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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.12.2016

Spannend bis zum Ende!

Elanus
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Der erst 17-jährige Jona ist hochbegabt und beginnt in Rothenheim an der renommierten Elite Uni, der Victor-Franz-Hess-Universität Technomathematik zu studieren. Trotz seiner hohen Intelligenz scheint ...

Der erst 17-jährige Jona ist hochbegabt und beginnt in Rothenheim an der renommierten Elite Uni, der Victor-Franz-Hess-Universität Technomathematik zu studieren. Trotz seiner hohen Intelligenz scheint er große Probleme im zwischenmenschlichen Bereich zu haben und schießt mit seinem teils arroganten teils unreifen Verhalten oft übers Ziel hinaus und tritt anderen auf die Füße. Klar, das er sich nicht gerade beliebt macht und wenige bis keine Freunde hat. Doch trotz seiner verschrobenen Art freundet er sich mit dem Nachbarn Pascal und seiner Kommilitonin Marlene an. Denen kann er gut mit seiner Erfindung Elanus hinterherspionieren. Doch einige Geheimnisse sollten besser verborgen bleiben. Nach einigen seltsamen Beobachtungen und dem plötzlichen Tod seines Dozenten beginnt Jona Verdacht zu schöpfen. Irgendwas stimmt da nicht. Die rätselhafte Abwesenheit des Direktors Dr. Schratter wirft noch mehr Fragen auf. Was haben die Bewohner von Rothenheim zu verbergen?

Jona ist ziemlich speziell und oft benimmt er sich unreif und kindisch. Da merkt man ihm sein junges Alter noch an. Andererseits hat er aber eine schnelle Auffassungsgabe und begreift Zusammenhänge relativ rasch, auch wenn das nicht so stark den Anschein macht. Seine Droh,- und Beobachtungsspielchen sind wirklich albern und ziehen auch gravierende Konsequenzen nach sich und ich hoffe, es war ihm eine Lehre. Die Geschichte entwickelt sich unter spannenden Voraussetzungen, die die Geheimnisskrämerei noch erhöht und die Auflösung herbeisehnen lässt. Die Charaktere neben Jona verhalten sich oft seltsam und scheinbar fehlen Puzzleteile um das große Ganze zu verstehen. Gerade bei Jonas Gastfamilie fragte ich mich warum sie einen Gaststudenten aufnehmen, obwohl sie scheinbar so einige Leichen im Keller liegen haben? Eine fremde Person stellt doch eine weitere Gefahr da. Das war vielleicht nicht so klug von ihnen. Vor allem, wenn man bedenkt was Jona in seinem Zimmer versteckt...die Auflösung am Ende ist schon überraschend. Besonders angesichts der Tatsache, dass so viele Personen infiltriert sind, noch dazu recht einflussreiche. Das Motiv der Tat finde ich schwach. Es geht um das, worum es eigentlich immer geht und das ist mir zu 0815, zu langweilig. Deswegen ziehe ich auch etwas von den Sternen ab. Dennoch ein spannender Thriller, mit einer speziellen Hauptperson und seinen Handlungen, die nachdenklich machen.

Veröffentlicht am 28.01.2024

Einzigartiger Schreibstil

Starling Nights 2
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Nach den sich überschlagenden Ereignissen des ersten Bandes stehen die Stars vor einem Scherbenhaufen und müssen entscheiden, wie es weitergehen soll, jetzt, da ihr einzige Überlebensmöglichkeit zerstört ...

Nach den sich überschlagenden Ereignissen des ersten Bandes stehen die Stars vor einem Scherbenhaufen und müssen entscheiden, wie es weitergehen soll, jetzt, da ihr einzige Überlebensmöglichkeit zerstört wurde. Ashton frönt weiterhin seinem rücksichtslosen und egoistischen Lebensstil, noch viel stärker als zuvor, da der Verrat seines besten Freundes in ihm schwelt und er alles tut, um sich seinen Gefühlen nicht zu stellen. Als Henry ihn mit einem Aufgabe betraut, die möglicherweise etwas Hoffnung bringen könnte, ist er bereit es zu tun, ohne zu wissen, dass er alles ändern wird. Letztendlich auch ihn.

Anfangs war ich etwas skeptisch über den Perspektivenwechsel von Mabel/Cliff zu Zoe/Ashton, aber nach einigen Kapiteln hat es mir viel Freude bereitet diese anderen Charaktere kennenzulernen, die eher angerrissen werden in Band 1. Vor allem Ashton fand ich spannend, da er nicht gerade einen guten Eindruck hinterlassen hat und bekanntermaßen, wie auch hier, steckt da mehr hinter und dieses "dahinter" wollte ich gerne erkunden. Wenig überraschend wurde mir schnell bewusst, dass da viel hinter seinem oberflächlichen Charme und seinem Verhalten steckt und ich habe es geliebt mehr über ihn und seine Vergangenheit zu erfahren. Zoe war ganz okay, aber sie hatte ich mir interessanter vorgestellt, da sie im ersten Band einen ebenfalls spannenden Eindruck hinterlassen hat, hier aber eher blass erschien.

Der Schreibstil ist das absolute Highlight der Dilogie. So wunderschöne, tiefgründige metaphorische Ausdrücke habe ich noch nie in einem Buch gelesen und es verleiht der gesamten Geschichte sowie den Charakteren eine gewisse Tiefe. Einfach grandios zu lesen!

Der Spannungsbogen ist meiner Meinung nach eher niedrig gehalten. Natürlich schwebt die Gefahr für die Stare wie ein Damoklesschwert über ihnen und hier und sind auch gefährliche Situationen dargestellt, aber durch den ausschweifenden Schreibstil, den ich dennoch mochte, kam nur wenig Spannung auf und es plätscherte von einer Szene zur anderen. Die Dynamik konnte mich nicht mitreißen, aber durchaus unterhalten.

Fazit: Insgesamt ein durchaus lesenswertes Buch, bei dem es mir jedoch an Spannung und überraschenden Wendungen fehlte.

Veröffentlicht am 22.10.2023

Fantasy trifft auf Historie

Die Schwarze Königin I
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Eigentlich möchte der junge Len die vorweihnachtliche Zeit mit der bezaubernden Klara in Prag verbringen und auf den geschichtlichen Spuren seiner Vorfahren wandeln, als er in eine übernatürliche Welt ...

Eigentlich möchte der junge Len die vorweihnachtliche Zeit mit der bezaubernden Klara in Prag verbringen und auf den geschichtlichen Spuren seiner Vorfahren wandeln, als er in eine übernatürliche Welt voller Gefahren, Intrigen und Kämpfe reingezogen wird und sich behaupten muss, indem er über sich hinauswächst.


Das Buch beinhaltet zwei getrennte Handlungen, die nach und nach ein Gesamtbild ergeben und deren Bezüge nach und nach erkenntlich werden.

Zum einen gibt es die Handlungen rund um Len und den aktuellen Zuständen der tschechischen übernatürlichen Unterwelt.
Zum anderen werden die politischen und individuellen Bemühungen von Barbara von Cilli rund um die Vampire im 15. Jahrhundert anschaulich dargestellt.

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichten reinzukommen, weil der Schreibstil mir sperrig erschien und ich ihn nicht fesselnd genug fand, um mich vollends auf die Geschichte einzulassen. Mit zunehmender Gewöhnung klappte es, wenngleich mir nach wie vor die Spannung fehlte. Vielmehr plätscherte die Geschichte vor sich hin, unterbrochen von einigen wenigen kampfreichen und fesselnden Handlungen.
Die historischen Anteile sind sprachlich der Zeit entsprechend gestaltet und unterscheiden sich von den aktuellen Handlungen in Prag, was den Wechsel für mich erleichtert hat.

Len bleibt zu Beginn ziemlich blass und inhaltslos, vor allem, weil er selber nicht weiß, wer er ist und was er im Leben erreichen möchte. Er lässt sich haltlos treiben und war deswegen für mich recht langweilig. Erst mit seiner neuen Aufgabe und seiner "Bestimmung" wacht er auf und nimmt Konturen an, mit denen ich mich eher anfreunden konnte.
Barbara hingegen ist das komplette Gegenteil. Sie hat ihr Ziel deutlich vor Augen und widmet sich hingebungsvoll ihrer Lebensaufgabe entgegen allen Hindernissen und negativen Konsequenzen. Sie konnte mich beeindrucken aber dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack ob ihres schonungslosen Vorgehens.

Inhaltlich bietet das Buch viel, vor allem der historische Kontext beruht auf zahlreichen Recherchen seitens des Autors und ich konnte einiges für mich mitnehmen, wenngleich auch einiges Fiktion ist. Insgesamt habe ich das Buch eher als Historikroman mit übernatürlichen Elementen empfunden, was letztendlich auch an dem eher mauen Schreibstil lag.

Für Fantasyfans, die ausgefallene langatmige Geschichten mit geschichtlichem Touch mögen, ist es sicherlich etwas. Wer allerdings auf actionreichen, fesselnde Fantasygeschichten mit viel Magie steht, der wird hier eher enttäuscht.

Veröffentlicht am 28.04.2022

Casablanca - zwischen arm und reich

So reich wie der König
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Sarah hat nur ein Ziel: Sich einen möglichst reichen Mann suchen, ihn heiraten und für immer in Reichtum mit all seinem Luxus leben. Wären da nicht die steilen Hierarchien und das Prestige der Wohlhabenden ...

Sarah hat nur ein Ziel: Sich einen möglichst reichen Mann suchen, ihn heiraten und für immer in Reichtum mit all seinem Luxus leben. Wären da nicht die steilen Hierarchien und das Prestige der Wohlhabenden in Casablanca der 90er Jahre. Trotz aller Widrigkeiten kann Sarah den jungen Mann Driss, der so reich wie der König sein soll, um den Finger wickeln. Doch wird auch seine Familie ihre Bindung akzeptieren?

Die Kontraste zwischen arm und reich werden sehr ausführlich, detalliert und facettenreich dargestellt. Auf diesem Aspekt liegt eindeutig der Schwerpunkt dieser Geschichte. Dadurch werden die Charaktere und Beziehungen eher blass und oberflächlich beschrieben, sodass ich mich nicht mit ihnen identifizieren konnte. Die zwischen Sarah und den Männern vorhandene Beziehung basiert vor allem aus Geschenken und Gefälligkeiten, die sie ihnen mit ihrer Aufmerksamkeit und anderen Taten "bezahlt", dabei träumt sie in Saus und Braus zu leben, ohne sich jemals wieder Gedanken um Geld zu machen. Insofern sind ihre Beziehungen rein materieller Art. Zwischendurch fragte ich mich warum die jungen Männer es zulassen, so von Sarah "benutzt"/ausgenutzt zu werden, da es mehr als offensichtlich war, dass sie nur auf das Geld und die Geschenke aus war. Dazu muss gesagt werden, dass Sarah als außergewöhnlich hübsch bezeichnet wird. Vermutlich wird das einer der Gründe sein, dass die Jungs bei ihr Schlange stehen, wenngleich diese sehr klischeehaft ist.

Die Atmosphäre ist einzigartig und auch wenn es kaum wörtliche Rede in dem gesamten Buch gibt, so konnte mich der Schreibstil dazu bringen immer weiter lesen zu wollen, da ich es dann doch spannend fand. Manchmal wurden mir zu viele Nebensächlichkeiten, die sich auf das Lokalkolorit von Casablanca beziehen und mit denen ich nichts anfangen konnte, beschreiben. Insgesamt wurde der Zeitgeist gut eingefangen und präsentiert.

Insgesamt: Die Geschichte bietet blasse Charaktere und kaum Charakterentwicklung. Dafür wurde der Zeitgeist perfekt getroffen und die Differenten zwischen den Ärmsten und Reichsten facettenreich dargestellt.

Veröffentlicht am 15.04.2022

Man erntet, was man sät...

Die andere Schwester
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Der Ermittler John Adderley möchte seine Vergangenheit hinter sich lassen und in Karlstad, Schweden neu beginnen. Doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los und so sieht er sich erneut mit vergangenen ...

Der Ermittler John Adderley möchte seine Vergangenheit hinter sich lassen und in Karlstad, Schweden neu beginnen. Doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los und so sieht er sich erneut mit vergangenen Schrecken konfrontiert, während er gleichzeitig einen Mordfall als Polizeiermittler aufzuklären hat.



Besonders positiv ist mir der angenehme Schreibstil aufgefallen. Ich flog nur so durch die Seiten und konnte allen Geschehnissen problemlos folgen. Es tauchen auch nicht zu viele Charaktere auf, sondern die Anzahl ist überschaulich.

Auch wenn ich den ersten Band nicht kenne, hatte ich keinerlei Probleme an die aktuellen Ereignissen mit der nigerianischen Mafia anzuknüpfen und den actionreichen Szenen zu folgen. Das ist den kurzen Rückblicken geschuldet, die das wichtigste zusammenfassen.

Anfangs gibt es zwei rote Fäden in der Geschichte: Zum einen der Mordfall von Stella Bjelke und die Handlanger der nigerianischen Mafia. Beide Stränge entwickeln sich unabhängig voneinander. Geschickt schaffen es dir Autoren beide auf fesselnde Art und Weise miteinander zu verwickeln, sodass sie unwiderruflich miteinander verknüpft sind und mir zwischendurch der Kopf schwirrte ob der Verstrickungen und Sabotagen der Ermittlungen. Am Ende biegt John alles so hin dass seine Taten nicht aufgedeckt werden und er eine weitere "Täterin" schützt. Das empfand ich als sehr spannend und innovativ, wenngleich er sich in Gefahr begibt und das Lügengeflecht durchaus aufgedeckt werden könnte, was am Ende auch geschieht, wenn auch in diskreter Weise.

Überraschen konnten mich die vergangenen Taten und die Abgebrühtheit von Stella Bjelke. Bei ihrem Verhalten musste irgendwann etwas Schlimmes passieren: Man erntet, was man sät...

John war mir anfangs relativ sympathisch. Das änderte sich etwas, weil er einige Entscheidungen auf Kosten anderer trifft, die ihn weiterbringen. Verständlicherweise ist seine Situation eine ungünstige und es ist schwierig eine richtige Entscheidung zu treffen, da die Lage so ausweglos erscheint. Dennoch hätte ich mir einen anderen Ausgang gewünscht. Zumindest ist John sehr reflektiert, steht aber auch zu seiner Entscheidung mit all ihren negativen Konsequenzen. Für mich ist er häufig über das Ziel hinausgeschossen und hat seine Hände zu sehr im Spiel gehabt, sodass den Opfern keine Gerechtigkeit zuteil wurde, was ich schade fand.

Alicia wirkt psychisch labil und sehr abhängig von ihrer Schwester. Insgesamt hatte ich Mitleid/Mitgefühl ihr gegenüber.



Fazit: Ein fesselnder Krimi, der durch einen korrupten Ermittler mit vielen Geheimnissen eine besondere Dynamik bekommt. Auch wenn es eher wenige actionreiche Situationen gibt, steigert sich die Spannung durch das sich stetig entwickelnde Lügengeflecht des Ermittlers und der Gefahr der Entlarvung.