Paris mit seinen Schwachstellen
Lacroix und die Toten vom Pont Neuf: Sein erster FallEin nostalgischer Kommissar gepaart mit einer guten Portion Spannung und interessanten Charakteren machen bei diesem Paris-Krimi Lust auf mehr. Ich konnte mich gut mit Kommissar Lacroix identifizieren. ...
Ein nostalgischer Kommissar gepaart mit einer guten Portion Spannung und interessanten Charakteren machen bei diesem Paris-Krimi Lust auf mehr. Ich konnte mich gut mit Kommissar Lacroix identifizieren. Das Cover ist bunt gestaltet. Erkennbar ist ein Panoramaabendbild von Paris, welches auch auf jeder Postkarte so dargestellt werden könnte. Es handelt sich dabei um den Handlungsort des Kriminalfalls, die berühmte Pont Neuf. Sie ist die älteste im Originalzustand erhaltene Brücke über die Seine in Paris. Der Klappentext ist prägnant, informativ und bereitet die wesentlichen Informationen für den Leser sehr gut auf. In der Story geht es um den Pariser Kommissar Lacroix, welcher nach seinem Urlaub mit einem brutalen Mord an einem Obdachlosen unter der Pont Neuf konfrontiert wird. Obwohl er die Ermittlungen versucht schnellstmöglich voranzutreiben geschieht bald ein weiterer Mord. Lacroix und sein Team sind sich schnell einig, dass es vielleicht um einen Serientäter handeln könnte. Oder ist dieser Mord doch von der „Obdachlosen Mafia“ geplant worden? Der Hauptdarsteller ist ein akribischer und gemütlicher Kommissar vom alten Schlag. Er arbeitet lieber nach alten Methoden und hat in seinem Büro z.B. keinen Computer stehen bzw. hat begrenzte Erfahrung mit Handys. Diesen Aspekt fand ich sehr sympathisch bzw. süffisant. Lacroix ist ein „Genussmensch“ der gerne Pfeife raucht und den kulinarischen Lustbarkeiten der Grand-Nation dabei immer wieder kaum widerstehen kann. Als wesentliche Nebendarsteller der Geschichte können Lacroixs Kollegen Jade Rio und Paganelli, sein Bruder Pfarrer Pierre-Richard sowie die Wirtin Yvonne Abeille von seinem Lieblingsbistro Chai genannt werden. Gerade Yvonne hat mir sehr gut gefallen. Sie ist die gefühlte „Teilzeitsekretärin“ von Lacroix und nimmt schon mal Telefonate von diesem entgegen, wenn er nicht in seinem Büro anzutreffen ist. Der Aufbau der Geschichte ist sehr stringent und mit keinerlei Zeitsprüngen versetzt worden. Die Handlung ist im heutigen Zeitgeschehen angesiedelt und damit für die Leser gut nachvollziehbar. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, sehr dialogorientiert und gut lesbar. Als Zielgruppe des Romans kommen Krimifans aller Altersgruppen in Frage. Das Fazit ist sehr positiv. Kompakt und lebensfroh kommt dieser Kriminalroman daher. Ich war von der Umsetzung der Geschichte sehr angetan und hoffe bald eine Fortsetzung von Lacroix lesen zu dürfen.