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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2017

Wenn Dich die Schatten der Vergangenheit einholen - spannender Thriller aus Österreich

Schatten
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Beatrice Kaspary und ihr Kollege Florin Wenninger vom Dezernat Leib und Leben der Salzburger Polizei werden zum Schauplatz eines brutalen Mordes gerufen, der für Beatrice gleich zwei Überraschungen bereithält. ...

Beatrice Kaspary und ihr Kollege Florin Wenninger vom Dezernat Leib und Leben der Salzburger Polizei werden zum Schauplatz eines brutalen Mordes gerufen, der für Beatrice gleich zwei Überraschungen bereithält. Zum einen kennt sie den Toten und hatte ihn nicht gerade in bester Erinnerung, zum anderen finden sich am Tatort Hinweise auf den lange zurückliegenden Mord an ihrer Freundin und Mitbewohnerin Evelyn Rieger, an deren Tod sich Beatrice seither schuldig fühlt. Als kurz darauf eine weitere Tote gefunden wird, mit der Beatrice ebenfalls schon einmal aneinandergeraten ist, wird ihr endgültig klar, das die Spur des Mörders in ihre eigene Vergangenheit zurückführt.

Mit diesem Thriller legt Ursula Poznanski bereits den vierten Fall mit Beatrice Kaspary und Florin Wenninger vor. Für mich war es das erste (und bestimmt nicht letzte) Buch der Reihe, der Einstieg ist mir dabei problemlos gelungen, auch ohne Vorkenntnisse findet man sich im nicht immer einfachen Beziehungsgeflecht der Ermittler gut zurecht.

Der Schreibstil ist ausgesprochen packend, der Spannungsbogen nahezu perfekt, er trägt über die gesamte Länge der Geschichte und überdeckt dabei auch die eine oder andere kleinere Schwäche des Buches. Beide Hauptcharaktere, vor allem aber Florin, bleiben am Anfang noch ein wenig blaß und unscharf, erst als nach ca. einem Drittel des Buches das Geschehen kippt und die beiden Ermittler in Situationen geraten, die sie bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit (und noch ein Stück darüber hinaus) führen, gewinnen sie deutlicher an Kontur, jetzt fiebert man als Leser endgültig mit ihnen mit und lässt sich mit jeder Seite tiefer in den Sog der Geschichte hineinziehen.

Ein Buch, das alles hat, was einen guten Thriller auszeichnet und mich bestens unterhalten konnte.

Veröffentlicht am 29.05.2017

Spannender Auftakt einer neuen Krimi-Reihe mit einem ungewöhnlichem Ermittler

Glaube Liebe Tod (Ein Martin-Bauer-Krimi 1)
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Gerade erst hat Polizeiseelsorger Martin Bauer mit einer waghalsigen Aktion den Selbstmord des Polizisten Walter Keunert verhindert und ist fest überzeugt, ihn von seinem Vorhaben abgebracht zu haben. ...

Gerade erst hat Polizeiseelsorger Martin Bauer mit einer waghalsigen Aktion den Selbstmord des Polizisten Walter Keunert verhindert und ist fest überzeugt, ihn von seinem Vorhaben abgebracht zu haben. Wenige Stunden später ist Keunert dann doch tot, angeblich von einem Parkdeck gesprungen. Voller Selbstzweifel macht sich Bauer daran, die Hintergründe der Tat aufzuklären. Hat er einen Fehler gemacht und den Mann falsch eingeschätzt, oder ist Keunert etwa gar nicht freiwillig gesprungen ? Bei seinen Ermittlungen stößt Martin Bauer in ein Wespennest.

Den Autoren Peter Gallert und Jörg Reiter gelingt hier der spannende Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, in deren Mittelpunkt ein eher ungewöhnlicher Ermittler steht, der reichlich frischen Wind ins Genre bringt.
Neben einer gut konstruierten und wendungsreichen Geschichte überzeugt das Buch noch durch überzeugend gezeichnete Charaktere und einen packenden, sehr bildhaften Schreibstil. Hier merkt man den Autoren ihre langjährige Erfahrung als Drehbuchautoren für diverse TV-Formate an, die sie auch insgesamt überzeugend in die Buchform übertragen konnten.

Auf weitere Fälle mit Martin Bauer darf man schon sehr gespannt sein. Die Leseprobe am Ende des Buches macht auf jeden Fall schon reichlich Appetit auf das nächste Buch.

Veröffentlicht am 05.05.2017

Spannend und berührend zugleich, ein Klasse-Krimi, der mich auf ganzer Linie überzeugen konnte

Sauglück
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Sandra Adametz kommt anläßlich des Todes ihrer Großmutter nach vielen Jahren zurück in ihr niederösterreichisches Heimatdorf und will eigentlich auch direkt nach der Beerdigung zurück nach Brüssel, wo ...

Sandra Adametz kommt anläßlich des Todes ihrer Großmutter nach vielen Jahren zurück in ihr niederösterreichisches Heimatdorf und will eigentlich auch direkt nach der Beerdigung zurück nach Brüssel, wo sie sich nach ihrer Flucht vor der Familie ein neues Leben aufgebaut hat. Das plötzliche Verschwinden ihrer Großvaters macht ihr da aber einen Strich durch die Rechnung. Über ihre alte Schulfreundin Dorli Wiltzing beauftragt sie deren Freund, den Privatdetektiv Lupo Schatz, mit der Suche nach dem Verschwundenen. Lupo und Dorli kommen auf ihrer Suche schnell auf die Spur eines alten, lange verdrängten Geheimnisses der Familie Adametz.

Im inzwischen schon vierten Fall von Dorli und Lupo, der aber auch für einen Neueinsteiger wie mich problemlos zu lesen war, verbindet Veronika A. Grager eine alte Familientragödie mit einem düsteren und wenig schmeichelhaften Kapitel der österreichischen Geschichte: dem Umgang mit Pflegekindern in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg.

Neben einer gut konstruierten Geschichte, die den Leser immer wieder geschickt auf falsche Fährten lockt, und einem packenden Schreibstil, bei dem der bei der Autorin sonst übliche humorvolle Unterton aufgrund der Thematik diesmal etwas stärker zurücktreten muss, überzeugt der Krimi vor allem durch seine überzeugend gezeichneten Charaktere, die beim Lesen reichlich positive und auch negative Emotionen wecken.
Ein Buch, das während der Lektüre niemanden kaltlässt und einen auch noch lange über das Ende hinaus beschäftigt.

Spannend und berührend zugleich, ein Klasse-Krimi, der mich auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 03.05.2017

Rasanter und spannender Kurzthriller mit Alex Cross und einem alten Bekannten

Grausame Willkür
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Während der Frühstücksausgabe an einer Schule in Washington geraten Alex Cross und sein Partner John Sampson unter Beschuss. Als Cross den Schützen erkennt, trifft ihn fast der Schlag: Es ist sein alter ...

Während der Frühstücksausgabe an einer Schule in Washington geraten Alex Cross und sein Partner John Sampson unter Beschuss. Als Cross den Schützen erkennt, trifft ihn fast der Schlag: Es ist sein alter Erzfeind Gary Soneji, der doch eigentlich vor über 10 Jahren direkt vor seinen Augen verbrannt ist. Während Sampson nach einem Kopfschuss zwischen Leben und Tod schwebt, begibt sich Cross mit wilder Entschlossenheit auf die Jagd nach dem scheinbar Wiederauferstandenen.

Nach inzwischen 20 Thrillern (Band 21 erscheint im Laufe des Jahres) mit Alex Cross legt Erfolgsautor James Patterson hier einen 111 Seiten langen Kurzthriller vor, der es mühelos schafft, an die Klasse der deutlich längeren Thriller der Reihe anzuknüpfen.
Da der Schreibstil des Autoren eh von relativ kurzen Kapiteln mit einem Cliffhanger am Ende bestimmt wird, muss er seinen Stil hier nicht anpassen, da dieser auch für die Kurzform perfekt geeignet ist.

Und so hetzt Alex Cross auf seiner atemlosen Jagd schnurstracks auf einen fulminanten Showdown zu, der sich, wie man es bei James Patterson gewohnt ist, wieder einmal als äußerst doppelbödig erweist.

Für Fans der Alex-Cross-Thriller und alle, die es noch werden wollen, bietet das Buch auf jeden Fall beste Thrillerunterhaltung mit hohem Suchtfaktor und einem nahezu perfekten Spannungsbogen.

Veröffentlicht am 02.05.2017

Harter und kompromissloser Thriller made in Germany

Der Näher
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Martin Abel, der Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, ist nach seinem letzten Fall noch ziemlich angeschlagen und hält im Moment nur interne Schulungen in Sachen Profiling ab. Doch jetzt will er wieder ...

Martin Abel, der Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, ist nach seinem letzten Fall noch ziemlich angeschlagen und hält im Moment nur interne Schulungen in Sachen Profiling ab. Doch jetzt will er wieder zurück an die Ermittlerfront. Und so überträgt ihm sein Vorgesetzter auf sein Drängen hin endlich wieder einen neuen Fall und schickt ihn nach Gummersbach, wo zwei schwangere Frauen spurlos verschwunden sind, dabei aber vorher einen Abschiedsbrief hinterlassen haben. Aus dem scheinbaren Routinefall wird sehr schnell die Jagd auf einen brutalen und skrupellosen Mörder, die Abel alles abverlangt und ihn immer mehr an seine Grenzen bringt.

Mit dem inzwischen dritten Fall (den man aber auch problemlos ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Büchern lesen kann) in der Reihe um Martin Abel legt der Autor Rainer Löffler hier einen harten und kompromisslosen Thriller vor, den man in dieser Form eher aus dem englischsprachigen Raum und weniger aus deutschen Landen kennt.
Dabei bietet er alles auf, was man von einem guten Thriller erwartet: Eine gut konstruierte Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen und einem Ende, das man so sicher nicht erwartet hätte. Überzeugend gezeichnete Charaktere, mit denen man gerne mitfiebert. Und ein packender Schreibstil, der die Geschichte mit hohem Tempo vorantreibt, dabei in seinen Beschreibungen wenig bis nichts auslässt und so immer wieder für einen wohligen Schauer sorgt, der einen beim Lesen auch gnädig über die eine oder andere kleinere Ungereimtheit hinwegsehen lässt.

Definit kein Buch für Zartbesaitete, alle Fans von harten Thrillern kommen hier aber voll auf ihre Kosten.

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