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Veröffentlicht am 01.06.2022

Totenkulte und andere rätselhafte Morde im historischen Wien

Das Mädchen und der Totengräber (Die Totengräber-Serie 2)
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Erneut benötigt Inspektor Leopold von Herzfeldt, der Grazer „Piefke“, die Hilfe des Wiener Totengräbers Augustin Rothmayer: Im Kunsthistorischen Museum wurde ein Professor der Ägyptologie tot aufgefunden, ...

Erneut benötigt Inspektor Leopold von Herzfeldt, der Grazer „Piefke“, die Hilfe des Wiener Totengräbers Augustin Rothmayer: Im Kunsthistorischen Museum wurde ein Professor der Ägyptologie tot aufgefunden, fachkundig als Mumie präpariert. Handelt es sich um einen uralten Fluch, welcher sämtliche Mitglieder einer früheren Expeditionsgruppe befällt? Zugleich halten weitere Fälle die Polizei auf Trab: Tatortfotografin Julia Wolf bekommt erschreckend verstümmelte junge Männer des horizontalen Gewerbes vor die Linse.
Auch im zweiten Band rund um Totengräber Rothmayer, Fotografin Wolf und Inspektor von Herzfeldt fühlte ich mich umgehend ins Wien des Jahres 1984 zurückversetzt. Wer den ersten Band bereits gelesen hat darf sich auf ein Wiedersehen vieler bekannter Charaktere freuen. Neben angenehm authentischen Details und dem Wiener Schmäh darf man den neu eröffneten Tierpark besuchen sowie einige andere aussergewöhnliche Ecken Wiens betreten. Die Charaktere sind hervorragend komplex angelegt, insbesondere bei den Ermittlern macht sich die damalige Arroganz reicher weißer Männer gegenüber Frauen sowie Personen bemerkbar, die nicht in ihre perfekte Schablone passen. Ein Umstand, der das Verhältnis zwischen Leo und Julia stark kriseln lässt. Neben den äusserst spannend angelegten Ermittlungen, zu denen Julia Wolf und der Totengräber wieder insgeheim bedeutend beitragen, darf natürlich auch Augustin Rothmayers Hobby als Autor nicht fehlen - diesmal gibt es Auszüge aus seinem zweiten fiktiven Werk über Totenkulte zu lesen, an welchem er gerade schreibt.
Ein perfekt inszenierter, komplexer Kriminalroman vor historischer Kulisse, diesmal mit leicht exotischem Touch.

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Veröffentlicht am 01.06.2022

Schnörkellos und authentisch

Der dreizehnte Mann
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Erneut lässt das Autorenduo Schwieker und Tsokos ihre Berliner Protagonisten Anwalt Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Justus Jarmer gemeinsam einen brisanten Fall lösen. Hintergrund ist ein vertuschter ...

Erneut lässt das Autorenduo Schwieker und Tsokos ihre Berliner Protagonisten Anwalt Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Justus Jarmer gemeinsam einen brisanten Fall lösen. Hintergrund ist ein vertuschter Skandal in der Vergangenheit, basierend auf einem echten Fall: Das Berliner Jugendamt vermittelte Pflegekinder an pädophil Auffällige.
Gekonnt profitiert der Roman vom Fachwissen der Autoren in Jura und Rechtsmedizin. In diesen Bereichen darf man sich auf ein paar interessante Details freuen, ohne, dass die Detailfülle überhand nimmt. Ebenso ist der Stil der Autoren angenehm schnörkellos, es gibt keine unnötig Ausschmückungen oder übermäßig viel Privatleben der Protagonisten, der Fokus liegt auf dem Fall. Den emotionalen Part übernimmt Roccos Freund Tobias Baumann, der Privatermittler darf auch mal an die Decke gehen, während Rocco und Justus die Contenance bewahren. Die Kapitel sind kurz gehalten und bieten somit schnelle Szenenwechsel, wodurch es stets abwechslungsreich bleibt.
Der Fall selbst gestaltet sich schnell als politisch brisant und nicht immer einfach zu recherchieren. Hier punktet der Roman gekonnt damit, authentisch zu wirken. Neben der erschreckenden Parallele zu einer echten Begebenheit ist auch die Erklärung des Titels, welche man im Roman erfährt, sehr bewegend.
Spannende und schnörkellose Unterhaltung, der man das Fachwissen der Autoren auf positive Weise anmerkt.

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Veröffentlicht am 01.06.2022

Fantastische Abenteuer, kreative Wortspielerei und andere Gereimtheiten

Billy Backe, Band 3 - Billy Backe und der Wilde Süden
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Der Winterschlaf ist vorbei, Zeit für neue Abenteuer im Walle-Wacke-Land! Doch - au Backe - die Rashörner bringen alles durcheinander und rasen einfach alles um. Fortan steht das neueste Abenteuer fest: ...

Der Winterschlaf ist vorbei, Zeit für neue Abenteuer im Walle-Wacke-Land! Doch - au Backe - die Rashörner bringen alles durcheinander und rasen einfach alles um. Fortan steht das neueste Abenteuer fest: Den blauen Schrönk heilen. Und herausfinden, wo er überhaupt herkommt.
Ein wunderschönes und schräges Abenteuer für Murmeltier Billy Backe, Polly Posthörnchen und ihre Freunde. Vorn und hinten im Buch kann man bereits Karten des Walle-Wacke-Lands bestaunen, viele Details aus dem Abenteuer lassen sich in den Karten entdecken. Unterwegs lernen sie weitere Tiere und Landschaften samt ihrer Eigenarten kennen, wobei stets kreativ mit Worten gespielt wird. So lernt man, was es mit den Pinkuinen auf sich hat oder wie man einen Maulwurf davon heilt, immer rummaulen zu müssen. Auch der Text selber sowie die Dialoge sind zum Teil kunterbunte Wortspielereien, die Spaß machen zuzuhören und bisweilen eine kleine, aber lustige Herausforderung für den Vorleser darstellen. Macht es aber umso spannender, welche Wortspielerei einen wohl als nächstes erwartet, vom liebenswert-verrückten Abenteuer mal ganz abgesehen.
Ebenso faszinierend wie die Geschichte sind die vielen bunten Illustrationen im Buch samt der liebevollen Details. Generell ist das Buch von der Geschichte sowie vom Humor her für Kinder ab 5 Jahren sowie Erstleser ausgelegt. Es sind zwei aufeinander folgende Abenteuer, unterteilt in mehrere Kapitel mit großer Schrift. Dass es bereits der dritte Band im Walle-Wacke-Land ist sollte jedoch kein Hindernis sein, das Buch auch ohne Vorkenntnis der ersten Bände zu lesen.

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Veröffentlicht am 24.05.2022

Einhörner mal anders

Skandar und der Zorn der Einhörner
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Endlich gibt es ein Buch, in dem Einhörner völlig unverkitscht dargestellt werden. Hier haben sie sogar Flügel und jedes Kind träumt davon, mit 13 zu einem Elementar-Reiter auserwählt zu werden mit eigenem ...

Endlich gibt es ein Buch, in dem Einhörner völlig unverkitscht dargestellt werden. Hier haben sie sogar Flügel und jedes Kind träumt davon, mit 13 zu einem Elementar-Reiter auserwählt zu werden mit eigenem Einhorn und der ihnen zugehörigen Magie (Wasser, Feuer, Erde oder Luft). Diese Reiter liefern sich dann waghalsige Rennen und werden als berühmte Heldinnen und Helden gefeiert. Über Umwege kommt Skandar unerwartet auch zu einem Einhorn, darf dabei sein, wenn das Tier schlüpft, um sich mit ihm magisch zu verbinden. Das Problem ist nur: Skandar und sein Einhorn tragen das verbotene 5. Element! Ein Element, welches als böse gilt. Doch ist es dies wirklich? Nur, weil ein mysteriöser Reiter, der mit blutrünstigen wilden Einhörnern kürzlich den Gewinner des Rennens entführt hat, genau dieses magische Zeichen trug?
Das Buch ist wirklich megaspannend! Die Einhörner sind hier grob, wild und Fleischfresser, die reinsten Raubtiere, aber dennoch wachsen sie mit ihren jungen Reiterinnen und Reitern zu magischen Teams zusammen. Skandar, der sich auf der Insel der Einhörner neue Freunde erhofft, findet sich mit anderen Jugendlichen zu einem Team zusammen, das an ihn und sein Einhorn glaubt statt an irgendwelche Geschichten über ein böses Element. Entsprechend entwickeln die Kinder eine gelungene Gruppendynamik, Skandars Geheimnis zu verbergen. Und nebenbei machen sie es sich zum Ziel, das Geheimnis um den mysteriösen Reiter und dessen Pläne zu lüften, welche nach und nach weitere Opfer fordern.
Ein äusserst gelungenes Abenteuer von der ersten bis zu letzten Seite, in welchem neben der Magie und den faszinierenden Einhörnern die Themen Mut und Freundschaft mindestens ebenso begeistern. Das Buch ist in sich abgeschlossen, bietet allerdings genügend Potential für weitere spannende Abenteuer rund um Skandar und seine Freunde.

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Veröffentlicht am 16.05.2022

Finaler Kampf um Mistle End

Die Chroniken von Mistle End 3: Der Untergang droht
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Der dritte Band der Trilogie rund um den Kampf um Mistle End hat es gewaltig in sich. Nachdem der junge Druide Cedrik in einer Vision sah, wie sein früherer Freund und Druide Crutch auf einem Drachen reitend ...

Der dritte Band der Trilogie rund um den Kampf um Mistle End hat es gewaltig in sich. Nachdem der junge Druide Cedrik in einer Vision sah, wie sein früherer Freund und Druide Crutch auf einem Drachen reitend und mit einer Totenarmee im Rücken Mistle End angreift, versuchen Cedrik und seine Freunde nun, die Insel der Druiden zu erreichen, um sich von ihnen Hilfe zu erbitten. Zuvor will er seine Mutter besuchen, eine Baumnymphe, welche von ihrem göttlichen Vater in einen Baum verbannt wurde. Natürlich läuft nichts wie geplant und die Ereignisse überschlagen sich schneller als erwartet.
Spannung pur von der ersten bis zur letzten Seite - so und nicht anders würde ich diesen Band beschreiben. Cedrik und seinen Freunden werden unzählige Hindernisse in den Weg gelegt und sie lernen neue magische Wesen kennen, von denen ihnen längst nicht alle wohlgesonnen sind. Sehr gefallen hat mir diesmal das Adlerweibchen Skye, welche mit Cedrik seelenverbunden ist und einige recht beeindruckende Szenen hat. Zudem bekommt Cedrik von fast allen Seiten Druck, er solle seinen Gegner, den jungen Druiden Crutch, besiegen und töten - ein Plan, der Cedrik missfällt, da er niemanden töten will. Was ihn mir umso sympathischer machte und zugleich die Spannung erhöhte, wie er den Feind wohl besiegen will, ohne diesem das Leben zu nehmen. Neben all der Spannung und den lustigen Momenten im Roman mit die wichtigste Botschaft, dass Gewalt nicht immer die finale Lösung sein muss. Eine Botschaft, welche der Autor äusserst fantastisch verpackt hat.
Ein sehr genialer Anschluss der Trilogie, welcher mich darin bestärkt, auch die weiteren Abenteuer rund um Druide Cedrik zu verfolgen in der bald erscheinenden Reihe „Der Druide von Mistle End“. Ich freu mich bereits auf ein magisches Wiedersehen.

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