, die Schönheit des Lebens wahrzunehmen und vielleicht mit einer kleinen Veränderung ein eigenes Abenteuer zu starten.

Juliette ist eine Protagonistin, die schon auf den ersten Seiten ein wenig aus der Reihe fällt. Sie trägt eine Sonnenbrille in Schmetteringsform und einen Schal, den ihre Großmutter 1975 für die Tochter gestrickt hatte. Mit ihren Überlegungen und Träumen wirkt sie ein wenig wie eine Außenseiterin, wie die stille Beobachterin, die in ihrer eigenen fantastischen Welt sehr glücklich ist.

Oft denkt das Mädchen sich eigene Geschichten aus. Ihre Gedanken und somit auch die Erzählung, die der Leser verfolgt, sind nicht selten sprunghaft. Beim Lesen des Buches fragte ich mich des Öfteren, welchem Handlungsstrang ich nun folgen soll. Einige Fäden werden in diesem Buch aufgenommen und dann wieder fallen gelassen. Und dennoch bleibt, nach dem Lesen der letzten Seite und dem Zuklappen des Buchdeckels, eine zauberhafte Geschichte und auch eine sehr schöne Botschaft zurück.

Juliette lernt in diesem Buch einige neue Menschen kennen, die ihr helfen, ihren Weg zu finden. Sie verbringt mit einigen eine längere Zeit. Mir erschienen diese Nebencharaktere eher wie kurzweilige Begleiter eines Lebensabschnittes. Von einigen dieser Charaktere bekommt sie Botschaften mit auf den Weg, andere verhelfen ihr dazu, eine Richtung einzuschlagen, die sie sich noch nicht zu gehen getraut hatte.

Einige Ratschläge oder Sätze in diesem Buch wirkten für mich auf den ersten Blick romantisch und schön und dennoch musste ich mich beim erneuten Lesen fragen, welche Botschaft damit ausgesprochen werden sollte. So bekommt Juliette zum Beispiel den Ratschlag erteilt, alle Bücher zu lesen, die ein neuer Freund aufbewahrt hat. Und danach soll sie die Geschichten darin einfach wieder vergessen. Ich fragte mich, wie die Botschaft des Textes zu verstehen ist.
Was soll die Protagonistin, bzw. was kann ich als Leser, daraus lernen? Vielleicht, dass immer ein Teil der Geschichte in einem zurückbleibt ? Warum wird die Empfehlung den Inhalt wieder zu vergessen ausgesprochen? Sollte man nicht eher versuchen möglichst viel der gelesenen Geschichte in Erinnerung zu behalten? Soll durch diesen Tipp die Botschaft vermittelt werden, dass es sinnvoller und entlastender sein kann loszulassen? Nicht selten hätte ich mir, bei diesem Buch, welches voller schöner Worte und auch Ratschlägen steckt, ein wenig mehr Hilfe gewünscht. Doch diese Hilfe wird der Leser hier nicht finden. Vielmehr muss er selbst deuten und ein wenig zwischen den Zeilen lesen.



Fazit:

Mit „Das Mädchen, das in der Metro las“ erzählt die Autorin eine lebhafte, oft plaudernde Geschichte, die von einer Episode zur nächsten hüpft und dabei den situativen Anlass immer wieder mal aus den Augen zu verlieren droht. Dem Leser kommt dabei die Verantwortung zu, den roten Faden in der Geschichte aufzuspüren. Daran darf er sich nicht stören.
Die Protagonistin Juliette ist eine Träumerin, ein in sich verschlossener Mensch, der bislang immer ein sehr strukturiertes Leben geführt hat und nun durch eine kleine Fügung des Schicksals einen neuen Pfad beschreitet und gewollt aus ihrem Alltag herausfällt.

Letztlich besteht die große Leistung dieses Buches in dem unwiderstehlichen Reiz, sich als Leser immer wieder neu zur Re-Lektüre einladen zu lassen, um neue, spannende Querverbindungen und Interpretationen zu entdecken.

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an Bücher, an die Geschichten hinter den Geschichten und an die Träumer unter uns. Ich empfehle dieses Buch an Leser/innen, die einen poetischen Schreibstil schätzen und, wie Juliette ein wenig normal, ein wenig introvertiert und auf jeden Fall verliebt sind in die Literatur und in die Geschichten, die das Leben schreibt.



Buchzitate:

Sie hatte schon immer gern an Büchern gerochen und sie beschnuppert, besonders an den aus zweiter Hand erworbenen – auch neue Bücher rochen nicht alle gleich, es hing davon ab, welche Art von Papier und Klebstoff man verwendet hatte, aber sie erzählten noch nichts über Hände, die sie gehalten, über Häuser, die sie beherbert hatten. Sie hatten noch keine Geschichte, und zwar nicht die Geschichte, die in ihnen geschrieben stand, sondern eine zweite Geschichte, die wie ein Schatten und unbekannt war.

Veröffentlicht am 13.02.2018

Lockere Lektüre für zwischendurch

The Bartender (San Francisco Hearts 1)
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Inhalt:

Whitneys Leben ist an einem Tiefpunkt angelangt. Die Vergangenheit lässt sie nicht los, die Jobsuche bleibt erfolglos. Nun sieht sie sich gezwungen, in ihre alte Heimatstadt zurückzukehren. Sie ...


Inhalt:

Whitneys Leben ist an einem Tiefpunkt angelangt. Die Vergangenheit lässt sie nicht los, die Jobsuche bleibt erfolglos. Nun sieht sie sich gezwungen, in ihre alte Heimatstadt zurückzukehren. Sie findet Unterkunft bei ihren Großeltern, die Tierheimhunde in Pflege nehmen.

Auch eine ihrer besten Freundinnen hat Anschluss gefunden, endlich ist ein neuer Partner in ihr Leben getreten. Whitney hingegen flüchtet sich in ihrer neuen/alten Heimat zunächst in eine Bar und genießt dort einen Drink nach dem anderen. Dass der attraktive Barkeeper eine Nacht mit ihr verbringen will, davon wagt sie gar nicht zu träumen. Doch am nächsten Morgen erwacht sie in einem fremden Bett neben genau diesem Mann.

Sicher scheint, dass sie Cole, bestimmt nicht mehr wiedersehen wird. Solche Männer verlieben sich nicht in Frauen wie sie. Doch wie es der Zufall will, begegnet ihr Cole erneut. Doch nicht in dem Kontext, den sie erträumt hatte. Plötzlich verändert sich das Leben der jungen Frau von einem Tag auf den anderen.



Schreibstil:

The Bartender hat mein Interesse geweckt, als ich hörte, die Geschichte sei von feinem Humor durchzogenen.

Auf den ersten Seiten des Buches lernt der Leser Whitney und ihre zwei Freundinnen Tahlia und Lennon kennen. Die drei Mädchen sind von ihrer Art her sehr unterschiedlich und dennoch sind sie beste Freundinnen, die füreinander einstehen. Tahlia hat vor einiger Zeit den Mann fürs Leben gefunden, mit dem sie nun Hochzeitspläne schmiedet. Ihr Alltag lässt ihr derzeit nur wenig Freizeit. Lennon hingegen ist eine Frau, die sich nicht binden möchte. Sie denkt und spricht den ganzen Tag nur über das Eine: Sex. Sie ist gut in ihrem Job als Tätowiererin, doch irgendwie erfüllt sie dieser Job derzeit nicht völlig. So beschließt sie eine Sexspielzeugfirma zu gründen. Ihre beiden Freundinnen sollen ihr dabei helfen, das neue Produkt (einen pinken Vibrator) auszutesten.

Der Anfang des Buches lebt unter anderem von Whitneys Talent, sich in unangenehme Situationen zu bringen. Der Gedanke an eine Nacht mit einem heißen Kerl ist stets präsent. Diese Umstände führen zu einigen humorvollen Szenen. So vergisst Whitney das neue Versuchsobjekt, den pinken Dildo, im Haus eines heißen Barkeepers. Als wäre es nicht schon schlimm genug gewesen, dass sie sich aufgrund des Katers an keine Sekunde dieser Nacht erinnern kann, muss sie sich nun auch noch mit der Frage auseinandersetzen, was ihr One-Night-Stand nun von ihr denken mag. Kaum hat Whitney diesen Dildo wiedergewonnen, schnappt sich ihr Pflegehund das Lustobjekt und rennt damit durch den Park. Gerade der Anfang des Buches wimmelt von solchen Szenen, die bestimmt dem ein oder anderen Leser einen Lacher entlocken. Leider schlug diese Art von Humor bei mir oft nicht an.

Über die Seiten hinweg setzt die Geschichte ihren Fokus immer mehr auf die sich anbahnende Beziehung zwischen Cole und Whitney. Beide empfinden etwas füreinander, das wird schnell klar. Doch Cole scheint ein Geheimnis zu haben.

Der Spannungsbogen des Romans ist auf Coles Geheimnis und Whitneys Bemühung, ihrem Leben Kontur zu geben, abgestimmt.

Konflikte kommen eher subkutan daher. Großes Drama erwartet den Leser nicht. Dafür jedoch einige romantische und viele explizite Sexszenen.

Zum Ende hin überraschen die Autorinnen mit einer Wendung, die das Leben der Protagonistin noch einmal aus den Fugen wirft.



Fazit:

Der Auftakt der San Francisco Hearts Reihe „The Bartender“ startet mit der Geschichte von Whitney, einer von drei Freundinnen, die sich gerade an einem Tiefpunkt in ihrem Leben befindet. Whitneys Talent, sich in missliche Situationen zu bringen, aber auch der allgegenwärtige Gedanke an Sex und heiße Kerle, sorgen für einige humorvolle Szenen am Anfang des Buches. Über die Geschichte hinweg verliert sich dieser Fokus. Stattdessen geht es um die Liebesgeschichte zwischen Whitney und dem Barkeeper, den sie in einer trostlosen Nacht in einer Kneipe kennenlernen durfte. Durch eine Laune des Schicksals sind beide gezwungen, ihre Zeit miteinander zu verbringen. Doch statt Kitsch gibt es in dem Buch vor allem Komik, aber auch eine Handvoll Romantik. Auch der Erotik kommt in dem Buch, das von vielen Sexszenen durchzogen ist, eine zentrale Bedeutung zu.

The Bartender kommt wie der neueste American Pie Film daher. Wer keine konzentrierten Lesestunden mit Tiefgang sucht, sondern auf der Suche nach ausgedehnter Zerstreuung ist, der ist hier richtig.



Buchzitate:

Man muss über Lennon wissen, dass sie selten ernst ist, einen immer aus der eigenen Komfortzone schubst und stolz darauf ist, dass sie in zehn Sekunden mit der Zunge einen Knoten in einen Kirschstiel machen kann. Genug gesagt.

Veröffentlicht am 31.03.2022

Geschmackssache

Ariane – Next Level: Alles auf neu
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Inhalt:


Gemeinsam mit ihrem Bruder Bob hat Ariane Kentucky verlassen, um in Las Sontas ein neues Leben zu beginnen. Hier möchte Bob in eine Farm investieren und einen kleinen Sandwichladen eröffnen. ...

Inhalt:


Gemeinsam mit ihrem Bruder Bob hat Ariane Kentucky verlassen, um in Las Sontas ein neues Leben zu beginnen. Hier möchte Bob in eine Farm investieren und einen kleinen Sandwichladen eröffnen. Von Beginn an überschatten Probleme den Umzug der Geschwister.

Die Geschwister hatten es sich in ihrer Komfortzone abgewöhnt zu Fuß zu gehen, in ihrer neuen Heimat findet sich allerdings nicht an jeder Ecke einen Bus oder eine andere Mitfahrgelegenheit.

Kurzerhand wählt Bob daher den Notruf, um dort nach dem nächsten Bus zu fragen. Kein Wunder also, dass die Polizei zeitnah vor den Neuankömmlingen steht. Nicht, um diesen eine Mitfahrgelegenheit zu verschaffen, sondern um Bob unvermittelt festzunehmen, weil er noch nicht in ihrem System erfasst ist.

Ariane ist vom Auftreten der Polizisten nur wenig schockiert. Stattdessen flirtet sie die Polizeibeamten an. Denn Arianes Ziel ist es, in der neuen Stadt möglichst schnell einen reichen Mann fürs Leben zu finden.

Nachdem Ariane mit Bob das Polizeigebäude verlassen hat, beschließt letzterer einen Kredit aufzunehmen. Mit dem Kredit könnte ein Auto gekauft werden und das Leben in der neuen Stadt mit dessen Hilfe beginnen.

Vehor ergo sum, aber ohne Führerschein rast Bob in ein parkendes Motorrad. Man merkt als Leser schnell, dass sich hier die Tore der Hölle gerade erst geöffnet haben...



Meinung:


„Ariane – Next Level: Alles auf neu“ gefiel mir zu Beginn. Das Cover hat Charme, der Titel gut gewählt, der Klappentext ausgesprochen suggestiv. Schon lange hatte ich auch keinen Manga mehr gelesen. Der Vita der Autorin entnahm ich, dass es sich bei Ariane um die Geschichte ihres GTA5-Roleplay-Charakters handelt.

Vor dem Lesen kannte ich weder die Autorin Pandorya, noch habe ich jemals GTA gespielt. Vielleicht mag das erklären, warum ich mich mit dieser Geschichte äußerst schwer getan habe.

Auf den ersten Seiten des Mangas lernt der Leser die Protagonistin Ariane und ihren Bruder Bob kennen. Beide verhalten sich direkt nach der Ankunft in Las Sontas relativ planlos und erschreckend naiv. Während Ariane alles versucht, um möglichst schnell einen reichen Mann zu erobern und alles anflirtet, was ihr vor die Füße kommt, ist Bob zumindest bemüht, sich am Zielort zu etablieren.

Doch bereits ein Taxi zu rufen, überfordert Bob maßlos. Bob und Ariane verbringen im weiteren Verlauf der Geschichte, natürlich keine Out-of-Charakter-Momente, den Großteil ihrer Freizeit im LSPD. Bald schon findet Ariane hier allerhand Freunde.

Dass die Protagonistin, die nach einem Schicksalsschlag grundsätzlich auf sich alleine gestellt ist, keinen Tag ohne die Hilfe der Polizei ist, hängt vermutlich mit ihrem außergewöhnlich großem Glück zusammen. Denn bald schon lernt sie einen als Weihnachtsmann verkleideten Rapper kennen, der sie nicht nur daten möchte, sondern ihr auch prompt eine Unterkunft anbietet und ihr sogleich einen Antrag macht. Er hat, ganz klar, sein Herz am rechten Fleck, ist nicht das hellste Licht im Kronleuchter und steht überdies auf den Gehaltslisten des organisierten Verbrechens.

Alleine dieser Auszug mag, so hoffe ich, genügen, um einen kleinen Einblick in Figuren und Handlung zu vermitteln. Die Liste an Überraschungen und glücklichen Fügungen lässt sich beliebig erweitern.

Sehr gefallen hat mir der Stil der Illustratorin, Rei Aisling, die die Geschichte größtenteils in Schwarz-Weißbildern mit vereinzelten Farbzeichnungen begleitet.



Fazit:


Bei „Ariane – Next Level: Alles auf neu“ handelt es sich um die Geschichte eines GTA5-Roleplay-Charakteres, der Youtuberin Pandorya. Sicherlich lässt sich die Geschichte in ihren Kontext einbetten und aus diesem wertschätzen. Der unbeleckte Leser muss einige Mühe darauf verwenden, Zugang zu finden. Wenn die Handlung feststeckt, sind stets glücklicher Fügungen zur Stelle, um die Geschichte in bester “Deus ex machina“-Manier zu retten.

Für Fans von Pandorya ist dieses Buch vermutlich ein kleines Highlight. Für Leser wie mich war dieses Buch eine Herausforderung.

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