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Veröffentlicht am 27.11.2017

Das Geheimnis des Winterhauses - sehr, sehr spannend

Das Geheimnis des Winterhauses
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Wien 2017: Nachdem Ellinors Cousine Karla schwer erkrankt ist erfährt Ellinor, dass sie und ihre Mutter gar nicht mit Carla und dem Rest der Familie blutsverwandt ist. Natürlich möchte sie erfahren was ...

Wien 2017: Nachdem Ellinors Cousine Karla schwer erkrankt ist erfährt Ellinor, dass sie und ihre Mutter gar nicht mit Carla und dem Rest der Familie blutsverwandt ist. Natürlich möchte sie erfahren was damals vor mehr als 100 Jahren vorgefallen ist und macht sich über Wien und Damaltien auf den Weg nach Neuseeland. Ihr Mann Gernot ist von dieser Idee gar nicht begeistert, aber er schließt sich dann Ellinor mit an. Ihre Ehe wird auf eine harte Probe gestellt und Ellinor wird einiges erfahren mit dem sie nie gerechnet hätte.

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Ich denke Sarah Lark kennt jeder. Auch ihre Liebe zu Neuseeland, das Land, in dem eigentlich fast jedes Buch von ihr handelt. So auch diesesmal wird es Ellinor zuerst nach Dalamatien, das Anfang des 20. Jahrhunderts ja noch zu den k. u. k. Monarchie Österreich gehörte, und dann nach Neuseeland verschlagen. Die Geschichte ist sehr spannend aufgebaut. Man meint, endlich das Rätsel über Elinors Familie gelöst zu haben, aber dann geht es noch sehr überraschend weiter. Im Buch sind auch sehr interessante Details zu Neuseelands Geschichte mit eingebaut. Hier die "Gumdigger", junge Burschen, die aus Südeuropa angeheuert wurden um in Neuseeland das Harz der Kauri Bäume abzuzapfen. Im Buch selbst gibt es einen kleinen Logikfehler ziemlich am Anfang, der mich aber nicht weiter gestört hat. Ich fand die Geschichte trotzdem sehr spannend und ich liebe es Bücher über Familiendramen und Familiengeheimnissen zu lesen. Das Buch wechselt immer mal wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Es ist auch ein Tagebuch miteingearbeitet. Diese Idee fand ich ganz toll und passend. Deshalb konnte mich dieses Bücher auch sehr überzeugen. Am Schluß passt alles zusammen und alle offenen Fragen werden hier beantwortet. Da es mit 530 Seiten ein sehr dickes Buch ist, kann man damit viele schöne Lesestunden verbringen. Das Buch hat mir viel Vergnügen bereitet und bekommt deswegen wohlverdiente
**** Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Gefühl
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 04.06.2017

Unsere Hälfte des Himmels - sehr lesenswert

Unsere Hälfte des Himmels
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Keine Frau, welche Ausnahmeerscheinung sie auch sein möge, wird jemals die Höhen erreichen können, die ein außergewöhnlicher Mann erreicht (Antonie Straßmann).
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Frankfurt 1935: ...

Keine Frau, welche Ausnahmeerscheinung sie auch sein möge, wird jemals die Höhen erreichen können, die ein außergewöhnlicher Mann erreicht (Antonie Straßmann).
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Frankfurt 1935: Amelie und Johanna sind beste Freundinnen. Schließlich teilen sie ihr Hobby: Das Fliegen. Jede freie Minute und jeden Reichspfennig sparen sie sich für ihr Hobby auf. In der Nazizeit in Deutschland wird es den Frauen allerdings nicht leichtgemacht ihrem Hobby nachzugehen. Aber beide halten an ihrem Traum fest. Bis Amelie sich in Johannas Fluglehrer verliebt.
Kassel 1971: Amelies Tochter Lieselotte ist zwischenzeitlich verheiratet. Zu ihrer Mutter hatte sie kein gutes Verhältnis. Amelie war ihr gegenüber immer gefühlskalt und Ihr Verhalten zu ihr immer mit einer gewissen Härte versehen. Doch da lernt Lieselotte eine ganz andere Amelie kennen, als die kühle Fassade vermuten läßt. In der Vergangenheit gibt es einige Dinge, die Lieselotte nicht weiß.
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Von dieser Autorin kenne ich schon einige Bücher. Unter ihrem Pseudonym Clarissa Linden eben "Ich warte auf Dich, jeden Tag" und unter einem anderen Pseudonym noch einige andere Bücher. Zwischenzeitlich gehört sie zu meinen Lieblingsautoren. Wie ich es gerne habe wechselt sich die Geschichte zwischen Vergangenheit (1935) und Gegenwart (1971) ab. Was mir gut gefallen hat ist, dass der Wechsel nicht nach jedem Kapitel stattfindet sondern schon einige Kapitel von der gerade erzählten Zeit handeln. So wird man nicht jedes Mal aus der Geschichte gerissen. Lieselotte macht im Buch eine gewisse Veränderung durch. Jung hat sie geheiratet. Zwischenzeitlich stellt sie fest, dass sie ihre Entscheidung zu heiraten zu schnell getroffen hat. Wahrscheinlich um der Gefühlskälte der Mutter zu entrinnen. Nach den ersten Ehejahren entwickelt sich alles eher zum Negativen. Eduard entpuppt sich als nicht gerade liebevollen Ehemann. Nicht mal das Bier kann er sich selbst aus der Küche holen. Beim sonntäglichen Tatort-Schauen läßt er sich fleißig von Lieselotte bedienen kann nicht mal Danke sagen und sich vom spannenden Krimi losreißen. Selbstverständlich ist es für ihn, dass Lieselotte ihn von hinten bis vorne bedient. Dass er Geld verdient und Lieselotte somit zuhause sein kann sieht er als Dank genug. Damals war es normal, dass eine Frau nach der Heirat ihre Arbeit aufgab. Lieselotte merkt, dass sie immer unglücklicher wird und so ihr Leben nicht weitergehen kann. Als sie in die Vergangenheit von Amelie eintaucht, merkt sie, dass sie ihre Träume nicht mehr hinter der Ehe anstehen möchte.
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Am Schluß des Buch werden noch bekannte Fliegerinnen genannt, eine Chronik dazu wann die ersten Frauen durch Fliegen bekannt wurden und warum der Ort Frankfurt gewählt wurde. Außerdem ist noch eine Preisliste angehängt wieviel Lebensmittel kosteten. Ein halbes Pfund Butter kostete damals den Durchschnitts Stundenlohn eines männlichen Facharbeiters. Nämlich 78 Reichspfennige. Unvorstellbar, wenn heutzutage für eine Butter seinen Stundenlohn bezahlen müsste.
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Das Buch wird jedem gefallen, der so wie ich, gerne Bücher liest, die vom Nationalsozialismus und von einer Familiengeschichte handeln. In diesem Buch werden auch die Rechter der Frauen im Nationalsozialismus behandelt, die nach dem goldenen Zwanzigern wieder rückständiger wurden.
Autor: Clarissa Linden

Veröffentlicht am 30.05.2017

Das Haus der schönen Dinge - Glanz und Elend einer Kaufhausdynastie

Das Haus der schönen Dinge
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Der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl hat endlich seinen Traum erfüllt. Und somit sind wir schon am Beginn der Geschichte. 1897 feiert das 1880 eröffnete Kaufhaus Hirschvogl am Rindermarkt in München ...

Der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl hat endlich seinen Traum erfüllt. Und somit sind wir schon am Beginn der Geschichte. 1897 feiert das 1880 eröffnete Kaufhaus Hirschvogl am Rindermarkt in München nach dem Umbau seine Neuereröffnung. Besonders die Frauen der Hirschvogls, was manches Familienmitglied erst etwas später feststellen wird, werden viel zum Ruhm des Kauffhauses beitragen. So wird Lily in den goldenen Zwanzigern das Unternehmen übernehmen und in den 30er Jahren an ihre Grenzen kommen. Denn einiges hat sich für jüdische Mitbürger geändert und es wird Hetze gegen das jüdische Volk gemacht und Neid geschürt.
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Das Hirschvogl am Münchner Rindermarkt ist fiktiv. So hat es die Autorin in ihrem Nachwort vermerkt. Dafür steht es für viele Kaufhäuser dieser Zeit, die jüdische Wurzeln hatten. Als Hertie noch Hermann Tietz hieß. Und die wenigsten heutzutage wissen, dass AWAG, Kaufhof und Merkur früher jüdische Kaufmanndynastien waren. AWAG früher Wertheim, Kaufhof Leonhard Tietz und Merkur Schocken hießen. Da das Buch meistens über die Familien- und Kaufhausgeschehnisse der Familie Hirschvogl berichtet hat es einige Längen. Man kann die Längen aber auch damit begründen, dass das Buch von drei Generationen und somit über fast 100 Jahre Familiengeschichte berichtet. Am besten hat mir die Zeit zwischen 1933 und 1938 gefallen, da sich für jüdische Familien einiges ändert und viele neue Gesetze in Kraft traten. Ab 1935 waren Eheschließungen zwischen Juden und Nichtjuden verboten, da sie unter Rassenschande standen und mit Gefängnis und Zuchthaus bestraft wurden. Ich wußte nicht, wenn Juden ihr Vermögen verkauften, dass das Geld auf ein Sonderkonto eingezahlt werden mußte, zu dem sie im Ausland keinen Zugriff hatten. Außerdem wurde dem Konto gleich die Reichsfluchtsteuer in Rechnung gestellt, da erfahrungsgemäß die Juden sofort danach das Land verließen. Noch ein weiteres interessantes Gesetz trat in Kraft. Laut §3 des Blutschutzgesetztes war es Juden untersagt deutschblütige Dienstmädchen unter fünfundvierzig Jahren zu beschäftigen. Außerdem wurde jedem Juden ein großen "J" in den Pass gestempelt und ab 1938 hatte jeder Jude eine Kennkarte mit sich zu führen. Einige dieser Gesetze waren mir bekannt, einige wiederum nicht.

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Wer das Buch lesen möchte, dem möchte ich den ca. 40seitigen Prequel zu dieser Geschichte, den es gerade kostenlos als E-Book zu erwerben gibt, ans Herz legen. Er handelt davon, wie sich Jacob und Thea ihren Traum, ein großes Kaufhaus am Rindermarkt zu eröffnen, erfüllen möchten und stimmt somit auf die eigentliche Geschichte "Das Haus der schönen Dinge" ein. Im Buch ist ein Stammbuch der Familie Hirschvogl, beginnend mit Jacobs und Theas Eltern bis zu Lilys und Ednas Nachfahren abgedruckt. Außerdem kommt zwischendurch auch ein Münchner Dialekt vor, der das Buch sehr authentisch macht.

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Ich gebe dem Buch trotz der Längen fünf Sterne, das es mich prima unterhalten und mein Wissen erweitert hat. Ich weiß ja, von meinem vorherigen Buch "Sommer der Freiheit", das ich von der Autorin gelesen habe, dass alle Bücher von ihr mindestens die stolze Anzahl von 600 Seiten haben.

Veröffentlicht am 25.05.2017

Das Haus der schönen Dinge - Prequel - Da bekommt man richtig Lust auf die ganze Geschichte

Das Haus der schönen Dinge - Prequel
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Bei diesem 36 seitigen Prequel, das gerade kostenlos als E-Book erhältlich ist, handelt es sich um die Vorgeschichte des Buches "Das Haus der schönen Dinge". Im Anschluß ist noch eine Leseprobe des Buches ...

Bei diesem 36 seitigen Prequel, das gerade kostenlos als E-Book erhältlich ist, handelt es sich um die Vorgeschichte des Buches "Das Haus der schönen Dinge". Im Anschluß ist noch eine Leseprobe des Buches angehängt.
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"Das Haus der schönen Dinge" beginnt im Jahr 1897, als Jacob Hirschvogl sein 1880 eröffnetes Geschäft vergrößert und im gegenüberliegendem Haus ansiedelt. Der Prequel beginnt 1880 als Jacob ein Haus am Rindermarkt in München mietet um dort ein Geschäft zu eröffnen. Viele Ideen sprudeln in ihm. Nur wenn das Geschäft sehr gut läuft, darf er seine große Liebe Thea Senger heiraten. Das hat ihr Vater Nathan zur Bedingung aufgestellt. Aber Jakob wäre nicht Jakob, wenn er sich dafür nicht anstrengen würde....
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Der Prequel macht richtig Lust auf mehr. Ich bin jetzt schon sehr gespannt wie es mit den Hirschvogls weitergeht. Über den Kapiteln ist überall der braune Hirsch mit blauem Vogel zu sehen. Das Markenzeichen der Hirschvogls.

Veröffentlicht am 25.05.2017

Kalle & Kasimir - der dritte Teil dieser tierischen Reihe war wieder super

Kalle und Kasimir - Flitterwochen im Pfötchenhotel
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Endlich wird geheiratet. Mads und Linna geben sich endlich das Ja-Wort. Für Kalle und Kasimir eine aufregende Gelegenheit. Wo sich Kalle schon fragt warum Linna sich in ihre Bettdecke gewickelt, eine Zuckerbrezelfrisur ...

Endlich wird geheiratet. Mads und Linna geben sich endlich das Ja-Wort. Für Kalle und Kasimir eine aufregende Gelegenheit. Wo sich Kalle schon fragt warum Linna sich in ihre Bettdecke gewickelt, eine Zuckerbrezelfrisur und Gesichtsbemalung hat. Aaaah, das ist ja gar keine Bettdecke sondern ein Brautkleid. Danach wird geflittert. Im Pfötchen-Hotel in Österreich. Kalle und Kasimir dürfen natürlich mit. Dort wartet schon der nächste Fall auf die beiden. Zuerst verschwindet der Chihuahua Schuschu und von seinem Frauchen wird Lösegeld gefordert und später werden den Urlaubern im Hotel auch noch Wertgegenstände gestohlen. Nachdem Kalle und Kasimir Freunde in ihrer Zentrale ( Hunde- und Katzenaufenthaltsraum) gefunden haben werden sie diesen Fall sehr schnell lösen.

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Nach "Kalle & Kasimir - und der geheimnisvolle Nachbar", "Kalle & Kasimir - Die rätselhafte Wahrsagerin" ist "Kalle & Kasimir - Flitterwochen im Pfötchenhotel" der dritte Teil dieser Reihe. Da mir die Vorgängerbücher sehr gut gefallen haben wollte ich natürlich auch den dritten Teil lesen. Ich war wieder hin und weg von dieser ganz tollen Fortsetzung. Auch dieser Teil wird wieder abwechselnd aus der Sicht von Kalle und von Kasimir erzählt. Kalles Seiten sind mit Knochen und die von Kalle mit Fischgräten unterlegt. Das Markenzeichen dieser Bücher. Die Autorin hatte bei der Leserunde zu "Kalle & Kasimir - und der geheimnisvolle Nachbar" als Bewerbungsaufgabe dazu aufgerufen Sprichwörter wie z. B. "Ein Mops kommt selten allein" auf Kalle oder Kasimir umzudichten. Einige dieser Sprichwörter tauchen jetzt in diesem dritten Teil auf. Hundedame Edda ist dazu auserwählt, diese Sprichwörter wie aus der Pistole geschossen zu erwähnen. Das fand ich eine ganz tolle Idee. Im Buch kommen auch wieder schöne Szene vor, wie z.B. Kalle im Anorak von Linna Sessellift fährt oder im Rucksack von Mads, der Ski fährt, den Berg runtersaust. Oder eben Redewendungen, wie z. B. "an der Stelle wo der Fuchs immer hinpinkelt", die Tiere gebrauchen würden wenn sie reden könnten.
Teil 1 gibt es nun auch als Taschenbuch zu kaufen. Teil 2 und 3 sind nur als E-Book erhältlich.

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Nun, lieber Verlag hoffe ich, dass es noch ganz viele weitere Teile von dieser tollen und tierischen Reihe gibt. Ich warte schon sehnlichst auf einen weiteren vierten Teil.