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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2022

Nicht nur ein Krimi

Hamdraht
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Martina Parker gelingt es in ihrem Gartenkrimi "Hamdraht" das Lebensgefühl und die Eigenheiten der Burgenländer auf wunderbare Art einzufangen. Beim Lesen hört man förmlich den Dialekt, obwohl nur einzelne ...

Martina Parker gelingt es in ihrem Gartenkrimi "Hamdraht" das Lebensgefühl und die Eigenheiten der Burgenländer auf wunderbare Art einzufangen. Beim Lesen hört man förmlich den Dialekt, obwohl nur einzelne Sätze oder Wörter in diesem geschrieben sind. In einem ganz eigenen Schreibstil schafft sie eine Atmosphäre, die die Leser im Südburgenland mitten unter den Einheimischen und Zuagroasten wähnen lässt.

Hamdraht ist ein Krimi mit Verbrechen, Kriminalpolizei, Verdächtigen und Zeugen. Hamdraht ist aber noch viel mehr, eine Studie unterschiedlicher Charaktere und gibt Einblicke in Abgründe, die sich bei näherem Hinsehen auftun - heute, in Zeiten von Social Media und Internet, aber auch vor 30 Jahren, als junge, erfolgreiche Männer auf ihre Art zu leben wussten.

Hamdraht vereint Leichtigkeit mit Tiefgründigkeit. Ein Krimi, der nur am Rande auch ein Krimi ist. Diese Zutaten machen den Roman zu einem richtige Pageturner, ein Lesevergnügen nicht nur für Krimifans.

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Veröffentlicht am 10.05.2022

Im Stile Falladas

Falladas letzte Liebe
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Michael Töteberg ermöglicht mit "Falladas letzte Liebe" einen detaillierten Blick auf das Leben des Autors. Er verwendet eine Sprache, die sehr an den Stil Falladas erinnert und katapultiert mich als Leserin ...

Michael Töteberg ermöglicht mit "Falladas letzte Liebe" einen detaillierten Blick auf das Leben des Autors. Er verwendet eine Sprache, die sehr an den Stil Falladas erinnert und katapultiert mich als Leserin direkt in eine andere Zeit, ein anderes Leben und lässt mich direkt in einem von Falladas Romanen wähnen.
Ich kenne nur "Kleiner Mann, was nun?" und "Jeder stirbt für sich allein", habe aber beide Romane mit Begeisterung gelesen. Mit dem Autor Fallada als Mensch hatte ich mich bisher nicht beschäftigt. Nachdem ich nun um seine Morphinsucht und Getriebenheit, seine Familienbezogenheit und seine Vergnügungssucht weiß, sehe ich auch seine Romane in einem anderen, deutlicheren Licht.
Michael Töteberg ist eine vielschichtige, atmosphärische Romanbiografie gelungen, die ich jedem, der Fallada gelesen hat, nur ans Herz legen kann.

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Veröffentlicht am 24.08.2021

Spannend und atmosphärisch

Goldstein
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Die Leseprobe hat nicht zu viel versprochen, wie bei den ersten beiden Fällen von Gereon Rath, gelingt es Volker Kutscher auch dieses Mal wieder, einen sehr spannenden und atmosphärischen Krimi zu schreiben. ...

Die Leseprobe hat nicht zu viel versprochen, wie bei den ersten beiden Fällen von Gereon Rath, gelingt es Volker Kutscher auch dieses Mal wieder, einen sehr spannenden und atmosphärischen Krimi zu schreiben. Ich wurde sofort ins Berlin der 30er Jahre eingesogen und sah förmlich die Leute entsprechend der damaligen Mode gekleidet vor mir, genauso wie die Häuserfasaden und Automobile. Ich hatte sogar den Eindruck, die Gerüche und Geräusche wahrzunehmen. Das Buch hat mich vom ersten Wort an gefesselt.

Die Handlung besteht aus zwei Strängen. Gereon Rath wird auf Goldstein, einen amerikanischen Gangster, der in Berlin zu Besuch ist, angesetzt, um ihm die Möglichkeit zu nehmen, ein Verbrechen zu verüben. Alexandra ist an einem Einbruch ins KaDeWe beteiligt, bei dem ihr Komplize Benny stirbt. Beim Versuch das Diebesgut zu verkaufen, nimmt das Geschehen seinen Lauf. Kutscher gelingt es vortrefflich, diese beiden Handlungen spannend aufzubauen und natürlich Letztenendes zu einer fesselnden Geschichte zu verweben. Dabei kommen auch Einblicke in das Privatleben von Gereon Rath nicht zu kurz. Den Rahmen des Ganzen bildet die sehr gut recherchierte Darstellung der Zu- und Umstände der Nazizeit in Deutschland, in die der Fall gekonnt eingebettet ist.

Ich kann das Buch nur empfehlen und warte schon gespannt auf den vierten Fall!

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Veröffentlicht am 24.08.2021

Fortschrittliche Schule in einer sich verdunkelnden Zeit

Die Schule am Meer
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1925 gründeten Paul und Anni Reiner zusammen mit weiteren Lehrern eine reformpädagogische Schule auf der Nordseeinsel Juist. Sie wird zur Heimat für viele Jungen und Mädchen und die Lehrer und Mitschüler ...

1925 gründeten Paul und Anni Reiner zusammen mit weiteren Lehrern eine reformpädagogische Schule auf der Nordseeinsel Juist. Sie wird zur Heimat für viele Jungen und Mädchen und die Lehrer und Mitschüler zu ihrer Familie.

Dass einige Lehrer, aber auch Schüler Juden sind, macht die Schule immer wieder zur Zielscheibe, denn leider wirft die kommende Zeit bereits ihre Schatten voraus. Viele der Einheimischen stehen ihr aber auch aufgrund ihres, für die damalige Zeit sehr fortschrittlichen und umstrittenen, Konzepts ablehnend gegenüber.

Die Autorin, selbst Juisterin, hat historisch Belegtes – die Schule am Meer, viele geschilderte Begebenheiten und erwähnte Personen gab es wirklich – mit von ihr Ersonnenem zu einer stimmigen Geschichte ausgeschmückt. Als Leser kann man sich gut vorstellen, dass sich alles genau so zugetragen haben könnte. Einerseits wünscht man sich fast, dort zur Schule gegangen zu sein und ist aber andererseits auch froh, dass einem genau das und überhaupt die ganze Vorkriegszeit erspart geblieben ist.

Der packende Schreibstil und die Handlung erzeugen eine starke Sogwirkung und lassen einen das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Viel zu schnell ist man trotz der gut 570 Seiten am Ende angelangt.
Eine Roman, der Unterhaltung und ein Stück deutsche Geschichte hervorragend vereint.

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Veröffentlicht am 24.08.2021

Leseempfehlung

Das Mädchen im Nordwind
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Karin Baldvinsson verwebt in ihrem Roman "Das Mädchen im Nordwind" gekonnt zwei Handlungsstränge, die zu zwei unterschiedlichen Zeiten spielen, sich über zwei Orte erstrecken und schließlich in Island ...

Karin Baldvinsson verwebt in ihrem Roman "Das Mädchen im Nordwind" gekonnt zwei Handlungsstränge, die zu zwei unterschiedlichen Zeiten spielen, sich über zwei Orte erstrecken und schließlich in Island zusammenfinden.

Luise, eine junge Jüdin, lernt 1936 in ihrer Heimatstadt Lüneburg den Isländer Jónas kennen, der in Deutschland studiert. Die beiden verlieben sich ineinander und planen über alle Hindernisse hinweg eine gemeinsame Zukunft und ihre Flucht nach Island. 2019 findet Sofie Luises Tagebuch als sie ein Haus in Island restauriert.

Der Klappentext hat mich sofort angesprochen. Als großer Islandfan habe ich mich gefreut, auf eine Reise dorthin mitgenommen zu werden. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die isländische Lebensart und das Lebensgefühl zu vermitteln. Sie schafft mit Sofies Geschichte einen schönen Rahmen für Luises Erlebnisse, der einen erfreulichen Kontrast zum ernsten Thema Judenverfolgung im Dritten Reich bildet.

Die Handlung ist teilweise etwas vorhersehbar, dies macht das Buch aber trotzdem nicht langweilig. Durch die abwechselnd in der Vergangenheit und Gegenwart handelnden Kapitel, die an der richtigen Stelle enden, baut sich eine Spannung auf, die es mir schwer machte, das Buch zur Seite zu legen. Alles in allem ein rundum gelungener Roman, den ich gerne weiterempfehle!

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