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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2022

Uneingeschränkte Leseempfehlung

The Fourth Monkey - Geboren, um zu töten
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Tue nichts Böses, sonst wird er dich bestrafen. Fünf Jahre sind vergangen, als der Four Monkey Killer das letzte Mal zugeschlagen hat, doch er ist wieder da. Seine Opfer sind nicht unbedingt diejenigen, ...

Tue nichts Böses, sonst wird er dich bestrafen. Fünf Jahre sind vergangen, als der Four Monkey Killer das letzte Mal zugeschlagen hat, doch er ist wieder da. Seine Opfer sind nicht unbedingt diejenigen, die körperlichen, jedoch seelischen Schaden erleiden. Denn als Erstes entführt er einen dir nahestehenden Menschen, den du über alles liebst. Als Nächstes schneidet er dem Opfer ein Ohr ab und schickt es dir in einem weißen Päckchen, das mit einer schwarzen Schleife umwickelt ist. Danach folgen die Augen & am Ende die Zunge. Tue nichts Böses, um ihn nicht zu verärgern.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Nicht nur die Ermittler:innen geben den:der Leser:in Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt, sondern auch das Opfer meldet sich zu Wort. Ebenso gibt es Tagebucheinträge, die die Vergangenheit des Killers nach und nach aufdecken, um einen allumfassenden Blick zu ermöglichen.

Die Charaktere haben mir unwahrscheinlich gut gefallen. Nicht nur die Ermittler:innen, allen voran Porter, sondern auch die grausam erzählte Vergangenheit des Killers hat ihn mir irgendetwas ausgelöst. Ich will nicht sagen, dass der Killer dadurch nachvollziehbarer wurde, aber man kann zumindest erahnen, wo alles seinen Ursprung hatte.

Auch der Schreibstil ist wirklich sehr gelungen. Die Seiten flogen nur so dahin, weswegen ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Er ist nicht nur flüssig und leicht konsumierbar, sondern auch mit einer Prise Humor bestückt, was es noch angenehmer machte, zu lesen.

Ein Thriller, der mich seit Wochen mal wieder komplett überzeugen konnte. Auch wenn ich ab der Hälfte ca. ahnen konnte, wer der:die Täter:in ist, tat dies der Geschichte keinen Abbruch. Im Gegenteil: Ich war fasziniert!

Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gerne Einblicke in menschliche Abgründe erhalten.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Eine wundervolle Geschichte

Boy meets Girl
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Nora ist vermeintlich glücklich verheiratet, hat eine erwachsene Tochter und liebt ihren Beruf als Paartherapeutin. Doch eines Tages merkt sie, dass ihre Ehe nur nach außen hin glücklich scheint und ihr ...

Nora ist vermeintlich glücklich verheiratet, hat eine erwachsene Tochter und liebt ihren Beruf als Paartherapeutin. Doch eines Tages merkt sie, dass ihre Ehe nur nach außen hin glücklich scheint und ihr Mann Paul sie betrügt. Nora nutzt den Neuanfang, trennt sich von ihrem Mann und sieht sich bald der Frage gegenübergestellt, was sie wirklich will – und vielleicht auch wen.

Ich bin sehr leichtfüßig in den Roman gestartet und hab jede einzelne Seite unfassbar genossen. Auch wenn ich traurig war, dass die Geschichte nach knapp 300 Seiten endete, ist sie rund und vor allem ausreichend erzählt. Mir fehlte es an nichts.

Die Charaktere waren allesamt wichtig, hatten jeder seinen eigenen Platz und leisteten ihren wertvollen Beitrag im Roman.
Selten sind mir Charaktere so authentisch und real vorgekommen, wie in „Boy meets Girl“. Ich konnte nicht immer alle Handlungen und Gedanken nachvollziehen, jedoch machte es gerade das so wirklich für mich. Menschen sind gefühlsgesteuert und handeln nicht immer rational und auch wenn ich Nora manchmal hätte schütteln können, war ich unfassbar gern an ihrer Seite.
Ich hab mit ihnen allen mitgefiebert, mich verliebt, neu gefunden, mein bisheriges Leben infrage gestellt, war wütend, verletzt, enttäuscht und am Ende einfach glücklich.

Der Schreibstil hat mich nur so durch die Seiten getragen, am liebsten hätte ich das Buch keine Sekunde aus der Hand gelegt. Er ist unaufgeregt, atmosphärisch und ließ mich das Meer fast schon selbst erleben.

Ein wundervolles Buch, das auch nach dem Beenden noch leise nachklingt. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.03.2022

Wohlfühlzeit

Du bringst mein Chaos durcheinander
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Josefine wird auf offener Straße von ihrem Freund sitzen gelassen. Wortwörtlich, denn er braust allein auf die Hochzeit seiner Schwester und lässt Josefine vor ihrer Haustür stehen. Seine Begründung: Sie ...

Josefine wird auf offener Straße von ihrem Freund sitzen gelassen. Wortwörtlich, denn er braust allein auf die Hochzeit seiner Schwester und lässt Josefine vor ihrer Haustür stehen. Seine Begründung: Sie ist ihm zu chaotisch und sie solle ihr Leben endlich in den Griff bekommen. Ihre aufkommende Wut verpackt sie in einem vor Sarkasmus strotzenden Facebookpost über Ordnung – und wird prompt falsch verstanden. Plötzlich gilt Josefine als Ordnungsexpertin und soll auch noch eine Kolumne in einem fancy Lifestyle-Magazin darüber schreiben. Ohwei!

Ich hatte wirklich eine unfassbar gute Zeit, während ich Josefine durch ihren chaotischen Alltag begleiten durfte. Der Schreibstil hat mich direkt mitgenommen, mich meinen Alltag vergessen lassen und in eine ganz andere Realität mitgenommen.

Natürlich wurde viel mit Klischees gespielt, wie das oft in romantischen Komödien zu sein scheint. Dennoch war es genau in der richtigen Balance, sodass man nicht von einer Häufung von Zufällen genervt oder ähnliches war.

Die Charaktere hab ich so gut wie alle sofort in mein Herz geschlossen. Jeder schien seinen Platz zu haben und seinen Beitrag zu leisten, sodass sich nicht unnötig mit vielen Nebenpersonen aufgehalten, sondern die goldene Mitte getroffen wurde.

Das Ende war wenig überraschend, aber mir ging es auch nie um einen absoluten Pageturner, sondern um ein paar Stunden Wohlfühlzeit, die mir durch "Du bringst mein Chaos durcheinander" auf jeden Fall geschenkt wurden.

Ein leichter Roman, der mich in eine komplett andere Welt mitgenommen und meinen Alltag hat vergessen lassen.

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Veröffentlicht am 31.03.2022

Highlight

Die sieben Männer der Evelyn Hugo
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Die berühmte Schauspielerin Evelyn Hugo hatte ein wahnsinniges Leben voller wilder, anstößiger und bewegter Momente. Doch bereits seit einigen Jahren ist sie von der Bildfläche verschwunden und hat weder ...

Die berühmte Schauspielerin Evelyn Hugo hatte ein wahnsinniges Leben voller wilder, anstößiger und bewegter Momente. Doch bereits seit einigen Jahren ist sie von der Bildfläche verschwunden und hat weder einem Interview noch einem Fotoshooting zugesagt. Bis sich ihre Agentin bei Monique meldet und diese beauftragt, ihre Biografie zu schreiben und zu veröffentlichen – ungeschönt und ohne ein einziges Detail auszulassen.

Das Buch ist in 7 Abschnitte aufgeteilt, wovon jeder einzelne sich jeweils mit einem:r Ehepartner:in von Evelyn Hugo befasst. Zusätzlich wechseln die einzelnen Abschnitte zwischen Evelyns Vergangenheit und der Gegenwart, in der auch Monique einzelne Kapitel für sich allein beansprucht.

Die Charaktere haben mir, jeder einzelne für sich, unwahrscheinlich gut gefallen. Sie waren allesamt authentisch und rund gezeichnet, sodass ich keinerlei Zweifel an irgendwem hatte und sie teilweise so real erlebt hab, dass ich mich öfters mal fragen musste, ob die Personen wirklich existieren.

Der Schreibstil hat mir wahnsinnig gut gefallen. Ich habe das Buch in einem Rutsch weggelesen, weil die Seiten nur so dahin flogen und ich mich komplett in der Geschichte verlieren konnte. Zeitweise war ich sogar kurz davor, Evelyn zu googlen, weil mir die Geschichte so real vorkam, dass Fiktion und Realität vorübergehend verschwammen.

Obwohl ich anfangs noch dachte, es handelt sich lediglich um ein Klatschblatt, das sich mit dem Leben einer Schauspielerin befasst, wurde ich schnell umgestimmt. In der Geschichte steckt noch so viel mehr: Verlust, Verrat, Verletzung, Liebe, Freundschaft, Loyalität und vieles mehr. Es hat mich auf so vielen Ebenen berührt und hängt mir auch nach Beenden noch sehr präsent nach.

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Veröffentlicht am 28.02.2022

Nichts ist, wie es scheint

HOME – Haus der bösen Schatten
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Als Maggie ein Kind war, kauften ihre Eltern ein Haus, um sich niederzulassen. 20 Tage später zogen sie jedoch überstürzt wieder aus und ließen all ihr Hab und Gut zurück. Der Grund? Geister und allerhand ...

Als Maggie ein Kind war, kauften ihre Eltern ein Haus, um sich niederzulassen. 20 Tage später zogen sie jedoch überstürzt wieder aus und ließen all ihr Hab und Gut zurück. Der Grund? Geister und allerhand übernatürliche Geschehnisse, die nicht zu erklären sind. Als ihr Vater beschließt, über die Zeit im Haus ein Buch zu schreiben und es auch noch einschlägt, wie eine Bombe, versteht Maggie die Welt nicht mehr. Sie kann sich weder an die Zeit im Haus erinnern noch ist sie davon überzeugt, dass ihr Vater die Wahrheit sagt. Ihre Eltern jedoch reagieren abweisend, sobald Maggie sie auf die Zeit im Haus anspricht. 25 Jahre später stirbt ihr Vater und Maggie erbt das Haus der bösen Schatten. Sie möchte sich selbst davon überzeugen, was es mit den schaurigen Geschichten auf sich hat und begibt sich zurück in das Haus, auf die Suche nach der Wahrheit.

Das Buch wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Der erste befasst sich mit Maggies Präsens, in der sie verzweifelt versucht, herauszufinden, was vor 25 Jahren passiert ist. Der zweite Handlungsstrang sind Ausschnitte aus dem Buch bzw. die Sicht von Maggies Vater.

Die Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Insbesondere Maggie, die die Einzige ist, die rund gezeichnet wurde. Ich fand sofort einen Draht zu ihr, konnte mitfühlen, wie sie sich im Stich gelassen und von ihren Eltern belogen fühlte.

Der Schreibstil ist gewohnt spannend und unverblümt. Er kreiert eine meisterhafte Atmosphäre, die es mir oft eiskalt den Rücken runterlaufen ließ.

Ich bin kein Fan von Übernatürlichem, weswegen ich anfangs ein wenig skeptisch war. Jedoch wird am Ende alles aufgeklärt und das vermeintlich Übernatürliche muss der Realität und Logik weichen.

Ab der Hälfte des Buches ahnte ich bereits, in welche Richtung es geht und war ein wenig „enttäuscht“, dass alle Zeichen für meine Theorie sprachen. Als diese zunächst auch noch bestätigt wurde, war ich traurig, dass ich schon so früh auf die Auflösung gekommen zu schein schien. Jedoch gab es einen kleinen Twist am Ende, der meine komplette Theorie zerstörte und mich mit offenem Mund zurückließ. Wirklich toll!

Ein Buch für alle Riley-Sager-Fans, die die gewohnte unangenehm bedrückende Atmosphäre genauso sehr schätzen wie ich.

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