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Veröffentlicht am 01.04.2022

Mitmach-Buch

Teigliebe
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Anna Röpfl startet mit ein paar Informationen rund ums Backen, Zutaten und Teige. Das Besondere an ihrem Buch ist nämlich, dass es in die vier Grundteige Rührteig, Mürbteig, Hefeteig und Biskuitteig unterteilt ...

Anna Röpfl startet mit ein paar Informationen rund ums Backen, Zutaten und Teige. Das Besondere an ihrem Buch ist nämlich, dass es in die vier Grundteige Rührteig, Mürbteig, Hefeteig und Biskuitteig unterteilt ist. Für die, die unsicher sind, gibt es zu jedem Grundteig einen QR-Code, über den man ein Video abrufen kann und sieht, wie der jeweilige Teig hergestellt wird. Mkkm Dabei gibt es immer die klassische und die vegane Variante. Das ist an sich wirklich super, doch in der Praxis ist es ein bisschen nervig, wenn man als Nichtveganer ein Rezept nachbacken will, das in der veganen Variante abgedruckt ist. Da kann man nicht gleich loslegen, sondern muss nachschlagen, wie man das nun klassisch hinbekommt. Ich gestehe: mir ist das zu aufwändig, da nehme ich (leider) ein anderes Rezept.

Als weiteres Extra gibt es eine Reihe Rezepte, die ohne Backofen, ohne Mehl/Gluten, ohne Waage, ohne Rührgerät oder ohne Backform auskommen. Klingt schräg? Ist es gar nicht! Aber ein wenig getrickst ist hier dann schon – Apfelküchlein aus der Pfanne sind in meinen Augen keine Kuchen im klassischen Sinne, aber nicht umsonst heißt das Buch ja auch „TEIGLIEBE“. Und Teig ist da auf alle Fälle dran!

Neben der Zutatenliste und der darunter aufgeführten Schritt-für-Schritt-Anleitung findet sich genug Platz, dass man Notizen ins Buch schreiben kann. Ja, das kann nicht jeder so einfach, in Bücher schreiben! Aber gerade bei Rezepten ist das meiner Meinung nach wichtig und richtig und es macht jedes Koch- oder Backbuch erst so richtig schön und wertvoll! Genau deshalb hat Anna Röpfl dafür gesorgt, dass hinten im Buch einige Seiten vorhanden sind, auf denen man seine eigenen Rezepte notieren kann. Das ist herrlich bequem und schön!

Die Rezepte kommen fast komplett ohne „exotische“ Zutaten aus. Ich persönlich nutze keinen Vanillezucker, sondern Vanilleextrakt. Auch findet sich bei mir keine gemahlene Vanilleschote. Doch das sind eben Beispiele jener Punkte, die man selbst verändern kann. So backt die Autorin mit dem Standardweizenmehl Typ 405, bei mir wird bei Weißmehl nur Typ 550 verwendet. Doch da kann man ebenso frei austauschen, wie man auch überhaupt das Mehl gegen anderes (Dinkel, Vollkorn) austauschen kann.

Die von mir ausprobierten Kuchen sind alle bei den „Testessern“ gut angekommen. Ich selbst habe zwar die eine oder andere Kritik, doch das liegt einfach am persönlichen Geschmack. Beim Mohn-Streusel-Kuchen beispielsweise finde ich den Mürbteig nicht so traumhaft, wie den, den ich mit dem Rezept meiner Großmutter mache. Aber die Füllung und die Streusel sind traumhaft! Also tausche ich die Zutaten vom Teig so aus, dass es für mich passt. Beim Butter-Mandel-Kuchen mag ich den Zucker obenauf so nicht, da nehme ich Honig. Alles gar kein Problem – Anna Röpfl macht gerade dazu Mut in ihrem Buch!

Ab und an ging wohl beim Erstellen des Buches etwas mit den Angaben schief. Es stimmen nicht immer die Backformen in der Liste mit denen auf dem Bild und/oder der Anleitung überein. Auch bei den Angaben zu den Arbeitszeiten hakt es etwas. Gerade beim Mohnkuchen haut das mit 35 Minuten Zubereitungszeit auf keinen Fall hin. Ich bin kein Anfänger und habe mehr als das Doppelte an Zeit benötigt! Doch diese „Kleinigkeiten“ kann man verkraften, würde ich mal sagen. Dafür finden sich auch ein paar weihnachtliche Rezepte, sodass man mit dem Backbuch rund ums Jahr das passende Rezept zur Hand hat.

Für Backanfänger ganz sicher ein besonders schönes Buch. Für „Fortgeschrittene“ nicht ganz so perfekt, aber dennoch eine Bereicherung im Backbuch-Regal! Man kann problemlos ähnlich eines Baukastensystems Teige und Zutaten verändern, wodurch man dann seinen perfekten Kuchen erhält. Die Autorin weiß es, dem Leser den Mut zu geben, sich nicht strikt an die Vorgaben zu halten, sondern kreativ zu werden. Das finde ich wunderbar! Alles in allem gebe ich vier Sterne.

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Veröffentlicht am 19.03.2022

Spaß und Freude am Pflanzen und Ernten – ganz unkonventionell

Selbstversorgung
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Schon als kleines Kind bekam ich von meiner Mama ein Beet, in dem ich ganz frei selbst werkeln durfte. Da wuchsen dann Erbsen direkt neben Lupinen und die Petersilie zierte einen Flecken Nelken. Am liebsten ...

Schon als kleines Kind bekam ich von meiner Mama ein Beet, in dem ich ganz frei selbst werkeln durfte. Da wuchsen dann Erbsen direkt neben Lupinen und die Petersilie zierte einen Flecken Nelken. Am liebsten mochte ich aber Karotten – und die direkt aus der Erde, abgerieben und geknabbert! Damals rannte nicht gleich jemand her und wusch die Karotte erst mal in der Küche ab!

Noch heute liebe ich es, ganz genau so zu „gärtnern“. Es muss mir Spaß machen, nicht ordentlich und gerade sein. Eine Tomate wurde vergessen auszugeizen? So what! Stört nicht! Schaun wir mal, was daraus wird! Die Gurken und Zucchini wachsen durcheinander (laut der Autorin keine gute Idee, die vertragen sich nicht so gut), der Kürbis strahlt in die Sonne und in Kübeln und Säcken versuchen sich Kartoffeln zu bilden. Hach, das ist so schön! Und nichts, gar nichts auf der Welt schmeckt besser, als selbst gezogenes und geerntetes Gemüse! Selbst wenn es nur für ein einziges Essen reicht! Deshalb habe ich keine ordentlichen Beete, sondern überall Hochbeete und Fleckchen im Garten, die genutzt werden, wie es mir gerade einfällt. Ich hab Freude daran – und nur das zählt! Was nix wird, kann man anders im nächsten Jahr probieren – oder weglassen und Neues ausprobieren!

So ähnlich, nur geordneter und in größerem Stil, macht es die Autorin. Wie sie von ihrer Vision erzählt, ist einfach wunderbar! Gut, sie unterschlägt dabei, dass man neben der Zeit auch ein wenig Geld investieren muss, besonders in der Größenordnung ihrer eigenen Projekte. Aber sie macht auch Mut, es genau so verrückt anzugehen, wie ich. Deshalb ist das Buch nicht nur für jene geeignet, die am Ende Voll-Selbstversorger werden wollen, sondern auch für jene, die schon happy sind, wenn sie einzig Tomaten erfolgreich großziehen und ernten können. Es ist ja nicht jeder dazu in der Lage (in jeder Hinsicht), Hühner, Ziegen oder andere Tiere zu halten und sie am Ende dann auch noch zu schlachten. Ich persönlich würde eher verhungern …! Niemals könnte ich ein Tier essen, das ich gefüttert und gestreichelt habe! Das sind Haustiere und damit Familienmitglieder. Die Eier eigener Hühner – ja, denn die werden nicht so häufig ausgebrütet, wie man das glauben würde. Aber die Tiere – niemals! Hier muss man zudem passend wohnen. Nicht überall ist die Haltung dieser Tiere ohne weiteres erlaubt. Das hat Marie Diederich vergessen zu erwähnen.

Die Aufteilung des Buches erscheint zunächst etwas chaotisch und wild, ist aber gar nicht so. Es wird in Schwierigkeitsgraden über den Anbau diverser Pflanzen gesprochen, über ihre Vorlieben und Abneigungen, über die Pflege und Ernte. Das alles fröhlich und locker, nicht in „Gärtnerprofisprech“. Ganz viele Tipps und Tricks sind zu finden. Auch ein paar (wenige) Rezepte für die Verarbeitung der Ernte und sogar für Brote liefert die Autorin ab. Und für alle, die sich nicht so anstellen wie ich, auch eine Anleitung für Sauerteigansatz (da versage ich seit Jahren).

Zudem steckt das Buch voller Bilder. Viele davon sind allerdings einfach nur schön und weniger informativ. Auch ist Marie nett anzusehen, aber so viele Bilder von ihr hätte ich dann doch nicht gebraucht. Dafür hätte ich mir lieber ein paar Mehr „Anleitungsfotos“ gewünscht. Beim Anblick des wunderschönen, aber für Normalos eindeutig unbezahlbaren und zu viel Platz beanspruchenden Tomaten(gewächs)haus gerät man ins Schwärmen. Doch solche Dinge werden die Wenigsten realisieren können.

Möglich, dass das Buch wenig Neues bietet, aber es fasst ganz viele Informationen rund um das Thema Selbstversorgung zusammen und präsentiert sie erfrischend anders. Da macht es Spaß, immer wieder zum Buch zu greifen, nachzuschlagen, sich neu inspirieren zu lassen und in der eigenen Saatgutsammlung nachzusehen, was man als nächstes aussäen und anpflanzen könnte oder möchte.

Fazit: Hier und da etwas zu knapp, aber dafür einfach mal lockerer und lebensfroher als andere. Deshalb von mir vier Sterne!

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Klassiker neu präsentiert

Heino: Mit süßen Grüßen
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Bin ich Heino-Fan? Nicht wirklich. Aber ich finde diesen Menschen schon faszinierend. Seine Musik kennt wohl jeder. Dass er sich immer wieder neu ausprobiert, ist bewundernswert. Und dass Heino mal eine ...

Bin ich Heino-Fan? Nicht wirklich. Aber ich finde diesen Menschen schon faszinierend. Seine Musik kennt wohl jeder. Dass er sich immer wieder neu ausprobiert, ist bewundernswert. Und dass Heino mal eine Bäcker- und Konditor-Lehre gemacht hat, weiß auch so ziemlich jeder. Ein bekanntes Versandunternehmen hat einige Jahre den Kunden bei einer Bestellung sogar die Heino-Haselnusstorte zum Geburtstag geschenkt. Und ja, die ist lecker! Schon deshalb musste dieses Buch einfach in meine Sammlung! Und wer die Original-Torte kaufen möchte, findet im Buch auch einen QR-Code/Link.

Allerdings ist Heino selbst hier nur am Rande vertreten. Er hat ein Vorwort geschrieben – mehr sehe ich leider nicht. Ingo Swoboda hat die Rezepte zusammengestellt. Gebacken wurden sie vom „Zuckerbäckerteam“ Christoph Vogel, Kerstin Schwalb, Lukas Schultz und Steven Finke. In wieweit die Rezepte tatsächlich von Heino stammen, bleibt ungewiss. Aber dennoch sind sie ansprechend und lecker und super interessant. Viele davon sind quasi „altbacken“, keine Modekuchen eben. Aber genau das ist das Reizvolle daran. Irgendwie bin ich die Hypes und Trends so leid und genieße immer häufiger Traditionelles.

Auffällig ist, dass viele der Rezepte für kleine Kuchenformen (20-22 cm) gedacht sind. Somit werden es kleine Kuchen für Zwei, nicht so ideal für die große Kuchentafel (oder wenn, dann mehrere zugleich). Hier muss man gucken, ob man die Zutaten gleich mal für eine große Form verdoppeln möchte.

Der Aufbau der Rezepte ist schlicht und übersichtlich. Die Zutaten sind nicht ausgefallen oder schwer zu bekommen. Die Anweisungen sind kurz, knapp und gut verständlich. Zu jedem Rezept gibt es ein ansprechendes Foto vom Ergebnis. Und immer wieder sind auf den Fotos Hinweise zu Heino zu finden, nicht selten in Form von Merchandise-Artikeln.

Das große Plus am oder im Buch sind die DIY-Seiten. Hier kann man Vorlagen herauskopieren oder auch direkt ausschneiden und damit kleine Deko-Stecker für die Kuchen und Torten basteln – alles hübsch mit Bezug auf Heino, klar!


Fazit: Es ist ein spezielles Buch, das eine Hommage an Heino und seine Musik ist. Ob es ein Heino-Buch ist, möchte ich dahingestellt lassen. Mir gefällt es gut und ich gebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 05.03.2022

Süßes Geschenkbüchlein für Katzenfreunde

Cat Selfies
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In diesem Büchlein sind Katzen-Fotos, die aussehen, als hätten die Miezen sich selbst fotografiert, also Selfies gemacht. Dabei ist auf einer der Doppelseiten immer das Bild, auf der zweiten dann ein passender ...

In diesem Büchlein sind Katzen-Fotos, die aussehen, als hätten die Miezen sich selbst fotografiert, also Selfies gemacht. Dabei ist auf einer der Doppelseiten immer das Bild, auf der zweiten dann ein passender und meist auch witziger Spruch. Der eine oder andere Spruch bzw. das Wort sind mit einem Hashtag versehen, sodass implementiert wird, dass die entsprechende Katze einen social-network-Account bedient.

Die meisten Fotos sind wie immer einfach katzig-süß, aber viele auch verschwommen und verwackelt, wie nicht so gelungene Selfies. Dabei finden sich dann auch Bilder mit urkomischen Katzen-Mimiken. Allerdings kann und darf man hier nicht erwarten, einen superniedlichen Bildband zu bekommen – es geht hier um Humor und die katzige Version von Selfiesüchtigkeit.

Die Idee gefällt mir, aber ich finde, es sind zu viele zu ähnliche Bilder im Buch. Dennoch ist es eine Bereicherung jeder Katzenbuchsammlung und ein tolles Mitbringsel für alle, die Katzen und Bücher lieben. Schnell gelesen, aber immer wieder gern mal hervorgeholt, um zu schmunzeln oder zu lachen. Ich gebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 05.03.2022

Die Radieschen von unten ansehen

Miss Merkel: Mord auf dem Friedhof
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Da dachte Angela, nach dem aufgelösten Fall des Mordes an Freiherr Philip von Baugenwitz kehrt Ruhe in das beschauliche Städtchen Klein-Freudenstadt, und schon überschlagen sich die Ereignisse! Der Friedhofsgärtner ...

Da dachte Angela, nach dem aufgelösten Fall des Mordes an Freiherr Philip von Baugenwitz kehrt Ruhe in das beschauliche Städtchen Klein-Freudenstadt, und schon überschlagen sich die Ereignisse! Der Friedhofsgärtner steckt mausetot kopfüber in der Erde, ganz nach dem Spruch „Ich ramme Dich ungespitzt in den Boden!“. Diesmal ist dann also definitiv nicht der Gärtner der Mörder. Den muss Angela im Kreise zweier sich nicht grünen Bestatterfirmen suchen. Doch das ist gar nicht so leicht, denn einer der Verdächtigen lässt Angelas Herz höher schlagen. Mike und Achim-Puffel mitsamt Mops Putin haben alle Hände voll zu tun …

Auch der zweite Fall der „deutschen Miss Marple“, unserer „Mutti“ im Unruhestand, ist humorvoll und unterhaltsam. Nur an manchen Stellen hat sich David Safier ein bisschen zu lange aufgehalten und den einen oder andern Gag totgeritten. Das fand ich dann schon schade, hier wäre eine kleine Kürzung positiv ausgefallen und hätte lustige Stellen quasi gerettet. Dennoch ist die Geschichte sehr charmant. Auch die Spannung kommt trotz Humor und Herz nicht zu kurz. Die kleinen Fettnäpfchen und Stolpersteine sind gut ausgelegt und es menschelt ordentlich.

Die Entwicklung der einzelnen Figuren und der Dorfgemeinschaft gefällt mir sehr gut. Sie ist in sich stimmig und auch wenn manche Randfiguren nur kurze Auftritte haben, passen sie ins Bild. Man weiß ja nie, wann man ihnen noch mal begegnet! Das Zeug zu einer richtig langen Serie hat sowohl Miss Merkel, als auch David Safier!

Die Auflösung ist im bunten Stilmix von Miss Marple, Jessica Fletcher, Sherlock Holmes und Columbo. Angela verwirrt alle anwesenden zunächst mehr, als dass sie ihre Fragen beantwortet und die Lösung präsentiert. Selbst der Mörder ahnt bis zur letzten Minute nicht, dass Angela den Fall gelöst hat. Das ist chaotisch und charmant, lustig und lästig, herzig und holprig, aber vor allem geistreich und genial! Alle Fäden finden zusammen und Miss Merkel verknüpft sie in der richtigen Reihenfolge.

Besonders gelungen ist dem Autor diesmal auch die Darstellung der Probleme, die ein Rentendasein mit sich bringt, das Chaos, das Gefühle verursachen können, dass eine Bestattung für manche nicht so traurig ist und sogar die Philosophie über Shakespeare und seine möglichen Ghostwriter! Da ist eine tolle Mischung entstanden, die lustig ist, aber auch ein helles Fünkchen Wahrheit und Ernsthaftigkeit enthält.

Für mich ist nach wie vor Luft nach oben. Diesmal waren es die zu ausführlich geschilderten und überstrapazierten Szenen, die einen Stern kosten. Dennoch hatte ich super viel Spaß mit den mir liebgewonnenen Klein-Freudenstädtern und ihren Neu-Bürgern. So viel Spaß, dass ich mich bereits jetzt auf den nächsten Band freue! Somit vergebe ich gute vier Sterne!

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