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Veröffentlicht am 03.05.2022

Ein 1-A-Krimi mit interessantem Fall und vielen Lachflashs!

Affenhitze (Kluftinger-Krimis 12)
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Affenhitze ist der zwölfte Band der Kommissar Kluftinger-Reihe von Klüpfel/Kobr.

Eine enorme Hitzewelle macht den Bewohnern des Ostallgäus zu schaffen. Und ausgerechnet jetzt muss Kommissar Kluftinger ...

Affenhitze ist der zwölfte Band der Kommissar Kluftinger-Reihe von Klüpfel/Kobr.

Eine enorme Hitzewelle macht den Bewohnern des Ostallgäus zu schaffen. Und ausgerechnet jetzt muss Kommissar Kluftinger auch in einem Leichenfund ermitteln, den man bei Ausgrabungen in einer Tonkuhle entdeckt hat. Eigentlich sollten dort eher tierische Knochen des Urzeitaffen "Udo" liegen, doch der Leichenfund ist der des wissenschaftlichen Vaters von Udo, Professor Brunner. Die Thesen des Paläontologen waren sehr umstritten und es gibt Neider, aber sind Meinungsverschiedenheiten gleich ein Mordmotiv? Ganz in der Nähe der Tonkuhle haben sich Mitglieder einer merkwürdigen Sekte angesiedelt, die nicht gut auf die Ausgrabungen zu sprechen sind, zerstört das doch die Balance der Natur. Auch privat hat Klufti einige Dinge zu erledigen, ein Flohmarktstand für Flüchtlinge will bestückt werden und die Tagesmutter seiner Enkelin kommt ihm recht seltsam vor. Die Drohne von Doktor Langhammer wäre genau richtig für eine Observierung der Frau.

Kluftinger wurde als Interims-Präsident eingesetzt, was ihm zwar ungemein schmeichelt, aber die neuen Anforderungen überfordern ihn enorm. Immerhin findet er Mittel und Wege, um die ungeliebten Aufgaben auf Mitarbeiter abzuwälzen, die diese Arbeitsweise inzwischen auch beherrschen. Der Mord am Ausgrabungsleiter fordert ihn, es gibt einige Verdächtige und ganz nebenbei setzt ihm die anhaltende Hitzewelle mächtig zu.

Ach herrlich, was habe ich bei diesem Buch wieder gelacht! Wer die Reihe um Protagonist Adalbert Kluftinger kennt, darf sich erneut auf einen typischen Klufti-Krimi freuen. In gewohnter Weise vermischt sich ein solider Krimifall mit den schrägen Aktionen und Ansichten des Kommissars und damit ist für spannende Ermittlungen und eine humorvolle Unterhaltung gesorgt. Richtig lustig fand ich die Pizzabestellung, die Beschaffung von Flohmarktspenden und die Steuerung einer High-Teck-Drohne mit Dr. Langhammer, die natürlich nicht ohne Komplikationen abläuft. Mir haben auch die ganzen Nebencharaktere sehr gut gefallen, sie alle bringen Schwung in die Geschichte. Die Handlung streift die Ausgrabungen von "Udo" und unternimmt damit einen Ausflug in die Urgeschichte der Menschheit. Stammen die ersten aufrecht gehenden Affen vielleicht aus dem Allgäu. Oder ist doch Lucy der erste Vormensch?

Bei dieser Reihe finde ich es sehr gelungen, dass der Charakter von Klufti stets in gleichbleibender Schrägheit daher kommt und sich nur im engen Rahmen seiner Möglichkeiten weiter entwickelt. Dieses Mal versucht er, mit der Zeit zu gehen und meldet sich bei Facebook an. Natürlich gelingen nicht alle seine Vorhaben, aber er wird sogar ein lokaler social media-Star.

Ein sauber gelöster Fall, bei dem Klufti zwar nicht als gewitzter Kriminaler glänzt, aber mal wieder den richtigen Riecher hat und den Täter enttarnt.

Für alle Klufti-Freunde ein Muss und ansonsten werden auch Neueinsteiger der Reihe Gefallen finden an diesem soliden Krimifall mit den schrägen Aktionen und Ansichten des Kommissars. Immer wieder für Lachflashs gut!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.04.2022

Ein krönender Abschluß der Sylt-Reihe mit einem Hauch von Nostalgie

Das Inselmädchen
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Der historische Roman "Das Inselmädchen" von Sina Beerwald aus dem Knaur Verlag ist der krönende Abschluss der dreiteiligen Sylt-Saga.

Das exclusive Hotel »Strandvilla« und das Dünencafé locken immer ...

Der historische Roman "Das Inselmädchen" von Sina Beerwald aus dem Knaur Verlag ist der krönende Abschluss der dreiteiligen Sylt-Saga.

Das exclusive Hotel »Strandvilla« und das Dünencafé locken immer noch viele berühmte Gäste an und laufen auch 1931 weiterhin erfolgreich. Doch trotz des Erfolgs ist Moiken in ihrer unglücklichen Ehe mit Adam gefangen und sie sorgt sich um ihre Tochter Frieda, die einen Mann liebt, der einer Inselerbin nicht standesgemäß erscheint. Aber kann Moiken ihrer Tochter diese Liebe verbieten? Schließlich weiß sie selbst doch am besten, wie schmerzhaft der Verzicht auf die große Liebe sein kann. Als der Krieg der Insel immer näher kommt, denkt Moiken über das eigene Glück nach.

Es dauerte nicht lange, da war ich wieder mitten ins Geschehen von Moiken und ihren beiden Töchtern eingetaucht und fühlte mit ihnen und war ihren Gedanken und Erlebnissen eng verbunden. Die wahre Liebe scheint in Moikens Familie immer mit Hindernissen verbunden zu sein. Das Leben auf Sylt ist von persönlichen Schicksalsschlägen und Problemen geprägt, da nützt auch der ganze finanzielle Erfolg des Hotels Strandvilla nicht.

Sina Beerwalds einnehmender und detailreicher Schreibstil und ihre inhaltsreiche und abwechslungsreich aufgebaute Handlung führen wunderbar durch das Geschehen, ohne dass es auch nur ein bißchen langweilig wird. Die Erlebnisse auf der Insel werden mit schönen Momenten, aber auch mit Widrigkeiten und Nebenhandlungen geschildert, sie alle laufen vor dem authentisch dargestellten Hintergrund der historischen Ereignisse ab und aufgrund dieses eingebauten Zeitgeists wurde mir die erfolgreiche Recherchearbeit der Autorin absolut bewusst. Sie zeigt, welchen Einfluß die historischen Ereignisse auf Sylt nahmen und wie dort das Leben immer mehr vom Machtgefüge der Nazis und vom Krieg beeinflusst wurde und damit den Inselbewohnern einiges abverlangte. Ich habe mit Moikens Familie alle Emotionen hautnah miterlebt und fühlte mich ihnen ganz nah. Für mich ist das zufriedenstellende Ende genau das, was mich mit dieser Saga auf wunderbare Weise abschließen lässt.

Ein wunderschön erzählter Abschluß der Saga, voller mitnehmender Ereignisse mit historischer Einbindung und ein nostalgisch anmutendes Lesevergnügen.

Veröffentlicht am 20.04.2022

Dieses Buch hat das Zeug zum Lieblingsbilderbuch

Der alte Bär
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Das Bilderbuch "Der alte Bär" von Jane Hissey ist ein Kinderbuchklassiker, der im Anaconda Verlag neu aufgelegt wurde. Es eignet sich für die Altersklasse ab 3 Jahren.

Vor einiger Zeit wurde der alte ...

Das Bilderbuch "Der alte Bär" von Jane Hissey ist ein Kinderbuchklassiker, der im Anaconda Verlag neu aufgelegt wurde. Es eignet sich für die Altersklasse ab 3 Jahren.

Vor einiger Zeit wurde der alte Bär auf den Dachboden gebracht, weil die Kinder einfach zu grob mit ihm umgingen. Seine Freunde Teddy Braun, das Kaninchen, die Ente und der kleine Bär wollen ihm helfen und ihn endlich wieder in die Arme schließen und überlegen, wie sie den alten Bär ins Spielzimmer zurückholen können. Es gibt einige gute Rettungsideen, aber wird auch eine erfolgreich sein?


Was für eine liebenswerte Geschichte über die vier Freunde, die den alten Bären sehr vermissen. Immerhin haben sie mitbekommen, dass der Bär auf den Dachboden gebracht wurde. Doch wie sollen sie da nur hinkommen? Wenn sie einen Turm mit Bauklötzen bauen, könnte es klappen. Aber nein, der Turm wackelt gewaltig und stürzt ein. Doch wie wäre es mit großen Sprüngen auf dem Bett, vielleicht ist das hoch genug, um an die Dachluke zu gelangen. Der Hase hüpft und hüpft, immer höher, aber es reicht nicht. Fast scheint ihr Plan ausweglos, egal, was sie auch noch versuchen. Doch die Freunde geben nicht auf, jeder steuert einen Plan bei und schließlich hat die Ente eine Idee, die sie zum Erfolg führt. Was ist für eine große Freude, als sie den alten Bären wieder in die Arme schließen können. Eine wunderbare Geschichte über Freundschaft und Gemeinschaft, denn niemand ist gern allein.

Die Texte sind kindgerecht, in großer Schrift und somit auch für Erstleser geeignet. Aber das Highlight sind die wirklich entzückenden, zauberhaften Illustrationen, die die Geschichte wunderbar begleiten.

Ein wunderbares Bilderbuch über Freundschaft und Einfallsreichtum beim Spielen und zum Vorlesen und Anschauen sehr zu empfehlen. Dieses Buch hat das Zeug zum Lieblingsbilderbuch.

Veröffentlicht am 20.04.2022

Für mich der beste Krimi mit Mitzi

Die MörderMitzi und der Sensenmann
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"Die MörderMitzi und der Sensenmann" ist mittlerweile der 4. Fall der Krimireihe von Isabella Archan. Die Reihe erscheint im Emons Verlag.

Inspektorin Agnes Kirschnagel ist im sechsten Monat schwanger ...

"Die MörderMitzi und der Sensenmann" ist mittlerweile der 4. Fall der Krimireihe von Isabella Archan. Die Reihe erscheint im Emons Verlag.

Inspektorin Agnes Kirschnagel ist im sechsten Monat schwanger und darf nun im Innendienst arbeiten, das passt ihr aber so gar nicht. Der Fund einer schon lange eingemauerten Leiche eines Mädchens in einem Keller in Kufstein kommt gerade richtig, Agnes ermittelt die Faktenlage, natürlich auch vor Ort, denn sie muss sich ja ein Bild vom Tatort machen. Sie findet schnell heraus, dass in Krems schon einmal ein ähnlicher, unaufgeklärter Mordfall geschehen ist und unter diesen Umständen ist auch Mitzi wieder voll involviert. Quer durch Österreich führt sie die Verfolgung der Spuren und sie verstricken sich immer mehr in den Fall und geraten sogar in die Fänge des Mörders.


Mitzi hat sich von ihrem Freund getrennt und von ihrer Großmutter ein Grundstück geerbt, dass sie nun an einen alten Bekannten verkaufen möchte, um sich eine eigene Wohnung zu kaufen. Als sie von ihrer Freundin Agnes von dem neuen Fall erfährt, möchte sie ihre schwangere Freundin unterstützen und lässt sie an ihren Tat-Theorien teilhaben. Das ist ja immer etwas speziell. Die eingemauerte Leiche fällt durch ein abgetrenntes Ohr auf und Agnes stellt eine Parallele zu einem ähnlichen Mordopfer dar. Die Suche startet wie die Nadel im Heuhaufen, der Fall wird bei "Aktenzeichen XY ungelöst" gezeigt und danach wird es brenzlich, weil Agnes in die Fänge des Täters gerät. Mitzi ist ihr auf der Spur, doch damit ist sie ebenfalls auf dem Schirm des Mörders. Ein packender Showdown sorgt für den Höhepunkt dieser spannenden Story und das Ende ist mit einen neuen Anfang einfach nur wunderbar.


Auch im vierten Fall hat sich Isabella Archan wieder eine spannende Geschichte einfallen lassen, bei der Mitzi wieder mit ihrer schrägen Art für den besonderen Kick sorgt und gleichzeitig erleben wir auf der Ermittlungsreise einige Gegenden Österreichs und bekommen so reichlich Lokalkolorit geboten.

Für mich ist es die packendste Folge der Reihe überhaupt! Man kann gut mitraten, denn es gibt einige potentielle Tatverdächtige, falsche Fährten, die Darstellung der Charaktere ist gelungen und mit etwas Humor abgerundet und außerdem sorgen die Einblicke in das Leben des Täters für Gänsehauteffekt. Genau so muss ein perfekter Krimi sein!

Agnes ist nicht nur aufgrund ihrer Schwangerschaft meine Lieblingsfigur, ich finde sie hat genügend Scharfsinn im Ermitteln und auch im Umgang mit Mitzi ist sie mit empathischem Gespür die beste Freundin, die sich Mitzi wünschen kann. Denn das schicksalshafte Trauma der "MörderMitzi" lässt sie nicht mehr los und Mitzi leidet noch immer unter dieser seelischen Belastung. Allerdings werden in diesem Band auch erstmalig Zweifel laut an Mitzis Schuld am Tod ihrer Familie und ich hoffe, dass sich das irgendwann noch schuldlos aufklären wird.

Der Erzählstil Isabella Archans ist wunderbar lebendig und sie lässt viele Dialoge einfließen, die mit etwas Humor gespickt sind. Und sie zeigt auf atmosphärische Weise die Landschaft, die bei der Ermittlungsreise quer durchs Land sichtbar wird.

Zum Verständnis der speziellen österreichischen Begriffe ist hinten ein Glossar eingefügt und auch eine Karte mit den speziellen Stationen im Alpenland.

In dieser Reihe sind alle Bände in sich abgeschlossen, dennoch empfehle ich die Reihenfolge einzuhalten, weil man so die Entwicklung der Figuren besser begleiten kann.


Wer einen außergewöhnlichen Krimi sucht, ist hier genau richtig. Denn schräge Typen, österreichischer Lokalkolorit und eine fesselnde Tätersuche sorgen mit etwas eingebautem Humor für packende Krimiunterhaltung vom Feinsten.

Veröffentlicht am 16.04.2022

Ein wunderschön illustriertes und lehrreiches Sachbuch über das Biotop Wildwiese

Die Wildwiese
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Das großformatige Sachbuch "Die Wildwiese" von Autorin Angelika Huber-Hanisch und Illustratiorin Annette Zacharias eignet sich für Kinder ab 8 Jahren und erscheint im Knesebeck Verlag.

Der Lebensraum ...

Das großformatige Sachbuch "Die Wildwiese" von Autorin Angelika Huber-Hanisch und Illustratiorin Annette Zacharias eignet sich für Kinder ab 8 Jahren und erscheint im Knesebeck Verlag.

Der Lebensraum Wiese ist ein Paradebeispiel für ein gut funktionierendes Ökosystem. In diesem Biotop krabbelt, kriecht, fliegt, summt und brummt es überall, denn die unterschiedlichsten Tiere und Pflanzen sind hier zu finden. Und auch unter der Erde geht das Leben munter weiter, man kann hier viele Naturkreisläufe entdecken und die Zusammenhänge erkennen.

Wenn es in der Natur summt, brummt und fliegt ist das für Kinder immer interessant, das tierische Leben auf einer Wiese birgt für sie viele interessante Entdeckungen. Dieses Buch bringt ihnen die Bewohner und Besucher einer Wiese näher und zeigt neben vielen Rekorden, angepassten Lebensgewohnheiten und Besonderheiten von Flora und Fauna auch das Leben unter der Erde. Mit diesem Wissen wird der nächste Spaziergang sicherlich gleich viel interessanter.

Das Buch startet mit einem Inhaltsverzeichnis und danach werden die Wiesenvögel, Säugetiere, Insekten und Schmetterlinge vorgestellt. Anschließend geht es um die unter der Erde lebenden Tiere sowie um Blumen, Gräser, Pilze und Moose von Wiesen. Daran können Kinder erkennen, welche Arten von Wiesen es gibt, wie z. B. die Streuobstwiese oder Schmetterlingswiese.

Vorgestellt werden Rehe, Hasen und Kaninchen, Vögel, Bienen, Schmetterlinge, Glühwürmchen und viele andere Tiere. Besonders interessant sind die speziellen Wiesen-Rekorde von Tieren und die Infos über wehrhafte Pflanzen, aber auch der Naturschutz und viele andere Fragen kommen nicht zu kurz.

Was muss man beim Mähen von Wiesen beachten? Was findet man an Ackerrändern? Und wie baut man ein Herbarium?

Einige verwendete Begriffe wie Biolumineszenz, Chlorophyll, Sporen, Stickoxide u.a. werden im Glossar gut verständlich erklärt.

Dieses vielseitige Buch bringt Kindern durch die wunderschönen und naturnahen Abbildungen und die informativen Texte spielerisch die wichtigsten Themen rund um die Natur einer Wildwiese näher. Es zeigt gleichzeitig auch auf, wie wichtig eine intakte Umwelt für die Vielfalt an Lebenwesen in der Natur ist und wie alles in einem Kreislauf zusammenhängt.


Ein perfektes Kindersachbuch zum Biotop Wildwiese, das umfassendes Wissen und schöne Abbildungen wunderbar vereint.