Profilbild von KruemelGizmo

KruemelGizmo

Lesejury Star
offline

KruemelGizmo ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit KruemelGizmo über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2017

Rezension zu Der Kirmesmörder - Jürgen Bartsch

Der Kirmesmörder - Jürgen Bartsch
0

In den 60er Jahren erschütterte der Fall des Kirmesmörders Bartsch ganz Deutschland. Die Kindheit von Jürgen Bartsch war von Kälte und Missbrauch gezeichnet, und er entwickelt sich zu einem sadistischen ...

In den 60er Jahren erschütterte der Fall des Kirmesmörders Bartsch ganz Deutschland. Die Kindheit von Jürgen Bartsch war von Kälte und Missbrauch gezeichnet, und er entwickelt sich zu einem sadistischen Soziopathen, der schon mit 15 Jahren anfängt zu quälen, zu missbrauchen und zu morden. Von da an verschwinden immer wieder Kinder von Kirmesplätzen in Essen und der Umgebung.

Der Kirmesmörder – Jürgen Bartsch von Regina Schleheck gehört zu der Reihe Wahre Verbrechen des Gmeiner-Verlags.

Aus der Sicht verschiedener Protagonisten, die Jürgen Bartsch teilweise von der Kindheit an begleitet oder gekannt haben wird ein Großteil der Geschichte erzählt. So erlebt man als Leser aus deren Perspektive, die lieblose und isolierte Kindheit bei seinen Adoptiveltern mit, die mich schon das ein oder andere Mal schockiert zurückließ. Auch die Internatszeit und die anschließende Berichterstattung wurden aus der Sicht dieser Protagonisten geschildert und gaben für mich die Empfindungen der Menschen gut wieder. Auch wird dadurch der damalige Zeitgeist für mich gekonnt eingefangen.

Alles in allem ist diese Geschichte wirklich keine leichte Kost und ging mir mit mancher Beschreibung der Geschehnisse wirklich stark an meine Grenzen. Auch wenn man vorher schon weiß was diesen Kindern widerfahren ist und man dadurch glaubt vorbereitet zu sein, machte dies die Schilderungen aus Sicht der gequälten Kinder meiner Meinung nach aber nicht leichter zu ertragen. So musst ich das Buch doch schon mal kurz beiseitelegen und durchatmen, bevor ich weiter lesen konnte. Daher ist es für zartbesaitete Leser meiner Ansicht nach nicht geeignet.

Mein Fazit:

Ein Buch was unter die Haut geht, von meiner Seite aus eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 07.06.2017

Rezension zu Amnesia

AMNESIA - Ich muss mich erinnern
0

Helen ist unheilbar an Krebs erkrankt, geschwächt durch Therapien und Medikamente und von ihrem langjährigen Lebensgefährten verlassen worden, entsteht bei ihr der Wunsch, sich noch vor ihrem Tod mit ...

Helen ist unheilbar an Krebs erkrankt, geschwächt durch Therapien und Medikamente und von ihrem langjährigen Lebensgefährten verlassen worden, entsteht bei ihr der Wunsch, sich noch vor ihrem Tod mit der Mutter auszusöhnen. Kurz entschlossen packt Helen ihre Sachen und macht sich auf den Weg zu ihrer Familie. Während sich ihre schwangere Schwester freut, sie nach so langer Zeit wieder zu sehen, scheint ihre Mutter nicht besonders erfreut. Schon bald muss sie mit entsetzten feststellen, das ihr Schwager Leon ihre kleine Schwester misshandelt. Am liebsten würde sie ihren Schwager dafür umbringen, schließlich hat sie ja auf Grund ihrer Krankheit nichts mehr zu verlieren. Am nächsten Morgen wird Leon ermordet aufgefunden, und Helen, hat durch die Einnahme ihrer Medikamenten, die Erinnerungslücken und Halluzinationen verursachen können, keinerlei Erinnerung an die vergangene Nacht…

„Amnesia-ich muss mich erinnern“ ist der neueste Thriller von Jutta Maria Herrmann.

Mit Amnesia hat die Autorin für mich einen spannenden Thriller geschaffen, der vor allem durch die geschilderten psychologischen Abgründe besticht. Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive von Helen erzählt, und so ist man als Leser sehr nah bei ihr. Man erlebt so ihre Traurigkeit über den Verlust ihres Lebensgefährten mit, ihre Panikattacken, die sie mit Medikamenten versucht in den Griff zu bekommen und auch ihre Wut über Leon direkt mit.

Auch die Verwirrung über die Erinnerungslücken empfand ich gekonnt erzählt und ließen mich als Leser mitfiebern und rätseln, was denn nun tatsächlich geschehen ist.

Helen, die Protagonistin, war mir trotz der Erkrankung, ihren Ängsten und Nöten, die natürlich ein Gefühl des Mitleids bei mir auslösten, in ihrem Denken und Handeln nicht immer wirklich sympathisch, dadurch wirkte sie als Persönlichkeit aber sehr authentisch auf mich. Die anderen Protagonisten erlebt man natürlich nur aus Helens Sicht, man bekommt aber trotzdem ein gutes Gefühl für die unterschiedlichen Charaktere mit denen Helen sich auseinandersetzen muss.

Die Geschichte entwickelt sich schrittweise, denn als Leser erhält man durch Helen aufgrund ihrer Erinnerungslücken, immer nur einzelne Bruchstücke, die man versucht in ein Gesamtbild zu fassen, um hinter das Rätsel von Leons Tod zu kommen. Durch diese Erzählweise und durch geschickt gesetzte Wendungen wird ein fesselnder psychologisch gut aufgebauter Spannungsbogen erzeugt, der mich zum Schluss überzeugen konnte. Das Ende der Geschichte passt sich wunderbar in die Geschichte ein und lässt mir als Leser noch Spielraum für Interpretationen, was mir ausgesprochen gut gefallen hat.

Mein Fazit:

Ein spannender Thriller, der mit psychologischen Abgründen zu fesseln weiß und mich bis zur letzten Seite von sich überzeugen konnte. Klare Leseempfehlung meinerseits!

Veröffentlicht am 25.05.2017

Kurzmeinung zu Still

Still
0

Inhalt: Wenn es Winter wird und Schnee und Eis alle Spuren verwischen, erwacht in den einsamen Wäldern Brandenburgs das Böse. Über Nacht verschwinden auf mysteriöse Weise Kinder. Nur ein einziges Mädchen ...

Inhalt: Wenn es Winter wird und Schnee und Eis alle Spuren verwischen, erwacht in den einsamen Wäldern Brandenburgs das Böse. Über Nacht verschwinden auf mysteriöse Weise Kinder. Nur ein einziges Mädchen taucht unerwartet und verstört wieder auf, ihre Lippen sind seitdem verschlossen. Ein verzweifelter Vater beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Doch damit dreht sich die Spirale des Bösen nur noch schneller.

Still stammt aus der Feder von Zoran Drvenkar.

An dieses Buch bin ich aufgrund der vielen positiven Bewertungen und Rezensionen mit hohen Erwartungen herangegangen. Und meine Erwartung wurde bei diesem Thriller auch nicht enttäuscht. Der Autor schafft eine beklemmende Atmosphäre, in der die Geschichte aus drei Perspektiven vorangetrieben wird. Jede Perspektive erzählt in ihrem eigenen Tempo einen Teil der Geschichte, dabei bleibt der Spannungsbogen die ganze Zeit erhalten und steuert auf ein für mich überraschendes, gelungenes und spannendes Ende hin. Das Buch ist nichts für zartbesaitete Leser, dieser Thriller ging mir in seinen Schilderungen, die auch Kinder betreffen, und durch die geschaffene Atmosphäre oftmals ziemlich unter die Haut.

Mein Fazit:

Ein spannender und beklemmender Thriller, der mich wirklich begeistern konnte.

Veröffentlicht am 09.04.2017

Rezension zu London '05

Lena Halberg: London '05
0

07.07.2005 – London
Ein Mann hastet auf den Bahnsteig von King´s Cross hinaus, aber er kommt zu spät, die Bahn fährt gerade los. Wenige Augenblicke später erschüttert ein Geräusch den Bahnsteig von King´s ...

07.07.2005 – London
Ein Mann hastet auf den Bahnsteig von King´s Cross hinaus, aber er kommt zu spät, die Bahn fährt gerade los. Wenige Augenblicke später erschüttert ein Geräusch den Bahnsteig von King´s Cross. Eine Bombe ist in der Piccadilly-Line detoniert und forderte mehrere Tote und Verletzte.

Lena Halberg recherchiert zehn Jahre später für eine neue Story auch über diesen Anschlag und entdeckt Ungeheuerliches. London steht in einer Reihe von Anschlägen unterschiedlichster Organisationen und scheint dennoch miteinander in Verbindung zu stehen. Für ihre weiteren Nachforschungen muss sie nach Israel. Bei den Recherchen zu einem Forschungsinstitut in Haifa und einem ehemaligen Mitarbeiter, fragt sie sich bald ob der israelische Geheimdienst damit zu tun hat, oder ob es sich doch nur um einen Einzeltäter handelt. Bei ihren Nachforschungen bringt Lena schnell Ihre Gegner gegen sich auf und so landet sie im gefürchteten Gefängnis der militärischen Aufklärung. Aber kaum dem Verhör und dem Gefängnis entkommen, nimmt sie Spur wieder auf, die sie zurück in ihre Heimat England führt, wo sich erneut etwas Böses anbahnt.

Lena Halberg – London ´05 ist der dritte Teil der Trilogie um die Journalistin Lena Halberg von Ernest Nybørg.

Auch im letzten Teil der Trilogie dreht es sich wieder um Politik, Geheimdienste und Rüstungsindustrie, diesmal ausgehend vom Anschlag in London 2005. Und mit diesem Anschlag beginnt auch das Buch, und entführte mich direkt in die wirklich beklemmende Atmosphäre im U-Bahn-Tunnel nach der Detonation. Die Beschreibungen der Situation, der Begebenheiten und auch der Opfer gingen mir dabei doch ziemlich unter die Haut, auch weil der Terror gefühlt mittlerweile ein beständiger Bestandteil des Lebens geworden zu seien scheint.

Lena Halberg, die Protagonistin der Trilogie ist auch im dritten Teil wieder eine kämpferische Journalistin, die nach der Wahrheit sucht und sich dabei immer wieder mit gefährlichen Gegnern anlegt. In der Zeit im Gefängnis zeigt Lena, das auch eine kämpferische und starke Frau an ihre Grenzen gelangen kann, was dem Autor für mein Empfinden gut gelungen ist. Im Ganzen gefiel mir Lena in diesem Teil am besten, da sie diesmal ein breites Band an Emotionen zeigt und für mich als Leser dadurch greifbarer wurde.

Auch in diesem Teil bleibt dem Leser nicht viel Zeit zum Luft holen, da sich die Ereignisse bald zuspitzen um in England dann ihren Höhepunkt zu finden. Der Showdown ist spannend und mitreißend erzählt und birgt noch eine Überraschung in sich, die ich zwar geahnt habe aber in der Umsetzung wirklich gelungen finde.

London´05 ist für mich persönlich der beste Teil der Trilogie, da er für mich Spannung, reale Ereignisse, Fiktion und Emotionen gelungen miteinander verbindet.

Dieser Teil kann auch ohne Vorkenntnisse der ersten beiden Bände gelesen werden, da sie in sich abgeschlossen sind, da aber in diesem Teil entscheidende Ereignisse aus den Vorgängern erwähnt werden, würde ich um die Spannung nicht zu nehmen empfehlen die Reihenfolge einzuhalten.

Mein Fazit:
Ein gelungener Abschluss der Trilogie, bei dem tatsächliche Ereignisse und Fiktion zu einem spannenden Thriller zusammenfließen.

Veröffentlicht am 22.03.2017

Kurzmeinung zu Der Marsianer

Der Marsianer
0

Astronaut Mark Watney gerät mit seinen Kollegen bei einer Expedition auf dem Mars in einen Sandsturm und wird bewusstlos. Als er wieder zu sich kommt, ist er allein auf dem Planeten, die Crew ist auf dem ...

Astronaut Mark Watney gerät mit seinen Kollegen bei einer Expedition auf dem Mars in einen Sandsturm und wird bewusstlos. Als er wieder zu sich kommt, ist er allein auf dem Planeten, die Crew ist auf dem Weg zurück zur Erde. Mark hat kaum Nahrung, keine ausreichende Ausrüstung und muss nun um sein Überleben kämpfen…

Der Marsianer stammt aus der Feder von Andy Weir.

Schon mit den ersten Seiten hatte mich dieses Buch völlig für sich eingenommen. Die Geschichte um Mark Watneys überleben wird zum größten Teil über Logbucheinträge erzählt und damit aus der Sicht des Protagonisten. Mark ist der sympathische Held dieser Geschichte, der mit viel Sarkasmus und einem stark ausgeprägten Überlebenswillen den Kampf auf dem Mars bestreitet. Und dieser Kampf hat es wahrlich in sich, denn der Mars hat eine mehr als menschenfeindliche Umgebung. Natürlich muss Mark sich immer wieder neue Strategien überlegen um zu überleben, aber schnell und konsequent findet er immer wieder eine Lösung die sein Überleben sichert (als Kind der 80er hatte ich manchmal das Gefühl das MacGyver grüßen lässt ).

Trotz der gelegentlichen mathematischen oder chemischen Formel und den ein oder anderen Erläuterung einer technischen Konstruktion ließ sich das Buch für mich super leicht lesen. Die Geschichte behielt für mich über weite Teile eine gelungene Grundspannung bei, die durch den Sarkasmus und Humor des Protagonisten immer wieder aufgelockert wurde.

Ein tolles Buch was ich wirklich mit Begeisterung gelesen habe und damit zum ersten Highlight in diesem Jahr wurde.

Fazit:

Ein gelungener Roman, den ich mit Begeisterung gelesen habe und gerne weiterempfehle!