Nachts sind alle Mörder...
Late ShowDüster und mit einer starken Hauptfigur behaftet schafft es der Autor eine neue Protagonistin neben dem legendären „Harry Bosch“ zu etablieren. Mir hat der Roman um die starke charismatische Renée Ballard ...
Düster und mit einer starken Hauptfigur behaftet schafft es der Autor eine neue Protagonistin neben dem legendären „Harry Bosch“ zu etablieren. Mir hat der Roman um die starke charismatische Renée Ballard [GP1] sehr gut gefallen. Das Cover ist bunt gezeichnet. Der Leser erkennt im Vordergrund die Umrisse einer Autokarosserie auf deren Motorhaube eine junge Frau sitzt. Im Hintergrund sind Teile von der Skyline von Downtown Los Angeles zu sehen. Der Klappentext ist sehr ausführlich gehalten und bereitet einen als Leser sehr gut auf das Handlungsgeschehen vor, ohne zu viele wesentliche Details preiszugeben. In der Story geht es um die junge Detective Ballard, welche aufgrund einer erfolglosen Klage gegenüber ihrem Vorgesetzten wegen sexueller Nötigung in die „Nachtschicht“ Late Show genannt strafversetzt wird. Dabei wird sie mit zwei Schwerwiegenden Straftaten während ihres nächtlichen Streifzuges konfrontiert. Obwohl sie in diesen Fällen keiner Ermittlungen anstellen darf, merkt sie schnell das etwas bei diesen Taten nicht stimmt. Ballard lässt sich dabei auf ein interessantes und gefährliches Katz- und Maus Spiel ein. Wird sie die Mörder fassen können? Renée Ballard [GP2] ist eine sehr starke und robuste Ermittlerin. Trotz permanenter fieser „Demütigungen“ durch ihren Vorgesetzten lässt ihr „Spürsinn“ für Ungerechtigkeit und Intrigen niemals nach. Sie widersetzt sich allen Hindernissen und hat dabei immer auch noch trotz der vielen Arbeit Zeit für Ihre Hündin Lola sowie ihre Großmutter Tutu. Die wesentlichen Nebenfiguren der Geschichte sind Detective Jenkins ihr Partner, Leutnant Olivias ihr durchtriebener Vorgesetzter, Rechtsanwalt Towson und Roger Corrs ein weiterer Detective aus einer anderen Abteilung. Am besten hat mir Jenkins gefallen. Er ist der typische „Halbtagscop“ und macht nur Dienst nach Vorschrift. Für ihn ist diese Strafversetzung das beste was ihm passieren konnte, da er die Fälle direkt nach der Aufnahme wieder abgeben kann. Er steht Ballard zur Seite und ist ihr in manchen Situationen zumindest mental eine Stütze. Die Spannung der Geschichte wird langsam aufgebaut und nimmt ab der Mitte des Buches nochmals zügig an Fahrt auf. Gegen Ende findet ein zweiter kleiner Spannungshöhepunkt statt was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Der Aufbau der Geschichte ist stringent und es gibt keine Zeitsprünge. Die Handlung spielt in der heutigen Zeit in Los Angeles und ist somit für den Leser gut nachvollziehbar. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, locker und manchmal etwas derb. Die Übersetzung ist nach meiner Auffassung dabei sehr gut und die Dialoge wirken oft wie bei einer Serie oder einem Film. Man hat das Gefühl als Leser bei den Ermittlungen dabei zu sein. Als Zielgruppe des Romans kommen Anhänger von Krimis in Frage. Das Fazit ist sehr positiv. Etwas düster sehr spannend mit einer sehr sympathischen und authentischen Hauptdarstellerin bin ich sehr auf den zweiten Teil der Reihe gespannt