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Veröffentlicht am 16.04.2022

In der Welt der Reichen und Schönen

Privileged - Class of Royals
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Inhalt:
Die 18-jährige Nora zieht von Amerika nach London, weil ihre Mutter den zukünftigen Thronfolger Englands heiraten wird. Plötzlich im Kreis der Elite, der Schönen und Reichen zu verkehren, stellt ...

Inhalt:
Die 18-jährige Nora zieht von Amerika nach London, weil ihre Mutter den zukünftigen Thronfolger Englands heiraten wird. Plötzlich im Kreis der Elite, der Schönen und Reichen zu verkehren, stellt sich als ein nicht leichtes Unterfangen heraus. Nora will einfach nur die unsichtbare Aussenseiterin sein und ihr letztes Highschooljahr schnell hinter sich bringen. Der gleichaltrige Asher ist der Erste, der sie in ihrer neuen Schule anspricht, jedoch ist er nicht wirklich freundlich zu ihr. Er bezeichnet sich selbst als Herrscher der Schule. Er ist einer, der sich nimmt, was er will und dem andere sehr gehörig sind. Beide nähern sich im Verlauf der Geschichte immer mehr an, denn Nora ist seinem Charme erlegen. Doch in Wahrheit verfolgt Asher ganz andere Ziele, denn er will sich über Nora an dessen Stiefvater rächen.

Dies ist der erste Band der Privileged-Dilogie von der englischen Autorin Carrie Aarons. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und kann somit einzeln gelesen werden. Das Ebook umfasst 296 Seiten und ist im April 2022 vom Verlag LYX.digital veröffentlicht worden. Die Originalausgabe erschien 2017 ebenso unter dem Titel "Privileged".

Meinung:
Asher ist ein typischer Bad Boy und er wirkt zunächst unsympathisch, kalt und berechnend. Mir hat seine Rolle gut gefallen. Nora ist sehr intelligent, doch in Sachen Liebe scheint sie sehr naiv zu sein. Obwohl sie keine Aufmerksamkeit wollte, rutscht sie schneller als erwartet in die neue Clique rein. Ihr Kopf rät ihr zwar etwas anderes, doch lässt sie sich schnell von Asher beeinflussen.

"Ich sollte ihn nicht begehren." (Nora,  Kapitel 10)

Der Einstieg in das Buch viel mir recht leicht. Anfänglich erscheint die Geschichte oberflächlich und klischeehaft. Die Storyline ist schon etwas weit hergeholt und das Setting im britischen Adel wirkt etwas übertrieben, denn dieser ist doch eigentlich für Steifheit, Drama, Intrigen und Geheimnisse bekannt. Jedoch spielt das Königshaus nur am Rande eine Rolle und wenn man sich darauf einlässt, dass die Geschichte quasi in einer anderen, sehr elitären Welt spielt, kann man sich auf ein paar schöne und spannende Lesestunden freuen.

Die Geschichte wird aus wechselnder Sicht von Nora und Asher in der Ich-Form erzählt, was mich wieder sehr fasziniert hat. Nebencharaktere waren nur wenige vorhanden und diese spielten keine zentrale Rolle, was mich aber nicht gestört hat. Gut gefallen haben mir die erotischen Szenen, denn sie waren prickelnd und nicht übertrieben beschrieben. Der Schreibstil war in Allgemeinen flüssig und angenehm. Nur an seltenen Stellen gab es zu lange, verschachtelte Sätze sowie einige Grammatikfehler. Dies hat meinen Lesefluss aber kaum gestört.
Das Cover ist hübsch anzusehen. Es ist sehr britisch angehaucht und damit passend zur Geschichte.

Fazit:
Die Geschichte las sich flüssig und sie war spannend und brisant! Das Buch hat mir trotz der Oberflächlichkeit gut gefallen und mir ein paar schöne Lesestunden beschert. Es handelt sich um eine Dilogie und im Herbst erscheint die Fortsetzung, in der es um den Nebencharakter Eloise ist.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Toll gereimter Text und einfache, aber sehr passende Illustrationen

Coco Stolperbein
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Inhalt:
Coco Stolperbein zieht mit ihrer Familie in eine neue große Wohnung. Für die neuen Nachbarn Herr Wichtig und Frau Richtig scheint nun die Ordnung und Ruhe im Haus vorbei zu sein. Coco erfreut sich ...

Inhalt:
Coco Stolperbein zieht mit ihrer Familie in eine neue große Wohnung. Für die neuen Nachbarn Herr Wichtig und Frau Richtig scheint nun die Ordnung und Ruhe im Haus vorbei zu sein. Coco erfreut sich am Garten, spielt dort ausgelassen und bringt alles durcheinander. Und dass sie an einem anderen Tag das Haus und das Auto voller Freude bemalt, geht doch wohl jetzt wirklich zu weit. Oder?

Meinung:
Zuallererst muss ich sagen, dass mir die tollen Reime sehr gut gefallen. Ich liebe gereimte Kinderbücher und beim Lesen merkt man, dass sich der Autor wirklich sehr viel Mühe bei dem Text gegeben hat. Da das Buch für Kinder ab 3 Jahre empfohlen wird, denke ich aber, dass einige Textstellen eventuell etwas schwierig für die kleineren Kinder zu verstehen sind.

Die Bilder im Buch sind ganz schick und passen sehr gut zum Inhalt. Sie sind nicht zu überladen oder übertrieben bunt. Meiner Meinung hätten sie gern noch etwas kindgerechter sein können, denn teilweise kommen sie mir etwas abstrakt vor.

Was mich etwas stört, ist die Tatsache, dass in dem Buch falsches Verhalten vorgelebt und noch belohnt wird. Ein Haus anzumalen und dafür den ersten Preis für das schönste Haus der Stadt zu bekommen bzw. ein Auto anzumalen, was prompt von einem Künstler gekauft wird,   finde ich persönlich nicht nachvollziehbar und erst recht nicht gut in einem Kinderbuch. Auch gefällt mir die übertriebene Freude des Herrn Wichtig über sein neues E-Auto nicht wirklich. Es mag gewiss Geschmackssache sein, aber meinen Geschmack hat es leider inhaltlich nicht immer getroffen.

Das Buch endet natürlich mit einem Happy End, wie es in einem Kinderbuch auch sein sollte. Es zeigt, dass man vorurteilsfreier, offener und freundlicher gegenüber anderen Menschen und seinen Nachbarn sein soll, dann ist das Leben für alle viel schöner und vielleicht kann so manch eine Freundschaft geschlossen werden.

Fazit:
Mal eine etwas andere Art Kinderbuch über die Themen Zusammenleben und Freundschaft. Die gelungenen Reime gefallen mir am besten.

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Veröffentlicht am 10.04.2022

Kleine Wesen ganz groß

Die Minimes (Band 1)
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Gafferty lebt mit ihren Eltern und ihren beiden kleinen Brüder Gobkin und Grub in einem unterirdischen Bau. Sie denken, sie sind die letzten Minimes. Das sind kleine menschenähnliche Wesen, welche aber ...

Gafferty lebt mit ihren Eltern und ihren beiden kleinen Brüder Gobkin und Grub in einem unterirdischen Bau. Sie denken, sie sind die letzten Minimes. Das sind kleine menschenähnliche Wesen, welche aber gerade einmal 8 cm groß sind. Gafferty findet in dem verbotenen Tunnelsystem unter der Stadt, in dem früher wohl massig Mimines lebten, ein altes Buch. Aus dem erfährt sie so einiges über die Vergangenheit der Minimes, zum Beispiel, dass es 3 Clans gab. Hoffnungsvoll macht sie sich auf den Weg, andere Minimes zu finden. Gleichzeitig ist die Diebin Claudia Slymark auf der Suche nach den Minimes und einem geheimnisvollen Spiegel. Somit geraten Gafferty und Gobkin bei ihren Erkundungen ziemlich schnell in Gefahr.

Das 220 Seiten umfassende Buch des englischen Kinderbuchautors David O'Connell ist in 25 Kapitel unterteilt und mit einigen schönen und passenden Schwarz-Weiß-Zeichnungen ergänzt. Die Altersempfehlung variiert auf den unterschiedlichen Websites, doch ich würde sagen, es ist für Kinder ab 8/9 Jahre geeignet, die fiktionale Geschichten mögrn. Für jüngere Kinder ist es aufgrund des Buchumfangs und des Spannungsbogens eher ungeeignet.

Der Einstieg in das Buch ist mir nicht so leicht gefallen. Die ersten beiden Kapitel sind inhaltlich nur recht mittelmäßig geschrieben, doch bereits ab dem 3. Kapitel nimmt die Geschichte Fahrt auf und es wird sehr spannend. Der Schreibstil des Autors ist flüssig und gut für Kinder lesbar. Die Namen und einige wenige Begriffe sind etwas schwierig, aber nicht problematisch. Die Geschichte ist insgesamt sehr fantasievoll, anschaulich und auch verständlich.

Fazit: Eine gute, teils humorvolle und teils schaurige Geschichte über Abenteuer, Magie und Geister. Zudem bekommen die Themen Familie und Freundschaft eine große Rolle zugesprochen.

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Veröffentlicht am 04.04.2022

Tigerhase

Der kleine Tigerhase
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Der kleine Tigerhase ist traurig. Er will nicht anders aussehen, sondern lieber so wie die anderen Hasen. Seine Freunde sind erstaunt und erkennen ihn erst gar nicht, als er eines Tages in einem braunen ...

Der kleine Tigerhase ist traurig. Er will nicht anders aussehen, sondern lieber so wie die anderen Hasen. Seine Freunde sind erstaunt und erkennen ihn erst gar nicht, als er eines Tages in einem braunen Hasenkostüm zum spielen erscheint. Doch schnell wird es ihm darin zu warm. Am nächsten Tag ist er von Kopf bis Pfote Braun angemalt, doch der Regen wäscht die Farbe wieder ab. Die Möglichkeiten sind nahezu ausgeschöpft. Seinen Geburtstag will der kleine Tigerhase nur feiern, wenn er so aussieht wie die anderen. Da erlebt er eine tolle Überraschung.

Das Thema des Buches ist wirklich gut umgesetzt. Toll ist auch, dass auf jeder Seite Bilder zum anschauen sind und das Kind somit die Geschichte anhand der passenden Bilder gut folgen kann. Das Format des Buches hätte meiner Meinung nach etwas größer ausfallen können, dann hätten die Illustrationen noch besser gewirkt. So kommen mir Text und Bilder etwas gedrungen vor.

Fazit: Gut umgesetztes Buch zu den Themen Akzeptanz des Anderssein, Individualität und Freundschaft.

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Veröffentlicht am 31.03.2022

Kulinarischer, poetisch angehauchter und auch humorvoller Roman

Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach
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Robert ist 52, Junggeselle, Griesgram, Eigenbrötler und Koch. Er lebt mit seiner Schwester Elsa und dessen beiden kleinen Kinder auf dem elterlichen Hof im schönen Elsass. Elsa führt hier ein Restaurant ...

Robert ist 52, Junggeselle, Griesgram, Eigenbrötler und Koch. Er lebt mit seiner Schwester Elsa und dessen beiden kleinen Kinder auf dem elterlichen Hof im schönen Elsass. Elsa führt hier ein Restaurant mit angeschlossener Herberge. Robert kümmert sich um die Tiere, den Garten mit dem zahlreichen Obst und Gemüse sowie um die Küche. Er ist dabei ziemlich menschenscheu. Lieber spricht er mit seinen Möhren als mit anderen Menschen. In den Sommermonaten läuft der Gasthof sehr gut und so hat Elsa zur Kinderbetreuung Fatima angestellt, die mit ihrem jugendlichen Sohn Hassan anreist. Dieser soll wiederum Robert bei der Arbeit unterstützen. Langsam freunden sich die beiden an, denn Robert entdeckt in ihm sich selbst als junger Mensch wieder: ein Einzelgänger und Träumer. Hassan geht ebenso behutsam mit den Tieren und dem Gemüse um und Robert gefällt es, sein Wissen mit ihm zu teilen.
Wenig später erscheint die quirlige Maggie, eine Freundin von Fatima aus London, auf dem Hof und wirbelt das ruhige Leben von Robert ziemlich auf.

Der Schreibstil ist wunderbar und sehr flüssig. Das Buch hat trotz Roberts grimmiger Einstellung eine (vielleicht typisch französische) Leichtigkeit an sich, was mir sehr gut gefallen hat. Eine Mischung aus Poesie und Handlung, die sehr zart und geschmeidig im Umgang mit Gefühlen und mit der Natur ist.

Die Geschichte bringt einem das Leben und Arbeiten auf einer "Auberge" im Elsass näher, und gern wäre man statt nur Leser lieber gleich Gast in dieser Herberge. Dieses Wohlgefühl wird auch dadurch untermauert, dass sich viel in der Küche abspielt und verschiedene Gerichte erwähnt werden.

Das 224 Seiten umfassende Buch hat stark angefangen und liess dann leider etwas nach. Es hätte in der zweiten Hälfte, als es um die Annäherung zwischen Robert und Maggie ging, gern mehr ausgearbeitet sein können. Robert hat sich jahrzehntelang eingeigelt, doch Maggie schafft es innerhalb weniger Wochen, Robert aus seinem Schneckenhaus zu locken und das wahre Leben zu zeigen.

Ich habe mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt. Alles in allem ist es ein humorvoller und inspirierender Roman geworden, der einem nebenbei auf eine kleine kulinarische Reise entführt. Tolle Lektüre für Zwischendurch.

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