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Veröffentlicht am 15.11.2022

Schwere Kost

Das Leuchten der Rentiere
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„Das Leuchten der Rentiere“ von Ann-Helén Laestadius ist am 4. Oktober 2022 im HOFFMANN UND CAMPE VERLAG erschienen. Das Buch erzählt die Geschichte des Sámi-Mädchens Elsa, das mit neun Jahren sieht, wie ...

„Das Leuchten der Rentiere“ von Ann-Helén Laestadius ist am 4. Oktober 2022 im HOFFMANN UND CAMPE VERLAG erschienen. Das Buch erzählt die Geschichte des Sámi-Mädchens Elsa, das mit neun Jahren sieht, wie ihr Rentierkalb ermordet wird. Der Täter bringt sie dazu, ihn nicht zu verraten. Das jedoch führt dazu, dass sie sich gegenüber ihrer Familie schuldig fühlt und die Polizei keinen Anlass hat weiter zu ermitteln. Mit zunehmender Bedrohung der Sámi und ihrer Herden, stellt sich Elsa ihrer Vergangenheit. Doch kann sie etwas ausrichten?
Gleich zu Beginn meiner Rezension möchte ich erwähnen, dass ich das Buch nach dem ersten Teil (ca. 150 Seiten) abgebrochen habe. Ich bin normalerweise jemand, der Büchern wirklich lange Zeit gibt mich noch zu überzeugen. Und oft ärgere ich mich im Nachhinein, dass ich eine Geschichte, bei der mir schon relativ früh klar war, dass sie nicht meinen Geschmack trifft, trotzdem bis zum Ende gelesen habe. Hier habe ich dies schon nach den ersten 50 Seiten gemerkt. Wollte dem Buch aber noch eine Change geben und habe mich dann dazu durchgerungen wenigstens den ersten Teil abzuschließen.
Leider bin ich mit der Geschichte überhaupt nicht warm geworden. Im Folgenden einige Punkte, die hierfür ausschlaggebend waren. Mich haben die Namen die meiste Zeit sehr verwirrt. Hinzu kamen noch Spitznamen und samische Namen. Da habe ich irgendwann völlig den Überblick verloren, welche Protagonisten gemeint waren. Hiermit im Zusammenhang steht vermutlich auch, dass mir bei den Dialogen oft nicht klar war, wer spricht.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass alles etwas durcheinander geschieht. Der rote Faden war für mich nicht deutlich erkennbar. Es gab einige Zeitsprünge, die ich oft nicht einordnen konnte bzw. bei denen es etwas länger gedauert hat, bis ich sie zuordnen konnte. Darüber hinaus war mir die verstrichene Zeit zwischen zwei Szenen oft nicht klar oder ich habe sie völlig anders eingeschätzt. Lag hier ein Tag, eine Woche oder gar noch länger dazwischen?
Das Buch ist mit knapp 500 Seiten eh schon sehr dick. Viele Informationen waren für meine Verhältnisse absolut nicht relevant und haben mir das Gefühl vermittelt, dass die Autorin die Geschichte in die Länge gezogen hat. Dass jedes neue Kapitel direkt unter dem letzten Satz des vorherigen Kapitels beginnt, hat mir auch nicht gut gefallen. Es wirkte hierdurch sehr gequetscht. Als hätten die 500 Seiten noch nicht ausgereicht, und das, obwohl schon sehr ausführlich erzählt wurde.
Abschließend noch etwas Positives: Ein Glossar finde ich immer sehr gut! Vor allem, weil ich es auch sehr schön finde, wenn typische Wörter oder Redewendungen nicht übersetzt werden. Hier wäre allerdings zu Beginn ein Hinweis gut gewesen, dass es ein Glossar gibt. Zudem waren meines Wissens leider nicht alle samischen Wörter im Glossar enthalten.
Alles in allem war dies leider kein Buch für mich. Grundsätzlich glaube ich, dass es unglaublich wichtig ist, Geschichten über (eher unbekannte) Völker, wie die Samen, zu erzählen. Allerdings hat mich diese Geschichte nur heruntergezogen und mir die Freude am Lesen genommen.

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Veröffentlicht am 04.08.2022

Anders als erwartet

Eine ganze Liebe lang
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Am 26. April 2022 ist der Debütroman von Jodie Chapman im Blanvalet Verlag erschienen. „Eine ganze Liebe lang“ handelt von Nick und Anna, die sich in den Sommerferien kennenlernen. Da Anna in einer Sekte ...

Am 26. April 2022 ist der Debütroman von Jodie Chapman im Blanvalet Verlag erschienen. „Eine ganze Liebe lang“ handelt von Nick und Anna, die sich in den Sommerferien kennenlernen. Da Anna in einer Sekte aufgewachsen ist, gehen die Vorstellungen der beiden stark auseinander. Obwohl sie große Gefühle füreinander haben, trennen sich ihre Wege nach wenigen Wochen in den Ferien. Im Laufe der Jahre treffen sie immer wieder aufeinander.
Als erstes muss ich darauf hinweisen, dass ich das Buch nach nicht einmal 100 Seiten abgebrochen habe. Und das, obwohl ich es sich hierbei um ein Rezensionsexemplar handelt.
Gleich zu Beginn wird man mitten in ein traumatisches Erlebnis hineingeworfen. Ich bin hier nicht empfindlich, aber mit Sicherheit wäre eine Triggerwarnung hier mehr als angebracht! Positiv überrascht war ich davon, dass das Buch aus der Sicht von Nick, dem männlichen Protagonisten geschrieben ist. Da dies meistens nicht der Fall ist, finde ich es immer eine nette Abwechslung. Neben den meist relativ kurzen Kapiteln, was ich persönlich sehr angenehm finde, waren das allerdings auch schon meine positiven Punkte zum Buch.
Ich habe überhaupt nicht in die Geschichte reingefunden. Der Schreibstil bzw. Satzbau wirkt abgehackt und hat meinen Lesefluss sehr beeinträchtigt. Auch die unfassbar vielen Zeitsprünge haben bei mir nur Verwirrung hervorgerufen.
Aufgrund des Klappentextes hatte ich eine Liebesgeschichte zwischen zwei Teenagern erwartet, deren Wege sich zunächst trennen, die sich dann aber im Erwachsenenleben wieder treffen. Die wenigen Seiten, die ich gelesen habe, waren für mich so bedrückend und hatten wenig mit einer Lovestory zu tun.

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Veröffentlicht am 05.04.2022

Leider gar nicht mein Fall

Unser wirkliches Leben
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„Unser wirkliches Leben“ von Imogen Crimp ist am 14. Februar 2022 bei hanserblau erschienen. Das Buch handelt von Anna, angehende Opernsängerin, und Max, wohlhabender Bänker. Sie lernen sich nach einem ...

„Unser wirkliches Leben“ von Imogen Crimp ist am 14. Februar 2022 bei hanserblau erschienen. Das Buch handelt von Anna, angehende Opernsängerin, und Max, wohlhabender Bänker. Sie lernen sich nach einem von Anna´s Auftritten in einer Jazzbar kennen, die sie braucht, um ihre Miete zahlen zu können. Sowohl ihre Karriere als auch Max beanspruchen einen immer größeren Teil ihres Lebens.
Ich möchte direkt zu Beginn anmerken, dass ich das Buch ca. nach der Hälfte abgebrochen habe. Dennoch möchte ich meine Meinung gerne teilen und meine Beweggründe darlegen.
Ich muss leider sagen, dass mir der Einstieg in das Buch wirklich schwergefallen ist. Mir macht vor allem der Schreibstil zu schaffen. Die fehlenden Anführungszeichen, der meiner Meinung nach teilweise komplizierte Satzbau und auch die verwendeten Fachbegriffe sind für mich echt verwirrend. Ich bin auch einfach kein Fan davon, wenn Bücher in der Vergangenheitsform geschrieben sind. Aber das ist Geschmackssache.
Ich hatte mich bereits auf eine eher schwierige Geschichte eingestellt. Man weiß vom Klappentext, dass Anna sich in eine Abhängigkeit begibt. Trotzdem ist es nicht leicht darüber zu lesen. Hier spielen natürlich ihre ganzen Lebensumstände mit hinein. An sich ist sie mir dennoch recht sympathisch. Sie kämpft für ihren Traum, auch wenn sie nicht die gleichen Voraussetzungen hat, wie vielleicht manch anderer.
Max stehe ich recht neutral gegenüber. Kann gut sein, dass er mit seiner (Ex-)Frau noch nicht ganz abgeschlossen hat. Aber wer kann es ihm verübeln. Und Anna und er hatten nie eine Abmachung oder ähnliches. Er hat ihr nichts versprochen. Dafür, dass sie sich von ihm abhängig macht, ist er definitiv nicht (allein) Schuld.
Es gab insgesamt so viele Stellen, bei denen ich mit einem riesengroßen Stirnrunzeln vor dem Buch saß. Ich kann vieles so gar nicht nachvollziehen. Warum stört sie sich an dem Wort "neugierig"? Was stimmt nicht mit dem Armband? Ich finde es eine nette Geste, er hätte ihr auch nichts schenken müssen.
Wie bereits am Anfang angemerkt, habe ich das Buch nicht beendet. Ich treffe diese Entscheidung nicht leichtfertig und kämpfe mich tatsächlich auch oft durch Bücher, die mir nicht so gut gefallen. Allerdings konnte ich hier nicht weiterlesen. Mir hat die Geschichte leider nicht gefallen und ich musste mich eher durch die Seiten quälen. Daher auch meine Entscheidung vorzeitig abzubrechen. Hier waren für mich vor allem der Schreibstil und die für mich nicht nachvollziehbaren Handlungen ausschlaggebend.

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Veröffentlicht am 15.03.2021

"Wir sehen uns beim Happy End" - Charlotte Lucas

Wir sehen uns beim Happy End
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Sowohl Cover, die hübschen pinken Seiten als auch der Klappentext waren für mich ausschlaggebend, dieses Buch zu lesen.
Jedoch war ich schon auf den ersten Seiten sehr verwirrt. Ich konnte nur immer wieder ...

Sowohl Cover, die hübschen pinken Seiten als auch der Klappentext waren für mich ausschlaggebend, dieses Buch zu lesen.
Jedoch war ich schon auf den ersten Seiten sehr verwirrt. Ich konnte nur immer wieder kopfschüttelnd weiterlesen. Für mich war keine einzige Handlung der Protagonistin auch nur ansatzweise nachvollziehbar. Deswegen war ich auch mehrmals kurz davor das Buch vorzeitig zu beenden, weil ich mich einfach nur darüber ärgern konnte wie übergriffig Ella immer und immer wieder handelt. Letzendlich habe ich mich doch dazu durchgerungen die Geschichte zu beenden, in der Hoffnung, dass mich wenigstens das Ende überzeugt. Allerdings war auch das nicht der Fall. Am Ende ging mir dann alles viel zu schnell, nachdem sich dann in nicht mal zwei Kapiteln alles aufgelöst hat. So viel ist in den 500 Seiten zuvor nicht passiert. Auch konnte der Schreibstil, mit den ständigen Wiederholungen micht nicht überzeugen.
Im Großen und Ganzen war für mich vieles einfach nicht logisch, geschweige denn realistisch. Für mich blieben am Ende auch zu viele Fragen ungeklärt. Zusammenfassend war ich leider einfach nur sehr enttäuscht.

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