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Veröffentlicht am 21.06.2022

Es hat was, aber ganz hat es mich nicht überzeugt

Undercover Bridesmaid – Das perfekte Durcheinander
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Sophie ist professionelle Brautjungfer. Sie hilft den Bräuten bei der Planung und Durchführung der Hochzeit, hat immer ein offenes Ohr und kriegt jede Krise in den Griff. Ihr Ruf eilt ihr voraus, doch ...

Sophie ist professionelle Brautjungfer. Sie hilft den Bräuten bei der Planung und Durchführung der Hochzeit, hat immer ein offenes Ohr und kriegt jede Krise in den Griff. Ihr Ruf eilt ihr voraus, doch niemand darf wissen, wer sie ist, sonst funktioniert ihr Geschäft nicht mehr, das fußt nämlich darauf, dass niemand weiß, dass Sophie nicht wirklich die beste Freundin / Cousine / etc. der Braut ist.
Jetzt bekommt Sophie die Chance ihres Lebens. Sie soll, auf Wunsch der Mutter, die Hochzeit von Lady Cordelia mit organisieren, das gesellschaftliche Ereignis der Saison! Doch Lady Cordelia hat keine Lust auf Sophie oder ihre Hilfe und entpuppt sich als Albtraum in Designer-Klamotten.
Und dann ist da auch noch Lady Cordelias Bruder, der das Gegenteil von ihr zu sein scheint und Sophies Herz höherschlagen lässt. Doch er darf nicht erfahren, wer sie wirklich ist.


Zuallererst: Das Buch ist optisch wirklich eine Wucht. Das Cover ist schon total hübsch, aber der Farbschnitt ist unglaublich! Er macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem und passt so toll zum Thema!

Sophie war mir sofort sympathisch. Ich finde es so toll, wie sie für Hochzeiten brennt und immer alles gibt. Dabei macht sie immer die Wünsche der Braut möglich, egal wie und verhindert Katastrophen. Obwohl es ihr die Bräute und auch die Dienstleister oft nicht leicht machen.
Immer wieder gibt es kurze Einschübe mit Nachrichten, E-Mails und anderem, die deutlich machen, wie schwierig und komplex Sophies Job ist. Ich glaube, ich hätte nach einer dieser Unterhaltungen bereits angefangen zu schreien.

Mein Problem war allerdings Lady Cordelia. Zwar erfährt man später, warum sie sich so aufführt, aber da war es für mich bereits zu spät. Ich habe sie verabscheut. Sie tut wirklich alles, um Sophie das Leben und ihren Job so schwer wie möglich zu machen. Dabei lässt sie regelmäßig raushängen, dass Sophie unter ihrer Würde ist. Sie behandelt sie wirklich schlimm und für mich war das schon Mobbing und keine Streiche mehr.

Die Liebesgeschichte zwischen Sophie und Tom nahm eine eher untergeordnete Rolle ein. Tom agierte als Nebencharakter. Cordelia und die Hochzeit waren eher Protagonisten als Tom.


Fazit: Das Buch hat einige sehr witzige Szenen, vor allem durch die Nachrichtenverläufe mit Bräuten und Lieferanten. Man merkt, wie sehr Sophie für ihren Job brennt und wie sehr sie es liebt Bräuten ihre Träume zu erfüllen. Sie war mir wirklich sympathisch.
Cordelia dafür leider nicht. Ich kam mit ihrer Art einfach nicht klar. Die Aktionen gegen Sophie waren für mich Mobbing. Gut, später erfuhr man, warum sie sich so benahm, aber das reichte für mich nicht, um sie zu mögen.
Die Liebesgeschichte spielte eher eine untergeordnete Rolle. Da fehlte mir wirklich einiges an Gefühl und Zeit. Ich habe da nichts gespürt.

Von mir bekommt das Buch 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.06.2022

Ich fand es nett, aber auch nicht "besonders"

Trust this Love
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Achtung: Im Buch treten Charaktere aus „Repeat this love“ auf! Man kenn es ohne Vorkenntnisse lesen, aber es macht mehr Sinn, wenn man das andere Buch noch lesen möchte, sollte man es zuerst tun.

Triggerwarnung: ...

Achtung: Im Buch treten Charaktere aus „Repeat this love“ auf! Man kenn es ohne Vorkenntnisse lesen, aber es macht mehr Sinn, wenn man das andere Buch noch lesen möchte, sollte man es zuerst tun.

Triggerwarnung: PTBS überwiegend in Form von Albträumen!

Anna ist nach sieben Monaten aus dem Koma erwacht und alles ist anders. Ihr Mann hat sie abgehakt und hat, weil es ja so schwer für ihn war, mit ihrer besten Freundin/Chefin geschlafen. Nach langer Reha ist Anna endlich in der Lage den nächsten Schritt zu gehen, aber welcher soll das sein? Sie hat keinen Job mehr, ihr Mann will eine Pause und sie ist noch immer nicht ganz auf der Höhe. Sie beschließt den Mann zu besuchen, der ebenfalls bei dem Unfall mit Fahrerflucht verletzt worden ist und ihr eine ganze Zeit lang im Krankenhaus vorgelesen hat.
Leif hat viel durchgemacht, die Krönung war dann noch ein Unfall, der ihn fast seine Karriere gekostet hätte. Jetzt steht Anna vor ihm, die Frau, die er beinahe jede Nacht in seinen Träumen sterben sieht. Gleichzeitig löst sie Gefühle in ihm aus, die er für immer verloren geglaubt hat.


Anna und Leif waren mir sympathisch. Ich mochte sie und fand es nett, wie sich die Freundschaft zwischen ihnen entwickelte. So richtig packen konnten sie mich aber erst ab einem bestimmten Punkt nach über der Hälfte des Buches.

Die Handlung plätschert sehr lange vor sich hin. Es passiert ewig nicht sehr viel, bis auf Annas Ex-Mann, der immer wieder versucht, sie zu manipulieren und seine Spielchen mit ihr zu spielen und sich dabei immer lächerlicher und lächerlicher macht.
Was ich hier toll fand war, wie seine Masche deutlich beleuchtet wurde. Das finde ich deswegen so wichtig, weil sehr viele Menschen, vor allem Frauen, in Beziehungen leben, die nach diesem Schema funktionieren, es aber nicht merken. Es braucht oft ein aufrüttelndes Erlebnis, wie bei Anna, um auszubrechen und die Wahrheit zu sehen.
Im Buch wirkt das vielleicht auf den ein oder anderen unnötig, aber ich finde es wichtig, den Fokus darauf zu richten. Denn zu oft lassen wir uns auf diese Art manipulieren, ohne es zu merken.

Die meiste Zeit des Buches geht es um die Freundschaft zwischen Anna und Leif während sie langsam ihr Leben wieder in die Hand nimmt. Sie schauen zusammen Filme (überwiegend die Twilight-Reihe – das hat einen bestimmten Grund), kochen, backen und reden. Leider geht darüber aber auch einiges unter. Dieser Teil zog sich für mich zu sehr, obwohl die zwei nett zusammen waren.


Fazit: Ich fand das Buch nicht schlecht. Es wird ein wichtiges Thema sehr schön beleuchtet, aber insgesamt war es eher ruhig. Manchmal zog es sich dadurch auch. Erst ab einem gewissen Punkt mochte ich es deutlich lieber, weil etwas Schwung in die Geschichte kam und beide Protagonisten für mich präsenter und sympathischer wurden. Nicht, dass ich sie vorher nicht mochte, aber sie waren eher „nett“ als wirklich mitreißend.
Kurz vor Schluss wurde es dann auch spannend, aber leider sehr abrupt und es war auch genauso schnell wieder vorbei. Ich hätte es besser gefunden, wenn sich das langsamer aufgebaut hätte. So wirkte es wirklich komplett aus heiterem Himmel und irgendwie grundlos.
Der Epilog war leider nicht meins. Ich fand ihn etwas zu konfus.

Von mir bekommt das Buch 3 Sterne. Ich fand es nicht schlecht, aber auch nicht „besonders“.

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Veröffentlicht am 06.06.2022

Die Erzählform war leider nicht meins - das Buch selbst hat aber was!

Daisy Jones & The Six
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Triggerwarnung: Abtreibung!

Daisy Jones will berühmt werden! Als sie das erste Mal mit der Band THE SIX auftritt, ist das ein Wendepunkt in ihrem Leben und ihrer Karriere. Sie werden berühmt, eine der ...

Triggerwarnung: Abtreibung!

Daisy Jones will berühmt werden! Als sie das erste Mal mit der Band THE SIX auftritt, ist das ein Wendepunkt in ihrem Leben und ihrer Karriere. Sie werden berühmt, eine der ganz großen Bands der 1970er Jahre und Daisy und Billy, der Leadsänger der Band, kommen sich nicht nur auf der Bühne näher.
Aber warum trennte sich die Band so plötzlich? Was ist vorgefallen?


Ich muss vornewegschicken, dass ich zuerst „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“ gelesen habe und irgendwie dachte, dieses Buch wäre auch so. Daher ging ich mit falschen Erwartungen an das Buch heran.

Dieses Buch ist fast komplett im Interview-Stil geführt. Ständig wechseln die Partner und jeder erzählt aus seiner Sicht, was damals alles so vorgefallen ist. Ich persönlich hatte aber leider ein Problem mit dieser Erzählform. Mich packt das nicht so richtig und ich kann mich nicht so auf die Protagonisten einlassen, wie bei der klassischen Erzählform. Deswegen blieb ich leider auf Distanz und habe fürs Lesen ungewöhnlich lang gebraucht, obwohl die Geschichte an sich keineswegs langweilig war.

Das Buch wirkte auf mich, wie eine Dokumentation. Es wirkt durchaus „echt“ auf mich, also man ist versucht zu glauben, dass es Daisy Jones und die Band wirklich gab. Es geht sehr viel um Musik, wie sie entsteht, wie das Leben einer Band zur damaligen Zeit ablief. Natürlich geht es dabei auch um Sex, Drugs und Rock’n’Roll.

Besonders interessant wurde es, wenn die Sichtweisen der Interview-Partner einander widersprachen. Das Problem war dann nur, dass man einfach nicht wusste, was denn jetzt stimmt.


Fazit: Insgesamt hätte ich einfach etwas ganz anderes erwartet. Ich dachte, dieses Buch wäre ein „normaler“ Roman, wie „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“, aber durch den Erzählstil im Interview-Stil entstanden für mich leider Probleme.
Ich konnte mich nicht auf die Charaktere einlassen. Einige waren sympathisch, andere nicht, aber ich fühlte keine richtige Verbindung zu ihnen. Ich blieb auf Distanz.
Allerdings gelingt es der Autorin, die Band „echt“ wirken zu lassen. Auch wenn sich manche Themen länger hinzogen und weniger interessant waren, passte es. Denn auch in Fernseh-Dokumentationen über Bands verlieren sich die Mitglieder gern in Schilderungen, die einen Außenstehenden eher langweilen.

Von mir bekommt das Buch 3 Sterne. Ich fand das Buch nicht schlecht, aber durch die Erzählform konnte es mich einfach nicht erreichen.

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Veröffentlicht am 25.05.2022

Mich haben einige Dinge leider gestört

A Place to Love
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Achtung: Band 1 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Seit dem Tod ihres Vaters kümmert sich June praktisch allein um die Farm der Familie. Ihre Mutter ist chronisch krank, ihre eine Schwester hilft ...

Achtung: Band 1 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Seit dem Tod ihres Vaters kümmert sich June praktisch allein um die Farm der Familie. Ihre Mutter ist chronisch krank, ihre eine Schwester hilft mit dem Hofladen und die andere, die Jüngste, kommt immer wieder mit komischen Ideen um die Ecke, die June für Fantasien hält, die niemals Geld einbringen werden.
June hält dem Druck nicht mehr stand. Ihr wird einfach alles zu viel und egal, wie hart sie arbeitet, es ist nie genug. Dann taucht auch noch Henry unangemeldet auf der Farm auf. Er will die Scheidung und Junes Herz droht erneut zu brechen, obwohl sie Henry damals mit einer Lüge von sich gestoßen hat. Doch die Gefühle sind noch da. Ebenso die Hinderungsgründe. Wird June ihr Glück finden?


June tat mir leid, wie sie strampelt und strampelt, um die Farm am Laufen zu halten und ständig neue Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt. Allerdings kann ich andererseits auch nicht verstehen, warum sie immer alles allein schaffen muss und ihre Schwestern nicht mehr einbindet. Bei Lilac macht sie es ein wenig, aber anstatt sich dem allem als Dreierteam zu stellen, versucht June immer alles allein zu schaffen.

Die Enthüllung, dass sie einen Mann hat, Henry, und wie wütend der noch immer auf sie ist wegen der Trennung war ziemlich heftig. Als man dann die Hintergründe erfuhr, hat mich das leider schon arg gestört. Ich persönlich mag dieses Motiv einfach nicht, dass June entschieden hat, dass es besser für Henry ist, wenn sie ihm mit einer Lüge das Herz bricht, als eine Lösung zu finden, wie Erwachsene. Ja, es ist ein New Adult Roman und ja, dieses Motiv tritt immer wieder auf, aber ich persönlich mag es einfach nicht.

Allgemein war mir das Buch zu (künstlich) dramatisch. Kaum taucht Henry wieder auf beginnt ein Kreislauf aus Drama. Beide haben noch Gefühle für einander, wissen aber nicht, wie sie damit umgehen sollen, dazu kommt noch, dass June Henry damals sehr tief verletzt hat.

Das Buch ist immer wieder von Rückblenden durchsetzt. So erlebt man auch, wie die beiden sich damals kennenlernten und verliebten. Das Problem ist nur, dass das Ende auch eine Rückblende ist. Das Buch endet sehr abrupt und dann kommt noch eine Rückblende und ich dachte, es ginge noch weiter aber – nö.


Fazit: Insgesamt hatte ich so meine Probleme mit dem Buch. Einerseits mochte ich June und Henry eigentlich recht gern und konnte verstehen, wie schwer es für June sein muss, dass sie die Verantwortung trägt. Andererseits macht sie es sich aber auch unnötig zusätzlich schwer. Zudem mag ich einfach das Motiv nicht, dass die beiden damals auseinandergebracht hat. Ich mag es nicht, wenn einer meint, alles besser zu wissen und Entscheidungen im Alleingang trifft, dann lügt, um den anderen wegzustoßen, aber alles nur zu seinem oder ihrem Besten ist, weil derjenige das ja zu 100% besser weiß. Ich fand das ziemlich kindisch.
Mir war es letztlich zu viel (künstliches) Drama und zu viele Probleme, die aus dem Nichts auftauchten und auch wieder verschwanden. Mir war es oft einfach zu überzogen.
Mich konnte das Buch nicht so richtig packen. Ich blieb auf Distanz.

Von mir bekommt das Buch ganz knappe 3 Sterne, weil ein Teil meiner Kritikpunkte einfach persönliche Vorlieben sind.

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Veröffentlicht am 27.04.2022

Es hat was, aber es hat sich leider gezogen und war mir zu deprimierend

Die Sammlerin der verlorenen Wörter
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Esmes Leben dreht sich um Wörter – das war schon immer so. Ihr Vater, ein Lexikograph arbeitet am Oxford English Dictionary, einer Mammutaufgabe. Esme, die ohne Mutter aufwächst, lernt im Skriptorium auf ...

Esmes Leben dreht sich um Wörter – das war schon immer so. Ihr Vater, ein Lexikograph arbeitet am Oxford English Dictionary, einer Mammutaufgabe. Esme, die ohne Mutter aufwächst, lernt im Skriptorium auf dem Schoß ihres Vaters das Lesen und die Liebe zu den Wörtern – vor allem zu jenen, die niemand haben will. Schon als Fünfjährige hat sie sich bei dem Versuch ein Wort aus den Flammen des Kamins zu retten schwerste Verbrennungen an einer Hand zugezogen. Bereits da war klar, dass es für sie niemals ein Leben ohne Worte geben würde. Dabei bleibt sie von Schicksalsschlägen und Schmerz nicht verschont. Sie muss ihren Weg finden in einer Welt, in der Frauen offen unterdrückt werden und die Frauenrechtlerinnen sich immer mehr Gehör verschaffen wollen.
Wir folgen Esmes Geschichte, ebenso wie der Geschichte des Wörterbuchs, von 1886 bis letztlich im Epilog ins Jahr 1989.


Ich liebe Geschichte und ich denke es gibt kaum jemanden, der noch nie vom Oxford English Dictionary gehört hat. Was man aber nicht weiß ist, dass es beinahe vierzig Jahre gedauert hat, bis es vollständig erschienen war. Der erste Band wurde 1886 veröffentlicht, der letzte 1928. Dazu kamen dann noch Ergänzungsbände und später eine Neuauflage, die 1989 erschien.
Heute sind Wörterbücher aus der Mode geraten. Wer etwas nachschlagen will, schaut im Internet nach. Ein paar von uns Besitzen aus nostalgischen Gründen vielleicht noch einen Duden oder ein altes Schulwörterbuch – die meisten von uns haben die aber schon längst aussortiert. Nie haben wir uns aber Gedanken darüber gemacht, wo sie eigentlich herkommen, wer sie erstellt und die Wörter gesammelt und definiert hat. Und schon gar nicht, wie das früher zur Hochzeit der Wörterbücher ablief.
In diesem Buch erfährt man all das. Man ist „live“ dabei, als Geschichte geschrieben wurde.

Esme fühlte sich schon immer von Wörtern angezogen, kein Wunder immerhin wächst sie inmitten von ihnen auf. Allerdings versteht sie anfangs noch nicht, warum manche Wörter aussortiert werden, oder was sie gemeinsam haben. Erst mit der Zeit, und mit dem Erwachsenwerden, erkennt sie, dass die meisten dieser aussortierten – man könnte glatt sagen verschmähten – Wörter mit Frauen zu tun haben. Es sind welche, die aus „unbedeutend“ gelten, oder nicht schriftlich irgendwo belegt wurden, Wörter der einfachen Leute, der Armen und eben der Frauen, die keine Zeit haben alles immer schriftlich zu fixieren. Die Schrift, die Wissenschaft war zu lange eine reine Männerdomäne – kein Wunder, dass diese Herren sich also nicht mit „Weiberkram“ beschäftigten.
Esme sammelt diese Wörter, sie macht sich sogar aktiv auf die Suche nach weiteren, in den Straßen der Stadt und überwindet dabei Standesgrenzen.
Doch all ihre Arbeit verkommt zu einem Hobby, denn niemand beim Wörterbuch hat ein Interesse an diesen Worten.

Durch Esme erlebt man nicht nur, was es damals hieß eine (junge) Frau zu sein, sondern vor allem auch Geschichte. Esme lernt Suffragetten kennen, liest in der Zeitung von Hungerstreiks und Zwangsernährung, von Unruhen und Aufmärschen. Der Erste Weltkrieg überschattet ihr Leben, wie das aller zu der Zeit und immer dreht es sich um Wörter, die auch durch das Zeitgeschehen, neue Bedeutungen dazugewinnen.


Fazit: Im Endeffekt ist dieses Buch einerseits eine Liebeserklärung an die Sprache, an Wörter und an ihre Veränderbarkeit. Andererseits ist es ein historischer Roman über eine Frau, die ein ungewöhnliches Leben lebt und immer wieder ihren Träumen näherkommt, ohne sie je wirklich leben zu dürfen – einfach, weil sie eine Frau war und ihr nur aufgrund dessen vieles verwehrt blieb.

Ich fand die Idee echt mega. Ich liebe Worte und die Sprache an sich. Ich finde auch Wörterbücher interessant – vor allem natürlich solche Mammutprojekte wie das Oxford English Dictionary. Heute wirkt das alles unvorstellbar.

Mein Problem war vor allem, dass sich das Buch zum einen immer wieder sehr gezogen hat, es nahm immer wieder Abzweigungen und ging einigen Themen offen aus dem Weg, wo ich mehr erwartet hätte. Zum anderen war es mir schlicht zu deprimierend. Esme muss sehr viel durchmachen und mir war es irgendwann dann einfach zu viel. Ich rechnete schon immer direkt mit der nächsten Katastrophe.

Ich fand die Aufmachung des Buches toll, ebenso wie die Definitionen und Erklärungen, die immer auf englisch und deutsch abgedruckt waren. Das Buch ist einfach durchsetzt von diesem Wörterbuch-Charakter.

Insgesamt hat es sich für mich zu sehr gezogen und war mir zu deprimierend, deswegen kann ich dem Buch leider nicht mehr als 3 Sterne geben. Weniger aber auch nicht, weil es trotzdem sehr interessant war, dabei zu sein, wie ein berühmtes Wörterbuch entsteht.

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