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annamichalea

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2022

Fantasywelt mit einer Prise Galgen-Humor

Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzunge, Bd. 1)
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Zur Covergestaltung. Wenn die Zielgruppe aus Kindern und Jugendlichen besteht, dann wäre das Cover ok. Für erwachsene Fantasy-Leser fehlt der gewisse Kick. Vielleicht sind wir ja auch schon verwöhnt ...

Zur Covergestaltung. Wenn die Zielgruppe aus Kindern und Jugendlichen besteht, dann wäre das Cover ok. Für erwachsene Fantasy-Leser fehlt der gewisse Kick. Vielleicht sind wir ja auch schon verwöhnt von den großen Autoren? Hier wäre eine Übernahme des Covers der englischen Originalausgabe The Blacktongue Thief angebrachter gewesen.
Wenn mir ein Autor in einem Atemzug quasi mit Patrick Rothfuss und Anthony Ryan genannt wird, recherchiere ich gerne. Sehr überrascht war ich über den Hinweis auf seine Gedichte und sein Wirken als Comedian.
Letzeres findet sich in seinem Buch unzweifelhaft wieder. Manch einen wird das vielleicht stören, aber ich finde es großartig.
Es ist schwierig über die Personen des Buches zu schreiben, ohne den Kurztext zu wiederholen oder zu Spoilern. Nur mal ein bischen.. Freut euch auf riesige Kriegsraben und ein uraltes Mörderalphabet. Man muss es sich einfach mal anlesen.
Bei einer Trilogie lohnt es sich sicher, nicht zu lang und kann dann vor allem nicht zu langatmig werden. Ob 5 Sterne, sehe ich dann nach Band 2.

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Veröffentlicht am 19.08.2022

Immerwährend aktuelles Thema

Sanfte Einführung ins Chaos
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Sanfte Einführung ins Chaos. Ein mehrdeutiger Titel, der es aber, zumindest hinsichtlich des Buchaufbaus, sehr gut trifft.
Hier werden erst einmal Marta und Daniel vorgestellt. Beide leben ein ...

Sanfte Einführung ins Chaos. Ein mehrdeutiger Titel, der es aber, zumindest hinsichtlich des Buchaufbaus, sehr gut trifft.
Hier werden erst einmal Marta und Daniel vorgestellt. Beide leben ein eher unkonventionelles Leben, in dem Selbstverwirklichung vor dem erreichen wirtschaftlicher oder angepasster Ziele steht. Dabei haben sie den Luxus, dass es ihnen auch finanziell nicht schlecht geht und sie jeweils ein sehr eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen und dennoch in einer Beziehung sind.
Diese wird erschüttert durch die Tatsache, dass Marta schwanger ist. Kinder waren bisher kein Thema und auch kein Lebensziel. Relativ schnell steht eine Abtreibung als Lösung im Raum und damit beginnt das Chaos. In der Wartezeit auf den Termin machen sich Marta und Daniel jeweils ihre Gedanken, teilen sie mit Freunden, Verwandten und dem Gefühl, was jetzt richtig sein sollte.
Sehr schön finde ich, dass teilweise das Chaos der Gefühle auch in der Schreibweise ausgedrückt wird. Für 5 Sterne hat es leider nicht gereicht, weil das Buch mir keinen neuen Ansatz zu dem Thema präsentiert oder zur Diskussion gestellt hat.

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Veröffentlicht am 20.06.2022

Irland als Graue Insel

Amelia
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Das Cover hat für mich eine grosse Anziehungskraft. Kindheit mit Schrammen verbunden bedeutet eigentlich die Freiheit sich austoben zu dürfen. Schon hier bekommt man einen bedrückenden Eindruck ...

Das Cover hat für mich eine grosse Anziehungskraft. Kindheit mit Schrammen verbunden bedeutet eigentlich die Freiheit sich austoben zu dürfen. Schon hier bekommt man einen bedrückenden Eindruck vermittelt, der Hintergrund ist in Grautönen gehalten, weit weg von dem Slogan Irland die Grüne Insel.
Eigentlich dachte ich genug über den Nordirlandkonflikt zu wissen. Als ich vor Jahren in Belfast war habe ich mich natürlich etwas mit der Geschichte befasst und die Denktafeln oder besonderen Orte, auch die Architekturbrüche, die nach dem Wiederaufbau zerstörter Teile sichtbar sind, haben ein Gefühl für die Tragweite des Konfliktes vermittelt. Die Toten, die Schäden, die verbleibenden Gräben in der Gesellschaft.
Erst nachdem ich das Buch Amelia von Anna Burns gelesen habe, konnte ich etwas mehr verinnerlichen, dass es ein Krieg war. Die Bezeichnung The Troubles empfinde ich nun arg sarkastisch. Damit verbindet man eher so was wie eine gesellschaftliche Befindlichkeitsstörung, etwas Unangenehmes. Amelia und damit auch die anderen Menschen die das erlebt haben, leiden sicher an Kriegsfolgen und nicht an Trouble-Nachwehen.
Das Coverbild bekommt nun auch eine interessante neue Note, die mir vorher nicht aufgefallen ist, nun aber direkt ins Auge springt. Das Pflaster auf Amelias Knie wird eher zum Fadenkreuz, zur Zielmarkierung.
Wer gerade die aktuellen Nachrichten zum Ukraine Krieg eher vermeidet, weil ihm die ständige Beschäftigung damit nicht gut tut, sollte das Buch eher nicht lesen. Es hat es ganz schön in sich.
Als Nachtrag noch zur Sternebewertung: sprachlich fiel mir manches zu schwer, daher 1 Stern Abzug, aber bei diesem Thema muss man einfach dran bleiben, wenn man sich ihm einmal gestellt hat.

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Veröffentlicht am 27.04.2022

Viel Literarisches, wenig Kriminalistisches

Tiefes, dunkles Blau
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Zum Cover schreibe ich bewusst nichts, denn die Art die den Diogenes Verlag so prägen sind per se nicht meins. Bisher habe ich kaum eines gefunden, das mich anspricht, beziehungsweise das Buch auf besondere ...

Zum Cover schreibe ich bewusst nichts, denn die Art die den Diogenes Verlag so prägen sind per se nicht meins. Bisher habe ich kaum eines gefunden, das mich anspricht, beziehungsweise das Buch auf besondere Weise präsentiert.
Die Autorin war mir unbekannt, daher habe ich kurz den Hintergrund recherchiert und war verwundert, dass sie unter die Krimiautoren gegangen ist.
So typisch Krimi ist das Buch auch gar nicht. Hier findet sich weder ein Thrill, noch eine Art Miss Marple. Hier agiert Rosa Zanbrano, ihres Zeichens eine moderne Frau. Sie macht Karriere als Kommissarin, hat aber dennoch den traditionellen Kinderwunsch. Da dies auf natürliche Weise nicht geklappt hat, soll die Wissenschaft nachhelfen. Mitten in der Behandlung quasi wird ihr Gynäkologe auch zu ihrem Fall. Mehr will ich über den Inhalt nicht spoilern.
Was das Buch zu sehr von meinem üblichen Krimi oder Thriller Futter unterscheidet, ist der Anteil, den ich mal literarisch nenne. So backt sie über eine halbe Seite hinweg mit Karotten, die sie höchst persönlich erntet. Sehr gekonnt wird auch beschrieben, wie sie sich nach einem One-Night-Stand fühlt, den sie sehr schnell bereut. Als sie ihre Klamotten sucht, heisst es; Der vergebliche Versuch, zurück in den Körper von gestern zu schlüpfen. Ein toller Satz, aber nicht unbedingt für jemanden, der eigentlich einen Krimi lesen will .

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Veröffentlicht am 09.04.2022

Eine ganz besondere Art von Lektüre

Atlas der Unordnung
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Das Buch an sich ist schon mal ein Schwergewicht. Sehr interessant schon die Covergestaltung, die optisch an eine Fältelung einer Karte erinnert.
Ich erinnerte mich sofort an die Diskussion ...

Das Buch an sich ist schon mal ein Schwergewicht. Sehr interessant schon die Covergestaltung, die optisch an eine Fältelung einer Karte erinnert.
Ich erinnerte mich sofort an die Diskussion im Internet, dass die Flächendarstellung auf der Weltkarte optisch manches vergrössert und die Relationen nicht stimmen. Die Welt ist rund und durch die Mercator Projektion werden die Flächenverhältnisse verzerrt dargestellt. Bin sehr gespannt, was mich hier Neues erwartet.
Geschichtliche entstehung der Grenzen zum Beispiel. Manches hat man schon gewusst, vieles Vergessen. Auch wenn man den Text zwischen den Karten nicht liest, bekommt man schon viel Information.
Ein klein wenig erinnern manche Seiten an die Weltrekord Bücher für Kinder, zum Beispiel die kürzeste und längste, die älteste und neueste Grenze zwischen Ländern.
Ein Kapitel ganz aktuell zu Grenzen und Covid 19 und schwierig zu ertragen Ukraine gegen Moskau, eine explosive Grenze.
Kritik eines Mitlesers zum Thema Tibet, das schon ganz China zugeordnet wird.
Insgesamt ein sehr gute Buch, mir fehlt aber, dass man hier gezielter suchen kann. Leider keine Stichwortseiten.

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