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Veröffentlicht am 13.04.2022

Der Holocaust und eine Familie mittendrin...

Esthers Verschwinden
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Lublin 1939: Die Familie Rosen betreibt seit drei Generationen eine große Baufirma und ist in der Stadt sehr angesehen. Der Vater und sein Sohn Eli führen den Betrieb gemeinsam, während der zweite Sohn ...

Lublin 1939: Die Familie Rosen betreibt seit drei Generationen eine große Baufirma und ist in der Stadt sehr angesehen. Der Vater und sein Sohn Eli führen den Betrieb gemeinsam, während der zweite Sohn Louis in der Jeschiwa Chachmei, der Schule der weißen Männer, arbeitet und in den alten jüdischen Schriften forscht. Elis Frau Esther fürchtet ab dem Kriegsbeginn um ihr Leben und das ihres Sohnes Isaak, denn sie kann die Aussagen Hitlers nicht als leeres Gerede abtun, wie es viele andere Juden zu dieser Zeit tun. Doch Eli wird noch lange brauchen, bis er es endlich so sehen kann wie sie, denn er vertraut auch auf das Geschick seines Angestellten Max, der gute Verbindungen zu den Deutschen hat und daher seinen Schutz verspricht...

DP-Lager Föhrenwald 1946: Eli und sein Sohn wurden vor einem Jahr aus dem Konzentrationslager Buchenwald befreit und warten nun in diesem überfüllten Lager auf ihr Visum für einen Neuanfang in Amerika. Nur leider sind die Wartelisten lang, sodass ein Ganove wie Max es nicht schwer hat, bald Visa an reiche Juden zu verkaufen, die so schneller in die USA einreisen dürfen. Eli ist entsetzt und schwört sich, diesem Gauner endlich das Handwerk zu legen...

Amerika 1966: Eli lebt nun in Amerika und sucht nach einem Zimmer in Chicago. Keiner weiß genau, wo er arbeitet und auch sonst ist er eher verschlossen. Doch in Mimi Gold, der Journalistin, sieht er endlich einen Weg, wie er seinem Ziel ein wenig näher kommen kann...

Ronald H. Balson hat einen sehr klaren und flüssig zu lesenden Schreibstil, der aber trotzdem nicht an Emotionen spart. Die gründliche zeitgeschichtliche Recherche bemerkt der Leser sehr schnell und lernt diese auch schnell zu schätzen. Die Erzählweise auf drei Zeitebenen gleichzeitig, die immer wieder wechseln, allerdings nicht nach jedem Kapitel, macht den Roman überaus interessant und fördert den Drang, immer weiterlesen zu wollen.

Mir hat der Roman sofort gefallen und ich habe voller Spannung immer weitergelesen. Lang war mir nicht eindeutig klar, was denn die Zeitebene 1966 mit den anderen beiden zu tun hat, doch gegen Ende klärt sich auch das und so hatte ich immer wieder etwas zu rätseln und habe versucht, die Zusammenhänge herzustellen. Da ich großer Liebhaber von historischen Romanen bin, fand ich es herausragend, wie nah sämtliche Namen und Geschehnisse an der Realität waren und lediglich die Protagonisten der Familie Rosen, die Familie Gold, Max Poliske und die Familie Zielinski frei erfunden waren.

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Veröffentlicht am 09.04.2022

Freunde sind das Wichtigste!

Deine Schutzengel - Zusammen sind wir beste Freunde
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Rosie hat heute ihren ersten Tag im Kindergarten und ist sehr aufgeregt. Doch ihr Papa bringt sie hin und beruhigt sie, dass es bestimmt schön werden wird. Auch die Erzieherin Frau Marschall ist sehr freundlich ...

Rosie hat heute ihren ersten Tag im Kindergarten und ist sehr aufgeregt. Doch ihr Papa bringt sie hin und beruhigt sie, dass es bestimmt schön werden wird. Auch die Erzieherin Frau Marschall ist sehr freundlich und kümmert sich sehr um Rosie, damit sie einen schönen ersten Tag erlebt. Aber beim Malen eines Bildes ihrer Familie wird Rosie ganz traurig, denn alle anderen Kindern malen ganz viele Menschen auf ihr Bild, bei Rosie gehören aber nur ihr Vater und sie zur Familie. Erst beim Abholen zeigt ihr ein anderes Mädchen aus ihrer Gruppe, dass auch sie nur mit ihrer Mama zusammenlebt. Und plötzlich merkt Rosie, dass sie nun eine Gemeinsamkeit mit Indira hat und sie sich bestimmt gut verstehen werden...

Lucinda Riley und Harry Whittaker haben hier eine sehr tiefgründige und wunderschöne Geschichte über Freundschaft geschrieben. Aber auch das Thema der Alleinerziehenden nimmt einen großen Stellenwert ein. Die Illustrationen von Marie Voigt runden das Buch perfekt ab.

Meine Tochter mag das Buch sehr gerne, auch wenn es sie anfangs etwas traurig gemacht hat, dass Rosie keine Mama mehr hat und nur mit ihrem Papa allein lebt. Auch die Rolle des Schutzengels Frederick ist zauberhaft, sodass Kinder durch die Vorstellung, ein kleiner Engel begleitet sie immer durch ihren Alltag, beruhigter und mutiger vorangehen können. Perfekt passend sind auch die Illustrationen von Marie Voigt, denn es gelingt ihr sehr gut, Emotionen nicht nur durch die Gestik und Mimik der Figuren, sondern auch durch ihre Farbwahl in den Zeichnungen darzustellen. Wir sind mittlerweile große Fans der Reihe, denn der Mehrwert für den Alltag ist sehr groß und auch das Vorlesen und Anschauen macht viel Spaß.

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Veröffentlicht am 08.04.2022

Rückkehr in die wilde Natur

Golden Hill Touches
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Parker war vor elf Jahren das letzte Mal in Boulder Creek und hat mit seinem ungestümen und aggressiven Verhalten viele Menschen vor den Kopf gestoßen, weshalb es auch kein Wunder ist, dass sie sich nicht ...

Parker war vor elf Jahren das letzte Mal in Boulder Creek und hat mit seinem ungestümen und aggressiven Verhalten viele Menschen vor den Kopf gestoßen, weshalb es auch kein Wunder ist, dass sie sich nicht sonderlich freuen, als sie nun von seiner Rückkehr auf die Golden Hill Ranch erfahren. Auch Clay, seine große Liebe von damals, ist nicht sonderlich erfreut, denn sie hat Angst um ihr Herz, das er ihr damals gebrochen hat und das nun endlich wieder etwas verheilt ist. Allerdings findet sie die Pläne, die Parker mit der Ranch hat, großartig und stimmt auch im Stadtrat für das Pferde-Therapiezentrum für psychisch und physisch erkrankte Menschen. Parker wusste, dass diese Rückkehr und sein Neuanfang in der Kleinstadt in Montana nicht leicht werden würde, aber mit einer so großen Wut und Abneigung gegen ihn, hat er nun doch nicht gerechnet...

Nicole Böhm schreibt wunderschön. Ihre Sprache ist modern, ohne komplizierte Fachbegriffe und Emotionen, werden wunderbar beschrieben. Die Kulisse Montanas ist traumhaft und besticht durch seine Unberührtheit. Die Protagonisten Clay und Parker sind beide sehr sympathisch, sie kämpfen aber noch immer mit den Erlebnissen von vor elf Jahren und machen es so dem Gegenüber nicht immer einfach.

Ich wusste bei diesem Buch bereits, dass ich es unbedingt lesen möchte, nachdem ich das Cover das erste Mal gesehen habe. Mein positiver erster Eindruck hat sich bestätigt und ich habe das Buch verschlungen. Es hat mich in eine andere Welt entführt und mich mit seinen vielen verschiedenen Emotionen mitgerissen. Ich warte schon sehnsüchtig auf den zweiten Teil der Reihe und bin sehr gespannt, wie es dann mit der Goilden Hill Ranch weitergeht...

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Veröffentlicht am 07.04.2022

Klara, das Huhn, das alle verlassenen Eier rettet

Klara Gluck
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Klara, das Huhn, hat bisher nur ein Ei gelegt und daraus ist leider kein Küken geschlüpft. Weil sie aber Eier über alles liebt, macht sie sich auf, um alle verlassenen Eier zu retten. Die Reise ist abenteuerlich, ...

Klara, das Huhn, hat bisher nur ein Ei gelegt und daraus ist leider kein Küken geschlüpft. Weil sie aber Eier über alles liebt, macht sie sich auf, um alle verlassenen Eier zu retten. Die Reise ist abenteuerlich, aber am Ende hat sie viele Eier gesammelt - so viele, dass sie sie kaum alle gemeinsam ausbrüten kann. Doch die Mühe lohnt sich und am Ende hat Klara ganz viele verschiedene Tiere um sich versammelt und ist eine großartige Mutter.

Emma Levey hat das Kinderbuch in einer einfachen und leicht verständlichen Sprache verfasst, die sich auch sehr gut vorlesen lässt. Zudem ist der Text nicht nur gerade und in gleichmäßiger Schrift abgedruckt, sondern zum Inhalt passend manchmal größer, manchmal kleiner und auch in Bögen. Die Illustrationen sind ebenfalls sehr gelungen und untermalen das Geschriebene perfekt.

Uns gefällt das Kinderbuch sehr gut und wir haben es bereits mehrere Male gelesen. Die Botschaft, dass man auch Kinder lieben und aufziehen kann, die nicht blutsverwandt und ansonsten alleine auf der Welt wären, wir auch von meinen Kindern gut verstanden und hat sehr gute Gespräche über dieses Thema hervorgebracht. Daher ist das Buch nicht nur für Ostern geeignet, sondern das ganze Jahr über ein großes Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 05.04.2022

Ein Tag im spannenden und unterhaltsamen Wimmel-Zoo

Die Erdmännchen sind los!
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Lasst uns doch einen Tag im Zoo verbringen! Doch dieser Zoo ist alles andere als gewöhnlich, denn es gibt so viel zu entdecken. Ein Rundweg schlängelt sich zwischen den einzelnen Tiergehegen entlang. So ...

Lasst uns doch einen Tag im Zoo verbringen! Doch dieser Zoo ist alles andere als gewöhnlich, denn es gibt so viel zu entdecken. Ein Rundweg schlängelt sich zwischen den einzelnen Tiergehegen entlang. So wandert man automatisch der Reihe nach durch verschiedenen Kontinente, angefangen in Afrika geht es über Asien nach Amerika, Europa, Ozeanien, die Arktis und die Antarktis wieder zurück nach Afrika. Die verschiedenen Tierarten leben alle glücklich und in friedlicher Nachbarschaft zusammen und auch die Besucher werden sofort in die große Gemeinschaft aufgenommen.

Stefanie Jeschke hat das Wimmelbuch wunderschön gezeichnet. Alles ist farbenfroh und humorvoll gezeichnet. Ihre Tiere und Menschen sind allesamt lustig, denn manche Tiere lachen oder sehen ratlos auf etwas in ihren Händen, was den Unterhaltungswert ungemein steigert und Kinder zum Lachen bringt.

Meine Kinder und ich lieben das Buch, denn es ist einfach perfekt! Angefangen bei den toll gezeichneten Tieren über die vielen kleinen Details, die überall versteckt sind bis hin zu den Erdmännchen, die den Zoo auf den Kopf stellen. Auch gut gefällt mir, dass der Rundweg, der in Afrika begonnen hat, auch wieder dort endet und somit durch das Buch führt und einen roten Faden bildet. Richtig lustig ist noch die letzte Seite, auf der viele Tiere nochmals abgebildet sind, dieses Mal mit ihren lustigen Namen, die auf den Seiten im Buch versteckt sind und nun noch gesucht werden können. Einfach ein zauberhaftes und hochwertiges Buch, das schnell zu unserem Lieblingsbuch geworden ist!

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