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Veröffentlicht am 01.05.2022

Eroberung ist nie frei von Gewalt

Die Eroberung Amerikas
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Mit viel Vorschusslorbeeren behaftet durch die Vornominierung für den Deutschen Buchpreis war ich sehr gespannt auf diesen Roman. Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt.

Das Cover ist in bunt gestaltet. ...

Mit viel Vorschusslorbeeren behaftet durch die Vornominierung für den Deutschen Buchpreis war ich sehr gespannt auf diesen Roman. Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt.

Das Cover ist in bunt gestaltet. Man erkennt spanische Konquistadoren auf Pferden, welche durch die amerikanische Prärie marschieren. Der Klappentext ist sehr kurzgefasst und gibt nur einen groben Überblick über die Handlung. In der Geschichte, welche auf zwei Zeitebenen spielt. Es geht um den „Eroberer“ Ferdinand Desoto, welcher bereits für Spanien auf mehreren Feldzügen durch Südamerika mitgewirkt hat. Als neue Aufgaben darf dieser im Jahr 1538 eine große Expedition durch Florida anführen. Auf der anderen Zeitebene klagt ein bisher erfolgsloser New Yorker Anwalt im Namen aller indigenen Stämme auf Rückgabe der gesamten USA an die Ureinwohner. Die wesentlichen Protagonisten der Geschichte sind Ferdinand Desoto, sowie der New Yorker Anwalt Trutz in der heutigen Zeit. Desoto ist ein skrupelloser machtbesessener Anführer einer Truppe, welcher sehr egoistisch nur an seinem Ruhm interessiert ist. Das menschliche sowie die Achtung vor anderen Kulturen oder der Natur sind im dabei völlig fremd. Er kommt dabei sehr ungeniert und unsympathisch herüber und man kann sich als Leser nur schwer mit ihm identifizieren.

Der New Yorker Anwalt Trutz kommt dabei schon viel sympathischer rüber. Mit viel Pech im Leben behaftet versucht er das Unrecht, welches den indigenen Völkern angetan wurde, endlich in die juristische Sprache in Form eines gerechten Urteils zu wandeln. Dabei muss er so einige Hindernisse überwinden. Dabei kommt es zu einer interessanten Wendung innerhalb des Romans. Die interessanteste und lustigste Nebenfigur der Geschichte ist der deutsche Müggenflug (Spitzname Gunkel). Er ist ein typischer Schwabe und ein Luftikus. Mit süffisanten Kommentaren lockert er diesen Roman etwas auf.

Die Spannung der Geschichte ist mit dem Fortschreiten der Expedition erkennbar, obwohl die Erzählung etwas langatmig daherkommt. Der Aufbau der Geschichte ist stringent. Was mir nicht gefallen hat war die Tatsache, dass manchmal die Zeitsprünge zwischen den Ebenen innerhalb eines Abschnittes ohne Ankündigung erfolgt sind. Dies hat meiner Meinung nach den Lesefluss und das Verständnis in meinen Augen sehr gestört. Der Schreibstil des Autors ist flüssig und mit relativ einfacher Sprache versehen. Gerade die sehr einfache Sprache hat den Roman aber etwas aufgelockert. Als Besonderheit ist eine Karte der Expedition zu erwähnen, welche am Ende des Romans zu finden ist. Der Roman richtet sich an Anhänger der amerikanischen Geschichte. Das Fazit ist leider nicht positiv. Sehr langatmig und mit sehr detaillierten fast schon überzogenen Beschreibungen des brutalen Vorgehens der Konquistadoren ist dieser Roman überhaupt nicht mein Fall gewesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2017

Spione und Geheimdienste

Cambridge 5 - Zeit der Verräter
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Seit der Ankündigung zu diesem Roman war ich sehr neugierig und gespannt, wie eine Historikerin dieses Thema verpacken würde. Mal etwas ganz anderes und dennoch jüngst vergangene komplexe Geschichte, wie ...

Seit der Ankündigung zu diesem Roman war ich sehr neugierig und gespannt, wie eine Historikerin dieses Thema verpacken würde. Mal etwas ganz anderes und dennoch jüngst vergangene komplexe Geschichte, wie ich sie mir immer wünsche.
Das Cover ist düster und passt perfekt zu einem Spionageroman, gleichzeitig versprüht das Cover aber auch die Eleganz, die zur elitären Schicht Cambridges passt. Alles in allem sehr gelungen.
Doch so vielversprechend wie die Verpackung und so gut die Voraussetzungen waren, der Inhalt hat mich leider enttäuscht. Das Buch hat mich zu keiner Zeit gepackt, meiner Meinung nach ist es eher ein Sachbuch und kein Roman, dies hat vielerlei Gründe.
Die Konzeption des Buches ist sehr detailliert aufgebaut, nichts wird dem Zufall überlassen, am deutlichsten hat dies Einfluss auf die Figuren. Mag man am Anfang noch über den derben britischen Humor schmunzeln, da er so richtig fies ist, steigt man sehr schnell dahinter, dass dies nur Fassade ist. Sämtliche Protagonisten und Nebenfiguren wirken kalt, langweilig, steril und absolut unüberzeugend. Sie spielen alle eine Rolle, aber sind keine lebensechten und authentischen Figuren.
Der Roman ist meiner Meinung nach überzeichnet, die Autorin versucht eine ungeheure Fülle von Informationen um ihre Expertise an den Leser zu bringen. Durch die Einschübe der Doktorarbeit einer Cambridge-Studentin gelingt ihr dies auf engstem Raum auch sehr gut. Am Anfang konnte ich ihr noch einigermaßen folgen, doch am Ende waren es für mich einfach zu viele Informationen, die ich zum einen nicht mehr verarbeiten konnte und zum anderen fehlte mir bei einigen Verstrickungen das Vorwissen, um der Autorin zu folgen.
Der Schreibstil erinnert ebenfalls an ein Sachbuch und nicht an einen Roman, da man als Leser immer eine gewisse Distanz spürt, auch versucht die Autorin kaum Gefühle und Emotionen bei ihren Lesern zu erzeugen. Viele Dialoge verlaufen im Sand, viele Beschreibungen sind nicht zielführend, so entsteht der Eindruck vieler Belanglosigkeiten, die dazu führen, dass man den Roman anfängt „quer“ zu lesen.
Dies ist meine persönliche Meinung zu diesem Buch. Anderen Lesern mag dieses Buch besser gefallen, mir hat es leider gar nicht gefallen und es gehört zu den schlechtesten die ich in diesem Jahre gelesen habe und somit kann ich leider auch keine Kauf- und Leseempfehlung aussprechen.

Veröffentlicht am 25.09.2016

Leider nicht mein Buch

Die Postmeisterin
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Leider bin ich mit diesem historischen Roman von Helga Glaesener nicht zurechtgekommen. Im Folgenden möchte ich erklären warum dies so war.
Das Cover gefiel mir zunächst sehr gut, es passt meiner Meinung ...

Leider bin ich mit diesem historischen Roman von Helga Glaesener nicht zurechtgekommen. Im Folgenden möchte ich erklären warum dies so war.
Das Cover gefiel mir zunächst sehr gut, es passt meiner Meinung nach gut zu einem historischen Roman, da der Wiedererkennungswert direkt gegeben ist. Auch die Buchbeschreibung las sich sehr gut, sodass ich dieses Buch auf meinen Wunschzettel setzte. Als ich dann über NetGalley die Möglichkeit bekam, dieses Buch zu lesen, forderte ich es als Rezensionsexemplar an.
Dieses Buch habe ich wohl nur zu Ende gelesen, weil es ein Leseexemplar war und ich eine eigene Meinung zu dem Buch verfassen muss, sonst hätte ich es wohl abgebrochen. Denn irgendwie hat mich dieses Buch zu keiner Zeit gepackt, ich hatte mich auf einen spannenden Roman gefreut, doch leider kam für mich diese Spannung nicht so richtig auf. Schwierig finde ich auch die Buchbeschreibung. Zwar geht es in Teilen um die Postzustellung, aber die familiären Schwierigkeiten nehmen den Hauptanteil der Handlung ein. Es geht nicht nur um die „Herkunft“ von Moritz sondern auch von Tile, dem zweiten Jungen, um den Aliz sich kümmert.
Beim Lesen schweiften meine Gedanken immer wieder ab, ich hatte stellenweise Mühe mich auf den Roman zu konzentrieren. Ich weiß nicht, ob dies an mir lag und es einfach nicht mein Buch war, oder ob es wirklich auf den Plot zurückzuführen ist. Mit dem Schreibstil der Autorin hatte ich keine Probleme, sie schreibt verständlich und gut. Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, leider finden sich über den Kapitelangaben keine Orts- und Zeitangaben, die dem Leser die Orientierung erleichtern.
Schwierig fand ich die politischen Verstrickungen, diese fordern meiner Meinung nach eine sehr hohe Aufmerksamkeit vom Leser. Mir ist es leider bis zum Schluss nicht geglückt, dieses Geflecht bis in den letzten Winkel zu durchschauen.
Von daher kann ich leider für diesen Roman keine Leseempfehlung aussprechen. Das Publikum dieses Buches sind mit Sicherheit die Leser von historischen Romanen. Helga Glaesener und ich haben diesmal nicht zueinander gefunden, ob es einen erneuten Versuch meinerseits geben wird, kann ich noch nicht sagen.


Veröffentlicht am 30.07.2021

Leider ein Flop

Seeing what you see, feeling what you feel
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Als ich den Titel und den Klappentext las, war ich von der Idee von der Problematik „Entwicklung künstlicher Intelligenz“ sehr fasziniert. Leider sind meine Erwartungen nicht so ganz erfüllt worden. Das ...

Als ich den Titel und den Klappentext las, war ich von der Idee von der Problematik „Entwicklung künstlicher Intelligenz“ sehr fasziniert. Leider sind meine Erwartungen nicht so ganz erfüllt worden. Das Cover ist in schwarz gehalten. Man erkennt einen Computerchip sowie verschiedene Transistoren, welche den Kern der Geschichte sehr gut ins Bild setzen. Der Klappentext weiß Spannung zu erzeugen und hält gleichzeitig wesentliche Informationen für den Leser gekonnt zurück. In der Story geht es um die 17-jährige Lydia, welche aufgrund eines Unfalls in ihrer Familie ein schweres Trauma in ihrem Leben mit sich trägt. Sie ist eine klassische Außenseiterin, welche sich durch die talentierte Schaffung eines „künstlichen Wesens“ namens Henry einen Beziehungspunkt in ihrem Leben ermöglicht. Henry ist dabei ihr treuer Begleiter in allen Lebenslagen. Gleichzeitig schafft er aber auch eine Abhängigkeit, welche es Lydia immer schwerer macht, ihr eigentliches Leben zu kontrollieren. Als bedeutsame Nebenfiguren treten der Agent Hall, sowie ihr Jugendschwarm Pete sowie ihre ehemalige Freundin Emma auf. Vor allem Emma sorgt dabei dafür, dass sie Entscheidungen zulässt, welche sie später einmal bereut. Der Aufbau der Geschichte ist stringent und es sind keine Zeitsprünge erkennbar. Die Geschichte spielt in der heutigen Zeit. Der Schreibstil ist locker und mit leichter Jugendsprache versehen. Die Übersetzung aus dem englischen ist dabei meiner Meinung sehr gut verständlich gelungen. Das Buch ist tendenziell als Jugendbuch für Personen bis zum 18. Lebensjahr zu empfehlen. Als wesentliche Kritikpunkte sind mir dabei die etwas oberflächlich erzählte Geschichte, sowie die leichten banalen Zusammenhänge in der Erzählung aufgefallen. Die Entwicklung von Henry wird kurz erwähnt, dabei ist die Entwicklung von hochkomplexer KI keine Zusammenfassung einer Geschichte, sondern allein kaum händelbar. Des Weiteren wird der Alltag in den Erzählungen sehr einsilbig erzählt.

Insgesamt fand ich die Geschichte nicht sehr ansprechend und kann sie nur bedingt jugendlichen Lesern ans Herz legen.

Veröffentlicht am 08.03.2018

Leider eine Enttäuschung

Der Schatzmeister des Königs
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Leider war dieser Roman eine Enttäuschung für mich. Ich begann diesen Roman bereits im Januar diesen Jahres, doch der Funke wollte einfach nicht überspringen. Als ich ihn nun während meines Urlaubs erneut ...

Leider war dieser Roman eine Enttäuschung für mich. Ich begann diesen Roman bereits im Januar diesen Jahres, doch der Funke wollte einfach nicht überspringen. Als ich ihn nun während meines Urlaubs erneut zu Hand nahm, dachte ich mit ein wenig mehr Ruhe und Geduld würde er mich doch überzeugen. Doch leider war dem nicht so, auch nach über 100 Seiten bleibt der Roman mir nicht in guter Erinnerung, sodass ich ihn nun endgültig zur Seite gelegt habe.
Das Cover ist gut, besonders der Kupferstich gefällt mir gut und das Thema der Romans, welches auch laut Klappentext bekannt ist, wird gut hervorgehoben. Für meinen Geschmack verrät der Klappentext ein klein wenig zu viel, was aber meiner Meinung nach nicht das Hauptproblem des Romans ist. Zum einen konnte mich die Hauptfigur des Jacques Coeur nicht überzeugen. Obwohl der Roman aus seiner Perspektive in der Ich-Erzähler-Form erzählt wird, konnte ich zu dieser Figur keine Verbindung aufbauen. Die Nebenfiguren geben ein sehr subtiles Bild ab, welches durch die Brille Coeur gefärbt ist, sie bleiben blass und man fragt sich, welche Beziehung dieser Mann zu seiner Frau und seinen Kinder gehabt haben mochte, wenn er sich so wenig mit Ihnen als Personen beschäftigt. Zum anderen haben mich die vielen Andeutungen gestört, da der Roman rückblickend erzählt wird, macht der Ich-Erzähler Coeur immer wieder Andeutungen, die wir als Leser nicht verstehen. Hier klafft ganz klar eine Lücke zwischen dem Stand des Erzählers und dem des Lesers.
Der Roman mag atmosphärisch sehr dicht sein, denn Rufin beschreibt mit einer ungeheuren Sprachgewalt. Leider konnte mich aber auch dieser Sprachstil nicht überzeugen, da mir hier komplett die Spannung fehlt. Jacques Coeur mag eine sehr beeindruckende Persönlichkeit sein, aber meiner Meinung nach hätte Spannung diesem Roman sicherlich gut getan. Es ist immer ein Wagnis einen historischen Roman aus der Ich-Erzähler-Perspektive zu schreiben, wie viel davon der Übersetzung aus dem Französischen geschuldet ist, mag ich nicht zu benennen. Für mich war dieser Roman leider eine Enttäuschung.