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Veröffentlicht am 16.05.2022

Sartorius ein Mörder?

Tod in Franken
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„Tod in Franken“ von Katharina Drüppel, Emons Verlag, habe ich als Taschenbuch mi 288 Seiten gelesen. Die Kapitel sind mit Tag und Uhrzeit überschrieben. Es ist der 3. Fall für Clemens Sartorius.
An einem ...

„Tod in Franken“ von Katharina Drüppel, Emons Verlag, habe ich als Taschenbuch mi 288 Seiten gelesen. Die Kapitel sind mit Tag und Uhrzeit überschrieben. Es ist der 3. Fall für Clemens Sartorius.
An einem See bei Erlangen wird die Leiche von Hauptkommissar Clemens Sartorius‘ Freundin Delphine gefunden. Nicht allein, dass er suspendiert ist, wird er nun auch noch zum Hauptverdächtigen an dem Mord. Er taucht mit Hilfe seines besten Freundes in Nürnberg unter und versucht mit Coras Hilfe mehr herauszufinden. Der Fall und die Mordmethode erinnern ihn an den Tod seiner Schwester vor vielen Jahren. Aber nur sehr wenige Menschen wussten, wie sie ermordet wurde. Er trifft auf die Forensikerin Marie Mayfield, die die Spuren in diesem Fall untersucht und ihm ebenfalls sehr hilft.
Auch dieser dritte Teil hat mich voll überzeugt. Ich konnte von Beginn an direkt in die Handlung einsteigen, die mich sofort in ihren Bann zog. Es ist ein sehr persönlicher Fall für Clemens. Erst seine Schwester, dann seine Freundin. Ich weiß nicht, was schlimmer für ihn ist, der neue Mord oder dass er wegen seiner Tarnung wie ein Landstreicher herumlaufen muss. Ohne seinen üblichen edlen Zwirn. Auch wenn das Verhältnis zu Delphine schon etwas abgekühlt war, will er natürlich alles dafür tun, den Mörder zu finden. Die ganze Sache gestaltet sich für ihn zu einer Odyssee aus Trauer, Angst und dem Zwang zum Untätigsein, was er nicht lange aushält. Zum Glück hat er Cora. Sie darf eigentlich auch nicht am Fall mitarbeiten, kommt aber natürlich an Interna und teilt diese mit Clemens. Sie hat mir hier sehr gut gefallen. In den Vorgängerbüchern ist sie mir mit ihren Anmachversuchen Clemens gegenüber etwas zu aufdringlich gewesen. Jetzt ist sie zu einer zuverlässigen Kollegin und sehr guten Freundin geworden.
Marie, die Forensikerin, ist eine sehr interessante Person mit einer vermutlich nicht so guten Vorgeschichte, von der man hier aber nichts weiter erfährt. Durch einen ‚Zufall‘ lernt sie Clemens kennen und ist schnell bereit, ihm ein neues Asyl zu gewähren. Auch geht sie akribisch allen Spuren im Labor nach, fährt an den Fundort der Leiche, wo sie interessante Entdeckungen macht. Ich mag sie sehr und sie hat ein hohes Potenzial, an weiteren Fällen mit Clemens zusammenzuarbeiten.
Auch die anderen Charaktere, gute wie böse, sind sehr authentisch beschrieben. Ebenso die Orte der Handlungen. Ich konnte mir von allem ein gutes Bild machen.
Der Schreibstil ist sehr gut, die Handlung ist spannend und unterhaltsam. Auch wenn ich fleißig mitgerätselt habe, hat mich das Ende total überrascht.
Mit dem relativ einfachen, überwiegend blau mit zwei Kirchtürmen, gestalteten Cover ist ein richtiger Blickfang gelungen.

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Veröffentlicht am 21.05.2022

Hochspannend und kryptisch

Der Rätselmann
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„Der Rätselmann“ von Elias Haller, Verlag Edition M, habe ich als Taschenbuch mit 402 Seiten gelesen, die in 81 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 4. Fall für Arne Stiller.
An verschiedenen Orten Dresdens ...

„Der Rätselmann“ von Elias Haller, Verlag Edition M, habe ich als Taschenbuch mit 402 Seiten gelesen, die in 81 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 4. Fall für Arne Stiller.
An verschiedenen Orten Dresdens werden mit rostigen Nägeln durchbohrte Tote gefunden, die im Polizeidienst standen. An den Körpern befinden sich Postkarten mit einem chiffrierten Text. Alles deutet auf die Taten des Rätselmannes aus den Nachkriegsjahren hin, der viele Menschen ermordet hat.
Der Fall gestaltet sich für den Kryptologen Arne Stiller wieder sehr kompliziert. Denn auch er erhält eine persönliche Nachricht mit dem Aktenzeichen eines alten Falles. Relativ schnell findet Arno heraus, dass es sich bei den Nachrichten um Enigma-Codes handelt, die er nun entschlüsseln muss. Dafür braucht er aber weitere Informationen, die er auf unterschiedlichen Wegen erhält. Am Ende geht es nicht nur um die Rettung seines eigenen Lebens.
Zur Handlung möchte ich gar nicht mehr schreiben, da sie doch sehr vielschichtig ist. Es gab immer wieder kurze Rückblicke auf das Leben einer anonymisierten Person und auch zum Fall einer toten Studentin. Man konnte sich vorerst nicht erklären, wie alles zusammenhängt. Aber alle Handlungen führten zu einem sehr spannenden und rasanten Ende.
Das Buch war eine echte Herausforderung und ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich alles verstanden habe. „Aber zum Glück gibt es für Menschen wie mich Wikipedia“. Es gibt Hinweise an die Presse, die veröffentlicht werden sollen, weitere wurden als Morsecode gegeben und wieder andere befanden sich auf den Postkarten. Auch für Arne war es ein sehr anspruchsvoller Fall, bei dem er sein gesamtes Wissen unter Beweis stellen musste. Kaum war eine Botschaft entschlüsselt, kam mit der nächsten Leiche eine neue.
Ich habe mich gefreut, dass Inge Allhammer wieder mit dabei war. Auch wenn sie kurz vor ihrer Pensionierung steht und eine neue Internetbekanntschaft hat, lässt sie sich weiter von Arne herumkommandieren. Er ist da ja wenig sensibel in seinen Umgangsformen und macht sich nicht nur Freunde damit. Auch in Arne’s Privatleben hat sich eine Bekanntschaft, vielleicht sogar Beziehung, ergeben. Mal sehen, ob es etwas Ernstes wird, die beiden sind doch sehr verschieden.
Die Informationen und Beschreibung der Enigma fand ich hochinteressant, ebenso die Decodierung, für die mehrere Komponenten benötigt werden. Ich habe mir dazu ein Video (mehrmals) angeschaut.
Insgesamt war es wieder ein super spannendes, interessantes und lehrreiches Buch mit grausamen Morden und einem großartigen Ende. Der Schreibstil ist gewohnt gut und auch durch die kurzen Kapitel kam ich zügig voran.
Das Cover ist den Vorgängern angepasst und passt auch hier wieder prima zur Handlung. Ich freue mich sehr auf weitere Herausforderungen für Arne Stiller.

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Veröffentlicht am 03.05.2022

Spannend, rasant und emotional

Mord bei Anruf
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„Mord bei Anruf – Au de et Sophie“ von Luc Winger, habe ich als ebook mit 173 Seiten gelesen, die in 15 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 15. Saint-Tropez-Krimi.
Commissaire Lucie Girard und ihr Mann ...

„Mord bei Anruf – Au de et Sophie“ von Luc Winger, habe ich als ebook mit 173 Seiten gelesen, die in 15 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 15. Saint-Tropez-Krimi.
Commissaire Lucie Girard und ihr Mann Patrice wollen nun endlich die Adoption ihrer Pflegetochter Sophie voranbringen. Da die leibliche Mutter Angelique beim israelischen Geheimdienst arbeitet, hat sie ihre Tochter vor drei Jahren in die Obhut der Girards gegeben und bisher keinen Kontakt mit ihr gehabt. Ganz plötzlich steht Angelique nun vor Lucie und will Sophie zu sich holen. Sie hat eine Wohnung ganz in der Nähe angemietet und will sich künftig selbst und ihre Tochter kümmern. Allerdings muss sie noch einen Auftrag abschließen.
Damit beginnt eine Reihe von schlimmen Ereignissen, die nicht nur Lucies Familie in Angst und Schrecken versetzen, sondern bis hin zur obersten politischen Spitze reichen bis hin zu einem spektakulären Ende.
Dieses Mal wird es sehr persönlich für Lucie, es geht um ihre Familie, ihre Kinder und deren Sicherheit. Es müssen schwerwiegende Entscheidungen getroffen werden, die nicht nur ihr Leben, sondern die Zukunft des gesamten Landes betreffen. Natürlich lässt sie sich den Fall nicht einfach so aus der Hand nehmen und ist wieder mit vollen Einsatz bei der Aufklärung dabei. Die Handlung spielt hier größtenteils in Frejus, sodass hier der örtliche Gendarm Romain Chaud dazu komme und auch sehr sympathisch und engagiert mitarbeitet.
Auch dieses Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Es hat gerade in der heutigen Zeit einen beängstigenden Hintergrund. Lucie und Patrice mag ich sowieso, sie ergänzen sich super. Während Lucie gerne vorprescht, ist Patrice der ruhigere Teil. Auch die beiden Mädchen Aude und Sophie haben sich gut zusammengefunden, obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Und Imani, das Au pair ist toll, sie ist zu einem vollwertigen Mitglied der Familie geworden und würde alles für sie tun.
Ich habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen, es ist spannend, traurig und mitreißend. Es hat mir wieder großen Spaß gemacht, mit Lucie zu ermitteln.
Das Cover ist auch hier wieder wunderschön.

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Veröffentlicht am 28.04.2022

Wunderbarer Auftakt der Reihe

Willkommen in St. Peter-(M)Ording (St. Peter-Mording-Reihe 1)
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„Willkommen in St.-Peter-(M)Ording“ von Tanja Janz, Verlag Ullstein, habe ich als Taschenbuch mit 336 Seiten gelesen, die in 33 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 1. Teil der neuen Reihe.
Ilva Feddersen ...

„Willkommen in St.-Peter-(M)Ording“ von Tanja Janz, Verlag Ullstein, habe ich als Taschenbuch mit 336 Seiten gelesen, die in 33 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 1. Teil der neuen Reihe.
Ilva Feddersen kommt aus Hamburg zurück nach St.-Peter-Ording, weil ihre Mutter Hilfe braucht. Dort arbeitet sie an ihrer alten Schule als Lehrerin, trifft ihre beste Freundin Ute und ihre Jugendliebe Eike wieder. Da Ute sich sehr in einer Bürgerinitiative gegen den Hotelneubau in den Dünen engagiert, führt Ilva’s Weg gleich zu einer Versammlung, auf der der Architekt das Projekt vorstellt. Eike ist auf der Seite des Umwelt- und Naturschutzes unterwegs und gerät mit dem Architekten zusammen. Kurz danach wird eine Leiche in den Dünen gefunden. Da Ilva’s Bruder Ernie Hauptkommissar der Polizei ist, ist sie auch meistens auf dem Laufenden. Als alles auf die Umweltschützer hindeutet, ergreifen Ilva, Ute und ihr Kollege Bernd die Initiative und ermitteln selbst.
Mir hat das Buch wunderbar gefallen. Immer wieder gab es neue Wendungen, wenn ich dachte, ich wäre der Lösung nahe. Auch, dass einige Kapitel anonymisiert geschrieben waren, machte die Sache spannend. Erst gegen Ende wusste man (ich), um wen es sich dabei handelte. Auch wenn die Handlung selbst wahnsinnig traurig war, gab es auch amüsante und entspannte Momente vom Alltag der Familien.
Die (guten) Hauptpersonen waren mir durchweg sehr sympathisch. Ilva und Ute standen zwar immer mehr oder weniger in Kontakt, aber nach dem Wiedersehen und der Arbeit an der alten Schule fühlen sie sich doch in ihre Jugend zurückversetzt, eine lange wunderbare Freundschaft. Auch zwischen ihr und Eike funkte es sofort wieder. Ilvas Eltern fand ich auch sehr nett, die Mutter immer besorgt, macht ihr Essen und Stullen für die Schule, aber so sind Mütter eben. Und so viel Hilfe brauchte sie auch gar nicht. Trotzdem ist Ilva glücklich, wieder zu Hause zu sein. Ute hat auch ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter und bringt Ilva öfters mit zu ihr. Man kennt sich eben.
Kommissar Fred als Großstadtpflanze aus dem Ruhrgebiet kommt ein Mord gerade recht, endlich Action. Er liebt es, mit Blaulicht und Sirene durch den Ort zu rasen. Er und Ernie arbeiten gut zusammen und sind ein eingespieltes Team.
Die Auflösung des Falles war gar nicht so einfach und unkompliziert, da kamen einige Dinge zusammen.
Der Schreibstil ist super, das Buch lässt sich flott lesen und verlangt auf jeden Fall nach einer Fortsetzung. Das Cover ist total süß, daran kommt man nicht vorbei. Auch die Innengestaltung gefällt mir. Auf der ersten Umschlagseite sieht man einen Plan des Ortes und auf der hinteren befindet sich ein schönes Bild eines Pfahlhauses. Am Ende des Buches gibt es noch zwei Rezepte zum Nachmachen.
Alles in allem ein sehr gelungener Auftakt und ich werde weiter mitlesen.

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Veröffentlicht am 22.04.2022

Hat mir sehr gut gefallen

Der Mord in der Rose Street
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„Der Mord in der Rose Street“ von Alex Reeve habe ich als Hörbuch mit einer Spieldauer von 11 Stunden, 17 Minuten, 37 Sekunden gehört. Gesprochen wird es von Viola Müller. Es ist der zweite Teil der Krimireihe ...

„Der Mord in der Rose Street“ von Alex Reeve habe ich als Hörbuch mit einer Spieldauer von 11 Stunden, 17 Minuten, 37 Sekunden gehört. Gesprochen wird es von Viola Müller. Es ist der zweite Teil der Krimireihe mit einem außergewöhnlichen Ermittler.
In London 1881 wird eine Anarchistin ermordet. Es wird davon ausgegangen, dass sie einer politischen Tat zum Opfer gefallen ist. Da bei ihr die Adresse von Leo Stanhope gefunden wird, taucht die Polizei bei ihm auf. Leo kannte sie aber nicht näher und wusste nur, dass sie zwei Kinder dabei hatte, die er nun suchen will. Er findet sie und kümmert sich zeitweise sehr gut um sie. Aber die Umstände zwingen ihn, sie immer wieder in Anderer Obhut zu geben.
Auch trifft er den Adligen John Thackery, einen ehemaligen Freund, wieder, der Leo’s Geheimnis kennt und ihn damit erpresst. Er soll John ein Alibi für die Mordnacht geben. Leo hat keine Wahl. Denn wenn sein Geheimnis bekannt würde, hätte das verheerende Folgen für ihn. Allerdings kommt er einer anderen Sache auf die Spur, was John’s Vater betrifft. Auch ist jemand hinter den Kindern her und Leo versucht immer wieder, sie in Sicherheit zu bringen.
Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen. Die Handlung war spannend und interessant. Ich kenne den ersten Teil nicht, aber es gibt hier immer mal wieder Informationen zu Leo’s Vergangenheit. Er ist mit seiner Schwester in einer strengen Pfarrersfamilie aufgewachsen. Als er sein Leben änderte, brach der Kontakt ab. Er lebt nun unter anderem Namen in einer Wohnung über der Apotheke, die von Elfi betrieben wird, der zu einem Freund geworden ist. Dessen Tochter versucht Leo immer wieder zu verkuppeln. Aber davon will er nichts wissen. Es ist nicht einfach für ihn, sein Geheimnis zu wahren. Manchmal trifft er Bekannte aus seiner Kindheit, die ihn nicht verstehen. Auch hat er wieder Kontakt zu seiner Schwester und notgedrungen zu seinem sterbenden Vater.
Leo hat sich bis dahin gut mit seinem neuen Leben arrangiert, arbeitet in einem Krankenhaus, hat wenige, aber gute Freunde, die zu ihm halten. Aber nun werfen ihn die Dinge doch aus der Bahn. In Rosie hat er dann doch eine Verbündete gefunden, die so in die Handlung hineingerutscht ist und ihm hilft. Sie mag ich sehr. Sie ist eine zupackende, burschikose Frau, die sehr direkt ist und kein Blatt vor den Mund nimmt.
Es ist eine traurige Geschichte, teilweise der damaligen Zeit geschuldet, teils auch wegen der schlimmen Taten. Die Kinder haben mir am meisten leidgetan, sie haben ihre Mutter verloren und kamen vom Waisenhaus immer wieder zu anderen Personen. Trotzdem waren sie sehr positiv und haben sich über jeden Lichtblick gefreut.
Viola Müller als Sprecherin hat mir auch sehr gut gefallen. Sie hat den Personen Leben eingehaucht und versucht, deren Charaktere authentisch herauszustellen. Ich werde mir auf jeden Fall den 1. Teil auch noch anhören.
Das Cover ist relativ einfach gehalten und doch schön und aussagekräftig, wenn man den Inhalt kennt. Es passt zum vorherigen Teil.

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